Robert Silverberg - Der Seher

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Im stillen begann ich, verwirrende Vergleiche zwischen Quinn und einigen großen Politikern der Vergangenheit anzustellen — FDR, Rockefeller, Johnson, dem ersten Kennedy. Alle hatten sie jene schöne warme Kunst der Hintergründigkeit beherrscht: die Rituale politischer Eroberung voll auszuspielen und gleichzeitig ihre intelligenteren Opfer wissen zu lassen, daß niemand darauf hereinfällt, wir wissen doch alle, es ist nur ein Ritual, aber finden Sie nicht, daß ich es gut mache? Schon damals, schon bei jener ersten Begegnung im Jahre 1905, als er nicht mehr als ein kleiner Abgeordneter im Staatsparlament war, sah ich ihn in der politischen Geschichte Seite an Seite neben Roosevelt und JFK ziehen. Später machte ich großartigere Vergleiche, rückte Quinn neben Napoleon, Alexander den Großen, sogar Jesus, und wenn Sie darüber grinsen müssen, so erinnern Sie sich bitte, daß ich ein Meister der stochastischen Künste bin und daß meine visionäre Gabe schärfer ist als die Ihre.

Quinn erwähnte damals mir gegenüber nichts von Bemühungen um höhere Ämter. Als wir zur Party zurückkehrten, sagte er nur: »Es ist noch zu früh für mich, einen Stab zu bilden. Aber wenn es soweit ist, werde ich Sie haben wollen. Haig wird Sie auf dem laufenden halten.«

»Wie findest du ihn?« fragte mich Mardikian fünf Minuten später.

»Er wird 1998 Bürgermeister von New York sein.«

»Und danach?«

»Wenn du mehr wissen willst, Mann, setz dich mit meinem Büro in Verbindung und laß dir einen Termin geben. Fünfzig die Stunde, und du kriegst die ganze Kristallkugelei.«

Er kniff mich leicht in den Arm und schritt lachend von dannen.

Zehn Minuten später rauchte ich eine Pfeife mit der goldhaarigen Schönen namens Autumn. Autumn Hawkes, die vielgepriesene neue Sopransängerin der Met. Schnell handelten wir ein Übereinkommen aus, nur mit den Augen, der stummen Sprache des Körpers, das den Rest der Nacht betraf. Sie sagte mir, sie wäre mit Victor Schott zur Party gekommen — einem großgewachsenen, hageren, preußischen Typ in düster-feierlicher, ordenstarrender Militäraufmachung —, der sie im Winter in Lulu dirigieren sollte; aber Schott hatte offensichtlich schon Vorkehrungen getroffen, mit dem Abgeordneten im Stadtparlament, Ronald Holbrecht, nach Hause zu gehen, und es Autumn überlassen, sich selbst zu helfen. Und Autumn half sich selbst. Ich täuschte mich jedoch nicht darüber, wen sie am liebsten für die Nacht gehabt hätte, denn ich sah, wie sie hungrig auf Paul Quinn am anderen Ende des Raumes blickte und wie ihre Augen dabei glühten. Quinn war auf Geschäften hier: Keine Frau konnte sich ihn fangen. (Und auch kein Mann!) »Ich möchte wissen, ob er singt«, sagte sie versonnen.

»Sie würden gern ein paar Duette mit ihm singen?«

»Isolde zu seinem Tristan. Turandot zu seinem Calaf. Aida zu seinem Radames.«

»Salome zu seinem Jokanaan?« schlug ich vor.

»Machen Sie keine Witze.«

»Sie bewundern seine politischen Ideen?«

»Gut möglich, wenn ich sie kennen würde.«

Ich sagte: »Er ist liberal und vernünftig.«

»Dann bewundere ich seine politischen Ideen. Und ich finde ihn umwerfend maskulin und außerordentlich schön.«

»Politiker auf dem Weg nach oben sollen schlechte Liebhaber sein.«

Sie zuckte ihre schönen Schultern. »Gerüchte haben mich noch nie beeindruckt. Ich brauche einen Mann nur anzusehen — ein Blick genügt — und weiß sofort, ob er gut ist.«

»Danke«, sagte ich.

»Seien Sie nicht voreilig. Manchmal irre ich mich natürlich auch«, sagte sie giftig-süß. »Nicht immer, aber manchmal.«

»Auch ich irre mich manchmal.«

»In Frauen?«

»In allem möglichen. Ich habe nämlich den zweiten Blick. Die Zukunft ist mir ein offenes Buch.«

»Sie scheinen es ernst zu meinen.«

»Ich meine es ernst. Davon lebe ich. Prognosen.«

»Was sehen Sie in meiner Zukunft?« fragte sie, halb in gespielter Naivität, halb ernst.

»In unmittelbarer Zukunft oder langfristig?«

»Beides.«

»Unmittelbar«, sagte ich, »stehen Ihnen ein wildes Nachtgelage und ein friedlicher Morgenspaziergang in leichtem Sprühregen bevor. Langfristig gesehen, Triumph über Triumph, Ruhm, eine Villa auf Mallorca, zwei Scheidungen, erst spät im Leben werden Sie glücklich sein.«

»Sind Sie ein Zigeuner-Wahrsager?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nur ein Techniker der Stochastik, Gnädigste.«

Sie warf einen Blick auf Quinn hinüber. »Was sehen Sie für ihn voraus?«

»Für ihn? Er wird eines Tages Präsident sein. Das ist das Allermindeste.«

7

Als wir am nächsten Morgen Hand in Hand durch die nebeligen Wäldchen im Sicherheitskanal Sechs schlenderten, nieselte es. Ein billiger Triumph: Wie jedermann höre ich mir den Wetterbericht an. Autumn ging zu ihren Proben, der Sommer endete, Sundara kam erschöpft und glücklich aus Oregon zurück, neue Kunden zapften gegen üppige Honorare meinen Geist an, und das Leben ging weiter.

Meine Begegnung mit Paul Quinn hatte kein unmittelbares Nachspiel, aber ich hatte auch keines erwartet. Das politische Leben New Yorks war gerade zu jener Zeit in wilder Bewegung. Nur wenige Wochen vor jener Party bei Sarkisian hatte sich auf einem Festessen der Liberalen Partei ein verärgerter Arbeitsloser Bürgermeister Gottfried genähert und, nachdem er die halbgegessene Grapefruit vom Teller des verblüfften Bürgermeisters genommen hatte, ein Gramm Ascenseur, den neuen französierten Sprengstoff, an deren Stelle geklatscht. Exeunt der Bürgermeister, der Attentäter, vier hohe lokale Funktionäre der Partei und ein Kellner, alle in einem einzigen glorreichen Knall. Dieses Ereignis erzeugte ein Machtvakuum in der Stadt; denn jedermann hatte angenommen, der gewaltige Bürgermeister würde für weitere vier oder fünf Amtsperioden gewählt werden — er war erst in seiner zweiten —, und plötzlich war der unbesiegbare Gottfried nicht mehr da, so als wäre eines Sonntagsmorgens, als der Kardinal gerade Brot und Wein austeilen will, Gott gestorben. Der neue Bürgermeister, der ehemalige Präsident des Stadtparlaments DiLaurenzio, war ein Niemand: Wie jeder echte Diktator hatte sich Gottfried mit schmeichlerischen, willfährigen Nullen umgeben. Alle waren sich einig, daß DiLaurenzio eine Interimsfigur war, die in den Bürgermeisterwahlen des Jahres ‘97 von jedem einigermaßen starken Kandidaten zur Seite geschoben werden könnte. Und Quinn wartete hinter den Kulissen.

Den ganzen Herbst hindurch hörte ich nichts von ihm oder über ihn. Die Legislative tagte, und Quinn war an seinem Pult in Albany; in den Augen der Leute von New York City könnte man ebenso gut auf dem Mars sein. In der City tobte der übliche gespenstische Zirkus, nur noch entfesselter als sonst, jetzt, wo die überpotente Freudsche Kraft, die Bürgermeister Gottfried verkörpert hatte, der Städtische Allvater mit dunkler Braue und langer Nase, der Beschützer der Schwachen und Kastrierer der Unbotmäßigen, von der Bühne entfernt worden war. Die Miliz der 125. Straße, eine neue, sich selbst befehligende Streitkraft der Schwarzen, die seit Monaten damit geprahlt hatte, daß sie von Syrien Panzer kaufe, enthüllte nicht nur auf einer lärmenden Pressekonferenz drei vollbewaffnete Ungeheuer, sondern schickte sie auch gleich auf eine Such- und Zerstör-Aktion über die Columbus Avenue ins Spanische Manhattan hinein, wo sie vier Häuserblocks in Flammen und Dutzende von Toten zurückließ. Im Oktober, als die Schwarzen den Marcus-Garvey-Tag begingen, rächten sich die Puertorikaner mit einem organisierten Überfall auf Harlem, der von zweien ihrer drei Israelischen Obersten persönlich geführt wurde. (Die Jungs aus dem barrio hatten die Israelis im Jahre ‘94 zur Ausbildung ihrer Truppen angeworben, kurz nachdem die »Gemeinsame Verteidigungsallianz« gegen die Schwarzen von den Puertorikanern und den Resten der jüdischen Bevölkerung der Stadt gebildet worden war.) Die Kommandos jagten bei ihrem Blitzangriff über die Lenox Avenue nicht nur die Panzergarage und alle drei Panzer in die Luft, sondern räumten auch fünf Spirituosengeschäfte und ein Computer-Zentrum aus, während eine kleinere Truppe zur Ablenkung westwärts eilte und das Apollo-Theater mit Feuerbomben belegte.

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