Robert Silverberg - Der Seher
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- Название:Der Seher
- Автор:
- Издательство:Wilhelm Heyne
- Жанр:
- Год:1978
- Город:München
- ISBN:3-453-30496-9
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
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»Prognostische Einsichten?«
»Genau. Ich möchte mich nicht in Ihre Zuständigkeiten einmischen. Aber ich wäre vielleicht in der Lage, ein paar Hinweise zu geben, die, wie ich glaube, wertvoll sein könnten.«
Eine Erkenntnis durchzuckte mich. Plötzlich war das Geheimnis gelüftet, und was sich enthüllte, war enttäuschend banal. Carvajal war nichts als ein reicher Polit-Amateur, der in dem Wahn, sein Geld qualifiziere ihn zum Universalexperten, danach gierte, bei den Profis mitzumischen. Ein Steckenpferdreiter. Ein Armstuhl-Politiker. O Gott! Nun, streich ihm um den Bart, hatte Lombroso gesagt. Ich würde streichen. Nach Takt suchend, sagte ich steif: »Selbstverständlich. Mr. Quinn und sein Stab sind für nützliche Hinweise immer dankbar.«
Carvajals Augen suchten die meinen, aber ich mied sie. »Ich danke Ihnen«, flüsterte er. »Fürs erste habe ich ein paar Dinge hier aufgeschrieben.« Er reichte mir ein zusammengefaltetes Stück weißes Papier. Seine Hand zitterte ein wenig. Ohne es mir anzusehen, nahm ich das Papier. Plötzlich schien ihn alle Kraft zu verlassen, als hätte er seinen letzten Vorrat erschöpft. Sein Gesicht wurde grau, seine Gelenke gaben sichtbar nach.
»Danke«, murmelte er noch einmal. »Ich danke Ihnen vielmals. Ich glaube, wir werden uns bald wiedersehen.« Und er verschwand. Buckelte sich aus der Tür wie ein japanischer Gesandter.
Man trifft in diesem Geschäft die sonderbarsten Typen. Kopfschüttelnd öffnete ich den Zettel. In spinnwebartiger Handschrift waren darauf drei Zeilen zu lesen:
1. Haltet Gilmartin im Auge.
2. Nationales Gesetz für Ölgelierung — macht euch bald dafür stark.
3. Noch vor Sommer Socorro für Leydecker. Macht euch frühzeitig an ihn ran.
Ich las zweimal, kapierte nichts, wartete auf den vertrauten erhellenden Sprung der Intuition; auch der blieb aus. Etwas war an diesem Carvajal, das meine Fähigkeiten vollständig abblitzen zulassen schien. Dieses geisterhafte Lächeln, diese ausgebrannten Augen, diese dunklen Zeilen — alles an ihm verwirrte und verstörte mich. »Er ist weg«, rief ich, und Lombroso kam sofort aus seinem Hinterzimmer.
»Und?«
»Ich weiß nicht. Ich habe absolut keine Ahnung. Das hat er mir gegeben«, sagte ich und reichte ihm den Zettel.
»Gilmartin. Gelierung. Leydecker.« Lombroso runzelte die Stirn. »Also dann, Zaubermeister. Was bedeutet das?«
Gilmartin, das mußte der Chef des Rechnungshofes des Staates New York, Anthony Gilmartin, sein, der wegen der städtischen Finanzpolitik schon einige Male mit Quinn zusammengestoßen, seit Monaten aber nicht mehr in den Nachrichten erschienen war. »Carvajal glaubt, es steht Ärger mit Albany in Geldsachen bevor«, riskierte ich eine Deutung. »Aber darüber müßtest du mehr wissen als ich. Beklagt sich Gilmartin mal wieder über die Ausgaben der Stadt?«
»Mit keinem Wort.«
»Bereiten wir ein neues Steuerpaket vor, das ihm nicht behagen wird?«
»Das hätten wir dir doch längst gesagt, Lew.«
»Es bahnen sich also keine Konflikte zwischen Quinn und der Finanzaufsicht an?«
»In absehbarer Zukunft sehe ich keine«, sagte Lombroso. »Siehst du welche?«
»Nein. Was die Pflicht zur Ölgelierung angeht…«
»Wir haben daran gedacht, ein strenges örtliches Gesetz durchzuziehen«, sagte er. »Kein Tanker soll mehr im New Yorker Hafen anlegen dürfen, der ungeliertes Öl transportiert. Quinn hat seine Zweifel, ob die Idee wirklich so gut ist, wie sie klingt, und wir haben schon erwogen, dich um eine Projektion zu bitten. Aber ein nationales Gesetz? Quinn hat in Angelegenheiten nationaler Politik nicht viel von sich gegeben.«
»Noch nicht.«
»Noch nicht, stimmt. Vielleicht ist es an der Zeit. Vielleicht hat Carvajal hier etwas gerochen. Und die dritte Zeile…«
»Leydecker«, sagte ich. Gewiß war damit Gouverneur Richard Leydecker von Kalifornien gemeint, einer der mächtigsten Männer der Neuen Demokratischen Partei und der frühe Spitzenanwärter auf die Präsidentschaftsnominierung im Jahre 2000. »Socorro ist Spanisch für ›Hilfe‹, nicht wahr, Bob? Helft Leydecker, der keine Hilfe braucht? Warum? Außerdem, wie könnte Paul Quinn Leydecker schon helfen? Abgesehen davon, daß er sich Leydeckers Wohlwollen gewinnt, sehe ich nicht, was Quinn davon hätte, und es kann auch Leydecker kaum etwas geben, das er nicht schon sicher in der Tasche hätte; also…«
»Socorro ist Vizegouverneur von Kalifornien«, sagte Lombroso sanft. »Carlos Socorro. Es ist der Name eines Mannes, Lew.«
»Carlos Socorro.« Ich schloß die Augen. »Natürlich.« Meine Wangen brannten. All mein Listenmachen, das ganze verrückte Zusammengestelle von Machtzentren in der Neuen Demokratischen Partei, das ganze schweißtriefende Gekritzel der letzten anderthalb Jahre — und es gelang mir trotzdem, Leydeckers designierten Nachfolger zu vergessen. Nicht socorro, sondern Socorro, Idiot! Ich sagte: »Worauf will er dann hinaus? Daß Leydecker zurücktreten wird, um sich die Nominierung zu holen, und daß Socorro Gouverneur wird? Okay, das macht Sinn. Aber: Macht euch frühzeitig an ihn heran? An wen?« Ich stockte. »Socorro? Leydecker? Alles ein trübes Mischmasch. Ich kriege keine sinnvolle Auslegung.«
»Wie legst du Carvajal aus?«
»Ein Spinner«, sagte ich. »Ein reicher Spinner. Ein verschrobener kleiner Kerl, mit einem schweren Politik-Tumor im Hirn.« Ich steckte den Zettel in meine Brieftasche. Das Blut pochte in meinem Kopf. »Vergiß es. Ich habe ihn geduldig ertragen, weil du das wolltest. Ich war heute ein sehr braver Junge, nicht wahr, Bob? Aber man kann nicht von mir verlangen, etwas von diesem Zeug ernst zu nehmen, und ich weigere mich, es zu versuchen. Komm, gehen wir Mittagessen. Ich würde gern etwas gutes Bone rauchen und ein paar schöne, leuchtende Martinis schlürfen und vernünftig reden…« Lombroso lächelte sein strahlendstes Lächeln, klopfte mir tröstend auf die Schulter und führte mich aus dem Büro. Ich verbannte Carvajal aus meinem Bewußtsein. Aber ich empfand ein Frösteln, als wäre ich in eine neue Jahreszeit eingetreten, und diese Jahreszeit war nicht Frühling, und das Frösteln war noch bei mir, als das Mittagessen schon lange vorüber war.
12
In den nächsten Wochen machten wir uns ernsthaft an die Aufgabe, Paul Quinns — und unseren — Aufstieg ins Weiße Haus zu planen. Ich mußte meinen Wunsch, mein Verlangen, ihn zum Präsidenten zu machen, nicht mehr verheimlichen; inzwischen bekannte sich jeder im inneren Kreis offen zu derselben Leidenschaft, die mir so peinlich gewesen war, als ich sie vor anderthalb Jahren zum ersten Mal verspürte. Wir hatten alle mit dem Versteckspiel aufgehört.
An der Art und Weise, wie Präsidenten gemacht werden, hat sich seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts nicht viel geändert, obwohl die Techniken in unserer Zeit der Datennetze, stochastischen Prognosen und medienintensiven Ego-Sättigung ein bißchen anders sind. Der Anfang von allem ist natürlich ein starker Kandidat, vorzugsweise einer mit einer Machtbasis in einem dicht besiedelten Staat. Ihren Mann muß man sich als Präsident vorstellen können; er muß aussehen und sich anhören wie ein Präsident. Wenn das nicht seine natürliche Gabe ist, muß er darin trainiert werden, eine präsidentenhafte Aura um sich herum zu erschaffen. Die besten Kandidaten waren von Natur aus damit ausgestattet. McKinley, Lyndon Johnson, FDR und Wilson hatten alle dieses dramatische präsidentenhafte Aussehen. Harding auch. Niemand sah jemals mehr nach einem Präsidenten aus als Harding; das war seine einzige Empfehlung für den Job, aber sie genügte. Dewey, AI Smith, McGovern und Humphrey hatten diese Qualifikationen nicht, und sie verloren. Stevenson und Wilkie hatten sie, waren aber gegen Männer angetreten, die mehr davon hatten. John F. Kennedy sah nicht so aus, wie es das 1960er Ideal von einem Präsidenten verlangte — weise, väterlich —, aber für ihn sprachen andere Dinge, und durch seinen Sieg veränderte er das Modell bis zu einem gewissen Grad, was, unter anderen, Paul Quinn zugute kam, der als Präsident vorstellbar war, weil er ein Kennedy-Typ war. Daß man sich wie ein Präsident anhört, ist ebenfalls wichtig. Der Möchtegern-Kandidat muß fest und ernst und tatkräftig klingen und doch auch weitherzig und flexibel, sein Tonfall sollte Lincolns Herzlichkeit und Weisheit, Trumans Schwung, FDR’s Gelassenheit, JFK’s Intelligenz vermitteln. In dieser Rubrik konnte Quinn für sich selbst stehen.
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