Robert Silverberg - Der Seher
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- Название:Der Seher
- Автор:
- Издательство:Wilhelm Heyne
- Жанр:
- Год:1978
- Город:München
- ISBN:3-453-30496-9
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
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Eine gewisse unterirdische Befriedigung lag darin für mich, die einem komplexen Machthunger, verbunden mit dem Wunsch nach Selbstverleugnung, entwuchs, dem Gefühl, daß ich am unverletzbarsten war, wenn man mich nicht sehen konnte. Ich konnte nicht selbst Präsident werden; ich war nicht willens, den ganzen Wirbel, die Anstrengung, die Exponiertheit und den grimmen, grundlosen Haß auf mich zu nehmen, den die Öffentlichkeit so gerne auf die richtet, die ihre Liebe suchen. Aber indem ich meine Kraft daran setzte, Paul Quinn zum Präsidenten zu machen, konnte ich dennoch ins Weiße Haus schlüpfen, durch die Hintertür, ohne mich verwundbar zu machen, ohne das wirkliche Risiko einzugehen. Da haben Sie — schonungslos enthüllt — die Wurzel meiner Besessenheit. Ich wollte Paul Quinn benutzen und ihn ruhig denken lassen, er benütze mich. Ich hatte mich, au fond, mit ihm identifiziert: Für mich war er mein alter ego, meine lebende Maske, mein Werkzeug, meine Marionette, mein Mann im Vordergrund. Ich wollte herrschen. Ich wollte Macht. Ich wollte Präsident, König, Kaiser, Papst, Dalai Lama sein. Nur mit Quinn würde ich dahin gelangen, das war für mich der einzige Weg. Ich würde die Zügel des Mannes halten, der die Zügel hielt. Und so würde ich mein eigener Vater sein und jedermanns großer Daddy dazu.
11
Da gab es einen frostigen Tag gegen Ende März ‘99, der wie die meisten anderen Tage begann, seit ich für Paul Quinn gearbeitet hatte, aber noch vor Nachmittag auf ein unerwartetes Gleis geriet. Wie gewöhnlich stand ich um Viertel nach sieben auf. Sundara und ich duschten zusammen — der Vorwand dafür war Wasser- und Energieersparnis, aber in Wirklichkeit waren wir beide Seifenfetischisten und liebten es, uns gegenseitig einzuschäumen, bis wir schlüpfrig wie Seehunde waren. Schnelles Frühstück, aus dem Haus um acht, Pendler-Hubschrauber nach Manhattan. Meine erste Station war mein Uptown-Büro, mein altes Lew-Nichols-und-Teilhaber-Büro, das ich mit einem reduzierten Stab in Gang hielt, solange ich von der Stadt mein Gehalt empfing. Dort bearbeitete ich Routine-Projektionen und Analysen kleinerer Verwaltungsprobleme: der Standort einer neuen Schule, die Schließung eines baufälligen Krankenhauses, Zonenänderungen, die ein neues Abspritz-Zentrum für hirngeschädigte Süchtige in einer Wohngegend erlauben sollten: Trivialitäten dies alles, aber potentiell explosive Trivialitäten in einer Stadt, in der die Nerven aller Bürger hoffnungslos überspannt sind und kleine Enttäuschungen schnell wie unerträgliche Abfuhren aussehen. Dann, gegen Mittag, fuhr ich ins Zentrum zum Rathaus, zu Konferenz und Mittagessen mit Bob Lombroso.
»Mr. Lombroso hat einen Besucher bei sich«, erklärte mir die Empfangsdame, »aber Sie sollen trotzdem hineingehen.«
Lombrosos Büro war die richtige Bühne für ihn. Er ist ein großer, gutgebauter Mann Ende der Dreißiger, von etwas theatralischer Erscheinung, eine beherrschende Gestalt mit dunklem, gelocktem Haar, das sich an den Schläfen versilbert, einem groben, kurzgescherten schwarzen Bart, einem blitzenden Lächeln und der energischen, intensiven Art eines erfolgreichen Teppichhändlers. Sein Büro, vormals im Stil Früher Bürokrat eingerichtet, hatte er auf eigene Kosten renoviert; nun war es ein reich verzierter Levantiner Salon, wohlriechend und warm, mit dunkel schimmernden, ledergetäfelten Wänden, tiefen Teppichen, schweren braunen Samtvorhängen, tausendfach durchlöcherten, gedämpft leuchtenden spanischen Bronzelampen, einem glänzenden Schreibtisch aus verschiedenen dunklen Hölzern mit Maroquin-Intarsien, großen, weißen, urnenartigen chinesischen Bodenvasen, und, in einer barocken Glasvitrine, seiner geliebten Sammlung mittelalterlicher Judaica — silberner Kopfschmuck, Brustharnische, Zeigestöcke für die Schriftrollen des Gesetzes, bestickte Thora-Hüllen aus den Synagogen Tunesiens oder Persiens, mit Filigranarbeit versehene Sabbath-Lampen, Kerzenhalter, Gewürzdosen, Kandelaber. In diesem moschusduftigen, abgeschiedenen Allerheiligsten gebot Lombroso über die städtischen Finanzen wie ein Prinz von Zion: Wehe dem törichten Christen, der seinen Rat verschmähte!
Sein Besucher war ein verblichen wirkender kleiner Mann von fünfundfünfzig oder sechzig Jahren, eine schmächtige, nichtssagende Person mit schmalem, ovalem Kopf, der nur spärlich mit kurzem, grauem Haar bedeckt war. Er war so schlicht gekleidet, nämlich in einen schäbigen alten, braunen Anzug aus der Eisenhower-Ära, daß Lombrosos geschleckte Eleganz dagegen pfauenhaft extravagant aussah und selbst ich in meinem fünf Jahre alten kastanienbraunen, kupferfadendurchwirkten Cape mich wie ein Dandy fühlte. Er saß still, gekrümmt, mit verschränkten Händen. Anonym, fast unsichtbar wirkte er, einer von Mutter Naturs geborenen Smiths, und seine Haut hatte einen bleigrauen Unterton, das Fleisch seiner Wangen eine winterliche Schlaffheit, die nur allzu deutlich von einer sowohl physischen wie spirituellen Erschöpfung sprachen. Die Zeit hatte diesen Mann aller Kraft beraubt, die er einmal besessen haben mochte.
»Lew, ich möchte dir Martin Carvajal vorstellen«, sagte Lombroso.
Carvajal erhob sich und ergriff meine Hand. Seine war kalt. »Ich schätze mich überaus glücklich, Ihnen endlich zu begegnen, Mr. Nichols«, sagte er in einer sanften, tonlosen Stimme, die aus fernen Winkeln des Universums an mein Ohr drang.
Die vornehme Formulierung seines Grußes war sonderbar. Ich fragte mich, was er hier suchte. Er sah so vollkommen saftlos aus, so ganz nach einem Bewerber um eine sehr untergeordnete bürokratische Planstelle oder, das war plausibler, nach einem ärmlichen Onkel Lombrosos, der sich hier seinen monatlichen Wechsel abholte: Aber nur die Mächtigen hatten doch Zutritt zu Finanzchef Lombrosos prunkvoller Höhle.
Doch Carvajal war nicht das Treibgut, für das ich ihn hielt. Schon in dem Augenblick, als wir Hände schüttelten, schien es mir, als habe er Zugang zu ungeahnten Kräften; er stand aufrechter als erwartet, die Linien seines Gesichts strafften sich, eine gewisse mediterrane Röte hellte seine Hautfarbe auf. Nur seine öden und leblosen Augen verrieten noch, daß in seinem Innern etwas Entscheidendes fehlte.
Salbungsvoll sagte Lombroso: »Mr. Carvajal war einer der großzügigsten Geldgeber unseres Wahlkampfes«, und warf mir dabei einen lieblich-süßen Blick zu, der ungefähr sagte: Sei nett zu ihm, Lew, wir wollen noch mehr von seinem Gold.
Daß dieser graue, elend aussehende Fremde ein vermögender Wahlkampfspender sein sollte, eine Person, der man schmeicheln und schöntun und Eintritt in das Heiligtum eines vielbeschäftigten Politikers gewähren mußte, erschütterte mich tief, denn selten hatte ich jemanden so gründlich verkannt. Doch gelang mir ein höfliches Grinsen, und ich sagte: »In was für einem Geschäft sind Sie, Mr. Carvajal?«
»Investments.«
»Einer der geriebensten und erfolgreichsten privaten Spekulanten, die ich je kennen gelernt habe«, bemerkte Lombroso.
Carvajal nickte selbstzufrieden.
»Sie verdienen sich Ihren Lebensunterhalt ausschließlich an der Börse?« fragte ich.
»Ausschließlich.«
»Ich habe nicht geglaubt, daß jemand dazu tatsächlich imstande ist.«
»Oh, doch, doch, es geht«, sagte Carvajal. Seine Stimme war dünn und ausgedörrt, ein Grabesmurmeln. »Man braucht dazu nur ein hinlängliches Verständnis von Trends und ein bißchen Mut. Sind Sie nie an der Börse gewesen, Mr. Nichols?«
»Ein bißchen. Habe mich nur sehr oberflächlich damit befaßt.«
»Waren Sie erfolgreich?«
»Erfolgreich genug. Ich verstehe selbst einiges von Trends. Aber ich fühle mich nicht mehr wohl, wenn die wirklich wilden Fluktuationen losgehen. Zwanzig rauf, dreißig runter — nein, danke. Ich mag Sicherheit, glaube ich.«
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