Jürgen Kehrer - Mord im Dom
Здесь есть возможность читать онлайн «Jürgen Kehrer - Mord im Dom» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Год выпуска: 1999, Жанр: Исторический детектив, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Mord im Dom
- Автор:
- Жанр:
- Год:1999
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Mord im Dom: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Mord im Dom»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Mord im Dom — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Mord im Dom», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
III. Kapitel
Nach Osten
Sie ritten durch endlose Wälder. Eichen, Ulmen und Linden, dazwischen Eschen und Ahornbäume. Hathumar atmete den feuchten, schweren Geruch des Waldes. Langsam genoß er es, wieder in der freien Natur zu sein.
Er hatte von den Wüsten gelesen, die es in den beiden anderen Erdteilen gab. Wie schrecklich mußte es sein, ständig der sengenden Sonne ausgesetzt zu sein, nicht genug Wasser für die Ackerfrüchte zu haben, sogar Durst zu leiden?
Gelegentlich stießen sie auf Sümpfe und Moore, die sie vorsichtig umgingen, auch durchquerten sie kleine Flüsse. Schweineherden, die unter den Bäumen nach Eicheln suchten, bewacht von Hirten und Hunden, kreuzten ihren Weg. Dann und wann öffneten sich die Wälder zu fetten Weiden und Heidegebieten, auf denen Rinder und Schafe grasten.
Sie kamen an kleinen Siedlungen vorbei, die aus mehreren Gehöften bestanden, und an großen Dörfern, in denen sich Dutzende von Häusern drängten. Nachts lagerten sie zumeist im Wald. Die Krieger mochten die Dörfer nicht und schon gar nicht die Städte, die bereits aus der Ferne Gestank verbreiteten. Sie waren es gewohnt, unter freiem Himmel zu schlafen, in ihre Mäntel gehüllt und dicht an das Feuer gekauert, aus Schutz vor der nächtlichen Kälte und den herumstreifenden Wölfen und Bären.
Manchmal, wenn ihnen Wild über den Weg lief, drehte sich am Abend ein Spieß mit frischem Fleisch im Feuer. Dazu gab es Wein aus den Schläuchen, die im Troßwagen mitgeführt wurden. So vergingen die Tage und die Nächte.
Nach der Gerichtsverhandlung hatte es im Dorf ein großes Fest gegeben. Graf Ascarius und Abt Adalhard, der von dem Geschehen hörte, hatten Hathumar wegen seines genialen Einfalls gelobt. Dieser hatte bescheiden abgewehrt und beteuert, daß er nur bewiesen habe, was im Dorf ohnehin alle wußten. Seine Rolle sei so unbedeutend gewesen, daß sie nicht der Rede wert sei. Wobei er insgeheim natürlich die Anerkennung genoß, die ihm die beiden mächtigen Männer zollten.
Die Tage dehnten sich zu Wochen. Sie hatten Cambrai umgangen, die Grenze zwischen Neustrien und Austrien überschritten, Lüttich und Aachen hinter sich gelassen und bei Köln auf Fährschiffen den Rhein überquert. Jetzt befanden sie sich auf dem Hellweg, jener Straße, die mitten in das Gebiet der Sachsen führte. Oft waren die fränkischen Heere auf ihr nach Osten gezogen, um die aufständischen Stämme niederzuschlagen. Es gab viele Burgen und Befestigungen, in denen kleine fränkische Besatzungen stationiert waren, so dicht beieinander, daß man sich durch den Klang von Hörnern verständigen konnte.
Die Reiter wurden stiller und schauten sich häufiger um. Einige von Graf Ascarius' Gefolgsleuten hatten sogar ihre Brustpanzer angelegt. Man befand sich in Feindesland, auch wenn inzwischen die meisten Sachsen zum Christentum übergetreten waren und den Frankenkönig Karl als ihren Herrscher anerkannten. Doch noch immer gab es kleine Gruppen von Aufständischen, die Reisende in einen Hinterhalt lockten oder mit einem Überraschungsangriff befestigte Stellungen überfielen.
Adalhard ritt neben Hathumar. Der Mönch bemerkte, daß der Abt in einer nachdenklichen Stimmung war. Er führte dies auf die fremde Umgebung zurück, doch tatsächlich gingen dem schwergewichtigen Vetter des Königs ganz andere Dinge durch den Kopf.
„Ich habe dir noch nicht alles erzählt", sagte Adalhard plötzlich. „Wir werden in Paderborn nicht nur dem König begegnen."
„So?" fragte Hathumar neugierig.
„Nein. Auch der Heilige Vater wird nach Paderborn kommen."
Hathumar zog so heftig am Zügel, daß sein Pferd hochstieg. „Der Papst? Der Bischof von Rom ist im Land der Sachsen?"
„In wenigen Tagen." Hathumar nickte. „In Rom haben sich schreckliche Dinge zugetragen." Der Abt seufzte. „Der Heilige Vater ist überfallen worden. Alkuin hat mir einen Brief geschrieben. Leider kann er nicht selbst nach Paderborn kommen, das Alter und seine Gebrechen erlauben ihm die weite Reise nicht. Aber er hat mich über alles unterrichtet."
„Was hat sich denn in Rom ereignet?" fragte Hathumar.
„Es geschah am 25. April, dem Tag des heiligen Markus. Papst Leo hat die jährliche Reiterprozession zur Kirche Sankt Laurentius angeführt. Mit ihm ritten die höchsten kirchlichen Würdenträger, das Volk Roms drängte sich am Straßenrand, um den päpstlichen Segen zu erbitten. Da, so schreibt Alkuin, sei plötzlich ein bewaffneter Haufen erschienen. Die Männer zogen den Summus Pontifex vom Pferd, schlugen auf ihn ein, rissen ihm die Kleider vom Leib, ja, sie versuchten sogar, ihn zu blenden und ihm die Zunge abzuschneiden. Nur durch ein Wunder ist dem Heiligen Vater das Augenlicht und die Fähigkeit zu sprechen erhalten geblieben. Nackt und halbtot lag er auf der Straße, bis ihn einige Hilfsbereite aufhoben und ins nahe Kloster des heiligen Erasmus trugen."
„Aber wieso?" fragte Hathumar empört. „Wer steckt hinter dem Anschlag?"
„Nun, Papst Leo hat mächtige Feinde in Rom. Du mußt wissen, daß er nicht dem römischen Adel angehört, er kommt aus keiner der senatorischen Familien. Vor seiner Wahl zum Papst war er ein einfacher Presbyter, man sagt, daß seine Vorfahren aus Kleinasien stammen. Anscheinend haben es einige einflußreiche Familien übelgenommen, daß keiner der ihren den Stuhl Petri bestiegen hat. Alkuin schreibt, daß Angehörige des Lateran-Palastes*, hohe Mitarbeiter des Heiligen Stuhls, hinter der Revolte stehen. Angeführt werden sie von einem Neffen Hadrians I. Leos Vorgänger. Offenbar wollten sie den Papst absetzen und einem Römer den Thron zuschanzen." Adalhard holte tief Luft. „Um ihr Vorgehen zu rechtfertigen, bewerfen sie den Heiligen Vater mit Dreck. Du wirst es ohnehin bald erfahren, die Rede ist von Ämterverkauf, Meineid und sogar - Ehebruch. Mag sein, daß Leo nicht ohne Fehler ist, ich weiß, daß König Karl ihn bereits vor einem Jahr aufgefordert hat, gegen die simonistische Ketzerei* im Kirchenstaat vorzugehen. Und doch, wie können diese Leute es wagen, einen rechtmäßig zum Papst gewählten, heiligmäßigen Mann wie einen gemeinen Verbrecher zu behandeln?" Adalhard redete sich in Fahrt, seine weichen Wangen schwabbelten vor Erregung. „Welcher Bischof, welcher Abt wäre dann noch sicher vor der Meute von Neidern?"
Hathumar spürte, daß der Abt noch mehr wußte, doch er traute sich nicht, ihn zu drängen. Statt dessen fragte er: „Und wie ist es dem Heiligen Vater gelungen, seinen Feinden zu entkommen?"
„Mit Gottes Hilfe und der seines Kämmerers Albinus konnte Leo aus dem Kloster des heiligen Erasmus fliehen. Albinus ist sofort nach Spoleto geritten, wo sich Herzog Winniges mit einer fränkischen Truppeneinheit aufhielt. Der Herzog hat nicht gezögert, dem Papst Schutz zu gewähren. Und auf Bitte von Karl ist Leo jetzt auf dem Weg nach Paderborn, um sich mit dem König zu besprechen."
Adalhard lächelte bekümmert. „Es ist eine Tragödie und gleichzeitig dein Glück, Hathumar. Du wirst Zeuge der Begegnung von König und Papst werden, der beiden größten Männer der Welt. Eine bessere Inspiration für das Epos, das ich von dir erwarte, kannst du nicht bekommen."
Und eine schwerere Aufgabe auch nicht, dachte Hathumar.
An diesem Abend lag der Mönch lange wach. Am nächsten Tag würden sie Paderborn erreichen. Was würde ihn dort erwarten? Keine der üblichen Reichsversammlungen, soviel stand fest. Wenn er das sorgenvolle Gesicht des Abtes richtig interpretierte, war sich Adalhard durchaus nicht sicher, wie das Treffen von Papst und König ausgehen würde. Aus Rom kam ein von seinen Feinden gehetzter Kirchenvater, der auf einen Frankenkönig im Zenit seiner Macht stieß.
Neben seinen Königswürden trug Karl auch den Titel des Patricias Romanorum, des Beschützers des Kirchenstaates. Gleich nach seinem Amtsantritt hatte Leo III. ihm die Schlüssel zum Grab Petri und das Banner der Stadt Rom übersandt, womit er Karls königliche Oberherrschaft anerkannte. Was als symbolische Geste gedacht war, bekam durch die jüngsten Ereignisse eine andere Bedeutung.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Mord im Dom»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Mord im Dom» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Mord im Dom» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.