Jürgen Kehrer - Mord im Dom
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- Название:Mord im Dom
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Ein Raunen ging durch die Menschenmenge. Neununddreißig Gold-Solidi waren ein enorm hoher Betrag, er entsprach dem Wert eines Zugochsen oder eines einfachen Sklaven.
Ascarius bat um Ruhe. „Auf der anderen Seite haben wir eine Beleidigung, die wir mit fünfzehn Gold-Solidi ahnden. Somit muß der Angeklagte dem Ankläger vierundzwanzig Gold-Solidi zahlen."
Der Angeklagte verneigte sich stumm. Vierundzwanzig Gold-Solidi. Dafür würde er ein ganzes Jahr arbeiten müssen. Aber immer noch besser als hundert Peitschenhiebe, die er vielleicht nicht überleben würde.
Die zweite Klage, die vor Gericht verhandelt wurde, betraf die Entführung und Schändung einer Jungfrau. Die Familie des Mädchens verlangte eine Entschädigung, die Familie des jungen Mannes behauptete, daß das Mädchen willig gewesen sei.
In einem solchen Fall war der stefgang üblich. Graf Ascarius ließ zwei Stöcke hereinbringen. Die Familie der geschändeten Jungfrau versammelte sich hinter dem einen Stab, die Familie des Entführers hinter dem anderen. Anschließend forderte er die junge Frau auf, zum Richtertisch zu kommen, und erklärte ihr das Verfahren, obwohl es allen Beteiligten natürlich längst bekannt war.
Das Mädchen, das kaum älter als dreizehn Jahre war, mußte sich genau in die Mitte zwischen den beiden Stöcken stellen und sich dann für eine der beiden Seiten entscheiden. Entschied es sich für die eigene Familie, würde eine hohe Entschädigungszahlung fällig, entschied es sich für die Familie des Entführers, würde Hochzeit gefeiert. Der Bräutigam mußte dann nur die gebräuchliche munt, den Brautpreis, zahlen.
Das Mädchen war sich wohl bewußt, daß alle es anstarrten. Mit hochrotem Kopf und steifen Schultern stand es in der Mitte des Raumes, blickte hilfesuchend mal zur einen, mal zur anderen Seite. Alle Gespräche und das Gelächter im Saal verstummten.
„Nun?" fragte Graf Ascarius.
Erst langsam, dann immer schneller werdend ging das Mädchen auf die Familie des Entführers zu. Schließlich fiel es dem jungen Mann, dessen Gesicht ebenfalls vor Aufregung glühte, in die Arme.
Graf Ascarius atmete auf. Hochzeit war zweifellos die bessere Lösung. Sonst hätte es wahrscheinlich zwischen den beiden Familien, die als Nachbarn im Dorf lebten, über viele Jahre böses Blut gegeben.
Der dritte Fall war komplizierter als die beiden vorhergegangenen. Ein Freier namens Chrodegang beschuldigte einen Liten, der Robert hieß, einen seiner Schweinehirten getötet zu haben. Als Zeugen für den Mord traten der Sohn Chrodegangs und ein weiterer Sklave auf, die behaupteten, gehört und gesehen zu haben, wie sich Robert mit dem Schweinehirten gestritten und ihn erschlagen habe.
Robert bestritt jedoch energisch, Chrodegangs Sklaven etwas angetan zu haben. Als Beweis für seine Unschuld bot er an, sich einem Gottesurteil zu unterziehen.
Graf Ascarius forderte die beiden Zeugen auf, ihre Aussage unter Eid zu wiederholen. Ohne Zögern kamen sie seinem Verlangen nach.
Ascarius runzelte die Stirn. Er war beeindruckt von der Entschlossenheit, mit der Robert seine Unschuld beteuerte. In den Hunderten von Gerichtsverhandlungen, die er geleitet hatte, hatte er ein Gespür dafür entwickelt, wann ein Angeklagter log. Dieser Robert war entweder unschuldig oder ein ausgezeichneter Schauspieler.
Andererseits blieb Ascarius nach Lage der Dinge nichts anderes übrig, als Robert zu verurteilen, zwei Eide sprachen eine deutliche Sprache. Das Wergeid* für einen erwachsenen, ausgebildeten Sklaven betrug fünf und vierzig Gold-Solidi. Würde sich Robert weigern, das Wergeid zu zahlen, mußte er ihn mit hundertfünfzig Peitschenhieben bestrafen, eine Tortur, die auch einem kräftigen Mann das Leben kosten konnte. Zumindest würde er mehrere Monate das Krankenlager hüten müssen.
Hathumar, der unter den Zuschauern im Langhaus stand, bemerkte das Zögern Ascarius'. Auch er war beeindruckt von der Überzeugungskraft, mit der Robert für seine Sache eintrat.
Hinter ihm tuschelten einige Männer, mehrfach hörte Hathumar den Namen Chrodegang.
„Weißt du etwas über die Sache?" fragte der Mönch halblaut einen Bauern, der neben ihm unruhig von einem Fuß auf den anderen trat.
„Chrodegang hat den Schweinehirten oft geschlagen, einmal sogar schwer verletzt", wisperte der Mann zurück. „Und er hat einen Haß auf Robert, weil der seine Tochter nicht hergeben will."
„Bist du bereit, das vor Gericht zu sagen?"
„Oh nein!" Der Bauer zuckte erschrocken zurück. „Chrodegang ist ein mächtiger Herr. Wer sich gegen ihn stellt, wird seines Lebens nicht mehr glücklich."
Graf Ascarius beriet sich mit den scabini. Hathumar schaute sich suchend nach Adalhard um, aber der Abt war nirgendwo zu sehen. Was sollte er tun? Zusehen, wie ein Unschuldiger verurteilt wurde?
Mit klopfendem Herzen ging Hathumar zum Richtertisch.
Graf Ascarius schaute ihn erstaunt an. Sich in die Beratung des Gerichts einzumischen, war eine Unbotmäßigkeit, die seine Autorität in Frage stellte.
„Ich bitte um Verzeihung", sagte Hathumar leise. „Ich weiß, daß Robert unschuldig ist."
Adalhard hatte dem Grafen von dem schlauen und belesenen Mönch erzählt, den er mit auf die Reise genommen hatte. Und außerdem plagten Ascarius seine eigenen Zweifel.
„Was willst du?"
„Ich möchte den Zeugen einige Fragen stellen, wenn Ihr erlaubt."
Mehrere scabini starrten den frechen Mönch wütend an. Ascarius dachte nach. Das Verfahren war unüblich, aber es lag in seiner Macht als Königsbote, jedes Mittel einzusetzen.
„Bist du sicher?"
„Ja", antwortete Hathumar, obwohl ihm der Atem stockte.
Graf Ascarius bat die Zeugen, noch einmal nach vorne zu treten.
„Zuerst der Sklave", sagte Hathumar. „Der Sohn soll draußen warten."
Als Chrodegangs Sohn außer Hörweite war, wandte sich der Mönch an den Sklaven. „Warst du mit dem Sohn deines Herrn zusammen, als der Mord geschah?"
„Ja."
„Wie weit wart ihr vom Ort des Geschehens entfernt?"
Der Sklave schaute zu Chrodegang hinüber. Dieser schnappte empört nach Luft.
„Graf Ascarius!" keuchte Chrodegang. „Was soll diese Frage?"
„Antworte!" befahl Ascarius dem Sklaven.
„Etwa zweihundert Fuß", sagte der Sklave zögernd.
„Zu welcher Tageszeit geschah der Mord?" hakte Hathumar nach.
Der Sklave blickte zu Boden. „Kurz bevor die Sonne am höchsten stand."
„Und wie führte Robert die Tat aus?"
„Mit einem Stein", entschied er nach kurzem Überlegen. „Robert hat den Schweinehirten mit einem Stein erschlagen."
Ascarius begriff, worauf Hathumar hinauswollte. Er ließ Chrodegangs Sohn hereinbringen und stellte ihm dieselben Fragen, die der Mönch dem Sklaven gestellt hatte.
Der Sohn sagte aus, sie seien dreihundert Fuß vom Tatort entfernt gewesen, der Mord sei am späten Nachmittag geschehen, und Robert habe den Schweinehirten mit einem Knüppel erschlagen.
Im Saal wurde es laut.
„Ruhe!" befahl Ascarius.
Als die Zuschauer sich beruhigt hatten, verkündete der Graf das Urteil: „Die Befragung hat ergeben, daß der Lite Robert unschuldig ist. Wer auch immer den Schweinehirten getötet hat..."
„Chrodegang selbst hat ihn erschlagen", rief Robert.
„Falls Chrodegang seinen Sklaven getötet hat, ist er dafür nicht zu bestrafen, da der Mann sich in seinem Besitz befand", fuhr Ascarius fort. Mit erhobener Hand unterdrückte er das aufkommende Murren. „Statt dessen wird Chrodegang wegen Anstiftung zum Meineid verurteilt."
Für den Meineid seines Sklaven mußte Chrodegang fünf, für den Meineid seines Sohnes fünfzehn Gold-Solidi Strafe an die Kämmerei des Königs zahlen. Außerdem verhängte Ascarius über ihn den Königsbann, der ihm alle Rechte als freier Mann nahm.
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