Jürgen Kehrer - Mord im Dom
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- Название:Mord im Dom
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Hinter dem Trupp rumpelte ein Troßwagen, der Proviant für mehrere Wochen und weitere Waffen enthielt. Der Planwagen war mit Leder bespannt, so daß beim Durchqueren kleinerer Flüsse die Nahrungsmittel nicht feucht werden konnten.
Hathumar hielt Abstand zu den Bewaffneten, die in Aufbruchstimmung waren und sich lautstark und fröhlich unterhielten. Der Krieg war ihr Handwerk, fast jedes Jahr versammelten sie sich auf dem März- oder Maifeld* und folgten dem König in eine Schlacht. Manche von ihnen waren weit in Europa herumgekommen und nicht ohne Blessuren heimgekehrt. Und doch wäre ihnen nichts verhaßter gewesen, als ihr freies Leben mit dem der seßhaften Bauern zu vertauschen, die an ihrer Scholle klebten. Lieber würden sie im Sattel sterben. Auch wenn einige Ältere, die mehr als dreißig Winter erlebt hatten, bereits die Plagen des Alters spürten.
Odo, der Sohn des Grafen Ascarius, lenkte sein Pferd neben das von Hathumar. „Warum reitest du allein?"
Hathumar lächelte. „Ich glaube nicht, daß die Helden etwas über griechische Philosophie hören wollen. Und anderes kann ich nicht beitragen."
Odo lachte. „Stimmt, du bist ja ein Bücherwurm. Wie kann man nur sein Leben hinter dicken Mauern verbringen? Wo es doch da draußen so viel Aufregendes zu erleben gibt."
„Ich wüßte nicht, was schön daran sein soll, einem Gegner den Arm oder den Kopf abzuschlagen", erwiderte Hathumar. „Ganz abgesehen davon, daß der Gegner mit mir das Gleiche vorhat."
Odo war ein kräftiger, gut aussehender Bursche mit einem offenen, freundlichen Gesicht. Er hatte zusammen mit Hathumar die Klosterschule besucht, doch im Gegensatz zum Mönch bereitete ihm das Erlernen von Lesen und Schreiben erhebliche Mühe. Graf Ascarius, ein Mann von römischer Bildung, war darüber sehr enttäuscht gewesen, allerdings hatte er nach drei Jahren, in denen sich Odo mehr schlecht als recht durch die grundlegenden Lektionen quälte, ein Einsehen gehabt und ihn von der Schule genommen.
Viel lieber, als lateinische Buchstaben auf eine Schiefertafel zu malen, übte Odo mit dem Führer der gräflichen Garde den Schwertkampf und das Bogenschießen. Und schon von früher Kindheit an hatte ihn sein Vater mit auf die Jagd genommen. Eine Wildsau oder einen Auerochsen zu erlegen, das war mehr nach des Knaben Geschmack, als den Sinn eines vielbuchstabigen Wortes zu entziffern.
Um seine Zukunft machte sich der junge Graf keine Sorgen. Wenn er einst das Amt seines Vaters übernehmen würde, hätte er genügend Berater um sich, die die Korrespondenz für ihn erledigen und die Artikel der hex Salica, des fränkischen Rechts, kannten.
Graf Ascarius war ein missus dominicus, einer jener Königsboten, die direkt dem König unterstanden und in mehreren Grafschaften nach dem Rechten sahen. Vor allem bei Rechtsstreitigkeiten, die oft zu langanhaltenden Feindschaften und Blutrache in Dorfgemeinschaften führen konnten, war der Rat der Königsboten gefragt.
Odo schüttelte mitleidig den Kopf. „Ich brenne darauf, in den Krieg zu ziehen. Ich hoffe, es gibt noch ein paar aufständige Sachsen, wenn wir in Paderborn eintreffen. Die Jagd ist ein herrlicher Kitzel, aber was gibt es Größeres als den Kampf Mann gegen Mann?"
Wieder einmal ging Hathumar durch den Kopf, daß er wohl ähnlich denken würde, wenn er nicht entführt worden wäre.
Odo kicherte. „Und was ist mit den Freuden des Leibes? Hast du nie davon geträumt, mit einer Jungfrau ins Bett zu steigen?"
Hathumar zögerte. „Ich würde lügen, wenn ich es ableugnete. Ja, ich träume davon, öfter, als mir lieb ist."
„Und? Warum wirfst du die Kutte nicht ab?"
„Wenn das so einfach wäre, Odo." Der Mönch seufzte. „Die Befriedigung der Lust ist nur ein schales, schnell vergängliches Vergnügen."
„Besser ein schnelles Vergnügen als gar keins."
„Ich habe mein Leben Gott gewidmet", erinnerte ihn Hathumar. „Das bedeutet Entsagung im täglichen Leben. Ich behaupte nicht, daß ich von Anfechtungen frei bin. Und doch glaube ich begriffen zu haben, daß alles diesseitige Streben nach Reichtümern, Frauen und Streitlust uns nur von unserer Bestimmung ablenkt."
„Welche Bestimmung?"
„Ein gottgefälliges Leben zu führen, Jesus Christus zu folgen, um nach dem Tod Gott nahe zu sein."
„Nach dem Tod? Das dauert mir zu lange."
„Der Tod kann schneller kommen, als du denkst", mahnte Hathumar. „Im übrigen habe auch ich meine kleinen Freuden. Wenn ich ein neues, mir unbekanntes Buch aufschlage, schlägt mein Herz vor Glück."
„Ach ja?" sagte Odo herablassend. „Was kann an vollgekritzeltem Papier Spaß machen?"
Hathumar überhörte den Spott. „Ich lese die Gedanken von Männern, die vielleicht schon Hunderte von Jahren tot sind. Begreifst du nicht? Es ist der Geist, der überdauert. Ihr Leib ist schon längst vermodert, aber ihre Sätze sind so klar, ihre Hoffnungen, Ängste und hochschwingenden Theorien sind so lebendig, als ob sie neben mir stehen würden. Manchmal diskutiere ich mit ihnen, in Gedanken natürlich."
Das Gespräch begann Odo zu langweilen. Er richtete sich im Sattel auf und beschattete die Augen mit der Hand, um im gleißenden Sonnenlicht besser sehen zu können.
„Da ist ja das Dorf", rief er aufgeregt. „Sie veranstalten heute ein Thing. Und mein Vater wird dem Gericht vorsitzen."
Graf Ascarius, der für seine strenge Rechtsauslegung bekannt war, saß in der Mitte. Neben ihm hatten die scabini*, die Rechtsgelehrten, Platz genommen. Sie brauchten keine Bücher, weil sie alle Gesetze und Kapitularien* wortwörtlich aus dem Gedächtnis aufsagen konnten.
Auf der anderen Seite des Tisches standen dicht gedrängt die Einwohner des neustrischen Dorfes. Das Langhaus war prall gefüllt mit Menschen, die gespannt auf den Beginn der Gerichtsverhandlung warteten.
Im ersten Fall ging es um einen Streit zwischen zwei Männern. Nach einer Zecherei waren die beiden wegen einer Nichtigkeit aneinandergeraten. Der Ankläger gab zu, daß er seinen Widersacher „Arschlecker" genannt habe. Dieser sei sogleich über ihn hergefallen, habe ihm mehrere Faustschläge verpaßt und dann, als er schon betäubt auf dem Boden lag, den Mittelfinger abgeschnitten.
Der Ankläger, ein alter Mann mit verschmitztem Gesicht, hob die verunstaltete Hand. „Seht, edler Graf! Ich kann meine Arbeit nicht mehr so tun, wie ich es gewohnt bin. Als Müller brauche ich alle Finger."
Graf Ascarius nickte und forderte den Angeklagten auf, nach vorne zu treten. Der Angeklagte war jünger und kräftiger als der Ankläger. Da es genügend Zeugen für die Rauferei gab, machte er keinen Versuch, die Tat zu leugnen.
„Die Beleidigung hat mich rasend gemacht", sagte er reumütig. „Ich war außer mir vor Wut."
„Warum hast du ihm den Finger abgeschnitten?" fragte Ascarius.
„Ich weiß es nicht", gestand der Angeklagte. „Der Wein hat mir die Sinne geraubt."
„Seid ihr bereit, in Zukunft Frieden zu halten?" wandte sich der Graf an beide Männer.
„Wenn ich eine ausreichende Entschädigung für meinen Finger bekomme, werde ich ihm nichts nachtragen", sagte der Alte listig.
„Und du, bist du willig zu zahlen?" fragte Ascarius den Angeklagten.
„Ich werde meine Strafe auf mich nehmen", sagte der Jüngere, wobei er dem Alten einen wütenden Blick zuwarf. Er wußte, daß ihm keine andere Wahl blieb, als zu zahlen. Andernfalls würde er ausgepeitscht oder gefoltert werden.
Graf Ascarius beugte sich zu dem Rechtsgelehrten auf seiner rechten Seite. Dieser hatte bereits eifrig gerechnet, und der Graf beratschlagte jetzt leise mit ihm über die Höhe der Strafe.
Dann verkündete Ascarius das Urteil: „Drei Fausthiebe werden mit neun Gold-Solidi bestraft. Für das Abschneiden des Fingers wird eine Strafe von dreißig Gold-Solidi verhängt."
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