Andersen, Christian - Märchen

Здесь есть возможность читать онлайн «Andersen, Christian - Märchen» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: Старинная литература, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Märchen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Märchen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Märchen — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Märchen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

»Wissen Sie, wer in dem gegenüberliegenden Hause wohnte?« sagte der Schatten, »es war das Schönste von allem, es war die Poesie! Ich war dort drei Wochen, und das ist ebenso wirksam, als ob man dreitausend Jahre lebte, und alles lesen würde, was gedichtet und geschrieben ist, das behaupte ich, und das ist richtig. Ich habe alles gesehen, und ich weiß alles!«

»Die Poesie!« rief der gelehrte Mann, »ja, – sie ist oft Einsiedlerin in den großen Städten! Die Poesie! Ja, ich habe sie einen einzigen, kurzen Augenblick gesehen, aber ich hatte die Augen voll Schlaf! Sie stand auf dem Altan und leuchtete, wie das Nordlicht leuchtet. Erzähle, erzähle! Du warst auf dem Altan, Du gingst zur Thür hinein und dann – –!«

»Dann befand ich mich im Vorzimmer!« sagte der Schatten. »Sie saßen stets und sahen nach dem Vorgemach hinüber. Da war gar kein Licht, dort herrschte eine Art Dämmerung, aber in einer langen Reihe von Zimmern und Sälen standen die einander gegenüberliegenden Thüren offen; da war es erhellt, ich wäre vom Licht völlig erschlagen worden, wenn ich ganz bis zur Jungfrau hineingekommen wäre; aber ich war besonnen, ich nahm mir Zeit, und das muß man thun!«

»Und was erblicktest Du dann?« fragte der gelehrte Mann.

»Ich sah alles, und ich werde es Ihnen erzählen, aber – es ist durchaus kein Stolz von meiner Seite – als freier Mann und bei den Kenntnissen, die ich besitze, meine gute Stellung und meine ausgezeichneten Vermögensverhältnisse nicht zu erwähnen, so wünschte ich wohl, daß Sie mich Sie nennen möchten!«

»Ich bitte um Verzeihung,« sagte der gelehrte Mann, »es ist eine alte, eingewurzelte Gewohnheit! – Sie haben vollkommen recht und ich werde daran denken; aber nun erzählen Sie mir alles, was Sie gesehen haben.«

»Alles,« sagte der Schatten, »denn ich sah alles, und weiß alles!«

»Wie sah es in den innersten Sälen aus?« fragte der gelehrte Mann. »War es dort wie in dem frischen Walde? War es dort wie in einer Kirche? Waren die Säle wie der sternenhelle Himmel, wenn man auf den hohen Bergen steht?«

»Alles war da!« sagte der Schatten. »Ich ging ja nicht ganz hinein, ich blieb im vordersten Zimmer in der Dämmerung, aber da stand ich sehr gut, ich sah alles, und ich weiß alles! Ich bin am Hofe der Poesie im Vorgemach gewesen.«

»Aber was sahen Sie? Gingen durch die großen Säle alle Götter der Vorzeit? Kämpften dort die alten Helden? Spielten dort liebliche Kinder und erzählten ihre Träume?«

»Ich sage Ihnen, daß ich dort war, und Sie begreifen wohl, daß ich alles sah, was dort zu sehen war! Wären Sie hinübergekommen, so wären Sie nicht Mensch geblieben, aber das wurde ich, und zugleich lernte ich meine innerste Natur, mein Angeborenes, die Verwandtschaft, die ich mit der Poesie hatte, kennen. Ja, damals, als ich bei Ihnen war, dachte ich nicht darüber nach, aber immer, das wissen Sie, wenn die Sonne auf- und unterging, wurde ich so wunderbar groß, im Mondschein war ich fast noch deutlicher, als Sie selbst. Ich verstand damals meine Natur nicht, im Vorgemach der Poesie wurde es mir klar. – Ich wurde Mensch! – Reif ging ich daraus hervor, aber Sie waren nicht mehr in den warmen Länderr; ich schämte mich, als Mensch zu gehen, wie ich ging, ich bedurfte der Stiefel, der Kleider, dieses ganzen Menschenfirnisses, welches den Menschen kenntlich macht. – Ich suchte Schutz, ja, Ihnen sage ich es, Sie setzen es ja in kein Buch, ich suchte Schutz im Rock der Kuchenfrau, darunter versteckte ich mich. Die Frau dachte gar nicht daran, wieviel sie verberge; erst am Abend ging ich aus, ich lief im Mondschein auf der Straße herum, ich streckte mich lang gegen die Mauer, das kitzelte so schön den Rücken, ich lief hinauf und hinab, schaute durch die höchsten Fenster in die Säle und aufs Dach, ich sah hin, wohin niemand sehen konnte, und ich erblickte, was kein anderer sah, was niemand sehen sollte. Es ist im Grunde eine böse Welt! Ich möchte nicht Mensch sein, wenn es nicht einmal angenommen wäre, daß es etwas bedeute, es zu sein! Ich sah das Allerunglaublichste bei den Frauen, bei den Männern, bei den Eltern und bei den unvergleichlich lieben Kindern; – ich sah,« sagte der Schatten, »was kein Mensch wissen sollte, was sie aber alle so gern wissen möchten, das Böse bei den Nachbarn. – Hätte ich eine Zeitung geschrieben, die wäre gelesen worden! Aber ich schrieb gerade an die Personen selbst, und es entstand Schrecken in allen Städten, in die ich kam. Sie wurden bange für mich, und sie hatten mich außerordentlich lieb. Die Lehrer machten mich zum Lehrer, die Schneider gaben mir neue Kleider, ich bin gut versorgt; der Münzmeister schlug Münzen für mich, und die Frauen sagten, ich sei schön! – So wurde ich der Mann der ich bin, und nun sage ich Ihnen Lebewohl; hier ist meine Karte, ich wohne auf der Sonnenseite und bin bei Regenwetter immer zu Hause!« Damit ging der Schatten.

»Das war doch merkwürdig!« sagte der gelehrte Mann.

Es verstrichen Jahr und Tag, dann kam der Schatten wieder.

»Wie geht es?« fragte er.

»Ach!« sagte der gelehrte Mann, »ich schreibe über das Wahre, und das Gute, und das Schöne, aber niemand mag dergleichen hören, ich bin ganz verzweifelt, denn ich nehme mir das so zu Herzen!«

»Das thue ich nicht,« sagte der Schatten, »ich werde fett, und das muß man zu werden trachten! Ja, Sie verstehen sich nicht auf die Welt. Sie werden krank dabei. Sie müssen reisen! Ich mache im Sommer eine Reise, wollen Sie mitkommen? Ich möchte wohl einen Reisekameraden haben, wollen Sie als Schatten mitreisen? Es wird mir sehr viel Vergnügen machen, Sie mitzunehmen, ich bezahle die Reise!«

»Das geht zu weit!« sagte der gelehrte Mann.

»Das ist gerade, wie man es nimmt!« sagte der Schatten. »Eine Reise wird Ihnen außerordentlich wohl thun! Wollen Sie mein Schatten sein, so sollen Sie auf der Reise alles frei haben!«

»Das ist zu toll!« sagte der gelehrte Mann.

»Aber die Welt ist nun so,« sagte der Schatten, »und so bleibt sie auch!« und dann ging der Schatten.

Dem gelehrten Mann ging es gar nicht gut, Sorgen und Plagen verfolgten ihn; und was er über das Wahre, und das Gute und das Schöne sagte, das war für die meisten gerade wie die Rosen für eine Kuh! – Er ward zuletzt krank.

»Sie sehen wirklich wie ein Schatten aus!« sagten die Leute zu ihm, und es schauderte den gelehrten Mann, wenn er darüber nachdachte.

»Sie müssen in ein Bad reisen,« sagte der Schatten, der ihn zu besuchen kam, »da hilft nichts weiter! Ich will Sie aus alter Bekanntschaft mitnehmen, ich bezahle die Reise, und Sie machen die Beschreibung und belustigen mich ein wenig unterwegs! Ich will nach einem Bade, mein Bart wächst nicht hervor, wie er sollte, das ist auch eine Krankheit, und einen Bart muß man haben! Seien Sie nun vernüftig, und nehmen Sie mein Anerbieten an, wir reisen ja wie Kameraden!«

Und dann reisten sie, der Schatten war Herr, und der Herr war Schatten. Sie fuhren mit einander, sie ritten und gingen zusammen, Seite an Seite, vor und hintereinander, je nachdem die Sonne stand. Der Schatten wußte sich immer auf dem Herrenplatz zu halten, und das fiel dem gelehrten Manne nicht weiter auf; er war sehr gutmütig und sehr sanft und freundlich, und da sagte er eines Tages zum Schatten: »Da wir nun so Reisekameraden geworden, wie wir jetzt sind, und wir zugleich von der Kindheit an zusammen aufgewachsen sind, wollen wir da nicht Brüderschaft trinken? Das ist doch weit traulicher!«

»Sie sagen da etwas,« sagte der Schatten, welcher ja nun der eigentliche Herr war, »das ist recht gerade heraus und wohlgemeint gesprochen. Sie, als gelehrter Mann, wissen sicher, wie sonderbar die Natur ist. Manche Menschen können es nicht ertragen, graues Papier anzufassen, dann wird ihnen unwohl; andern geht es durch alle Glieder, wenn man mit einem Nagel gegen eine Glasscheibe reibt; ich habe ein eben solches Gefühl, wenn ich höre, daß Sie Du zu mir sagen, ich fühle mich gleichsam zu Boden gedrückt, wie in meiner ersten Stellung bei Ihnen. Sie sehen, es ist ein Gefühl, es ist nicht Stolz; ich kann Sie nicht Du zu mir sagen lassen, aber ich werde gern Du zu Ihnen sagen, dann ist die Hälfte Ihres Wunsches erfüllt!«

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Märchen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Märchen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Märchen»

Обсуждение, отзывы о книге «Märchen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x