Andersen, Christian - Märchen

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Einmal nachts erwachte der Fremde, er schlief bei offener Altanthür, der Vorhang vor derselben wurde durch den Wind gelüftet, und es war ihm, als ob ein wunderbarer Glanz vom gegenüberliegenden Altan käme, alle Blumen leuchteten wie Flammen in den herrlichsten Farben, und mitten unter den Blumen stand eine schlanke, liebliche Jungfrau, es war, als ob sie auch leuchtete. Es blendete ihm förmlich die Augen, er riß sie aber auch gewaltig weit auf und kam eben aus dem Schlaf. Mit einem Sprung stand er auf dem Fußboden, ganz leise schlich er hinter den Vorhang, aber die Jungfrau war fort, der Glanz war fort; die Blumen leuchteten gar nicht, sondern standen sehr gut, wie immer, die Thür war angelehnt und tief aus dem Innern erklang Musik, so lieblich und schön, daß man wirklich in süße Gedanken dadurch versenkt werden konnte. Es war doch wie ein Zauber, und wer wohnte da? Wo war der eigentliche Eingang? Im ganzen Erdgeschoß war Laden an Laden, und da konnten die Leute doch nicht immer hindurchlaufen.

Eines Abends saß der Fremde draußen auf seinem Altan, im Zimmer hinter ihm brannte Licht, und deshalb war es ganz natürlich, daß sein Schatten auf die gegenüberliegende Wand fiel, ja, da saß er gerade drüben zwischen den Blumen auf dem Altan; und wenn der Fremde sich bewegte, so bewegte sich der Schatten auch, denn das thut er. –

»Ich glaube, mein Schatten ist das einzige Lebendige, was man da drüben erblickt!« sagte der gelehrte Mann. »Sieh, wie hübsch er zwischen den Blumen sitzt, die Thür ist halb angelehnt, und nun sollte der Schatten so pfiffig sein und hineingehen, und dann zurückkehren und mir erzählen, was er dort erblickt hat! Ja, Du solltest Dich nützlich machen!« sagte er im Scherz. »Gehe gefälligst hinein! Nun, wirst Du gehen?« und dann nickte er dem Schatten zu, und der Schatten nickte wieder. »Nun so gehe, aber bleibe nicht ganz fort!« Der Fremde erhob sich, und sein Schatten auf dem gegenüberliegenden Altan erhob sich auch, der Fremde kehrte sich um, und der Schatten kehrte sich auch um, ja, wenn jemand genau darauf geachtet hätte, so würde er deutlich haben sehen können, daß der Schatten in die halb offene Altanthür des gegenüberliegenden Hauses hineinging, gerade wie der Fremde in sein Zimmer hineintrat und den langen Vorhang hinter sich fallen ließ.

Am folgenden Morgen ging der gelehrte Mann aus, um Kaffee zu trinken und Zeitungen zu lesen. »Was ist das?« sagte er, als er in den Sonnenschein kam, »ich habe ja keinen Schatten! Also ist er wirklich gestern Abend fortgegangen und nicht zurückgekehrt; das ist doch recht unangenehm!«

Und es ärgerte ihn, doch nicht so sehr, daß der Schatten fort war, sondern weil er wußte, daß es eine Geschichte giebt von einem Manne ohne Schatten, diese kannten ja alle Leute daheim in den kalten Ländern, und käme nun der gelehrte Mann dorthin und erzählte die seine, so würde man sagen, daß er nur nachzuahmen suche und das brauchte er nicht. Deshalb wollte er gar nicht davon sprechen, und das war vernünftig gedacht.

Am Abend ging er wieder auf seinen Altan hinaus, das Licht hatte er ganz richtig hinter sich gestellt, denn er wußte, daß der Schatten immer seinen Herrn zum Schirm haben will, aber er konnte ihn nicht hervorlocken. Er machte sich klein, er machte sich groß, aber es kam kein Schatten wieder. Er sagte: »Hm! hm!« aber es half nichts.

Ärgerlich war es, aber in den warmen Ländern wächst alles geschwind, und nach Verlauf von acht Tagen bemerkte er zu seinem großen Vergnügen, daß ihm ein neuer Schatten von den Beinen aus wuchs, sobald er in den Sonnenschein kam; die Wurzel mußte sitzen geblieben sein. Nach drei Wochen hatte er einen ganz leidlichen Schatten, der, als er sich heim nach den nördlichen Ländern begab, auf der Reise mehr und mehr wuchs, sodaß er zuletzt so lang und so groß war, daß es an der Hälfte genug gewesen wäre.

So kam der gelehrte Mann nach Hause, und er schrieb Bücher über das, was wahr ist in der Welt, und über das, was gut und was schön ist, und so verstrichen Tage und Jahre; es vergingen viele Jahre.

Da sitzt er eines Abends in seinem Zimmer und da klopft es ganz sacht an die Thür.

»Herein!« sagt er, aber es kommt niemand, da öffnet er die Thür, und da stand ein außerordentlich magerer Mensch vor ihm, sodaß es ihm ganz sonderbar wurde. Übrigens war der Mensch sehr fein gekleidet, es mußte ein vornehmer Mann sein.

»Mit wem habe ich die Ehre zu sprechen?« fragte der Gelehrte.

»Ja, das dachte ich wohl,« sagte der feine Mann, »daß Sie mich nicht erkennen würden! Ich bin so viel Körper geworden, ich habe ordentlich Fleisch und Kleider bekommen! Sie haben wohl nie daran gedacht, mich in solchem Wohlstand zu erblicken. Kennen Sie ihren alten Schatten nicht? Ja, Sie haben sicher nicht geglaubt, daß ich je wiederkommen würde. Mir ist es außerordentlich wohl ergangen, seitdem ich das letzte Mal bei Ihnen war, ich bin in jeder Hinsicht sehr vermögend geworden. Wenn ich mich vom Dienst freikaufen will, so kann ich es!« Dabei klapperte er mit einem ganzen Bund kostbarer Petschafte, die an der Uhr hingen, und er steckte seine Hand in die dicke, goldene Kette, die er um den Hals trug; wie blitzten alle Finger von Diamantringen! Und das war alles echt.

»Nein, ich kann mich gar nicht erholen!« sagte der gelehrte Mann, »was bedeutet dieses alles?«

»Ja, es ist nichts Gewöhnliches!« sagte der Schatten, »aber Sie gehören ja selbst nicht zu den Gewöhnlichen, und ich, das wissen Sie wohl, bin von Kindesbeinen an in Ihre Fußtapfen getreten. Sobald Sie fanden, daß ich reif war, um allein in die Welt hinauszugehen, ging ich meinen eigenen Weg. Ich befinde mich in der besten Lage, aber es befiel mich eine Art von Sehnsucht, Sie einmal zu sehen, bevor Sie sterben, Sie müssen ja sterben! Auch wollte ich diese Länder gern wiedersehen, denn man liebt das Vaterland doch immer! – Ich weiß, Sie haben einen andern Schatten wieder erhalten, habe ich demselben oder Ihnen etwas zu bezahlen? Haben Sie nur die Güte, es zu sagen.«

»Nein, bist Du es wirklich?« sagte der gelehrte Mann, »das ist doch höchst merkwürdig! Nie hätte ich geglaubt, daß ein alter Schatten als Mensch wiederkommen könne!«

»Sagen Sie mir, was ich zu bezahlen habe!« sagte der Schatten, »denn ich will nicht gern jemandes Schuldner sein.«

»Wie kannst Du so sprechen!« sagte der gelehrte Mann, »von Schuld kann hier nicht die Rede sein! Sei so frei wie irgend einer! Ich freue mich außerordentlich über Dein Glück! Setze Dich, alter Freund, und erzähle mir nur, wie sich alles zugetragen, und was Du dort in den warmen Ländern in dem gegenüberliegenden Hause erblickt hast!«

»Ja, das werde ich Ihnen erzählen,« sagte der Schatten, und setzte sich nieder, »aber dann müssen Sie mir auch versprechen, daß Sie nie jemand hier in der Stadt, wo Sie mich auch treffen mögen, sagen, daß ich Ihr Schatten gewesen bin! Ich beabsichtige mich zu verloben; ich kann mehr als eine Familie ernähren!« –

»Sei ganz ruhig,« sagte der gelehrte Mann, »ich werde niemand sagen, wer Du eigentlich bist! Hier ist meine Hand! Ich verspreche es, und ein Mann, ein Wort!«

»Ein Wort, ein Schatten!« sagte der Schatten, denn so mußte er sprechen.

Es war übrigens wirklich merkwürdig, wie sehr er Mensch war. Er war ganz schwarz gekleidet und in das allerfeinste schwarze Tuch, hatte glänzende Stiefel und einen Hut, den man zusammendrücken konnte, sodaß er nichts als Deckel und Krempe war, nicht zu gedenken, was wir schon wissen, der Petschafte, der goldenen Halskette und der Diamantringe; ja, der Schatten war außerordentlich gut gekleidet, und das war es gerade, was ihn zu einem ganzen Menschen machte.

»Nun werde ich erzählen!« sagte der Schatten, und dann setzte er seine Beine mit den Stiefeln, so fest er konnte, auf den Arm des neuen Schattens des gelehrten Mannes nieder, der wie ein Pudel zu seinen Füßen lag, und das geschah nun entweder aus Hochmut, oder vielleicht, daß derselbe daran hängen bleiben sollte. Aber der liegende Schatten verhielt sich ganz still und ruhig, um recht zuzuhören, er wollte wohl auch wissen, wie man so loskommen und sich zu seinem eigenen Herrn aufdienen könne.

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