Frei, Max - Der Fremdling

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Der Fremdling: краткое содержание, описание и аннотация

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Die kleine, gefährliche Lady sah ein wenig verlegen in unsere aufmerksamen Gesichter.

»Verzeihung. Ich hab wohl etwas übertrieben und schweige schon wieder, meine Herrschaften.«

»Macht doch nichts«, antwortete Sir Juffin väterlich. »Nutzen Sie lieber die Abwesenheit von Melifaro. Was meinen Sie, wann er so eine flammende Rede unterbrochen hätte?«

»Beim zweiten Wort«, kicherte Melamori. »Aber wenn ich mit ihm allein bin, kennt seine Ritterlichkeit keine Grenzen! Dann lässt er mich sogar fünf, sechs Worte sagen. Können Sie sich das vorstellen?«

»Nein. In seiner Anwesenheit passiert mir das nie, obwohl ich der Ehrwürdige Leiter bin. Moment mal, Sir Schürf, wie haben Sie Melifaro eigentlich überlistet?«

»Ganz einfach. Ich hab unseren Buriwuch Kurusch gebeten, die Anleitung zu wiederholen, die auch Melifaro bei Dienstantritt bekommen hat. Dort heißt es eindeutig ...«, begann Sir Lonely-Lokley gelassen.

»Schon klar«, sagte Juffin lachend. »Das brauchen Sie nicht weiterzuerzählen. Da ist er ja an den Richtigen geraten!«

Ich folgerte daraus, dass die Harmonie des Kleinen Geheimen Suchtrupps auf dem alten dialektischen Prinzip beruhte, wonach Einigkeit und Streit einander ablösen. Der temperamentvolle Melifaro und der kaltblütige Lonely-Lokley, der unberechenbare Juffin und die kleine, bedrohliche Lady Melamori, überlegte ich gedankenverloren. Wessen Eigenschaften sollte ich wohl ausgleichen? Vermutlich die von allen, wie es sich für ein Wesen aus einer anderen Welt wahrscheinlich gehörte.

Dann konzentrierten sich alle auf die mir geschenkte Flasche.

»Darf ich Sie bitten, Sir Kofa, diesen seltenen Genuss unter uns zu verteilen?« Ich hielt den bejahrten Gentleman für genau den Richtigen, mich in schwieriger Lage an ihn zu wenden.

Mit meiner Großzügigkeit eroberte ich die Herzen aller. Später erzählte mir Juffin, sie wären völlig einverstanden gewesen, wenn ich das Geschenk mit nach Hause genommen hätte. In Echo verzeiht man jede Schwäche für gastronomische Raritäten. Deshalb war meine Großzügigkeit für die hiesigen Feinschmecker eine angenehme Überraschung.

Während der Verkostung versetzte Lonely-Lokley mich erneut in Erstaunen. Aus den schneeweißen Falten seines Lochimantels zog er eine alte, dunkle Holztasse und stellte sie vor Sir Kofa. Das allein fand ich nicht merkwürdig. Ich konnte mir durchaus vorstellen, dass Sir Schürf das vertraute Holzgefäß überallhin mitnahm, besonders zu speziellen Anlässen. Ich merkte nur, dass die Tasse so gut wie keinen Boden hatte. Sir Kofa reagierte darauf nicht im Mindesten und füllte den löcherigen Gral mit dem raren Getränk. Und nicht ein Tropfen ging verloren! Juffin merkte, dass ich dringend wieder eine kurze historische Belehrung brauchte.

»Staune nicht, Max. Sir Schürf ist seinerzeit Mitglied des Ordens der Löchrigen Tasse gewesen und hat als Fischexperte Aquarien beobachtet. Diese Aquarien hatten nicht weniger Löcher als seine Tasse hier. Die Mitglieder des Ordens haben nur Fische aus den eigenen Aquarien gegessen und dazu aus löchrigen Krügen getrunken, stimmt's, mein Freund?«

Lonely-Lokley nickte gewichtig mit dem Kopf und nippte an seinem Getränk.

»Bis zum Beginn der Traurigen Zeit«, fuhr Juffin fort, »hatte der Orden der Löchrigen Tasse mit dem Orden des Siebenzackigen Blattes, dem Wohlwollenden und dem Einzigartigen Orden gute Beziehungen.« Freundschaftlich und ehrerbietig nickte Juffin Lady Melamori zu. »Dennoch hat er sich nicht an wichtige Vereinbarungen gehalten. Wie seine Kollegen darf Sir Schürf das alte Zeremoniell seines Ordens ausüben, darf also auch aus seiner löchrigen Tasse trinken. Zwar setzt er dabei verbotene Magie ein, ist aber verpflichtet, ihre gefährlichen Folgen zu neutralisieren, und tut das auch sofort. Aus dem Zeremoniell zieht er immer aufs Neue eine ordentliche Portion Kraft. Hab ich was vergessen, Sir Lonely-Lokley?«

»Sie haben die Gründe und Folgen meines Handelns kurz, aber kompakt erklärt«, bemerkte Lonely-Lokley nickend. Seine Tasse hielt er in beiden Händen, und auf seinen starren Zügen lag ein Abglanz konzentrierter Wonne.

Nachdem Sir Juffin auf mein Drängen hin ein Tablett mit verschiedenen Speisen und einer Portion von Lady Melamoris Wein zu Sir Melifaro geschickt hatte, war ich sicher, die Herzen all meiner Kollegen erobert zu haben.

An diesem Abend lächelte ich oft und bemühte mich, die Klippen meiner ausgedachten Herkunft zu umschiffen, an denen mich die Fragen des interessierten, aber leichtgläubigen Sir Lukfi beinahe hätten scheitern lassen. Ich kokettierte mit Lady Melamori, lauschte Sir Kofa, sprach den Namen von Sir Lonely-Lokley stets fehlerfrei aus und brachte Sir Juffin zum Lachen. Ich war selbst über mich erstaunt: Nie zuvor hatte Max es geschafft, die Seele einer so großen Gesellschaft zu sein.

Als die Zahl der leeren Teller das Fassungsvermögen der Geschirrspülmaschine überschritt, entschieden wir uns zum Aufbruch. Sir Kofa Joch erbot sich großzügig, nach Melifaro die Schicht zu übernehmen. Sir Juffin Halli gab allen nicht weniger großzügig einen Sorgenfreien Tag. Zusätzlich lud er uns für den folgenden Abend ins Fressfass ein. So gesehen hatte Melifaro eigentlich kaum etwas verpasst.

Also musste das Haus an der Brücke eine letzte Nacht ohne mich auskommen. Diese Zeit wollte ich für den Umzug in mein neues Domizil nutzen, ehe ich am Tag darauf offiziell meinen Dienst würde antreten und binnen weniger Stunden würde begreifen müssen, was man von mir verlangte. Inzwischen zweifelte ich daran, dass mir das gelingen würde.

Lady Melamori stieg in ein Familien-A-Mobil. Die zierliche Verfolgungsmeisterin lächelte zum Abschied geheimnisvoll und sagte mir leise, Max sei ein sonderbarer Name, klinge aber trotz seiner Kürze gut. Dann fuhr sie mit wahrhaft königlichem Pomp nach Hause, begleitet von zwei Musikern, die das Radio im Wagen ersetzen sollten, während Lukfi und Lonely-Lokley mit einem Dienst-A-Mobil davonknatterten.

Uns hingegen holte der alte Kimpa ab, der Haushofmeister von Sir Juffin. Mein Chef benutzte immer den eigenen Wagen, weil er sich, wie er sagte, im Dienst-A- Mobil so unangenehm im Dienst fühlte. Im eigenen Fahrzeug dagegen sei es fast schon wie zu Hause, und man müsse ein Dummkopf sein, um die Möglichkeit nicht zu nutzen, sich eine Stunde früher daheim zu fühlen. Das erschien mir logisch.

Auf dem Heimweg schwiegen wir reichlich. Wenn man weiß, worüber man mit seinem Begleiter reden könnte, ist das ein Zeichen gegenseitiger Sympathie. Zusammen schweigen zu können, ist der Anfang der Freundschaft.

»Bleib noch auf eine Tasse Kamra«, sagte Juffin auf der Türschwelle, und das war keine Bitte, sondern ein Befehl. Der kleine Chuf grüßte uns beim Reinkommen und wedelte vorsichtig mit dem Schwanz. »Max ist da und geht gleich wieder. Weit, weit«, erreichten mich seine kurzen, betrübten Gedanken.

»Es ist doch noch nicht so weit, Chuf!«, tröstete ich ihn. »Ich würde dich gern mitnehmen, aber du willst dich bestimmt nicht von deinem Herrchen trennen. Außerdem kann ich - anders als Kimpa - nicht kochen. Und du bist hier der Feinschmecker. Ich komme dich aber oft besuchen. Einverstanden?«

Mein flaumiger Freund seufzte und leckte sich das Maul. »Zum Mittagessen besuchen!«, reagierte er vorsichtig begeistert.

Sir Juffin war zufrieden. »Dann habt ihr ja alles besprochen. Gut so, Chuf. Gesunder Pragmatismus! Keine Sentimentalitäten!«

Im Wohnzimmer nahmen wir in bequemen Sesseln Platz. Ergeben legte sich Chuf auf meine Füße. Er hatte offenbar beschlossen, mitunter von Juffins Füßen zu weichen. Kimpa brachte Kamra und Gebäck. Mit Genuss zündete ich meine letzte irdische Zigarette an. Jetzt begann mein neues Leben: Würde ich auf Pfeife umsteigen oder mit dem Rauchen aufhören? Beide Möglichkeiten waren nicht sehr verlockend, aber eine dritte gab es nicht.

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