Gemma Malley - Das letzte Zeichen
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»Ich höre, dass du wieder schlecht geträumt hast.«
Evies Augen weiteten sich. »Ich hatte wieder diesen Traum, das stimmt«, sagte sie mit bebender Stimme und warf einen Blick auf ihre Mutter und ihren Vater. »Aber ich wollte das nicht. Ich habe mich dagegen gewehrt. Ich habe die Betrachtungen des Großen Anführers gelesen. Ich …«
»Du hast von einem Mann geträumt, der sich um dich kümmert?«, unterbrach der Bruder sie. »Von einem Mann, von dem du glaubst, dass er dich beschützt?«
Sie nickte eifrig. »Aber ich weiß, dass er für das Böse steht. Ich werde gegen ihn ankämpfen, Bruder. Ich werde …«
Der Bruder lehnte sich mit gerunzelter Stirn zurück. Seine glühenden Wangen glänzten nun von Schweiß, der sich auch in Tropfen unter seiner Nase sammelte. »Ja also. Das ist interessant«, bemerkte er nachdenklich, ohne Evie aus den Augen zu lassen. Dann beugte er sich vor. »Das Gehirn ist nämlich ein gefährliches Ding. Du weißt doch, dass es dich in die Finsternis führt, wenn du es zulässt? Wie beim Reiten muss man die Zügel straff halten und ganz bei der Sache bleiben, wenn man das Ziel nicht aus den Augen verlieren will.«
Evie nickte wieder. Sie wusste das. Sie wusste das alles. Beim letzten Besuch hatte der Bruder sie angebrüllt, das Böse in ihr erzeuge diese Träume, und wenn sie die Lügen nicht aus ihrem Kopf bekäme, dann würde sie vom System bestraft werden. Sie hatte geweint vor Verzweiflung, ihn angefleht und versprochen, dass sie nicht mehr träumen würde, dass sie ab jetzt stark sein und ihn nicht enttäuschen würde. Sie rang die Hände, die ganz glitschig geworden waren vor Schweiß. War das der Tag der Wahrheit, vor dem sie sich schon so lange fürchtete?
»Und das Unterbewusstsein ist das Allerschlimmste«, fuhr der Bruder fort. »Dort wohnt Finsternis, dort suchen sich Begierde, Habgier und Neid einen Raum, ohne dass der Verstand sie kontrollieren kann. Wir sind rein im Geist, aber die Neutaufe schützt uns nicht für immer. Unser Gehirn ist von Natur aus anfällig für das Böse; nach der Neutaufe jedoch liegt es an uns, gut zu bleiben.«
»Ja, Bruder, das weiß ich«, stieß Evie verzweifelt hervor und wünschte sich, sie wäre jemand anders, ein guter Mensch, der nicht von schrecklichen Gedanken und Träumen heimgesucht wurde.
»Ja«, antwortete der Bruder. »Ja, du weißt das. Aber ich habe mich mit meinen Bruderkollegen besprochen. Ich habe viel über dich nachgedacht, Evie. Und bin zu einem Schluss gekommen.«
Evie schloss die Augen. Ein Schluss. Ein Ende. Er nahm sie mit.
Sie holte tief Luft. Sie war bereit. Ihr ganzes Leben lang war sie immer bereit gewesen. Es war besser so. Die Wahrheit kam endlich ans Licht, und jeder konnte sie nun hassen, so wie sie sich selbst hasste. Das Böse hatte den Weg in ihr Gehirn gefunden. Deshalb tat sie Böses. Deshalb hatte sie böse Gedanken. Sie schlug die Augen auf. »Ja, Bruder?«
Das Lächeln erschien wieder auf seinem Gesicht. »Ich glaube, ich verstehe jetzt. Und mir ist klar, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt. Der Mann in deinen Träumen ist nichts anderes als die Stadt.«
Evie starrte ihn unsicher an. Sie verstand nicht.
»Die Stadt.« Evies Mutter nickte bestimmt. »Siehst du, Evie? Es gibt letztlich doch keinen Grund zur Sorge. Oder, Bruder?«
Der Bruder ließ ein Lächeln aufblitzen. »Nein, Delphine. Du brauchst dir keine Sorgen mehr zu machen.« Er wandte sich wieder an Evie und lächelte nun übers ganze Gesicht. »Der Mann in deinem Traum ist nicht der Teufel. Deshalb konntest du ihn auch nicht vertreiben. Der Mann in deinem Traum steht für die Stadt, die dich trägt und unterstützt auf deinem Weg zur Tugend, die dich vor dem Bösen errettet. Für diese großartige Stadt, die sich um uns alle kümmert, die nur das Beste will für uns – dafür steht dieser Mann. Das ist die Geborgenheit, die du fühlst. Und deshalb kehrst du immer wieder zu diesem Traum zurück. Du bist nicht böse, Evie. Letztlich bist du doch nicht böse.«
»Aber …« Evies Verstand raste. Das ergab alles keinen Sinn. Sie starrte ihren Vater an. Auch der lächelte.
»Die Stadt«, meinte er, warf dem Bruder einen Seitenblick zu und lächelte sie wieder an. »Geht es dir da nicht gleich viel besser? Kein Grund zur Sorge, Evie. Jetzt nicht mehr.«
Evie brachte ein Nicken zustande. Es fühlte sich nicht richtig an. Überhaupt nicht. Aber sie verstand, dass das ein Ausweg war – eine Möglichkeit, die Fragen zum Verstummen zu bringen und den verdächtigen Blicken der Eltern ein Ende zu machen.
»Danke, Bruder«, sagte sie und versuchte, dankbar dreinzublicken und gütig.
»Bitte sehr«, entgegnete der Bruder. »Ich bin froh, dass wir hier keine Kandidatin für eine zweite Neutaufe haben, nicht wahr, Evie?«
Evie nickte. Eine zweite Neutaufe. Das letzte Mittel gegen eine verlorene Seele. »Ja«, meinte sie leise. »Ja, Bruder. Danke. Möge die Stadt über mich wachen und möge das System mich belohnen und maßregeln.«
»Aber gern«, sagte der Bruder ernst. Dann hob er den Blick von Evie und wandte sich mit verändertem Ausdruck, mit hochgezogenen Brauen und glänzenden Augen, wieder an ihre Eltern. »Allerdings glaube ich, das System ist eher daran interessiert, Mr Bridges aus Straße Nummer 14 zu maßregeln. Die Neuigkeiten habt ihr doch schon gehört, oder?«
Evies Vater legte die Stirn in Falten. »Was für Neuigkeiten? Ist Mr Bridges in Schwierigkeiten? Mir kam er immer ganz nett vor. Gebildet.«
»Gebildet, in der Tat. Ein Forscher«, entgegnete der Bruder, die Brauen noch immer weit in die Stirn hochgezogen. »Forschung als Deckmäntelchen für seine wahren, abweichlerischen Pläne, bedauerlicherweise. Das System hat ihn auf Rang D herabgestuft. Ich rate euch dringend, euch von ihm fernzuhalten, wenn sein gefährliches Gedankengut nicht auch auf diese Gemeinschaft übergreifen soll.«
Evies Mutter schnappte nach Luft, aber Evie las aus ihrem Blick, dass sie bereits Bescheid wusste. Der Brief musste im Lauf des Tages bei Mr Bridges angekommen sein und morgen würde die Bekanntmachung an seinem Haus hängen. Die Kunde über eine Rangänderung verbreitete sich noch schneller als die Plaketten, obwohl diese fast täglich ersetzt wurden. Evies Vater war nicht zu haben für Klatsch; ihre Mutter dagegen sah darin als Bürgerin der Stadt geradezu eine Verpflichtung. »Dieser abscheuliche Mann«, meinte sie schaudernd. »Erst neulich war er im Tuchviertel und hat sich Kleidung gekauft. Wir werden einem solchen Mann nichts verkaufen, Bruder. Da kannst du dir sicher sein.«
Weise nickend meinte der Bruder: »Das ist auf jeden Fall eine gute Idee, Delphine. Die Betrachtungen gemahnen uns zwar, Bestrafung und Vergeltung dem System zu überlassen, doch wenn das Böse so offensichtlich in unserer Mitte wohnt, dann ist es unsere Pflicht, es zu vertreiben und anderen, die vom Bösen versucht werden, zu zeigen, dass wir es innerhalb dieser Mauern niemals dulden werden. Meint ihr nicht auch?«
»Von ganzem Herzen«, bekräftigte Evies Vater und schlug mit der Hand auf den Tisch. »Wir müssen wachsam bleiben. Die ganze Zeit. Rund um die Uhr.«
»Du hast völlig recht«, pflichtete der Bruder bei. Dann schob er den Stuhl zurück und tätschelte sich den Bauch. »Nun, Delphine. Wie war das mit dem Kuchen? Ich glaube, wir sind nun alle so weit. Zeit zum Essen. Alles wieder gut, Evie?«
»Bestens«, log Evie, und sie begannen zu essen.
Der Bruder ging erst um zehn, nachdem er sich auf den Magen geklopft und eine dritte Portion vom hausgemachten Nachtisch abgelehnt hatte. Die Eltern brachten ihn zur Tür. Er umarmte die beiden und alle strahlten. Evies Vater verschwand danach gleich in seinem Arbeitszimmer und ihre Mutter ging mit finsterer Miene in die Küche.
»Das war das letzte Mal«, blaffte sie, »dass der Bruder deinetwegen ins Haus kommen muss. Ist das klar, junge Frau? Du bist kein Kind mehr. Du bist schon bald verheiratet. Und bis dahin, bis du dieses Haus endgültig verlässt, wirst du nichts mehr tun, was dem Bruder Sorgen macht. Er hat genug um die Ohren. Er ist ein wichtiger Mann, Evie. Hast du das verstanden?«
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