Gemma Malley - Das letzte Zeichen

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Sie blickte auf die Berichte. Der erste war ein Wechsel von B nach C. Da ging das Leben zwar nicht in die Brüche, aber froh war man nicht über eine solche Nachricht. Evie sah es vor sich, wie der Brief ankam, mit dem offiziellen Stempel und dem rosafarbenen Band, das der Empfänger nun statt des blauen »B«-Bandes am Revers tragen musste. Sie konnte das Getuschel der Nachbarn hören, die den Hals reckten, um etwas zu sehen, konnte die Scham des betroffenen Mannes – einem Mr Alan Height – fühlen, der sich vor seiner Familie zu rechtfertigen suchte und das Haus am nächsten Morgen mit eingezogenen Schultern verlassen würde. Mittels des Rangs wachte das System über jeden, über die ganze Stadt. Es gab die Ränge A bis D. Die As waren die Besten – wirklich gute Menschen mit reinem Gewissen, die nie an sich selbst dachten, mutig, ehrbar und gerecht. Die Bs waren die Zweitbesten; auch sie waren gut, wenn auch nicht ganz so wie die As. Es waren vertrauenswürdige Mitbürger und sie hatten gute Arbeitsstellen in der Verwaltung. Cs waren im Großen und Ganzen in Ordnung; die meisten Leute gehörten diesem Rang an, sie waren aber nicht gefeit gegen Versuchungen, zeigten mitunter schlechte Neigungen und waren leicht zu beeinflussen. Cs mussten sich in Acht nehmen. Während der Schreckenszeit hatten sie die meisten Gräueltaten verübt, die meisten Bomben geworfen und die schlimmsten Grausamkeiten verübt. Sie waren nicht wirklich schlecht, aber sie waren den Einflüsterungen der Bösen erlegen. Natürlich hatte es damals noch keine Ränge gegeben. Man dachte, Menschen seien einfach Menschen. Und wer anderer Meinung war, der hatte das nicht ausgesprochen, aus Sorge, jemanden zu kränken. Es war aber keineswegs kränkend, Menschen vor ihrer eigenen Schwäche zu warnen. Es war nicht kränkend, sie darauf aufmerksam zu machen, sich um sie zu kümmern, sie zu überwachen und für ihre Sicherheit zu sorgen. Und dazu waren die Ränge da. Körperliche Unterschiede waren ja leicht auszumachen – wer war kräftig und wer war schwach, wer musste sich vor der Sonne schützen, wer aß zu viel und musste sich mehr bewegen. Keiner zweifelte daran, dass die Menschen äußerlich verschieden waren. Aber innerlich? Auch innerlich unterschieden sie sich. Man musste das nur erkennen können und auf die richtigen Anzeichen achten.

Evie machte sich daran, die Rangänderung vorzunehmen. Sie gab die nötigen Codes ein, prüfte und vergewisserte sich noch einmal, dass alles seine Richtigkeit hatte. Mitgefühl für den Betroffenen war bedeutungslos und unsinnig, das wusste sie. Wie in Betrachtung Nummer 26 erklärt wurde, war eine Rangänderung weder ein glücklicher noch ein trauriger Vorfall, sondern eine selbst herbeigeführte Tatsache. Aber Evie konnte einfach nicht anders; sie konnte den Gesichtsausdruck ihrer Nachbarin Mrs Chiltern nicht vergessen, als diese von C auf D herabgestuft wurde. Die Scham darüber hatte sie auch dann nicht abgelegt, als sie schon längst wieder in Rang C aufgestiegen war. Sie hatte sich nie mehr mit Evie über den Gartenzaun hinweg unterhalten oder war zum Tee vorbeigekommen. Sie war nicht willkommen – das hatten Evies Eltern ganz deutlich gezeigt – und selbst im anderen Fall wäre sie nicht gekommen. D war gleichbedeutend mit abartig. D war gefährlich. Was Mrs Chiltern sich hatte zuschulden kommen lassen, hatte Evie nie erfahren, aber das spielte auch keine Rolle. Das System wusste Bescheid und das genügte.

Das System wusste alles.

Evie war inzwischen fast fertig mit Mr Heights Rangänderung. Herabstufungen waren stets leichter zu bewerkstelligen als Aufwertungen; weniger Prüfungen und nochmalige Überprüfungen, weniger Codes, die immer wieder eingegeben werden mussten, damit die Änderungen alle korrekt waren. Jeden Tag bewertete das System alle Einwohner der Stadt. Jede Woche waren Hunderte von Rangänderungen nötig, um Ausgleich zu schaffen, um die Gesellschaft zu regulieren, das Gute zu belohnen und die Ordnung aufrechtzuerhalten. Ordnung bedeutete Frieden, durch das Gute wurde das Böse ferngehalten, denn die Stadt gründete auf Gemeinschaft, auf Gesellschaft, auf der Gruppe und nicht auf dem Einzelnen.

Den Rang bekam aber nicht die mehrere Tausend Einwohner zählende Gemeinschaft, sondern der Einzelne, dachte Evie oft bei sich. Jeder Einzelne musste dem Ehemann oder der Ehefrau die schlechte Nachricht beibringen, der Einzelne wurde auf der Straße gemieden, wenn er im Rang gefallen war.

Doch solche Gedanken waren nicht erlaubt. Etwas in der Stadt infrage zu stellen, hieß, dass man es besser wüsste als der Große Anführer. Und deutlicher konnte sich Selbstsucht wirklich nicht ausdrücken.

Sorgfältig tippte Evie die Zahlenreihen ein und wickelte die Rangänderung ab. Als sie fertig war, zeichnete sie das Deckblatt der Akte mit dem Systemcode ab. Sie dachte zu viel nach, das war ihr Problem. Selbst im Schlaf arbeitete ihr Gehirn weiter, anstatt sich auszuruhen, zu vertrauen und die Dinge hinzunehmen. Wenn sie zu viel nachdachte, dann war sie ebenso schlecht wie diejenigen, die am Großen Anführer gezweifelt hatten, die die Schreckenszeit heraufbeschworen hatten, die draußen vor der Stadt lebten und alle Bewohner vernichten wollten.

»Evangeline, starren Sie schon wieder Löcher in die Luft?« Erschrocken blickte Evie auf. Die Aufseherin Mrs Johnson sah sie durchdringend an. Evie errötete.

»Nein«, meinte sie fahrig. »Ich meine … Entschuldigung.«

Mrs Johnson runzelte die Stirn und Evie nahm sich die zweite Akte vor. Wieder von C nach D. Sie zwang ihre Augen geradeaus auf den Bildschirm, weg von der unmittelbaren Zukunft der betroffenen Person, und fing an zu tippen.

2

Wie üblich kam Evie später nach Hause. Eine Stunde diesmal. Manchmal war es noch mehr, aber das war egal. Ihre Eltern warteten auf sie. Jeder in der Stadt arbeitete hart, jeder war produktiv. Ein tätiges Hirn ist ein glückliches Hirn, sagte der Große Anführer. Produktive Menschen bedeuteten eine glückliche Gesellschaft. Und harte Arbeit hieß weniger Zeit zum Nachdenken und weniger Gelegenheit, dass das Böse gedeihen konnte.

Wie immer öffnete Evie die Haustür und ging gleich in die Küche, aber heute Abend waren sie offenbar nicht allein. Dort, neben ihrem Vater, saß, mit einem großen Weinglas in der Hand, der Bruder, der vom Großen Anführer Auserwählte, ihrer aller Mentor und Ratgeber. Der Große Anführer selbst war alt geworden und zeigte sich nur noch selten. Er selbst hatte den Bruder dazu ausersehen, sein Volk zu führen und dafür zu sorgen, dass das Böse innerhalb der Stadtmauer nicht geduldet wurde.

»Evie!« Er lächelte ihr zu, traf mit seinen wässrigen Augen ihren Blick aber nicht genau. Die Wärme in der Küche und der Alkohol hatten seine schlaffen Wangen rosig gefärbt. »Und wie geht es uns heute?«

Evie erwiderte das Lächeln, ohne dass ihre Augen daran beteiligt waren. Ein Besuch des Bruders war nicht vorgesehen gewesen. Es musste einen Grund dafür geben. Er musste etwas wissen. Furcht kroch in ihr hoch, ein nur allzu vertrautes Gefühl. »Danke, gut, Bruder«, antwortete sie nervös.

»Dann setz dich nur. Iss. Deine Mutter hat einen Kuchen gebacken. Eine großartige Köchin, deine Mutter. Du musst stolz auf sie sein.«

»Ich bin stolz auf sie«, antwortete sie schnell, »und dankbar.«

»Aber natürlich, aber natürlich«, sagte der Bruder und nickte. Dann blickte er sie an, so direkt wie damals, als sie noch klein war und er ihr von der Schreckenszeit berichtet hatte, die die Welt zerrissen hatte, und von einer Vergangenheit, als es lauter Menschen gab, die nur an sich selbst dachten. Menschen, die Religionen nur geschaffen hatten, um sie zur Bekämpfung anderer Religionen zu benutzen; die dem Bösen freien Lauf gelassen hatten, weil sie nicht auf den Großen Anführer hörten, weil er damals noch nicht der Große Anführer gewesen war, sondern nur ein Arzt mit einer Idee.

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