Gemma Malley - Das letzte Zeichen
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Doch als sie die Stufen zum Eingang erreichte, hielt sie inne und errötete. Da stand Lucas.
»Evie.« Er lächelte förmlich. Sein blondes Haar schimmerte fast weiß in der Morgensonne, und seine klaren blauen Augen strahlten so durchdringend und doch so gefühllos, dass Evie manchmal gute Lust hatte, ihn zu schlagen, nur um zu sehen, ob diese Augen überhaupt weinen konnten. Daran konnte man natürlich sehen, was für ein schrecklicher Mensch sie war. Nur ein schrecklicher Mensch würde solche Gedanken haben gegenüber dem Mann, den er heiraten würde. »Guten Morgen. Wie geht es dir heute?«
Er kam auf sie zu, die Hand zu einem förmlichen Gruß ausgestreckt, wobei seine goldene Uhr funkelte. Sie gab ihm die Hand, zwang sich zu einem Lächeln und rief sich in Erinnerung, wie glücklich sie sich schätzen konnte, dass Lucas sie erwählt hatte. Eine Ehe wurde von beiden Partnern und von beiden Familien angebahnt. Doch es war kein Geheimnis, dass Leute wie Lucas ziemlich freie Wahl hatten. Evie war sich noch immer nicht sicher, wie er ausgerechnet auf sie gekommen war. »Gut«, antwortete sie. »Und dir?«
»Sehr gut.« Er lächelte. Dann hob er etwas ungeschickt die Braue. »Na, dann gehen wir mal lieber an die Arbeit.«
»Allerdings.« Evie nickte und versuchte, sich ihre gemeinsame Zukunft als Ehepaar vorzustellen, das im selben Bett schlief und sich zwanglos unterhielt statt in diesem unangenehmen Wechselspiel von gestelzten Sätzen und noch peinlicherem Schweigen. Aber sie konnte es nicht vor sich sehen, konnte sich nicht vorstellen, wie es sein würde.
Er wandte sich um, und sie sah ihm nach, wie er auf seinen Bruder zuging, der am anderen Ende der Treppe auf ihn wartete. Wo Lucas war, war auch Raffy nicht weit, und der war so verschieden von seinem Bruder, dass er sein Negativ hätte sein können: dunkle zerzauste Haare, dunkle Augen mit stechendem Blick.
Es hieß, Lucas käme nach der Mutter, Raffy dagegen sei ganz der Vater – und zwar mehr als nur dem Aussehen nach. Es hieß, dass Lucas seinem Bruder deswegen nicht von der Seite wich; er wollte ihn im Auge behalten und ihn kontrollieren. Er traute ihm nicht.
Genau genommen traute wohl niemand Raffy so recht.
Wortlos beobachtete Evie, wie Lucas mit Raffy in Richtung Eingang ging. Sie waren schon fast durch die Tür, als Raffy sich noch einmal umwandte, und ihre Blicke trafen sich für nicht einmal eine Sekunde. Lucas sah ihn fragend an, aber Raffy hatte sich schon wieder weggedreht, und beide verschwanden. Lucas ging bestimmt in den ersten Stock, wo sich die Büros der Abteilungsleiter befanden. Raffy arbeitete im dritten Stock in einer der Männerabteilungen. Evie musste bis zum vierten Stock hinauf, zu den Frauenabteilungen.
Mit acht Jahren wurden Jungen und Mädchen getrennt und blieben getrennt, bis sie erwachsen waren, damit keine unreinen Gedanken aufkommen konnten. Sie wurden getrennt aufgezogen und arbeiteten getrennt, wenn sie mit vierzehn die Schule verließen. Für die Suche nach dem passenden Ehepartner veranstalteten die Eltern besondere Treffen. Evie war auf dem Weg zur Treppe und fragte sich nicht zum ersten Mal, warum die Trennung der Geschlechter bei ihr ganz offensichtlich nicht die gewünschte Wirkung gehabt hatte. Dabei waren diese Zusammenkünfte keineswegs zwanglos; mindestens ein Elternpaar war immer dabei. Eines Tages jedenfalls war Lucas zu Besuch gekommen, und Evie vermutete, dass ihr Vater – wohl unter dem Einfluss der Mutter – im Hintergrund die Strippen gezogen hatte. Eine Verbindung mit Lucas war jedenfalls mehr, als sie zu hoffen gewagt hatten. Evie fragte sich, ob sie oder ihre Eltern überraschter gewesen waren, als Lucas die Verbindung besiegelt und um ihre Hand angehalten hatte. Doch auch danach sprach er kaum mit ihr, und es kam ihr fast so vor, als würde das alles jemand anderem passieren.
Manchmal wünschte Evie sich das sogar.
Aber nur wenn sie die bösen Gedanken in ihren Kopf hineinließ. So etwas auch nur zu denken, war schon unverzeihlich.
Warum konnte sie nicht dankbar sein für das, was sie hatte, wie alle anderen auch? Die Antwort lag auf der Hand: weil ihre Mutter recht hatte. Weil sie der faulige Apfel im Korb war.
»Morgen!« Christine, die bei der Arbeit neben ihr saß, war schon da und lächelte Evie an. »Und? Wie geht’s?«
»Wirklich gut. Und dir?«
»Super!« Christine lächelte und blickte wieder auf ihren Computerbildschirm.
Christine war für Evie am ehesten das, was man eine Freundin nennen konnte. Sie redeten allerdings nicht viel miteinander – ein paar Worte am Wochenanfang, ein Lächeln am Morgen. Das lag nicht daran, dass Evie keine Freunde haben wollte. Sie fand es nur so schwierig, Freundschaften zu schließen, wo sie doch den Kopf voller Geheimnisse und Sehnsüchte hatte und niemals davon erzählen konnte, niemandem. Und jetzt wo sie arbeiteten, war dazu ohnehin praktisch keine Gelegenheit mehr. Unterhaltungen während der Arbeitszeit wurden nicht gern gesehen, und nach Dienstschluss mussten sie beide nach Hause, um ihren Müttern zu helfen, um sich mit dem zukünftigen Partner zu treffen, oder, wie Christine, mit einem Kandidaten, der ihren Eltern annehmbar erschien. Da hatte Evie es einfacher gefunden, überhaupt nichts zu erzählen, unauffällig und verschlossen zu bleiben. Das war nicht schwer. Aus Freundschaften entstanden nur allzu leicht Verpflichtungen, die dem Wohl der Stadt zuwiderliefen. Freundschaften konnten sehr schnell unangenehm werden, wenn sich etwas änderte. Der Rang beispielsweise.
Auf dem Weg zu ihrem Schreibtisch im Großraumbüro nahm Evie vorn zehn Akten vom Tisch der Aufseherin. Immer zehn auf einmal; waren diese bearbeitet, dann kamen die nächsten zehn, bis keine Akten mehr da waren – oder bis die Arbeitszeit um war. So sagten jedenfalls die Abteilungsleiter, aber meist war der Tag um, bevor die Akten ausgingen, und meist arbeiteten sie alle etwas länger, bis das Pensum geschafft war.
Das Regierungsgebäude, in dem Evie arbeitete, hieß bei allen nur das Systemgebäude; das System regelte alles innerhalb der Stadtmauern und erhielt die Ordnung aufrecht.
Evie arbeitete als Rangwechslerin; es war ihre erste Arbeitsstelle, und seit dem Schulabschluss war sie nun drei Jahre hier. Ihre Lehrerin hatte ihnen damals in der Schule alle möglichen Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt: Schneider, Schreiner, Gärtner, Bauer, Bauarbeiter, Techniker, Elektriker … die Liste war endlos, und viele Beschäftigungen waren verlockend für sie gewesen. Gärtnerin beispielsweise – tagtäglich die Hände in der Erde, um aus kleinen Samen Nahrung entstehen zu lassen, die Frucht bis zur Ernte zu pflegen.
Evies Mutter war Näherin; hätte Evie sich für diese Ausbildung entschieden, dann wäre sie bei ihrer Mutter in die Lehre gegangen, hätte sich mit Nadeln gepiekst und mit ihren ungeschickten Fingern vergeblich versucht, die feinen Muster zu kopieren, die ihrer Mutter so trefflich gelangen. Eigentlich stand einem die Berufswahl frei, aber Töchter folgten den Müttern, Söhne den Vätern im Beruf. So war es üblich. Es sei denn, man war sehr gut in der Schule. Es sei denn, man war so gut, dass man eine Stelle bei der Stadt bekam.
Und so hatte Evie sich für einen Verwaltungsjob in einem Büro entschieden. So etwas wurde als großer Erfolg angesehen, denn dazu musste man alle möglichen Tests und Befragungen überstehen. Doch noch wichtiger für Evie war, dass ihre Mutter daraufhin den Plan aufgab, eine Näherin aus ihr zu machen, und nicht mehr dachte, dass Evie die Familie irgendwie im Stich gelassen hatte. Und war sie erst einmal verheiratet, dann konnten ihre Eltern sich beruhigt zurücklehnen.
Sie hatten ihre Sache gut gemacht. Evie war im Grunde zu einem untadeligen Mitglied der Gesellschaft herangewachsen. Sie hatte gute Noten gehabt; sie konnte die Betrachtungen alle auswendig aufsagen. Sie war eine B, ein guter Rang. Sie war nie in ernsthafte Schwierigkeiten gekommen. Ihr angehender Ehepartner war Lucas, ein angesehener Abteilungsleiter. Sie hatte ihre Sache gut gemacht. Ihre Eltern hatten ihre Sache gut gemacht.
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