Gemma Malley - Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen
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- Название:Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen
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All das hatten sie getan. Raffy hatte Arbeit auf einem der vielen Bauernhöfe gefunden, welche die Gemeinschaft mit Nahrungsmitteln versorgten, und Evie hatte in der Küche angefangen und war dann in die Näherei gewechselt, wo man ihre Fähigkeiten zu schätzen wusste, auch wenn sie etwas aus der Übung war. Und Raffys Freude an der Arbeit hatte auf sie abgefärbt. Während sie in der Stadt das Nähen gehasst hatte und etwas ganz anderes machen wollte als die Frau, die sich als ihre Mutter ausgegeben hatte, war sie hier dankbar, dass es eine Arbeit für sie gab, die sie gut konnte; hier machte es ihr nichts aus, dass ihre Finger zerstochen waren und schmerzten, ja, sie war seltsamerweise beinahe stolz darauf. Stolz auf ihre Arbeit und darauf, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die so ganz anders war als die Stadt.
Benjamin hatte sie von Zeit zu Zeit beobachtet; dabei hob sich das Weiße in seinen Augen leuchtend von seiner ebenholzfarbenen Haut ab. Wenn er sah, dass man ihn bemerkt hatte, lächelte er freundlich, winkte kurz und ging weiter, wobei ihm sein langes Gewand um die Knöchel schwang. Obwohl diese Gewänder keine Uniform darstellten, folgten die meisten Männer und Frauen in der Siedlung Benjamins Beispiel und trugen lange fließende Gewänder und lange wallende Haare, die ihre ehrlichen und glücklichen Gesichter umrahmten, wenn sie arbeiteten, redeten, lachten und aßen.
Die Menschen in der Siedlung sprachen nicht viel über die Vergangenheit, was Evie und Raffy nur recht sein konnte. Es war so, wie Benjamin gesagt hatte: Die Menschen hier bauten sich ein neues Leben auf, eine neue Zukunft. Die Vergangenheit war abgeschlossen und nicht mehr zu ändern und die Bewohner der Siedlung erkannten diese Tatsache an. Wie alle anderen hatten sie während der Schreckenszeit gelitten, so wie es die Absicht von denen gewesen war, die sie entfesselt hatten. Doch die Bewohner der Siedlung hatten überlebt, und mit dem Überleben kam die Verantwortung. Die Verantwortung, zu leben, zu wachsen, zu lernen, einen Schlussstrich zu ziehen und weiterzumachen.
Und genau das hatte Evie davon überzeugt, dass dies ein Ort war, wo sie nicht nur überleben konnten, sondern auch leben. In der Stadt wurde ständig von der Schreckenszeit und von dem Bösen gesprochen, das die Welt beinahe zerstört hatte. In der Stadt wurde alles und jedes analysiert, abgestempelt und eingestuft. Hier in der Siedlung dagegen lebten die Leute ihr Leben, den Blick in die Zukunft gerichtet, und suchten nach dem Guten im Menschen, anstatt sich vor dem Bösen zu fürchten. Hier lag immer Musik in der Luft; die Leute spielten Gitarre, sangen und summten bei der Arbeit vor sich hin. Bücher wurden verteilt und öffentlich besprochen; unterschiedliche Ansichten wurden begrüßt. Fragen wurden nicht mit einem Stirnrunzeln quittiert, sondern waren ausdrücklich erwünscht. Man konnte sich unterhalten, mit wem man wollte und wann immer man wollte.
Zumindest war das die Idee.
»Hey, Evie!«
Evie drehte sich um und sah Neil auf sich zukommen. Neil war einer der Lehrer in der Siedlung. Die Lehrtätigkeit galt in der Siedlung als höchste Berufung, und jeder wurde angehalten, so viel zu lernen wie möglich. Es gab regelmäßig Kurse in Kunsthandwerk, Literatur, Töpfern, Tischlern, Technik und Kochen, und es wurde Lesen, Schreiben und Rechnen angeboten für diejenigen, die nur sporadisch Unterricht gehabt hatten, und für diejenigen, die überhaupt keine Vorkenntnisse hatten.
»Neil!« Evies Augen leuchteten auf und sie eilte ihm erwartungsvoll entgegen. Neil, ungefähr Mitte fünfzig, war vor zehn Jahren in die Siedlung gekommen. Seit dem Ende der Schreckenszeit hatte er quasi als Einsiedler gelebt. Nach den Geschichten, die man Evie erzählt hatte, war er damals in Lumpen gekleidet gewesen, und die Haare reichten ihm bis zur Taille. Er war halb verhungert, und wochenlang war es nicht sicher, ob er überhaupt überleben würde. Aber allmählich war er wieder zu Kräften gekommen und mit jeder Woche hatten seine Pfleger mehr über ihn erfahren. Der ausgemergelte Mann, der da vor ihnen im Bett lag, war vor der Schreckenszeit ein führender Akademiker gewesen, hatte Preise gewonnen und war um die ganze Welt gereist. Er war Matrose gewesen und Pianist und hatte ein umweltschonendes Verfahren für den Fischfang entwickelt; den Erlös – viele Millionen Pfund – hatte er für wohltätige Zwecke gespendet. Evie hatte sich das alles angehört, aber es sagte ihr nicht viel; sie fand Geschichten von früher verwirrend und seltsam. Was ihr an Neil gefiel, war die Begeisterung in seinem Gesicht, wenn er über ein Buch oder über ein Konzept sprach; die Art, wie er mit den Augen rollte, wenn einer seiner Schüler etwas Wichtiges verstanden hatte.
Mittlerweile hütete er tagsüber das Vieh, und abends gab er Unterricht in kreativem Schreiben, musikalischer Bildung, Knotenknüpfen und Gesang. Dabei erklärte er jedem, der es hören wollte, dass er noch nie so glücklich gewesen sei und dass er hier alles habe, was er sich wünsche. Aber Evie wusste, dass das nicht ganz stimmte. Sie sah, wie hastig er jeden Abend die mageren Rationen in der Siedlung hinunterschlang, und sie wusste, dass er zu sehr mit seinem Unterricht beschäftigt war, um sich um seine Parzelle zu kümmern. Deshalb brachte sie ihm jedes Mal, wenn sie seinen Unterricht besuchte, ein Stück Brot, ein bisschen Obst oder etwas von ihrem eigenen Essen mit. Er wollte es zwar nie annehmen, aber Evie bestand darauf, weil sie nicht so viel brauchte wie er und weil sie außerdem unbedingt etwas lernen wollte, und deshalb war es eigentlich ein fairer Handel.
Raffy erzählte sie nichts davon, denn sie war sich nicht sicher, ob er sie verstehen würde.
In Wahrheit wusste Evie, dass Neil mehr Essen bekäme, wenn er nur darum bitten würde, denn die Nahrung wurde nur deshalb gleich verteilt, weil das wohl am vernünftigsten und am fairsten war. In der Siedlung gab es keine Reglementierung, es war ein Ort der Gemeinschaft, wie Benjamin, Stern und die anderen immer wieder betonten. Alles durfte diskutiert werden, und jeder hatte das Recht, anderer Meinung zu sein oder vorzuschlagen, wie man etwas anders machen könnte.
Aber niemand hatte je darum gebeten, dass irgendetwas geändert werden sollte.
»Ich habe das Buch dabei, das ich erwähnt habe.« Neil hielt es in die Höhe, und auf Evies Gesicht erschien ein Lächeln. Er warf ihr das Buch zu und sie sprang hoch und fing es auf.
»Danke«, sagte Evie und strahlte, als sie das Buch in den Händen drehte. Neil hatte ihr in seinem Kurs Kreatives Schreiben, der jeden Mittwochabend stattfand, von dem Buch erzählt. Benjamin hatte Evie den Kurs vorgeschlagen, weil er dachte, das Schreiben könnte vielleicht eine reinigende Wirkung haben. Anfangs hatte Raffy sie begleitet, weil er angeblich seine Gedanken auch so gern niederschreiben wollte wie sie, aber schließlich war er abgesprungen und einem anderen Klub beigetreten, weil ihm die Ausreden ausgegangen waren, warum sie allein in ihren Kurs gehen sollte.
Evie liebte die Sprache und wie sich durch ein einziges Wort ein ganzer Satz verändern ließ, wie Gefühle, Spannung oder Angst erzeugt wurden, wie all das Schreckliche, das sie erlebt hatte, durch das Niederschreiben nur noch zu Worten auf einer Seite wurde und wie das Schreiben ihr half, sich davon zu befreien.
»Ich bin sicher, es wird dir gefallen«, meinte Neil. »Die Autorin hat vor über hundert Jahren gelebt, aber ihre Bücher sind immer noch aktuell, weil sie über allgemeine Themen schreibt und weil in ihren Worten Wahrheit liegt. Du wirst sehen, was ich meine.«
Evie lächelte dankbar. In der Stadt hatte sie Lernen immer gehasst; die Zahlen und Fakten, die sie auswendig lernen und wortwörtlich wiedergeben musste; wo keine Fragen, keine Fantasie und nichts Neues erlaubt waren. Jeder, der anders war, war gefährlich, und man durfte ihm nicht trauen. Jetzt wurde ihr bewusst, wie sehr Angst die Stadt beherrscht hatte; Angst, etwas falsch zu machen; Angst, mit jemandem zu sprechen, der einen womöglich mit dem Bösen ansteckte; Angst, im Rang herabgestuft zu werden; Angst, dass einem nahestehenden Menschen dasselbe widerfuhr; Angst vor den Bösen außerhalb der Stadtmauern; Angst davor, was passieren würde, wenn die Mauern niedergerissen wurden, wenn die Entschlossenheit schwand, wenn das Böse wieder die Herrschaft übernahm. Angst lähmte und schwächte. Angst machte die Menschen unsicher, nervös, unglücklich und verschlossen.
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