Gemma Malley - Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen

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Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen: краткое содержание, описание и аннотация

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»Man traut dir wirklich zu, ein ganzes Feld zu pflügen?«, zog Evie ihn auf.

Raffy schlug mit seinem Handtuch nach ihren Knöcheln. »Pass auf, was du sagst«, meinte er grinsend. »Hier zollt man den Bauern Respekt.«

Evie sah ihn nachdenklich an. Das ist es, schoss es ihr auf einmal durch den Kopf. Deshalb war er hier so glücklich. Zum ersten Mal in seinem Leben wurde Raffy von anderen respektiert und konnte aufrecht durch die Straßen gehen. Und dieser aufrechte Bauer liebte sie und hatte sie immer geliebt.

Als er zur Tür ging, rief sie ihm nach: »Warte mal.«

»Was ist?«, fragte Raffy, und als er sich umdrehte, schlang Evie ihm die Arme um den Hals. Ihre Zukunft. Die einzige Zukunft, die zählte. Wenn sie erst einmal verheiratet wären, wäre er bestimmt nicht mehr so eifersüchtig; dann würde er wissen, dass er sie hatte. Und alles würde gut werden.

»Ich liebe dich«, sagte sie. »Das ist alles.«

»Ich liebe dich auch«, erwiderte Raffy, zog sie fest an sich, beugte sich über sie und küsste sie zärtlich. »Mehr als du dir vorstellen kannst.« Dann lächelte er und verließ das Zimmer.

2

Es war früh am Morgen. Gabby bemerkte, dass die Straße, die sie hinunterging – eine der größeren Straßen in der Stadt – fast menschenleer war, und sie ging etwas schneller. Sie war schon fünf Minuten zu spät dran, und das war nicht gut, aber es war auch nicht das Ende der Welt. Nicht mehr. Zehn Minuten Verspätung wären allerdings schon das Äußerste, sonst müsste sie einen Teil ihrer Mittagspause opfern.

Die Mittagspause war eine der Verbesserungsmaßnahmen, seit das System ausgeschaltet worden war. Oder »abgeschafft«, wie ihre Eltern es ausdrückten, mit Furcht in den Augen und mit Groll in der Stimme. Ihre Eltern mochten Lucas, den neuen Anführer der Stadt, nicht. Sie waren der Meinung, dass er wieder Zerstörung und Verderben in die Stadt brachte. Der Hauptgrund war jedoch, dass ihre Eltern das System jetzt nicht mehr als Druckmittel einsetzen konnten; zumindest schien sie das am meisten zu ärgern. Sie konnten ihr nicht mehr vorschreiben, wann sie abends zu Hause sein sollte, und sie konnten nicht mehr darauf bestehen, dass sie nach dem Abendessen bei ihnen am Tisch sitzen blieb und zuhörte, wie ihr Vater ihnen einen Vortrag hielt über die Bedeutung von innerer Einkehr oder über ein anderes langweiliges Thema. Jetzt konnte sie nach der Arbeit ausgehen und sich mit Freunden auf dem Rasenplatz treffen. Jetzt konnte sie selbst entscheiden, wen sie heiraten wollte; sie konnte alles selbst bestimmen.

Allerdings, rief sie sich in Erinnerung, während sie in einen leichten Laufschritt fiel, gab es immer noch gewisse Regeln, was das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz betraf. Aber jedenfalls wollte sie noch keine großen Entscheidungen treffen. Sie konnte sich nicht vorstellen, verheiratet zu sein, ein Haus zu haben und immer so ernst zu sein wie ihre Eltern. Sie wollte einfach auf dem Rasen Ball spielen, die freudige Erregung spüren, wenn man hinter dem Ball herlief und ihn bekam, die Begeisterung über den Sieg und den Schmerz über die Niederlage. Bis es abgeschaltet wurde, entschied in der Stadt das System über Sieg und Niederlage, und zwar in Bezug auf die Ränge: eine Aufwertung war ein Sieg, eine Abwertung eine Niederlage. Aber das System war kein Spiel, es entschied alles: wo man arbeitete, wen man heiratete, mit wem man Umgang hatte. Egal, ob man gewann oder ob man verlor, die Dinge konnten sich trotzdem gegen einen wenden. Man hatte keine Kontrolle darüber.

Andererseits verschwand damals auch niemand. Gabby blieb einen Moment stehen, um zu verschnaufen, und blickte sich um. Wurde sie etwa beobachtet? Verfolgte sie jemand? Sie schüttelte sich. Natürlich nicht.

Was Clara, ihre beste Freundin, ihr erzählt hatte, war vermutlich sowieso erfunden. Es gab keine Spitzel in der Stadt. Es konnte nicht stimmen, was Clara über die Verschwundenen gesagt hatte. Es musste eine andere Erklärung geben. Aber Claras große Angst schien echt gewesen zu sein. Gabby hatte bemerkt, wie Claras Hände zitterten, als sie ihr die Geschichte erzählte, und sie hatte die Furcht in ihren Augen gesehen. Allerdings war Clara leicht in Angst zu versetzen, denn sie glaubte alles, was man ihr erzählte. Und Gabby wollte nicht glauben, dass sie, Gabby, verschwinden würde, nur weil Clara ihr von den Leuten in dem Krankenhaus erzählt hatte. Sonst wäre Clara selbst schon längst verschwunden.

In Wahrheit hatte Gabby genauso viel Angst wegen der Verschwundenen wie alle anderen, aber sie weigerte sich, die Angst zuzulassen. Denn unter dem System hatten die Menschen ständig Angst gehabt, sie waren nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus gegangen und hatten sich Sorgen um die Zukunft gemacht. Irgendetwas Schreckliches ging hier vor, da hatte sie keinen Zweifel, aber sie wollte es nicht an sich heranlassen. Sie wollte nicht, dass es wieder so wurde wie früher. Lieber wollte sie sterben.

Vielleicht nicht gerade sterben, berichtigte sie sich. Aber auf keinen Fall wollte sie wegen der Verschwundenen in Panik geraten, so wie alle anderen. Denn sie fing gerade an, ihr Leben als etwas Wertvolles zu begreifen, als etwas, wofür es sich lohnte, morgens aufzuwachen.

Bis zu dem großen Wandel hatte es in der Stadt keine öffentlichen Sportveranstaltungen gegeben. Es gab auch keine Tanz-oder Musikevents, ja nicht einmal richtige Gespräche. Die Menschen hatten zu große Angst und tuschelten nur heimlich miteinander. Und ständig saß ihnen die Furcht im Nacken, vertrauliche Bemerkungen könnten ans Licht kommen und das System könnte irgendetwas bemerkt haben. Mittlerweile sah man die Leute an den Straßenecken zusammenstehen und sich unterhalten, man lud sich gegenseitig zum Abendessen ein, alte Gitarren und Akkordeons wurden hervorgeholt, und nach getaner Arbeit erklang überall Musik.

Für Gabbys Eltern war das der Anfang vom Ende; für Gabby aber war es ein Wunder.

Sie beschleunigte den Schritt; in einer Minute würde sie bei der Töpferwerkstatt sein, in der sie arbeitete. Sie fragte sich, ob Clara wohl schon da war. Sie beide waren gestern Nacht spät ins Bett gekommen, deshalb hatte Gabby heute Morgen auch verschlafen, obwohl ihre Mutter versucht hatte, sie zu wecken.

Als Clara ihr mit zitternder Stimme von den geheimnisvollen Fremden in dem Krankenhaus erzählt hatte, hatte Gabby nur mit halbem Ohr zugehört, und sie hatte Clara nicht sehr überzeugend beruhigt. Denn als sie Clara gebeten hatte, ihr zu sagen, was sie wusste, hatte Gabby gehofft und erwartet, endlich zu erfahren, dass es mit den Verschwundenen etwas ganz anderes auf sich hatte, dass sie geflohen waren, um irgendwo etwas Aufregenderes, Besseres zu finden. Deshalb hatte sie Clara nicht richtig zugehört und sich eingeredet, dass Clara alles nur erfunden hatte und dass es nicht stimmen konnte, weil … Weil …

Erst als sie um die Ecke bog, bemerkte sie den Schatten unter ihren Füßen, und als die Werkstatt in Sicht kam, klopfte ihr das Herz bis zum Hals, und sie ging noch etwas schneller. Die Spitzel. Clara hatte ihr erzählt, dass sie alles wussten, dass sie alle aufspürten, die etwas wussten, alle, die sie gesehen hatten. Alle außer Clara.

Das konnte nicht wahr sein. Und trotzdem lief Gabby ein kalter Schauer über den Rücken, als sie die schnellen Schritte hinter sich hörte. Denn jetzt gab es keinen Zweifel mehr, dass sie verfolgt wurde. Clara hatte also die Wahrheit gesagt. Und plötzlich wurde ihr klar, dass sie um ihr Leben rannte.

3

Sie durfte nicht mehr so viel über alles nachdenken, dachte Evie auf dem Weg zur Arbeit. Sie hatte schon immer zu viel nachgedacht und an allem gezweifelt. Vielleicht sollte sie einfach lernen, die Gegebenheiten zu akzeptieren; vielleicht wäre sie dann richtig zufrieden.

Sie und Raffy waren hier zweifellos glücklich. Und sie wollte auch keinen anderen heiraten. Raffy zu heiraten war absolut vernünftig. Und sie wollte es auf keinen Fall vermasseln und alles aufs Spiel setzen. Trotz aller Herzlichkeit, Offenheit und Freundlichkeit, die sie in der Siedlung erlebten, mussten Raffy und Evie feststellen, dass es gar nicht so leicht war, in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden, und Evie wollte auf keinen Fall, dass alles wieder von vorn anfing. Raffy und Evie waren bereits ausführlich befragt worden; sie hatten sich mit verschiedenen Gruppen von Leuten getroffen, hatten eine Probezeit absolviert und waren vor die Ratsversammlung zitiert worden. Wie Benjamin gesagt hatte, gehörte die Siedlung den Menschen, die dort lebten; die allein konnten entscheiden, wer sich ihnen anschließen durfte. Und jeder, der zu der Gemeinschaft dazugehören wollte, musste sich als ihrer würdig erweisen und zeigen, dass er engagiert und anpassungsfähig war.

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