Clemens Meyer - Im Stein

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Im Stein: краткое содержание, описание и аннотация

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Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner kämpfen um Geld und Macht und ihre Träume. Eine junge Frau steht am Fenster, schaut in den Abendhimmel, im Januar laufen die Geschäfte nicht, die Gedanken tanzen ihn ihrem Kopf.»Der Pferdemann«, der alte Jockey, sucht seine Tochter.»Der Bielefelder «rollt mit neuen Geschäftskonzepten den Markt auf, investiert in Clubs und Eroscenter.»AK 47«liegt angeschossen auf dem Asphalt. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer in seinem großen Roman von den Menschen, den Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes. Mit großer Kraft und Emotion erzählt er die Geschichte einer Stadt, die zum Epochen-Roman unserer Zeit wird.

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«Hol mal den Grill raus.«

«Du willst doch nicht bei dieser Hitze grillen! Das zieht wieder alles in die Wohnung.«

«Wir können doch runter auf den Hof, da gibt’s mehr Schatten.«

«Ich mach keinen Schritt mehr heute.«

Das Taxi kommt zurück. Stellt sich hinten an. Wie die Zeit vergeht. Und die Sonne wandert. Er beobachtet die beiden Bullen, die immer noch drüben vorm Haus in der Sonne stehen. Keine Bäume, kein Schatten, und die Sonne wandert schnell.

«Wo dieser Penner bleibt?«

«Steig mal wieder ein. Stehst wie ’n Bauer am Schießstand.«

«Als ob unser Kai was mitkriegt. Hab gehört, ist wieder Kleinmesse gerade. Würde gern wieder mal hin mit meiner Tochter.«

«Du bist ja ’n richtiger Insider! Fährste nicht jeden Tag dran vorbei?«

«Nee. Wenn ich fahre, nehme ich immer die 7 an der Rennbahn vorbei.«

«Die 6.«

«Kennste denn nicht den Spruch mit der 7?«

«Nee.«

«Na dann.«

«Erzähl mal.«

«Nee. «Er steigt wieder ein. Lässt die Tür offen. Er beugt sich zur Rückbank und nimmt eine Flasche Wasser.»Gib mir mal ’ne Cola«, sagt Bulle 2 zu Bulle 1.

«Bitte!«

«Bitte.«

«Cola Zero?«

«Siehste ’ne andere Cola?«

«Wie kannst’n das Zeug bloß trinken, ist das pure Gift.«

«Danke, Genosse. Gift? Wie kommst’n auf den Scheiß?«

«Ja, was denkst du, was da drinnen ist. Das ist wie bei den Light-Zigaretten.«

«Ist aber nicht light, ist Zero.«

«Noch schlimmer. Zuckeraustauschstoffe. Chemie und Gift. Ich kannte mal einen, der hat R1 geraucht, immer nur R1 …«

«Steffen vom schwarzen Block?«

«Steffen von der Abteilung Hooligan.«

«Also, ich krieg sicher kein’ Krebs von Cola Zero.«

«Wär doch mal ’n Werbespot.«

Sie sitzen und sehen, wie es fünfzehn Uhr dreißig wird im Viertel. Ein Kronkorken fällt neben dem Golf 2 auf den Asphalt. Hoher Bogen, dritter Stock. Kriegen sie aber nicht mit, weil sie den Imbiss auf der anderen Seite der Straße beobachten, der seit paar Tagen zu hat. Keiner weiß, wieso. Und auch jetzt kommen wieder Leute und rütteln an der Tür. Und die beiden Bullen haben auch den kleinen Bahnhof im Blick, ein Stück die Straße runter. Sehen Leute aus der Unterführung kommen, in die Unterführung runtergehen. Bulle 1 macht das Radio an, Bulle 2 schaltet es aus. Bulle 1 wieder an. Bulle 2 dreht es leise. Bulle 1 wieder bisschen lauter. Der Klassiksender läuft, wer hat das denn eingestellt, obwohl das manchmal ganz gut ist, um zu entspannen, um runterzukommen, wenn wieder mal so ein Arschloch wartet, von dem sie wissen, dass er die Tür nicht aufmacht. Dem sie die Bude halb eintreten müssen, damit er mitkommt. Immer langsam mit der Fahndung. Weil da kann man auch mal an den Falschen kommen. Weil da gibt’s auch den einen oder anderen Assi, der einen guten Anwalt hat. Oder Beziehungen. Obwohl man sich das schlecht vorstellen kann. Ist auch selten. Bulle 1 kurbelt weiter. Mega-Hits der Achtziger . Die meisten Assis machen nichts, wenn sie dann blöd fallen, wenn die Tür endlich mal offen ist. Live is life . Dass dieser Scheiß doch wirklich immer noch kommt. Und sie kurbeln an dem alten Radio rum und hauen sich gegenseitig auf die Hände, und die Zeppeline mit den großen Werbesprüchen on board drehen ab zur Landung irgendwo vor der Stadt, weil das Wetterleuchten näher rückt.

«Aber unser Assi, verstehen Sie, der kommt immer zu diesem Imbiss. Der hat keinen festen Wohnsitzt, wo wir ihn uns sacken können. Also obsen wir ihn hier. Der weiß auch genau, wie das Spiel geht. So blöd, wie das jetzt klingt. Denn da hinten sehen Sie die verfallene Mauer, ja, da auf der Wiese hinterm Imbiss, die zu der kleinen Ruine gehört, ehemals Reichsbahn, jetzt DB. Heim ins Reich. Unser Kai. Der Kristall-Junge. Aber kein Interesse, so oder so. Will keiner kaufen, keiner investieren. Verkommt. Der kommt also hierher, unser Jungchen, flatterig wie das HB-Männchen, wenn Sie wissen, was ich meine. F6. Und da hinten hat er sein Depot. Da holt er seine Schorre. Ein Zombie. Wenn ich’s doch sage. Je heißer das wird, umso dürrer wird der Kerl. Kai. Bald in der Kiste, wenn Sie verstehen, was ich meine. Zombie-Kai. Und der weiß viel und singt gerne seine Lieder. Sonst sacken wir ihn ein und sperren ihn weg. Und da gibt’s keine Schorre. Und kein Kristall auch nicht. Obwohl’s da alles gibt, wenn man weiß wie. Aber ist eh knapp zurzeit. Kann einer vielleicht argumentieren, dass man drinnen jetzt, also im Moment, mehr kriegt als draußen. Aber überall ist der große Ausverkauf. Aber kein Sommerschluss. Genau wie Koka und der andere Scheiß. Und wir haben Druck von oben, weil die Zombies jetzt auf die Alten und Schwachen gehen, Rentnerklatschen, weil ja die Preise steigen. Also sollen wir aufräumen. Nicht nur unten, sondern auch oben. Ist jetzt nicht unser Job. Wir sind nur Fahndung. Fahren die Assis in den Kahn. Schiff ahoi. Aber da gegen die meisten Zombies was offen ist, spricht man sich mal ab mit der D zwodrei. Droge. Dezernat. Holt sich einen und macht bisschen Druck und leitet die Info weiter. Kriegen wir dann ’ne andere Info, wenn ’n großer Hirsch irgendwo steht und auf den Blattschuss wartet. Sonst kehren wir alles weg, aber jetzt ist’s grad speziell, weil die Zombies gehen auf alles, was nach Kleingeld aussieht, steigen sogar in Bäckereien ein, mit Knarren und Messern, und da soll der Sumpf jetzt …, verstehen Sie? Trocken und heiß. Was aber auch nichts bringt, weil für die Presse und die Politik alles prima, wir haben die Schorre und den Koks und rotten die Szene aus, was natürlich auch ein absoluter Quatsch ist, aber da kommen dann immer mehr Zombies, die auf der Suche nach Stoff und Geld sind. Und die müssen wir dann auch noch wegkehren. Und auf der anderen Seite spielen die Kanacken verrückt und drängen in die Stadt und in den Markt. Nur die Fidschies in Chinatown machen ihr eigenes Ding. Bisschen kompliziert, gelle? Ja. Wie sagt man? Win-win-Situation. Oder so ähnlich. Sie verstehen? Alle für alle, wie die Musketiere.«

Und die Taxis schwärmen aus. Sechzehn Uhr. Die Stadt kocht. Alle Fenster offen. Wenn der Regen nur käme. Scheiß auf die paar Blitze. Jetzt fahren zu viele mit dem Radl. Schlecht fürs Geschäft. Und atmosphärische Störungen knacken im Radio und in den Ohren. Back to the future . Die Pferdestaffel durchkämmt die Parks. Die Abbruchhäuser werden abrissreif geschossen von den Cowboys der schwarzen Schwadron. Nur Assis und Kleinvieh drin. Die Legenden und Gerüchte kreisen wie eine Windhose vom Zentralbahnhof durch die ganze Stadt. Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Jawoll, mein Junge …, pack die Badehose ein. An den Seen vor der Stadt liegen sie dicht an dicht. Sommer zweitausendneun. Wenn die Uhren noch stimmen. Und in der Nacht fallen Schüsse, wer braucht so einen Scheiß, die machen uns den Markt kaputt. Chaos ist der Anfang vom Ende. (»So ein Schwachsinn! Es gibt immer Leute, die vom Chaos profitieren. Stichwort Neuordnung.«)

Und der Fahrer fährt durch die Schatten des alten Straßenstrichs, wo er früher, vor vielen Jahren, die Kunden hingebracht hat. Fährt weiter über die» Allee der schönen Augen«, Heiterblick, links und rechts die Wohnwagen, lange Reihen, wenige Lichter, Menschen, Frauen, Fehlzündungen oder Schüsse, Jahr 1 nach der Wende, Jahr 2 nach der Wende, da stehen die Luden der alten Republik in der neuen Republik und warten drauf, dass sie rausgeschmissen werden von der Garde der Zonenschläger, die sich grad organisiert, Wind weht durch Haare, blondiert, vorne lang, hinten kurz, Glatzen, Ledermäntel, Davidoff im Lederetui, Schneetarnbomberjacken im Licht der Laternen, jede zweite war damals kaputt, er fährt weiter zur Burg, weil der Mann hinten im Wagen für Kleingeld bumsen will, die Fußballkommandos kriegen alles in den Griff langsam, sind ja auch am besten und schlagkräftigsten organisiert, damals, Jahr 1, Jahr 2, Jahr 3, aber das weiß der Mann hinten nicht, weil der Fahrer durch Jahrzehnte fährt vor dieser Zeit, in der die Fremdinvestoren den Markt übernehmen wollen. Neben der Straße der Bahndamm. Und Gewerbegebiete, wo damals Ruinen waren. Wer kennt noch die Witze über die wackelnden Wohnwagen. Wo sie dich abgezockt haben, dass die Eier voll blieben, aber die Geldtaschen sich leerten. Wo die Reviere abgesteckt umkämpft waren. Und wurden. Ost gegen West. Ost gegen Ost. Und die Rollkommandos rollten. Eine Frau (19) steht am Bordstein und schimpft leise. Drecksäue! Arme Kerle? Nee. Wie die Jahre vergehen. Und zweitausendneun finden sie bei Straßenarbeiten Lockenwickler, Hunderte versteinerte Zigarettenkippen und Kondome in einem ausgetrockneten Arm der Kanalisation. Sie ist jetzt einundvierzig und arbeitet in einer Kaffeebude im Zentralbahnhof. Und der Mercedes beschleunigt auf 88 Meilen pro Stunde. Weil die Rücklichter der Burg hinter den Häusern zu sehen sind. Früher gab’s den Rotlichttaler. Den Bumsbonus. Wer uns Gäste bringt, kriegt Geld. Die Läden übertrumpften sich gegenseitig. Die Zeiten sind lange vorbei. Und wieder zurück, durch die» Allee der schönen Augen«. Nur noch eine zerknitterte» Bild «auf der Rückbank. Er hatte ja versucht, ihm paar Adressen schmackhaft zu machen, hätte sofort Babsi, also Lilli, anrufen können, hat ihm gesagt, guck lieber in den Annoncen, aber der Typ war ein Kleingeldficker, der wollte in die Burg. Und dort kann er natürlich am billigsten. Hinterm Drehkreuz. Und ob’s dort jetzt ruhig ist, hat er gefragt, weil ja die Zeitungen, und der Krieg und die Stadt. Sicher, alles bestens bei uns! Bestens, alles sicher bei uns! Genau hat er’s nicht gewusst, also hundert Prozent, was weiß man schon hundert Prozent in diesen Tagen, wo sie alle durchdrehen bei dieser verdammten Hitze, wo die Clubs und die Türen der Diskotheken attackiert werden, wo diese arme Sau, die er sogar kannte, den er paarmal gefahren hat, auch zu Babsi, auf dem Bordstein krepieren musste. Armer Ficker, zur falschen Zeit am Ort ohne Zeit. Wie damals vor zehn Jahren, denkt er, bumm bumm, und beschleunigt seinen Mercedes auf der 7, beziehungsweise der 6, der Stadtschnellstraße, auf 88 Meilen pro Stunde. Aber die Geister sind zurück in town. Und da muss er lachen. Und spürt und sieht, wie die Lichter an ihm vorbeifliegen.

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