Clemens Meyer - Im Stein

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Im Stein: краткое содержание, описание и аннотация

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Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner kämpfen um Geld und Macht und ihre Träume. Eine junge Frau steht am Fenster, schaut in den Abendhimmel, im Januar laufen die Geschäfte nicht, die Gedanken tanzen ihn ihrem Kopf.»Der Pferdemann«, der alte Jockey, sucht seine Tochter.»Der Bielefelder «rollt mit neuen Geschäftskonzepten den Markt auf, investiert in Clubs und Eroscenter.»AK 47«liegt angeschossen auf dem Asphalt. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer in seinem großen Roman von den Menschen, den Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes. Mit großer Kraft und Emotion erzählt er die Geschichte einer Stadt, die zum Epochen-Roman unserer Zeit wird.

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Und das Telefon klingelt, aber ich bin auf dem Weg zur Nachtschicht. Kurz vor neunzehn Uhr. Die Stadt und die Welt. Das Taxi steht schon unten. Mein Lieblingsfahrer. Der Motor läuft. Polizei auf der anderen Straßenseite. Wegen den paar Kratzern kommt in Deutschland das Einsatzkommando mit allem Drum und Dran. Ich war mal in Belgrad, da juckt das keinen, wenn’s mal Beulen gibt. Er öffnet mir die Tür, ein wahrer Gentleman, rennt extra um die Karre rum, verbeugt sich halb und bewegt seine Hand im weiten Bogen durch die Luft,»Steigen Sie ein, Madame«, und schließt die Tür vorsichtig, als ich auf der Rückbank sitze. Er macht immer solche Scherze, und ich fühle mich gut, wenn er mich fährt.

«Na, da hab ich mich gefreut, als deine Nummer bei mir geblinkt hat. Lange nicht gesehen. Was macht das große Leben?«

«Fühlt sich klein an«, sage ich. Und er schweigt, weil er merkt, dass ich meine paar Sekunden Ruhe brauche. Dass ich in den Audrey-Hepburn-Modus schalte, oder meinetwegen Sharon Stone, aber ich mag dunkle Haare eher als mein Naturblond, deswegen färbe ich manchmal, und Sharon Stone ist mir zu kühl jetzt im Winter. Julia Roberts. Die Komödie kann beginnen. Und ich schließe die Augen. Sehe und spüre das Fließen des Lichtes.»Schalt das Radio ein, bitte.«

«Wird gemacht.«

Irgendein Techno läuft, harte Bässe, aber nicht zu schnell, und er schaltet rum, bis ich sage:»Mach wieder aus, sei so lieb.«

«Für dich alles.«

Und wir fahren langsam durch die große weiße Stadt. Die Hauptstraßen sind geräumt, das digitale Thermometer zeigt minus zwölf. Wenig Verkehr, auch auf den Fußwegen sind nur wenige Menschen unterwegs.

Neunzehn Uhr zehn. Wann kannst du denn da sein? Halb acht. Gut. Ich mache aber nur bis zehn. Drei Stunden? Ja. Halb elf. Gerne. Zimmer 405? Nee? Sorry, nochmal. Ja. Bis gleich.

Sie sieht das Hotel schon von weitem. Eins der höchsten Gebäude der Stadt. Ein grauweißer Monolith. Ein paar kahle Bäume drum herum. Es dampft aus den Gittern und Gullideckeln. Flugzeuge blinken am Himmel und ziehen Schneisen durch den Frost. Fenster hell, Fenster dunkel. Zur Weihnachtszeit versuchen sie, die Zimmer so zu belegen, dass der Umriss eines Weihnachtsbaums auf der Hauptfassade erscheint. Ein Fragment davon ist noch zu sehen. Schlitten stehen in der Auffahrt. Der Atem der Pferde dampft und steigt an der Fassade hoch. Ein bärtiger Mann in einem Pelzmantel steht vor der großen Drehtür und schlägt langsam eine bunte Trommel, die an einem Band um seinen Hals hängt. Bumm. Bumm. Bumm.

Wir kommen nur langsam voran. Vor uns eins dieser riesigen Räumfahrzeuge. Neben uns auf dem Fußweg dampft es aus einem kleinen Gitter direkt an der Bordsteinkante. Wieder Rot. Mein Lieblingsfahrer schimpft leise über die Schaltphasen. Ich sehe seine Augen immer noch im Rückspiegel. Mir ist heute nicht der Sinn nach Komödie. Manchmal habe ich das so gemacht, witzige Sprüche, rasanter Schritt, wie Julia Roberts in» Pretty Woman«, mein Lieblingsfahrer spielt mit, und wir kabbeln uns, und die Pointen fliegen nur so hin und her, ich sage:»How do you do?«, wenn ich an der Rezeption vorbeigehe, und zwinkere den Boys zu … Muss am Wetter liegen. Wie jede Frau in jedem Job hab ich auch mal ’n schlechten Tag. Wie gesagt. Drei Stunden. Wird ’ne lange Zeit. Sind aber vierhundertfünfzig Euro. Bei Hotelbesuchen nehme ich hundertfünfzig die Stunde. Davon träumen doch andere, von solchen Stundensätzen. Wenn ich dran denke, was mein Lieblingsfahrer so verdient. Ich meine, schlecht isses sicher nicht, gibt andere, die haben noch weniger heutzutage. Hartz IV und so. Und deswegen habe ich zweitausendfünf nicht Schröder gewählt. Wenn er nur halb so o.k. wird wie die Nummer zwei heute Mittag, wie spät war’s da eigentlich genau. Bei der eins hätte ich am liebsten wieder mit Gummi geblasen, wie bis vor drei Jahren, aber heutzutage geht das nicht mehr, zumindest seit die anderen das mehr und mehr anbieten, also mit ohne , aber nur oben , und die Gäste bestehen immer mehr drauf, aber Gummi schmeckte auch scheiße, und wenn sie ihn vorher saubermachen, und deswegen schicke ich sie alle unter die Dusche, und am liebsten würde ich kontrollieren, ob sie auch schön die Vorhaut zurückschieben, es müsste eine Beschneidungsverordnung geben, Juden haben wir ja kaum hier, ich habe jedenfalls immer literweise Listerine und sowas auf Vorrat. Natürlich blase ich auch noch oft mit. Meistens nur dran züngeln, und viele gehen ja eh schnell ab, und dann ziehe ich ihn drauf und mach’s ihnen, bis sie kommen, oder warte, bis sie sich beruhigt haben, wenn sie ihn noch reinstecken wollen in mich. Aber ich habe eben nunmal FO in der Annonce seit vier Jahren, und normalerweise kann man sich da nichts holen, da müsste man schon ziemlich große Wunden haben im Mund und er an der Eichel, und Saft kommt bei mir eh nicht zwischen die Lippen. KB, Körperbesamung, o.k.

Wenn das Jahr gut läuft, habe ich dann ganz schön was angespart. Die meisten können’s nicht halten, so wie viele Kerle ihren Saft, also das Geld. Gucci hier, Prada da. Na klar, gönne ich mir schonmal was, was denken Sie denn? (Zwinker, zwinker! Da lächele ich in die Kamera, und meine kleine Winterkomödie läuft so langsam doch an, was soll’s, das wird ’n schöner kleiner Hotel-Job, perfekt zum Feierabend, und der Gentleman mit dem Champagner und hoffentlich nicht so ’nem großen Monsterschwanz, obwohl, mal schaun, zwinker, zwinker!) Wenn ich nach der Arbeit mal ausgehe, da habe ich schon die feinen Sachen, wozu verdient man denn viel Geld? Aber die hohe Kante ist genauso wichtig. Sage ich zu jedem Mädel, das einsteigen will. Wenn du nicht aufpasst, stehst du irgendwann da, und die Kohle ist verprasst, die Zeiten werden schlechter, und du kannst schuften und ackern, bis du grau wirst und die Titten faltig, um wieder rauszukommen aus der Misere. Kann mir nicht passieren. Habe Pläne.

Und da rollen wir langsam über die große Hauptstraße, die durchs Zentrum führt, die Stadt scheint hellblau zu leuchten, Schnee auf den Dächern, und da ist schon das große Hotel. Siebenundzwanzig Etagen und ’n paar noch oben drauf. Wieder stehen wir an einer Kreuzung, die Straße runter geht’s in den Zoo, dort bin ich als Kind ein paarmal mit meiner Mutter gewesen, wir sind extra von Jena gekommen deswegen, weil’s so ein großer und berühmter Zoo ist, das war in den Sommerferien, ich erinnere mich ganz gut daran, ich hatte so einen Ferienpass, mit dem man fast überall umsonst reinkam, und die großen Ferien gingen damals noch zwei Monate, das war wirklich eine lange Zeit, was wohl die Tiere bei dieser Kälte machen? Aber heute ist der Zoo ganz anders als früher, als die großen Raubtiere in den alten Käfigen hin und her tigerten, Sommer und Winter, sie taten mir leid als Kind, das weiß ich noch, vielleicht tun sie mir aber auch nur jetzt leid, wenn ich mich an sie erinnere, aber den Affen in diesem alten Affenhaus ging es wohl ganz gut, so wie sie spielten und Bananen fraßen und die Hände ans Glas legten. Und heute sind sie alle in riesigen Freiluftgehegen, Löwen, Tiger, Affen, natürlich nicht zusammen, das würde ja Mord und Totschlag geben, auch die verschiedenen Affenarten haben jede ihr eigenes Gehege, ist wirklich ein riesiger Zoo, fast wie eine kleine Stadt, und ich muss mal wieder hingehen, wenn ich eine Tochter habe, werde ich mit ihr ganz oft in den Zoo gehen und ihr alle Tiere zeigen, die Fische fand ich als Kind immer langweilig, dabei hatten die die schönsten Farben. Den neuen Zoo, also so wie er jetzt ist, denn es ist ja natürlich derselbe Zoo, aber trotzdem ganz anders, kenne ich nur aus dieser Fernsehsendung» Tiger und Äffchen«. Wir Mädels gucken das alle. Kennen jedes Tier. Mit Namen. Und finden den oder diesen Pfleger gut. Oder süß. Ich guck’s nur ab und zu beim Durchzappen. Ich zahle und steige aus.»Pass auf dich auf.«

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