Clemens Meyer - Im Stein

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Im Stein: краткое содержание, описание и аннотация

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Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner kämpfen um Geld und Macht und ihre Träume. Eine junge Frau steht am Fenster, schaut in den Abendhimmel, im Januar laufen die Geschäfte nicht, die Gedanken tanzen ihn ihrem Kopf.»Der Pferdemann«, der alte Jockey, sucht seine Tochter.»Der Bielefelder «rollt mit neuen Geschäftskonzepten den Markt auf, investiert in Clubs und Eroscenter.»AK 47«liegt angeschossen auf dem Asphalt. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer in seinem großen Roman von den Menschen, den Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes. Mit großer Kraft und Emotion erzählt er die Geschichte einer Stadt, die zum Epochen-Roman unserer Zeit wird.

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Zerrissene Straßen mit Baumaschinen. Da schimpft einer, weil seine Gummisohlen schmelzen. Die Pferdestaffel sorgt für den großen Stau. Die Parks in der Innenstadt sind leer geräumt. Die Musketiere im Zentrum tragen MP vor der Brust. Der Zentralbahnhof liegt still und strahlt die Wärme des Tages ab. Der Himmel zieht zu über der Stadt. Dann sieht’s aus, als würde jemand in den Wolken wühlen. Im Zoo, nicht weit vom Zentralbahnhof entfernt, wird eine Giraffe plötzlich weiß, so dass sie von einer Schneegiraffe sprechen in der Zoosendung, die im Ersten kommt, die Schneegiraffe, das hat mit der Atmosphäre zu tun und dem Druck, so wie ein Mann auch plötzlich ergrauen kann über Nacht. Das Wasser in den Kanälen bewegt sich nicht und fängt an zu stinken. Seit Tagen schon. Und die Züge fahren bis elf in der Nacht im Stundentakt. Frankfurt/Main, Berlin, Hannover. Und ein Mann rennt durch die Bahnhofshalle, die große Treppe zu den Bahnsteigen, nimmt zwei Stufen mit einem Schritt, sind zwei Männer jetzt, die rennen, eine Frau schiebt vorsichtig ihren Kinderwagen an ihnen vorbei, klack klack, die Stufen nach unten in die große Bahnhofshalle aus Marmor und Glas, warum sie nicht den Fahrstuhl nimmt? Tauben flattern auf, und draußen: Tausende müde Tauben im vertrockneten Gras; einer nach Berlin, einer nach Hannover-City. Keine Eile, sind noch zehn Minuten und fünfzehn Minuten. Die Mietwagen stehen an den Bahnhöfen bereit. Man nimmt die Deutsche Bahn und fährt erster Klasse. Weil das weniger auffällt. Man hätte ja auch mit dem Auto …, für und wider, immer wieder. Aber die Bullen gehen einem auf den Sack. Stau wegen der Pferdestaffel. Die nur Kleinvieh erwischt hat, aber darum geht’s hier nicht. Halten jeden an zurzeit, der mit größerem Kaliber unterwegs ist, hätte man einen Smart leihen sollen, aber Geschäfte müssen gemacht werden, Angebote überbracht, und atmosphärische Störungen knacken im Radio und in den Ohren. Mit 88 Meilen pro Stunde geht es zurück in der Zeit. An den Bahnsteigen ist es erstaunlich leer, Sommerzeit, Ferienzeit. Alle schon weg.

Drei Straßen weiter, man kann den Zentralbahnhof nicht sehen, weil der große Quader des Hotels dazwischen liegt, dort, wo die Familien am Tag Richtung Zoo laufen, und nicht nur die Familien, weil der Zoo das Populärste ist, was es hier gibt in der Stadt, das liegt auch an dieser Fernsehsendung,»Tiger Tiger«, und der Eisgiraffe, und dort also ist das Wettbüro, wo es nur um Pferde geht, wo also die Jugos & Co. nicht ihre Hand drin haben, denn der Fußball macht am meisten Umsatz und Profit, wenn man mal die Automaten außen vor lässt, da gibt es einige Betreiber zwischen Deutschland und Babylon, und Pferde ist was für die Kleingeldzocker, was aber so auch nicht stimmt, der Fahrer nickt, der sich inzwischen drüben im Osten der Stadt hinter drei anderen Taxen eingereiht hat an seinem Stammhalteplatz, denn er kennt die großen Pferdewetter, die er früher noch, Jahr 1, Jahr 2, Jahr 3, auf die Bahn gefahren hat, wo es da noch so viele Rennen gab, von der Zone ganz zu schweigen, aber da hat er noch in der großen Druckerei gearbeitet, die jetzt, eingebettet zwischen den neuen Häusern des Zentrums, leer steht und verfällt, das tut ihm weh jedes Mal, wenn er dran vorbeifährt, 140 km/h, was für ein Quatsch, so beschleunigt er nur auf der Autobahn, wenn er jemanden zum Flughafen fährt. Das Zentrum der Stadt leuchtet blau, rosa, wenn es Abend wird. In den Villenvorstädten im Süden steht die Sonne am tiefsten.

Dort, Richtung Gangway zum Zoo, zu den Tieren, rennen sie jetzt, die Meisterdiebe. Aber in die andere Richtung, also vom Zoo weg. Am grauen Beton des Hotels vorbei, die Fensterfront funkelt rot jetzt am Abend, die letzte Sonne, die Lichter der Stadt, eine Frau (30) steht an der Scheibe, presst beide Hände gegen das Glas und lässt sich von hinten ficken von einem Kerl, der noch das Hemd anhat und die Socken, und sie weiß nicht, über was sie nachdenken soll, ist das nicht asozial, Socken beim Ficken nicht auszuziehen, aber sie kann sich ja die Stadt angucken, fünfundzwanzigste Etage, da hat man ja mal eine Aussicht, der Sonnenuntergang macht sie etwas traurig, und sie spürt, wie der Typ in ihr rumfuhrwerkt.

Und da sind sie schon außer Atem an der Kreuzung. Die Meisterdiebe. Quer über die Straße, zwischen den Autos. Da flattert das Geld aus den Taschen. War alles ein paar Tage oder Wochen vorher. Kanacken? Nee. Zombies. Und denen flattert das Geld aus den Taschen und den Plastikbeuteln. Der größte Bruch des Jahres. Alles geplant und bis auf die Sekunde getimed. Rein ins Wettbüro, Schreckschussknarre raus, rumschreien, Maske verrutscht, Gesicht klatschnass unter der Wolle bei dreiunddreißig Grad im Schatten, Geld in die Plastiktüten, sind nur zweitausendsechshundert, da riskiert keiner was, denn die Wumme sieht echt aus, und die Typen drehen am Rad, wenn sie keinen Stoff haben, nix zu fixen, kein Kristall. Da sitzen die Alten auf ihren Hockern, an ihren Tischen, während die Rennen aus Übersee und England über den Bildschirm flimmern. Sehen, wie die Boxen sich öffnen in Belmont Park, New York, bumm, und die Pferde über die Bahn galoppieren. Und die Scheine flattern im Wind, und die Alten meckern, als die Bullen kommen, weil sie weiterzocken wollen.

Und die Profis der letzten Tage und Wochen fliehen gemeinsam zu Fuß und auf Fahrrädern, atemlos der Marathon durch die Stadt, drei Raubüberfälle am Wochenende , der Mann aus Ghana taumelt mit blutendem Hals durch die große Straße im Osten, wo die Türken und Araber ihre Reviere haben, betagter Tourist aus der Schweiz hinterrücks überfallen , wer kommt denn auf die Idee, dass der schwarze Mann genug Geld einstecken hat? ein Schwarzer aus der Schweiz? aber die Zeiten sind schlecht, vor zehn, fünfzehn Jahren hätten ihn höchstens paar Glatzen attackiert, jetzt heißt es alle gegen jedermann, und besser mit Messer, die Musketiere tagen im Zoo, die Jackpötte schrumpfen gewaltig im Sommer null-neun.

«Wir brauchen noch Kuchen für morgen.«

«Ich sitz gut hier. Du sagst doch morgen

«Du faules Schwein, komm endlich vom Balkon runter.«

«Nu mach mal halblang. Hier draußen ist’s besser als Fernsehen.«

Weil die beiden Bullen sich endlich den Zombie geschnappt haben und ihn jetzt über die Wiese schleifen, die Acht (8) klickt, mitnehmen,»Kopf runter, du Aas!«, Hausordnung durchgehen im Hauptquartier 2.»Wenn du uns was Schönes singst, mein lieber Kai, bist du morgen wieder frei!«

Der Mond ist aufgegangen. Und schimmert durchs Glas der Bahnhofshalle. Noch ist es nicht ganz dunkel, die Tage ziehen sich oft bis nach Mitternacht und berühren sich fast noch am Morgen. Die Winter neun, zehn, elf werden hart und dunkel, zweiunddreißig Penner erfrieren, insgesamt. Davon fünf auf dem Weg nach Hause. Einen zu viel in der Kneipe. Sperrstunde gibt’s nicht in der Stadt. Die Diskos, Puffs und Clubs rüsten sich für die Nacht. In den Wohnungen gehen die Schichten langsam zu Ende,»Endlich Feierabend, kommst du mit auf die Kleinmesse?«, nur wenige Frauen arbeiten bis nach Mitternacht, hohe Schuhe klappern im Treppenhaus,»Nee, lass mal, ich lass mir jetzt ’ne Massage«,»Pass auf dich auf«,»Du auch«, ab acht werden die Türen gesichert, die Securities schließen sich kurz, man muss wissen, wo der Feind steht. Auch Hans instruiert seine Leute in seinem kleinen Club, die Diskos sind nur der Anfang. Wie hat mal jemand zu ihm gesagt?» Der Kuchen ist groß genug, aber wer tot ist …«Nee, das ging doch anders. Ist schon Jahre her. Er spürt, dass er alt wird. Etwas muss passieren, und zwar schnell.

Zwei Männer stehen am Kaffeestand, direkt vor den Bahnsteigen. Links der Zug nach Berlin, rechts der Zug nach Hannover. Waren noch kurz bei» WC Weiß«, die von der Schweiz bis weit nach Deutschland expandierten, einmal pissen für 50 Cent.»Scheißen 1 Euro, Duschen 2,50«. Noch fünfzehn Minuten. Als wenn der Planet sich rückwärts dreht.

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