Clemens Meyer - Im Stein

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Im Stein: краткое содержание, описание и аннотация

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Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner kämpfen um Geld und Macht und ihre Träume. Eine junge Frau steht am Fenster, schaut in den Abendhimmel, im Januar laufen die Geschäfte nicht, die Gedanken tanzen ihn ihrem Kopf.»Der Pferdemann«, der alte Jockey, sucht seine Tochter.»Der Bielefelder «rollt mit neuen Geschäftskonzepten den Markt auf, investiert in Clubs und Eroscenter.»AK 47«liegt angeschossen auf dem Asphalt. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer in seinem großen Roman von den Menschen, den Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes. Mit großer Kraft und Emotion erzählt er die Geschichte einer Stadt, die zum Epochen-Roman unserer Zeit wird.

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«Ein gewisser P., ein gewisser Druck … Ich habe dir vorhin schon einmal gesagt, dass du nichts weißt.«

«Und da sind wir wieder bei Platon.«

«Zumindest gibst du es zu.«

«Was? Die Allgemeingültigkeit der großen Philosophen?«

«Nein. Auch, dass wir alle weniger wissen, als wir glauben. Was denkst du, welche Rolle ich spiele. Wir sind hier. Die anderen sind dort. Und die anderen sind auch wir. Und dennoch nicht. Reim dir das zusammen.«

«Wenn die Deutsche Bank, entschuldige den Vergleich, irgendwo auf der Welt investiert beziehungsweise fehlinvestiert, ist es dennoch die Deutsche Bank, nicht wahr?«

«Mein Freund, das sind Totschlagargumente. Die Engel sind nicht zentral organisiert durch einen Betriebsrat oder einen Weltpräsidenten. Hegel sagt und beruft sich dabei auf Aristoteles und andere beziehungsweise zitiert sie: In der Metaphysik, und meiner Meinung nach damit auch zwangsläufig in unserer sogenannten Realität, haben wir den Gegensatz von Substantialität und Individualität. Im Grunde genommen sind wir Chemie. Die sich im Raum bewegt. Ich bin als Individuum nicht verantwortlich für die Dinge, die im Club der Engel weltweit passieren.«

«Ich bin beeindruckt …«

«Nichts ist zu bestimmen. Das Sein, was soll das sein? Sind wir nichts außerhalb unserer Zeit? Wer, verdammt nochmal, klopft an unsere Tür.«

«Ist es möglich, dass ich vorhin deinen alten und, wie man hört, ehemaligen Geschäftsfreund A., so nanntest du ihn zu Anfang, unten an der Tür gesehen habe?«

«Ach, haben die Spiegel zu dir gesprochen?«

«Wie soll man hier ohne sie sein.«

«Da hast du dich wohl verguckt. Natürlich war er ein paarmal hier, natürlich kennen wir uns seit vielen Jahren. Haben Geschäfte gemacht, haben uns ausgetauscht, haben Vereinbarungen getroffen, der alte AK und ich. Aber heute haben dich die Spiegel getäuscht. Da hast du einen anderen Ledermantel gesehen.«

«Wie stehst du zu eurem alten Pakt?«

«Welcher Pakt? Hast du wieder auf das Geflüster der Straße gehört?«

«Wie soll ich es sagen …, ein Mann: die Räume, die Clubs. Ein Mann: die Wohnungen, die Zimmer. Korrigier mich, wenn ich wieder mal vollkommen falschliege.«

«Der Tag war lang. Die Nacht ist lang. Und die Erklärungen sind endlos …«

«Ich …«

«Ja. Du. Komm in ’ner Woche wieder.«

Alice ist verschwunden. Die Bar ist fast leer. Die beiden Füchse liegen in dem alten Eisenbahnwagen auf dem stillgelegten Abstellgleis hinterm Zentralbahnhof. Noch gucken sie aus der offenen Tür des Güterwagens in die Nacht. Sie hätten gerne eine Frau. Aber die anderen Füchse sind woanders. Wenn sie die Autobahnen und Schnellstraßen überqueren, sterben sie. In den Parks ist viel Platz. Müll und Essbares unter den Brücken. Drei Harleys stehen noch vorm Club der Engel. In dem Polizeifahrzeug an der Kreuzung, einem Kleinbus, umgangssprachlich Sixpack, schlafen zwei Männer in Uniform. Eine Frau sitzt hinterm Lenkrad und liest in einer bunten Zeitschrift, die sie aufs Lenkrad gelegt hat. Prince Charles ist tot. Nee. Eine tote Dame, namens Sexy Cora, bekommt einen Nachruf. Ist aber schon lange tot. Hat sich die Titten machen lassen und ist dabei eingeschlafen. Schlechte Narkose. Die uniformierte Frau zieht eine Schachtel Zigaretten aus der Jackentasche des schlafenden Kollegen. Hab doch schon längst aufgehört. Der Mann, der seinen Club im Westen der Stadt hatte, Südwesten eigentlich, um genau zu sein, ist verschwunden. Die Frau legt die Illustrierte vorsichtig auf den breiten doppelten Beifahrersitz neben ihren Kollegen. Sie zündet sich die Zigarette am Zigarettenanzünder an. Sixpacks haben keinen Zigarettenanzünder. Die letzte Straßenbahn quietscht zwei Straßen weiter in die Endstellenschleife.

Im Club der Engel kommt Alice vom Duschen. Königin Alice. Leckt mich doch. Feierabend. Da kommt noch ’n Stammgast. Der sie immer sehr begehrte. Da setzt sie sich doch nochmal hin. Wassertropfen auf ihrer Stirn. Auf der Zapfanlage wippt ein kleiner Elch aus Holz. Kussmund. Keiner weiß, wo der herkommt. Der späte Gast setzt sich dann aber doch zu Magda aufs kaltgewordene Leder des Sofas. Leck mich doch. Auch gut. Feierabend. Wir schlafen schon im Stehen und im Sitzen.

Im nächsten Augenblick kamen Soldaten durch den Wald gerannt, anfangs zu zweit und zu dritt, dann in Gruppen von zehn bis zwanzig Mann und schließlich in solchen Mengen, dass sie den ganzen Wald zu füllen schienen. Alice stellte sich hinter einen Baum, um nicht umgerannt zu werden, und sah zu, wie sie an ihr vorbeiliefen.

«Bist du eigentlich bei Facebook?«

«Nein. Ich halte dieses Medium für gefährlich. Es zerstört unsere sozialen Strukturen. Es beginnt, die Gesellschaft zu kontrollieren. Da bin ich vielleicht etwas altmodisch. Obwohl früher einige aus unserer Branche über das Netz an sich, als es noch neu war, also Mitte der Neunziger, auch gelacht haben. Und jetzt hat jeder kleine Schmuddelpuff seine Seite. Die Werbemöglichkeiten sind natürlich enorm, früher lief alles über die Printmedien, ›Bild‹, Rotlichtführer … Wobei ›Bild‹ & Co. auch nicht zu unterschätzen sind, wir haben da nach wie vor unsere Annoncen. Die aber gleichzeitig auf unsere Webseite hinweisen. Das Ende der Printwerbung werde ich sicher nicht mehr erleben.«

«Du denkst also schon, dass es so etwas wie ein Ende der Printkultur geben wird. Was hältst du von Sexcams, ist das ein Markt, wo du dir vorstellen kannst, aktiv zu werden?«

«Wer sagt, dass ich das nicht bereits bin? Unsere Webseite, also die des Clubs, wird seit Jahren ständig weiterentwickelt. Es gibt ein Kundenforum, man kann die Damen virtuell besuchen, es gibt kleine Filme, aber nicht mit ihnen sprechen oder chatten, es gibt ein Gästeforum, wo man sich austauschen kann, auch mal Kritik äußern kann, wir sind dabei, einige spezielle Räume hier im Haus mit Sexcams auszustatten, so dass ein oder zwei Mädchen dort sitzen und auf Kundenwunsch strippen oder eine Live-Dildo-Show abliefern oder eine lesbische Performance, man glaubt nicht, wie viele Leute da mit ihren Kreditkarten …, stundenlang. Mach dies, mach das, schieb dir das da rein.«

«Nochmal zurück zu Facebook. Es gibt dort jetzt ja den sogenannten Bums-Bottom. Sind diese vielfältigen Möglichkeiten, sich Sexualpartner zu suchen, ›My dirty Hobby‹ und Co., schlecht für das Geschäft mit den Sexdienstleistungen?«

«Ich denke schon. Webcams, Pornos, YouPorn und alle diese Onaniemaschinen heizen ja die Männer eher an. Die sind dann früher in Scharen in unsere Clubs gekommen. Aber heute gibt es die vielfältigsten Möglichkeiten, sich einen Sexualpartner auf diversen Seiten zu suchen. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass es immer und im ausreichenden Maße die Klientel geben wird, der das alles viel zu anstrengend ist. Und am Ende kann mir keiner erzählen, dass diese Formen der Sexualmaßnahmen nicht doch Kosten aufwerfen. Früher hat man ja immer wieder gehört, ach, da gehe ich mit einer essen, spendiere dann noch paar Drinks, das Taxi …, da kann ich ja gleich in ’n Puff. Das war natürlich nur so ’n dummer, salopper Spruch, aber wie das eben so ist mit den Sprüchen, die Wahrheit …«

«Entschuldige, dass ich dich unterbreche, aber du sprichst von früher. Damit kannst du ja nur eine rückwärtige Zeitspanne bis Anfang der Neunziger meinen oder die Marktmechanismen, die in der alten Bunderepublik vorherrschten und die man natürlich auch, bedingt zumindest, kennt. Also du, denke ich. Bordelle und bordellähnliche Betriebe existierten ja zu DDR-Zeiten de facto nicht.«

«Eher de jure. Wenn wir schonmal wieder dabei sind. Es gab schon ein paar Möglichkeiten, und damit meine ich nicht die berühmte Messeprostitution oder die altehrwürdige ›Storchenbar‹ oben in Rostock. Das war ja eher für die Westgeld- oder Dollar-Kundschaft. Es gab schon ein paar Kneipen, wo man wusste, da kann ich den oder den fragen, er gibt dir dann ’ne Adresse …, aber das war schon sehr vereinzelt. Das lag natürlich am System.«

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