Clemens Setz - Die Frequenzen

Здесь есть возможность читать онлайн «Clemens Setz - Die Frequenzen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Год выпуска: 2009, Издательство: Residenz Verlag, Жанр: Современная проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Die Frequenzen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Die Frequenzen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Walter und Alexander waren Freunde, als sie noch Kinder waren — nun kreuzen sich ihre Wege wieder
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden — oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf.
Dies ist die Gechichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen…
Nach "Söhne und Planeten", seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.

Die Frequenzen — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Die Frequenzen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Eine qualvolle Pause verstrich.

— Jetzt sag’s mir schon. Ich kapier das nicht.

— Was soll ich sagen?

— Warum du nicht willst, dass ich –

— Weil ich es nicht will. Darum. Zufrieden?

— Nein, nicht zufrieden.

— Was, bist du jetzt vielleicht schockiert? Ist es das? Hab ich dir einen Schreck eingejagt?

— Es ist gar nicht so sehr die Botschaft, die mich irritiert, es ist die Art, wie du es gesagt hast … Damit das gleich klar ist … Was soll das?

— Ich wollte nur, dass das von vornherein klar ist. Soll ich etwa lügen?

— Nein, das nicht, aber –

— Warum ist das denn so ein ungeheures Problem für dich? Ich will ihn nicht in den Mund nehmen. Unten kann er von mir aus tun, was er will, aber alles, was über die Gürtellinie geht, davon will ich nichts wissen.

— Schon gut, ich hab’s verstanden.

— Und warum hab ich dann immer noch das Gefühl, dass du überhaupt nicht kapierst, was ich sage?

— Woher soll ich das wissen? Vielleicht sprichst du in Rätseln, in Metaphern, was weiß ich!

— Ja, so haben wir das gern: Wenn du einmal nicht weiter weißt, dann wirst du einfach laut. Brüllst herum. Super. Ich freu mich schon auf die Zeit, wenn wir beide einmal alt sind!

— Mach dir darüber keine Sorgen.

Ich stand auf und stapfte aus dem Zimmer. Sie rannte mir nach.

— Was? Hast du jetzt vielleicht vor, die Tür ins Schloss zu werfen? Ist es das? Wenn du das vorhast, dann kannst du das ganz allein machen, weil ich nämlich nicht in der Nähe sein werde, um es zu hören. Ich gehe auf den Balkon!

Sie drehte sich so energisch um, dass der Teppich unter ihr in einem kleinen Wirbel Falten warf.

Ich flüchtete aus der Wohnung, ohne die Tür ins Schloss zu werfen, obwohl ich wilde Verwünschungen gegen alles Lebendige auf der Welt ausstieß, während ich das Treppenhaus hinunterrannte.

Als ich aus der Haustür trat, vibrierte mein Oberschenkel. Ich klappte das Telefon auf und sah Lydias Namen blinken. Ich schaute dem eingehenden Anruf zu, wie man den letzten Atemzügen eines Sterbenden zusieht; nach wenigen Sekunden brach er ab, und eine kleine Notiz erschien am unteren Rand des Displays: Anruf in Abwesenheit .

Aus irgendeinem Grund traten mir Tränen in die Augen.

Ein Pantomime, an dem ich auf meinem Nachhauseweg vorbeikam, imitierte mein trauriges Gesicht. Als ich stehen blieb und ihn verdattert ansah, bot er mir zur Aufmunterung einen unsichtbaren Blumenstrauß an. Seine Augenbrauen hoben sich erwartungsvoll, als ich mit geballten Fäusten auf ihn zuging.

Als der Klinikclown im Zimmer verschwunden war, hielt ich es nicht mehr aus, holte mein Handy aus der Tasche und schrie ein paar Flüche in das tote Telefon. Aber schon nach den ersten Worten wurde ich leiser und plapperte eine Weile vor mich hin, einfach, um nicht einzufrieren oder den Verstand zu verlieren.

Ich ging den ausgestorbenen Gang entlang.

– Überall hängen diese albernen Kinderzeichnungen, weißt du, sagte ich, diese hingeklecksten Kunstwerke mit Patschhändchen-Wolken in Rot, Blau und Grün, und dann noch ein paar Herbstblätter, mit denen man ein ganzes Din-A3-Blatt gestempelt hat, und die Krankenschwester sagt: Jööh, so schön, was du da machst, wie heißt denn das Bild? Und das Kind antwortet: Mama. Mama heißt dein Bild? Ja . Das Bild besteht aus einem Haufen Blätter, und die Krankenschwester fragt nach: Mag deine Mama denn gern Blätter? Und das Kind sagt: Meine Mama ist jetzt im Himmel und von da regnen immer die Blätter . Gott, wie ich Krankenhäuser hasse. Wenn hier eines dieser Warndreiecke herumstünde, die vor dem glatten Boden warnen, würde ich es nehmen und in der Toilette verstecken, wo der Boden wirklich feucht und glitschig ist. Und dann würde ich ausrutschen, nach allen Regeln der Kunst, noch spektakulärer als damals im Heim. Auf dem fahrlässig rutschigen Boden würde ich mich schreiend hinschmeißen und mir vielleicht sogar was brechen und hinterher jemanden verklagen. Ja, das wäre genau das Richtige! Ach, verdammte Scheiße noch mal.

Ich hörte mit meinem Gerede auf, da es nichts zu bewirken schien, und steckte das Telefon zurück in die Tasche. Ein wenig besser fühlte ich mich allerdings, auch wenn die Erleichterung nur von kurzer Dauer sein würde.

Komm nur , dachte ich, etwas verwirrt, ohne zu wissen, wen oder was ich damit meinte. Komm nur her. Na los .

Ich bemerkte, dass ich das Kinn vorgereckt hatte. Ich versuchte mich zu entspannen.

Ein Blick auf die Uhr. Siebenundzwanzig Minuten und fünf Sekunden. Die digitale Fünf erhielt ein weiteres Stäbchen und war jetzt eine Sechs. Mir wurde schwindlig, ich setzte mich wieder hin.

Schweiß brach mir aus, ich öffnete den Mantel, wickelte meinen Schal ab. Es war ohnehin noch viel zu warm für einen Schal, erst recht hier drinnen, wo es nur eine einzige Jahreszeit gibt: die Verwesung.

Ich stand auf, fächelte mir mit einer Broschüre über tibetische Atemtechniken ein wenig Luft zu und wanderte den Gang entlang. Ein Kinderbild nach dem anderen. Generationen von hospitalisierten Kindern, eingesperrt, abends allein, ohne Eltern, aufgemuntert von einem fetten, borderline-religiösen Clown, der nicht einmal durch eine sperrangelweit offene Tür gehen konnte.

Fette Sau.

Generationen von –

Kinderstation! Der Schal fiel mir aus der Hand.

Ich ließ ihn liegen und rannte zur Treppe. Auf einen Lift zu warten hätte ich nicht ertragen.

Wer würde mir entgegenkommen? Wen würde ich rückwärts die Stufen hinunterwerfen müssen, in den sicheren Tod? Niemand, das Treppenhaus war leer. Nur die lauten Echos meiner Schritte. Niemand kam mir in die Quere.

Die Kinderstation! Das falsche Stockwerk!

Wie viele Minuten? Siebzehn. Sieben. Zehn.

Die Ziffern auf meinem Handgelenk arbeiteten unterdessen weiter, vergrößerten den Irrtum, die Peinlichkeit, mein Herz war mir als Ballon in den Hals gestiegen und klopfte nun dort wie ein pulsierendes Geldstück unter der Zunge. Ich streifte die Wand, als ich im Stiegenhaus die Laufrichtung änderte, nach oben, nach oben. Vierter Stock, vierter Stock. Warum liegen im vierten Stock überhaupt noch Menschen? Warum sind dort nicht nur Abstellkammern und Restaurants, die im Brandfall entbehrlich wären?

Atemlos erschien ich vor einem Mann in Weiß, der gleich eine Schwester zu sich winkte.

— Sie sind kurz nach Hause gegangen?

— Nein ich hab unten ich hab … unten also ist doch … egal jetzt bin ich jedenfalls da kann … ich jetzt zu meiner …

Ich schnaufte den Rest der Luft aus und stützte mich mit den Händen auf meinen Knien ab.

— Ja, dann nehmen Sie doch bitte hier Platz, sagte die Schwester in einem Tonfall, der verriet, dass sie sich von gesunden Menschen normalerweise nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Sie zeigte auf eine der Sitzecken, in der ich gerade eben gewartet hatte. Nur der Polsterbezug der Sessellehnen hatte ein anderes Muster. Schottenrock. Die in der Kinderstation waren von einem aufdringlichen Grün.

Ich setzte mich hin, immer noch schwer atmend, obwohl ich inzwischen das Gefühl hatte, ich übertrieb mit meiner Erschöpfung vielleicht ein wenig, und krallte die Finger in die Sitzfläche. Ich erwürgte den Clown, langsam und genüsslich. Seine fettige, von unzähligen Schminkschichten unmenschlich verfärbte Haut schmatzte unter meinen Fingern, verlor immer mehr an Spannkraft und erschlaffte schließlich.

Ich schloss die Augen, erschöpft, nur für einen Moment.

Das wandelnde Grammophon

Der Hund ist der große Humanist unter den Tieren. Uljana bildete von dieser Tatsache keine Ausnahme. Doch die eine Nacht im Freien, unbeachtet von den Menschen, die doch eigentlich alle für sie zuständig waren, hatte sie etwas verbittert. Als sie am Morgen die Reste eines lästig über ihren Nacken galoppierenden Traums abgeschüttelt hatte, war ihr alles entsetzlich und hoffnungslos erschienen, kalt und zugemauert, eine riesige, unverständliche, gesetzlose Welt, die im Innersten so herzlos war wie Nebel.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Die Frequenzen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Die Frequenzen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Die Frequenzen»

Обсуждение, отзывы о книге «Die Frequenzen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.