Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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Soweit er mit wenigen Blicken erkennen konnte, hatte sich seit seinem letzten Besuch nichts verändert. Selbst der dicke, zimtfarbene Kater Chakamankabudibaba empfing ihn wie an dem Abend vor zwei Wochen: blinzelnd mit einem Auge, dann gähnend und sich unter Krallenzeigen reckend, als hätte ihn das plötzlich aufspringende Licht aus Mörderträumen gestört. Der Kater beschnüffelte Christians Hand, fand nichts Freßbares darin und wälzte sich träge auf die Seite, um sich kraulen zu lassen. Christian murmelte den vollen Namen des Tiers, wozu es keckernde Laute von sich gab. Der Name, den Meno einem der Hauffschen Märchen entnommen hatte, war nicht dazu angetan, den Kater in Abend- oder Morgenstunden lange und ausdauernd rufen zu können. Aber da der würdevolle Chakamankabudibaba ohnehin tat, was ihm beliebte, brauchte es auch keinen Namen, der kurz und prägnant war und sich in vielen Wiederholungen ohne Anstrengung rufen ließ: es war zwecklos — hatte Chakamankabudibaba Hunger oder wollte, wie jetzt im Winter, in der Wärme schlafen, so kam er, hatte er keinen Hunger, kam er nicht. Als Christian ihn auf den Rücken drehte, um seinen breiten Bauch zu kraulen, grunzte der Kater erschüttert, schnatterte unwillig, war aber viel zu schlaff, um etwas zu unternehmen. Die vier Pfoten blieben wie bei einer gebackenen Weihnachtsgans in der Luft stehen, der Kater reckte gnädig den Hals, schon wurden die Augen trübe, und er wäre wohl in dieser pharaonischen Haltung eingeschlafen, hätte Christian ihm nicht einen kleinen Stups versetzt, so daß er in die vorherige Stellung zurücksank.

Vor der Spitzbogentür war der gelbe Vorhang zugezogen. Sie führte zu einem Balkon, der sommers über dem ausgedehnten Garten des Tausendaugenhauses zu träumen schien wie eine Frucht an einer hohen, mütterlich über das Blühen ringsum geneigten Pflanze; dann waren Türen und Fenster des Raums bis in die Nacht geöffnet, um Licht und Gartenströmungen einzulassen. Christian sah nach der Uhr: sechzehn Uhr sechsundvierzig, bald würde sie schlagen, fünf klangvolle Gongtöne würden durch Zimmer und Haus schweben. Die seltsame Konstruktion der Uhr hatte Christian schon als Kind gebannt, oft hatte er davorgestanden und sich von Meno den Mechanismus des Perpendikels und des Gangwerks erklären lassen: Alle zehn Minuten schlug die Uhr, war es zehn Minuten nach, dann einmal, zweimal bei zwanzig, dreimal bei dreißig und so fort; sechsmal für die volle Stunde, die nach einer Pause ihren Wert geschlagen bekam; war es Mitternacht oder zwölf Uhr, ertönten achtzehn Gongschläge. Was Christian aber am meisten beeindruckte, war die zweite Uhrenscheibe unter dem Ziffernblatt, ein fleckig nachgedunkelter Messingkreis, an dessen Rand der Zodiakus eingraviert war; ein breiter Rahmenzeiger, im Zentrum das Sonnenzeichen, wies die Sternenzeit. In die Kreisfläche waren Sternbilder eingepunzt, die Hauptsterne hatte der Graveur etwas größer als die übrigen markiert und durch Nadelrißlinien miteinander verbunden. Schlangenträger, Haar der Berenike, Nördliche Krone, Walfisch — Christian erinnerte sich an die Bezauberung, die diese Worte und dann die lateinischen Übersetzungen in ihm bewirkt hatten, wenn Meno sie halblaut und beinahe wehmütig gesprochen hatte vor der Uhr, dabei auf die Gravuren weisend — das erste Mal an einem Abend vor etwa zehn Jahren, als sie ihm, dem siebenjährigen Christian, wie eine unbestimmbare, aber angenehm wirkende Substanz ins Ohr geträufelt waren und ihm die Ahnung vermittelt hatten, daß es in der Erwachsenenwelt, die ja auch die Welt des unbegreiflichen und in so anderen Regionen lebenden Riesen neben ihm gewesen war, zu dem seine Mutter Bruderherz oder Mo sagte, — daß es in dieser Welt sehr interessante und besondere Dinge gab; Geheimnisse; und dort, in seinem Kindessinn, mußte etwas geschehen sein oder im Verborgenen gewachsen und nun auf einmal aufgebrochen: Christian hatte die Worte, ihren fremden, eigentümlichen Klang, nicht wieder vergessen. Ophiuchus. Coma Berenices. Corona Borealis. Cetus. Er sprach die Worte leise nach. Die Uhr schlug sechzehn Uhr fünfzig. Ich bin in ein paar Minuten vorn, dachte Christian, es ist noch genügend Zeit, die Feier beginnt ja erst um sechs, keine Hektik. — Aber daß es Lateinisch war, was Meno ihm da sagte, erfuhr er erst viel später, von Ulrich, glaubte er, oder von Niklas, an jenem Abend, an dem sie über Sagen sprachen, bei Tietzes.

Er ging zum Tisch neben dem vollgestopften Bücherregal, das sein Vater aus rohen Kiefernbrettern gezimmert hatte, musterte die stapelweise übereinanderliegenden Bücher und Zeitschriften. Selbst hier hatte es im Vergleich zu seinem letzten Besuch kaum Veränderungen gegeben: noch immer lag die mit einem Schutzumschlag aus Zeitungspapier versehene Nummer der» Nature «neben einigen Biologie-Fachzeitschriften, alle schon mit einer leichten Staubschicht bedeckt, und einigen Exemplaren der» Weimarer Beiträge«, die ziemlich zerlesen waren. Daneben die heutige Ausgabe der» Union «ordentlich zusammengefaltet, das maserige Papier roch nach Druckerschwärze. Neugierig berührte Christian ein in Leder gebundenes Buch, schlug es auf und las den Titel:»Die Weltalter«, F. W. J. Schelling; auf dem Buch daneben, das denselben Verfassernamen trug und ebenfalls in Leder gebunden war,»Bruno oder Über das göttliche und natürliche Prinzip der Dinge«. Christian nahm es zur Hand, es war ein Band im Quartformat, Staub wolkte vom marmorierten Buchblock, als er darüberblies. Der Rand war noch nicht sauber; Christian zog sein Taschentuch, versuchte die beiden Buchdeckel zu halten, aber die Blätter fächerten plötzlich auf, einige Papiere fielen heraus, beim Bücken rutschte ihm das Buch zu Boden. Chakamankabudibaba war wie elektrisiert emporgefahren und sah ihn mit grünen Augen an. Christian sammelte die verstreuten Blätter hastig auf, steckte sie in das Buch zurück. Da jetzt alles falsch liegen mochte, legte er den Band wieder auf den Tisch und versuchte sein Mißgeschick in Ordnung zu bringen, indem er das geschlossene Buch aufs Geratewohl öffnete: Oft schlugen sich so die vielbenutzten Seiten auf. Diesmal schien es nicht so zu sein: jungfräuliches Papier, neben den tiefschwarzen Zeilen keine Anstreichungen oder Randkommentare, mit denen Meno gewöhnlich arbeitete. Dennoch legte Christian eins der Papiere ein, wiederholte die Prozedur, wobei er mehrmals gerade die Seiten aufschlug, zwischen die er das erste Papier gesteckt hatte; aber schließlich waren alle Zettel untergebracht. Beklommen ordnete er die Bücher in ihre ursprüngliche Lage.

Der Kater hatte die Augen wieder geschlossen und den Kopf auf die Pfoten gelegt, nur die Schwanzspitze krümmte sich langsam hin und her, als gäbe es in dem sichtbaren, zimtfarbenen Chakamankabudibaba noch einen zweiten, der nicht schlief und den ängstlich lauschenden jungen Mann dort beim Tisch angespannt und aufmerksam beobachtete. Die zapfenförmige Lampe mit ihrem Stern aus sechs Glühbirnen schob eine Glocke diffuser Helligkeit über den Kater in seinem Sessel, den Schreibtisch. Die Bücher in den bis unter die Decke reichenden Schäften, die Pflanzen in der Ofenecke schienen Christian anzublicken, entfernt und dämmerig, als hätte sie ein Ruf so spät noch aus einem Anderreich heraufbeschworen, und als hätte der Rufer vergessen, das Wort zu sprechen, das ihnen die Rückkehr erlaubte. Auch die Uhr schien ihn anzusehen mit ihren beiden Zeitkreisen. Außer dem gleichmäßigen Ticktack, dem Rütteln der Fensterläden, wenn der Wind daruntergriff, und dem Ziehen des Ofens war nichts zu hören. Christian ging in die Küche und nahm aus dem Kohlenkasten unter dem Herd ein Paar Arbeitshandschuhe, prüfte dann, ob die Riegel der Feuer- und der Ascheklappe fest verschlossen waren, zog die Riegelschrauben etwas nach. Sogar durch den derben Handschuhstoff hindurch war die Hitze des Metalls zu spüren; die Kacheln in Höhe des Feuerlochs konnte er mit bloßen Händen nicht anfassen, ohne zurückzuzucken. Dennoch war es in der Stube nur mäßig warm — das Tausendaugenhaus war alt, die Fenster waren schlecht verfugt, das Holz hatte Risse; durch die Nachbarschaft des Korridors ging Wärme verloren.

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