Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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«Wollen wir klingeln? − Nicht«, murmelte Meno.»Komm. «Sie gingen weiter, Meno mit gesenktem Kopf, die Hände in die Taschen seines Mantels geschoben, den Hut tief ins Gesicht gezogen.

Auf der Mondleite streckten Ulmen ihr Totengeäst in den Himmel. Es begann zu schneien. Die Flocken stoben und wehten über den Weg, der kaum genügend Platz für die Ladas, Trabants und Wartburgs ließ, die sich an den äußersten Straßenrand drängten, hier und dort die verwitterten, lückenhaften, von Hagebutten- und Brombeergerank überwucherten Zäune schiefschoben. Die Lichtröcke der noch funktionierenden Laternen begannen zu tanzen, Christian mußte an die Eindrücke so manches Abendspaziergangs denken, wenn ihm Kutschen vor den schweigenden, in Vergangenheit zurückgezogenen Häusern erschienen waren, sich aus der nächtlichen Unschärfe der Mond- und Wolfsleite gelöst hatten, an Winterabenden wie diesem unhörbar im Schnee davongerollt oder angekommen waren: Damen mit Hermelinmuffs stiegen aus, nachdem ein Diener beflissen den Schlag geöffnet hatte, die Pferde schnaubten und tänzelten im Geschirr, witterten Hafer und Zucker, den heimatlichen Stall, und dann öffnete sich das Tor mit den beiden sandsteinernen Kugeln auf den Pfeilern und der bizarren Schraubenblüte auf dem Bogen, Rufe ertönten, eine Kammerzofe lief eilends die Treppe hinab, um das Gepäck entgegenzunehmen … Christian schrak zusammen, als er ein Käuzchen klagen hörte. Meno wies auf die Eichen neben dem Tausendaugenhaus, das nun in Sicht gekommen war, halb verborgen hinter dem Tor und der mächtigen Blutbuche. Es lag am Rand eines Straßensacks, in den die Mondleite mündete, er bildete dort, wo die Eichen standen, zugleich ein Knie zwischen Mondleite und Planetenweg. Meno nahm den Schlüssel; aber noch erschien Christian das Haus fern, unzugänglich, in das Buchengeäst wie in eine große Nachtkoralle gewebt. Das» Kiwitt «des Käuzchens drang nun vom Park herüber, der neben der Mondleite steil abfiel und an den Garten des Tausendaugenhauses mit einem Saum von Tränenkiefern grenzte, die ihren harzigen Duft in den metallischen der Schneeluft mischten.»Hier sind wir.«

Und Christian dachte: Ja. Hier sind wir. Hier bist du zu Haus. Und wenn ich hineingehe, die Türschwelle überschreite, werde ich verwandelt werden. Gegenüber, bei Teerwagens, schien man zu feiern, Gelächter schepperte aus der Wohnung des Physikers im massigen, dennoch elegant angelegten und an der Straßenfront, an der Ecke mit den austernhaften Balkonen, wogig gerundeten Bau des» Elefanten«, wie Christian und Meno das Haus nannten, auf dessen Jugendstilzaun verrostete Blüten saßen wie großflügelige, schwermütige Nachtmotten. Inzwischen hatte Meno die Pfeife ausgekratzt, einige Mintkissen gekaut und war über den mit geborstenen Sandsteinplatten bedeckten, von Weinrosenhecken gesäumten Weg vorgegangen. Mit seinem verschnörkelten, von Reparatur-Messing gefleckten Schlüssel öffnete er die Tür. Christian sah diesen Schlüssel oft vor sich, wenn er in Waldbrunn in seinem Internatszimmer im Bett lag und dachte: Tausendaugenhaus. Während er die Reisetasche auf der Schulter zurechtrückte, wärmte er sich an diesem» Hier «Menos, das für das ganze Viertel galt, die in der Dunkelheit und dem Schnee schlafenden Villen ringsum, die Gärten und das in den Lufttiefen des Parks noch immer rufende Käuzchen, die Blutbuche, die Namen. Meno schaltete das Flurlicht ein; das Haus schien Augen aufzuschlagen. Christian berührte den Sandstein des Torbogens, berührte auch, ein spitzfindiger, nicht mehr in den Grund zurückzuverfolgender Aberglaube, die schmiedeeiserne Blume auf dem Tor — ein seltsam gestalteter Schmuck, hier oben häufig anzutreffen: aufgebogene und schneckenartig gerollte Blütenblätter um eine Rispenzunge, die wiederum kunstfertig von einem mehrfach geschlungenen Wendel umgeben war; ein Gewächs, das Christian wegen der aus Schönheit und Gefährlichkeit gemischten Aura schon als kleinen Jungen fasziniert hatte; manchmal waren halbe Stunden in der Betrachtung der Bienenlilie vergangen. Die Bezeichnung stammte von Meno. Christian folgte seinem Onkel ins Haus hinein.

3. Das Tausendaugenhaus

Die oben abgerundete, mit schmiedeeisernen Angeln versehene Tür fiel ins Schloß. Meno legte nicht ab. In einer Vase auf der Konsole des Flurspiegels stand ein Rosenstrauß; Meno schlug ihn vorsichtig in bereitliegendes Papier ein.»Aus dem Wintergarten, von Libussa«, sagte er stolz.»Versuch mal, in dieser Jahreszeit in Dresden so etwas zu bekommen. Wollen sehen, was die anderen zu bieten haben. Bei Centraflor gibt’s nämlich nur Trauerkränze, Weihnachtssterne und Alpenveilchen. «Meno nahm ein flaches Paket, das neben der Vase lag.

«Anne hat dir ein paar Sachen hergebracht, oben in der Kajüte. Wie machen wir’s mit dem Barometer? Hab’ Anne versprochen, etwas eher da zu sein.«

«Hast du Geschenkpapier?«

«In der Küche.«

«Also bring’ ich eingepacktes Wetter mit.«

«Bon mot, mein Lieber. Bevor du gehst, schaust du bitte noch mal nach dem Ofen? Handtücher sind oben. Du kannst duschen, wenn du willst, der Badeofen ist geheizt.«

«Hab’ ich schon, im Internat.«

«Ich laß dir den Schlüssel da. Hab’ für alle Fälle auch Libussa Bescheid gesagt, falls was sein sollte. «Meno verschwand in der Stube. Bald darauf hörte Christian, der inzwischen Schuhe und Parka ausgezogen hatte, die Ofentür klappern und Briketts poltern. Die Kohlenzange klirrte auf das Ofenblech, Meno kam zurück, Wasser rauschte in der Küche.»Und laß dich nicht von Baba anbetteln, hat genug bekommen, das dicke Tier. Laß ihn in den Flur, die Wärme ist futsch, wenn die Stube offenbleibt, und so eine Ferkelei wie vorgestern möchte ich nicht noch mal erleben.«

«Was hat er gemacht?«

«Sich skrupellos hinter die Zehnminutenuhr gehockt! Und ich bin keine Stunde weggewesen.«

Christian lachte. Meno, der im Spiegel sein Aussehen prüfte und an der Krawatte rückte, knurrte:»So ein Faultier! Mir war nicht zum Lachen zumute, das kann ich dir sagen. Und gestunken hat das … Na ja. Denk also bitte daran.«

«Wie geht’s in der Edition?«

«Später«, sagte Meno an der Tür, das flache Paket und die Blumen, die er in einem Beutel verstaut hatte, in der Hand, und tippte an den Hut.

Christian nahm ein Paar Filzpantoffeln aus dem Schuhschränkchen neben der Tür, zuckte zusammen und wandte sich hastig um. Er hatte ein Knacken gehört, vielleicht war es aus der Küche gekommen, vielleicht von oben, vom Flur, in dem die Kajüte lag, wie die Kammer, in der Christian übernachten würde, von Meno und dem Schiffsarzt genannt wurde. Vielleicht auch arbeitete das Parkett unter dem ausgetretenen Flurläufer. Christian verharrte, aber es war nichts mehr zu hören. Sein Blick wanderte langsam über die vertrauten und ihn doch immer wieder verwundernden Dinge: die gründunkle, etwas verschossene Stofftapete des Flurs mit den Pflanzen- und Salamandermotiven, den ovalen Spiegel, dessen Versilberung an einigen Stellen blind geworden war und eine bleiige Tönung angenommen hatte, den aus rohem Kiefernholz gefügten Kleiderschrank neben der Treppe, in dem er sich als Kind manchmal zwischen Kartons mit Ersatzglühbirnen und Arbeitskleidung vor Robert und Ezzo versteckt hatte, wenn sie» Räuber und Gendarm «gespielt hatten; über den Flurleuchter mit dem grünen Tukan aus Ton daran, der reglos an einem Bindfaden hing und mit seinen traurig wirkenden, aufgemalten Knopfaugen nach Peru sehen mochte. Von dort hatten ihn vor einigen Jahren Alice und Sandor mitgebracht,»Tante «Alice und» Onkel «Sandor, wie Christian und Robert sagten, obwohl die Bezeichnung nicht ganz zutraf: Sandor war der Cousin ihres Vaters, Richard Hoffmanns. Christian fiel ein, daß er die beiden nachher wiedersehen würde, sie waren zu Besuch gekommen aus Südamerika, wo sie lebten, in Quito, der Hauptstadt des Andenstaates Ecuador; er freute sich darauf; er mochte die beiden. Leise, wie um etwas nicht zu stören, was er nicht anders als den» Geist des Hauses «zu benennen wußte, jenen Dschinn mit tausend Augen, von denen niemals alle schliefen, setzte Christian die Pantoffeln vor sich auf den Boden, schlüpfte hinein und ging in die Stube.

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