Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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Am Silvestertag des Jahres 1984 kam eine Inspektion von der Kommunalen Wohnungsverwaltung. Sie stellte fest, daß Meno Rohde und die Langes pro Kopf zu viele Quadratmeter bewohnten und Stahls Menos Schlafzimmer unrechtmäßig für ihren Jungen Martin beanspruchten. Aus dem Schlafzimmer, der Kajüte und dem flurseitig gelegenen Arbeitszimmer Alois Langes wurde, mit Recht auf Benutzung des Lange- und Rohdeschen Bades, eine neue Wohnung gebildet, deren einzelne Zimmer im ganzen Haus verstreut lagen. Im Souterrain, neben dem Waschhaus, befand sich die ehemalige Mägdeküche (in der Libussa Obst einzuwecken pflegte), auch sie wurde der neuen Wohnung zugeschlagen. Alle Proteste Stahls, Langes und Menos nützten nichts, die Kommunale Wohnungsverwaltung ließ nicht mit sich reden, verwies auf ihr Zuweisungsrecht. Anfang Januar zog ein Ehepaar in mittleren Jahren ein, das den Hausfrieden noch stärker erschütterte, als es die Kaminski-Zwillinge mit ihrem ungebetenen Erscheinen im Wintergarten getan hatten.

Mitte Januar erhielt Regine einen Brief von der Kohleninsel. In dürren Worten teilte man ihr mit, daß ihr Ausreisegesuch abschlägig beschieden worden sei.

«Was willst du tun?«fragte Anne. Man war bei Niklas zusammengekommen, um die Lage zu beraten.

«Ich habe bisher alle vierzehn Tage meinen Antrag erneuert, das gedenke ich auch weiterhin zu tun.«

«Dann machst du dich strafbar«, sagte Richard.»Ich habe mit Rechtsanwalt Sperber gesprochen, der dir dringend von weiteren Antragstellungen abrät. Du bist abschlägig beschieden worden, und sie können dich verhaften, wenn du wiederkommst.«»Schweinebande«, sagte Niklas.

«Aber wie soll es denn dann weitergehen?«Regine bedeckte das Gesicht mit den Händen. Sie war abgemagert und hatte tiefe Schatten um die Augen. Gudrun ging, um ihr einen Tee zu kochen; es war nicht warm im Wohnzimmer, sie trugen Strickjacken über mehreren Pullovern oder selbstgenähte Westen aus Fellresten der Pelzschneiderei» Harmonie«; Ezzo übte nebenan, Reglinde lag krank mit Handschuhen, Wollschal und Pudelmütze in ihrer kleinen, rauchkalten Kammer neben Tietzes zweiter Toilette, die im Winter zufror.

«Wenn sie dich einsperren, nehmen sie dir die Kinder weg, vielleicht schon vorher«, sagte Anne. Sie war blaß und spitz um die Nase; Christian schrieb weniger Briefe.

«Es war gut, daß Jürgen einfach drüben geblieben ist. Ich kenne jemanden in der Kapelle, dessen Bruder hat den Sozialversicherungs-Ausweis mitgenommen; die Frau konnte also nicht beweisen, daß sie vorher nichts gewußt hat, sie wurde auf Mitwisserschaft verklagt, und der Sohn ist in ein Heim gekommen«, sagte Niklas.

«Psst!«machte es von mehreren Seiten. Zeigefinger wiesen an die Zimmerwände.

«Ach, nun übertreibt mal nicht. «Niklas winkte ab.

«Ich muß das Auto verkaufen. Das bißchen Geld als ungelernte Sekretärin … Im letzten Jahr habe ich einige Möbel verkauft, da ging’s einigermaßen. Hansi wird sechzehn und wächst aus allem so schnell raus, Philipp braucht auch ständig was Neues … Pätzold will das Auto für zwanzigtausend nehmen.«

«Für einen Wartburg mit noch nicht mal hunderttausend Kilometern? Der ist doch gut in Schuß, Jürgen hat ihn prima gepflegt! Willst du nicht annoncieren, auf ein besseres Angebot warten? Ich bin auch bei Pätzold … dieser Gauner!«rief Niklas entrüstet.

«Die Schätzstelle hat mich an ihn verwiesen. Übrigens muß ich die Hälfte des Geldes an den Staat zahlen … Außerdem hat Pätzold mir schon einen Vorschuß auf das Auto gegeben, im Januar, ich brauchte das Geld … fünftausend Mark.«

«Warum hast du uns nicht gefragt?«

«Bei Geld hört die Freundschaft auf«, wies Gudrun Anne zurecht und stellte die Teetasse vor Regine hin.»Ihr könnt die Nase über mich rümpfen, aber eine Wahrheit bleibt es doch.«

Richard zeigte auf das» Sächsische Tageblatt«, das aufgeschlagen auf dem Tisch lag und einen zuversichtlich lächelnden Barsano neben dem Generalsekretär des Zentralkomitees zeigte.»Habt ihr gelesen, was die wieder von sich gegeben haben? Ich habe gehört, daß es Tschernenko sehr schlecht gehen soll … Warum ist der Barsano mit in Moskau, das frage ich mich. Übrigens stimmt es, daß seine Tochter die Ausreise laufen hat. Wie die rumgetobt hat! Ich seh’s vor mir, als wär’s gestern gewesen! Hast du was bemerkt?«

«Nein«, antwortete Regine.»Im Zimmer war sie ruhig. Vielleicht war es inszeniert?«

«Kann ich mir nicht denken«, sagte Niklas.»Warum sollte sich die Tochter des Ersten Sekretärs als Punkerin verkleiden, um euch in der Reihe einzuschüchtern? Das kann man doch einfacher haben. Nein, den Bonzen laufen die eigenen Kinder weg. Die glauben selbst nicht mehr dran!«

«Ich kenne sie mittelbar«, warf Meno ein.»Ein Kollege im Verlag ist mit ihrem Freund per Du. Ihr Freund ist übrigens derselbe, der Pätzolds Tochter geschwängert hat, ihr habt darüber damals in der Felsenburg gesprochen … Jetzt lebt er mit Alexandra Barsano zusammen. Sie war auch mit Muriel befreundet, wußtet ihr das?«

Die Abtsuhr schlug schneeglöckchenfein.

«Wie geht’s Hans und Iris?«wollte Gudrun von Richard wissen.»Kann ich nicht sagen, wir sehen sie kaum. Wenn man sich zufällig begegnet: Tag, Hans — Tag, Richard. Sie machen auch nicht auf, wenn man klingelt. Und wenn wir anrufen, sind sie kurz angebunden, wehren ab.«

«Auf den Brief haben wir noch keine Antwort.«

«Da wird auch keine kommen, lieber Schwager. — Bist du erkältet? Du redest so verschnupft.«

«Dabei habt ihr ordentlich Holz gemaust, ihr Schlawiner!«Niklas lachte beifällig.»Paßt bloß auf, daß die euch nicht erwischen. Denkt ihr, das bleibt unbemerkt? Neulich hat mich der Kühnast darauf angesprochen, als wir beim Priebsch nach Zündkerzen anstanden.«

«Wir müssen überlegen, was Regine tun kann«, half Anne ihrem Bruder.

«Da gibt’s für mich nicht viel zu überlegen. Ich werde weiterhin dort aufkreuzen … Ich habe Familienzusammenführung beantragt, inzwischen sind viereinhalb Jahre vergangen, seit Jürgen und wir getrennt sind …«

«Und die Kinder? Denk dran, Sperber hat dich gewarnt!«beharrte Gudrun.

«Ich weiß, wie ich vorgehe.«

«Und wie?«hieß es aus mehreren Mündern gleichzeitig.

«Versteht mich nicht falsch. Aber es könnte doch sein … Ich meine, Niklas: Kannst du es wissen? Und Richard: Immerhin hast du zugegeben, daß sie dir — «

«Du verdächtigst mich, ich würde dich verpfeifen?«

«Entschuldige, so hab’ ich’s nicht gemeint. Ich bin ein bißchen mit den Nerven runter.«

Pedro Honich war ein ordnungsliebender Mann. Einen Tag nach dem Einzug im Tausendaugenhaus fragte er, wer eigentlich das Hausbuch führe: Schiffsarzt Lange, der es seit Jahr und Tag vernachlässigt hatte.

«Herr Doktor Lange, das geht nicht. Das muß seine Ordnung haben«, tadelte der hauptamtliche Kampfgruppenkommandeur und bot dem Schiffsarzt an, das Hausbuch künftig selbst zu führen.»Bei Herrn Rohde ist ja nichts eingetragen, dabei empfängt er öfters Besuch.«

«Ja, wissen Sie, Herr, äh, Honich — «

«Genosse Honich. Ich bin Mitglied unserer Sozialistischen Einheitspartei.«

«— ich nicht. Wir sind keine Spitzel, und ob Herr Rohde Besuch hat oder nicht, und wer das ist und wie lange er bleibt, geht nur ihn etwas an, finde ich.«

«So, finden Sie. «Herr Honich sprach von bürgerlicher Überheblichkeit und Schlupflöchern, die es zu verschließen gelte. Einige Tage danach berief er eine Hausgemeinschafts-Versammlung ein.

«Müssen wir das machen?«fragte Ingenieur Stahl.»Was will der Typ eigentlich? Glaubt er, wir sind Mitglieder seiner Kampfgruppe?«

«Hören wir uns an, was er zu sagen hat«, meinte Schiffsarzt Lange.

Die Versammlung fand wegen Platzmangels im oberen Flur statt. Frau Honich hatte ein Büfett mit geschmierten Schnitten, Bier und Mineralwasser vorbereitet, das nur die Kaminski-Zwillinge anrührten.

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