Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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Im Gegensatz zu Londoner und seiner Frau nannte der Alte vom Berge am Telefon seinen Namen. Irmtraud Londoner, wenn sie das untere Telefon abnahm, sagte» am Apparat«, nichts weiter zur Begrüßung, und Meno fragte sich, woher sie wissen konnte, daß der Gesprächspartner wußte, daß sie es war, die da» am Apparat «sagte; Jochen Londoner, nahm er das obere Telefon ab, sagte nichts, wie Meno von Hanna wußte, nahm einfach nur ab und schwieg in den Hörer. Meno hatte nie herausfinden können, was der Grund für dieses Verhalten war, sowohl Jochen und Irmtraud als auch Hanna und Philipp waren seiner Frage ausgewichen. Keine Namen am Telefon, keine Zettel mit Adressen. Schon gar nicht: Zettel mit Adressen im Haus liegenlassen; Briefe gehen offiziell über das Institut, das Sekretariat, die Akademie und werden auf dem verbreitetsten Schreibmaschinentyp verfaßt, Handgeschriebenes existiert so gut wie nicht und wird als Zeichen hohen Vertrauens behandelt, dachte Meno; die einzige handschriftliche Notiz, die ich je von ihm bekam, war, als er mich zu Weihnachten lud: Du gehörst doch zur Familie. Hanna ist in Prag, Philipp wird dasein, und wir haben Altberg geladen, der allein zu sein scheint. Er hat uns eine Überraschung versprochen.

«Sie wollen mich tatsächlich zu sich zum Weihnachtsfest bitten? Herr Londoner, ich wußte gar nicht … Oh, dann bin ich Ihnen etwas schuldig«, sagte Altberg, und Meno war irritiert, daß er Londoner plötzlich siezte, bis ihm klarwurde, daß Altberg offensichtlich mit Philipp sprach,»— aber hat Ihr Vater denn … aha. Jedoch, verstehen Sie bitte … ist er zu sprechen? Hm. Das ist mir ein wenig peinlich, das kommt überraschend für mich, müssen Sie wissen, natürlich bin ich Ihnen sehr dankbar, das können Sie mir … wie? Da haben Sie auch wieder recht … Würden Sie Ihren Eltern etwas ausrichten?«Dann drückte Altberg aus — Meno wollte ihn dabei nicht beobachten, empfand aber eine sonderbare Genugtuung, Altberg in dieser Situation zu sehen, so daß er sitzenblieb —, Altberg versuchte auszudrücken, indem er nach dem rechten Wort rang und, da er es nicht auf die Sekunde fand, es mit vielerlei rhetorischen Netzwürfen herbeizufischen unternahm: Ob Philipp so freundlich sein wolle, den Eltern seinen, Georg Altbergs, Entschluß … nein Entschluß klinge unangemessen, zu leutselig, Philipp wisse schon und müsse doch denken, wie herablassend … Er arbeite gerade an einer Geschichte, in der ein Bettler vorkomme, natürlich nichts von hier und heute, denn wo gebe es in unserem Land Bettler, ein solcher aber komme eben bei ihm vor, und welch schöner Mißklang wäre es, würde er diesen Bettler sich entschließen lassen, die freundlich dargebotene Gabe anzunehmen; ob der Vater denn arbeite oder dringend in die Akademie bestellt sei? — Er wolle ihm jedenfalls seine Absicht mitteilen,»hm«, lächelte Altberg und kratzte sich am Kopf, den er beim Auf- und Abgehen schräggelegt hielt,»hm … Meine Absicht, Herrgott, vergessen Sie bitte ganz schnell diese verbale Entgleisung, lieber Philipp«, das Telefon sei doch eine recht seltsame Sache, bei Lichte besehen, man spreche in die Muschel zu einem anderen Menschen, der ganz Stimme sei und dessen körperliche Erscheinung man sich zu dieser Stimme hinzudenken müsse, was nicht immer zufriedenstellend funktioniere, Philipp wisse natürlich, daß es selbstverständlich auch nicht seine, Altbergs, Absicht sei, das heißt, das sei es sehr wohl, nur beabsichtige er eben nicht in der in diesem Wort doch sacht mitschwingenden Siegesgewißheit,»beabsichtigen … Mensch, Altberg, hast du’s wieder hochtrabend heute«, streckte die Hand aus und fächelte ein wenig um den Telefonhörer herum, als könnte er so das ihm unangenehme, aber einmal gesagte und vom Gegenüber gehörte Wort in kleine Bestandteile stäuben, die ihre ursprüngliche Form nicht mehr erkennen lassen würden;»das heißt ganz einfach, ich will, soll sagen: ich möchte … Würden Sie ihm sagen, daß ich komme?«

Meno war zu sehr in Erwägungen, um Altbergs Blick und Schweigen, nachdem er den Telefonhörer aufgelegt hatte, als auf sich gemünzt wahrzuhaben; es war einer jener prüfenden Blicke, hinter denen Gedankenkreise ablaufen, die nach etwas suchen und es, als mögliche Antwort auf die unausgesprochene Frage, plötzlich vorweisen; es war das Schweigen, das weiß, daß es die letzte Barriere vor einem womöglich unüberlegten, weil in zu raschem Vertrauen gesagten Wort ist, das Schweigen vor der Ungewißheit, inwieweit der andere das ist, was er zu sein scheint, und ob man es nicht bitter bereuen wird, wenn man das Wort ausspricht, das jetzt noch wohlbehütet in den Tiefen der komplizierten Maschinerie steckt, die es erst zu Sprache und Stimme prägen muß; man weiß nicht, ob der erste Impuls, das Wort gleich ausschlüpfen zu lassen, ein tatsächlich befolgenswerter ist und ob das geprägte Wort, einmal und damit unwiderruflich gesagt, zur Münze wird, die die Torwache des anderen Schweigens besticht, oder zum Judaslohn für den verräterischen Unbekannten im eigenen Innern, der seine vorzügliche Tarnung für einen kurzen, gefährlichen Moment verließ. Meno sah Londoner vor sich, wie er am Schreibtisch saß und etwas exzerpierte, neben sich einen Zettel mit Namen, die er gegeneinander und auch gegen Vorstellungen abwog, die man in Betrachtung seiner Fingernägel anstellt; wie Londoner bei Altbergs Namen vielleicht schon zum Telefonhörer gegriffen, die Hand aber noch in der Schwebe gelassen hatte, um dann Philipp zu rufen und ihm aufzutragen, Altberg die Einladung zu übermitteln; und nachdem Philipp aus dem Zimmer gegangen war, hatte, vielleicht, Londoner mit übereinandergeschlagenen Beinen dagesessen und das Bleistiftende mit dem Radiergummi in kalter Überlegung gegen das Kinn getippt, einige Sekunden lang, bevor er den Zettel in Stücke zerriß, auf denen nicht einmal die Buchstaben der Namen mehr lesbar waren.

41. usreisen

Das Glas zu berühren. In eine prallgefüllte Kilopackung Zucker zu stechen. Das Vogelei, das sie in der Kindheit aus dem Nest genommen hatten, zu zerbrechen. Erst Klarheit, das Dotter an glasigen Fäden, dann kippte das Eigelb weich wie eine Dali-Uhr über den gezackten Rand der Eierschale und in den Mund. Solche Träume.

Wenn er nachts nicht schlafen konnte und Anne im Dienst war, wanderte Richard durch das Wohnzimmer. Er wachte jetzt oft auf, lag eine Weile schlaflos, zog dann den Bademantel über. Wenn sie Nachtdienst und er keine Rufbereitschaft hatte, nahm Anne das Auto. Stand es unten, zog er sich an und fuhr irgendwohin. Er blieb nicht lange weg. Wenn er zurückkam, fragte sie nicht, bat ihn nur, leise zu sein und Robert nicht zu wecken. Manchmal erwachte er schweißnaß und mit verkrampften Händen, starrte ins Zimmer, in das eine Straßenlaterne blaßsilberne Schleier warf, und fürchtete sich. Die Konturen der Schlafzimmerschränke, des Wäschekorbs, des Leuchters mit den Lichttellern waren in dünnen Linien gezeichnet; die Schränke standen wie Blöcke, dunkler als das übrige Zimmer, vor den Fußkanten der zusammengestellten Betten, die ihm wie eine viereckige Insel vorkamen, ein Floß, auf dem Anne und er Zuflucht gefunden hatten. Es bewegte sich nicht. Die Stadt, das Land schliefen, manchmal hörte man fernes Manöverfeuer von den Schießplätzen der Russen. Anne schlief gut, er nicht mehr, Folge der von Anrufen und Türenklopfen durchlöcherten Nachtdienste, der Unruhe. Manchmal tastete er nach Anne, und sie reagierte, murmelte im Schlaf, was ihn rührte, aber nicht beruhigte. Wenn sie nicht da war, hatte er das Gefühl, daß sich Gestalten näherten, daß die Blöcke vor ihm keine Schränke, sondern geheime Tore waren, durch die sie eindrangen. Er öffnete und schloß die Hände, die Rechte mit den vernarbten Sehnen schien in diesen Stunden des Wachseins unter einer Nähmaschine zu liegen, deren Nadel langsam, als würde der Stromgeber vorsichtig ausprobiert, die Zackennaht einstach.

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