Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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Ich ging zum Vorleser und sagte: Hör auf. Er glotzte mich an, als könnte er nicht verstehen, was ich meinte. Irrgang half nach: Ich will dich das ebenfalls mitteiln, Kamrad. Lassen doch in Ruhe. Die anderen lachten bloß, auch der Vorleser, dann machte er weiter. Er ist breit wie ein Kleiderschrank, ich wie der Schlüssel. Dann sagte Burre plötzlich: Och, mir geht’s ganz gut, laß die Idioten doch! Da lachten sie noch lauter. — Bitte erzähl’ den Eltern nichts von diesem Brief. Wahrscheinlich werden wir über Weihnachten keinen Urlaub bekommen, da für uns eine» Wachkomplex I«-Woche mit GWA (»Gesellschaftswissenschaftliche Ausbildung«) angesetzt wurde. Wie geht’s dem Kleinen von Stahls? Wie geht’s im Verlag? Arbeitest Du noch am Schevola-Buch? Salve! grüßt Christian

tarif militaer/Schwanenberg, 4. 12. 84

lieber pa: herzliche glueckwuensche zum geburtstag +++ konnte leider kein geschenk besorgen +++ ruecken ins feldlager aus +++ brief folgt +++ alles liebe christian

AZ Q/Schwanenberg, 16. 12. 84

Liebe Eltern: Heute habt Ihr 3 Kerzen angezündet, und ich will Euch den versprochenen Brief schreiben. Vielen Dank für Euren, der mich noch im Feldlager erreichte. Liebe Ma — ich habe nicht nachgedacht, bitte entschuldige. Ich hätte mir überlegen müssen, was Euch für Gedanken durch den Kopf gehen, wenn der Telegrammbote vor der Tür steht. Aber ich wollte doch Pa noch zum Geburtstag gratulieren, und für einen Brief war keine Zeit mehr.

Es könnte sein, daß sie die Briefe lesen, aber es ist mir egal. Ich weiß, daß es verboten ist, so offen über die Dinge hier zu schreiben. Wenn Ihr Euch beschwert und gefragt wird, wie Ihr an die Informationen gekommen seid, würde ich wahrscheinlich Schwierigkeiten bekommen. Als wenn’s nicht Tausende erlebten und irgendwann zu Hause erzählen.

Feldlager. Am 4. ging’s früh um 3.30 Uhr mit» Gefechtsalarm «los. Trillerpfeifen, Geschrei, Hektik. Innerhalb einer Normzeit abmarschbereit stehen, Graudecke lang übers Bett. Abrücken auf einen vorgegebenen Stellplatz, dort warten wir. Plötzlich befiehlt Fisch: Ganze Abteilung — kehrt! Wir drehen uns um 180°. Fisch tritt neben uns, weist zum Horizont: Sehen Sie sich den Sonnenaufgang an — so was ist selten! Sehn Se vielleicht nie wieder in dieser Pracht! Die Kompanie wird bei Erscheinen des Wachhabenden in Gruppen aufgeteilt. Irrgang, Breck und ich gehören zur Munitionsgruppe. Ab geht’s in den Technikpark, 60 Panzer, die von werweißwoher anrücken, sind aufzumunitionieren. Munitionskisten schleppen. Ein Panzer enthält einen Kampfsatz von 43 Granaten, jede davon wiegt 50 kg. 43 x 50 = 2150 kg. Wir sind zu zehnt, also 2150 x 60: 10 = 12900 kg aufzumunitionierende Granatlast für jeden. Die Granaten müssen» in Kette «zugeworfen werden, im Panzer schiebt sie ein Fahrer in die Halterungen. Nach dieser Übung habe ich mich beim Geradeausstarren, beim sog.»Atmen«, ertappt. Man steht da und atmet. Das ist alles. Die Panzer, die mit uns ins Feldlager fahren, werden auf dem Güterbahnhof auf bereitgestellte Waggons verladen. Wir fahren in Viehwaggons, wo uns der Mongole erlaubt, uns auf das Rüttstroh zu legen, in Richtung Cottbus, werden stundenlang rangiert, dann weiter in Richtung Frankfurt/Oder. Das Feldlager liegt in der Nähe der polnischen Grenze, die Oder ist nicht weit. Als wir ins Lager marschierten, konnten wir den Eisgang hören. Das Lager steht im Wald, 20 Waggons aus den Kriegsjahren im Karree, dahinter ein Steingebäude für die Fahrlehrer und Offiziere; die Waggons sind unsere Unterkünfte. In den Waggons befinden sich ein Tisch, ein Ofen (bei allen fehlt das Ofenrohr), zum Schlafen dient ein Bretterboden, der sich auf beiden Schmalseiten quer durch den Waggon zieht. Wir sind zu 16, 4 oben, 4 unten, gegenüber ebenso, für jeden knapp 1 Meter Platz. An meinem Platz lag 1 toter Hirschkäfer (Weibchen), ich hatte nur leider nichts zum Aufbewahren und wußte nicht, wohin damit, konnte ihn ja auch nicht in den Brief stecken (die Stempel beschädigen so). Irrgang sagt: Gib mich ma’ her, das Vieh, ist immerhin ’n bißchen Eiweiß, und wer weiß, ob wir hier nich nur mit Komplekte feiern! Gefrorener Staub überall, von der Decke hängt er wie 1 Wald aus schmutzigen Häkelnadeln. Immerhin ist Strom da, 1 Glühbirne wirft 1 Lichtkreis. Als erstes verstauen wir die Ausrüstung, dann graben wir die Kompanietoilette. Muß jeder Jahrgang aufs neue machen. Zum Waschen gibt’s eine Freileitung, natürlich zugefroren, aber die Fahrlehrer haben dran gedacht und tauen sie per Flammenwerfer auf. Das Wasser kommt per Pumpe aus dem Waldboden, läßt die Haut jucken, weil es sauer ist (und natürlich nicht trinkbar). Waschen wird so zum wahren Vergnügen: Jeden Morgen treten wir in Turnhose, sonst nackt bis auf die Stiefel, bei erfrischend kühlem Winterwind vor den Waggons an und rücken im Laufschritt: marsch! durch den Pulverschnee an die Tröge, in denen das Wasser gefroren ist, zum Waschen ab, hacken das Eis mit der Panzeraxt auf und genießen das Vollbad. Worin besteht der Unterschied zwischen einem Stinktier und einem Unteroffiziersschüler nach einigen Tagen Feldlager? Der Unteroffiziersschüler hat kein Kölnischwasser. Jeden Morgen wird um 5 Uhr geweckt, dann 10 min Zeit zum Waschen, 10 min zum Herstellen der» inneren Ordnung«, Frühstück:»E-Büchsen«(E für Einsatz). Dann Abmarsch zur Ausbildung, die von 6 Uhr bis 20 Uhr dauert. Schießübungen mit Einsteckrohr (wird in die Panzerkanone geschoben, um Granaten geringeren Kalibers verschießen zu können), mit dem Panzer-MG. Übungen mit der scharfen Handgranate. Wir marschieren mit den» Zitronen«, wie sie heißen, in den Beintaschen zu einem ausgebrannten T 34, der hier im Forst steht, klettern rein, ziehen den Ring an der Granate, heben uns kurz aus der Deckung und werfen die» Zitrone «in Richtung eines aus einer abgesägten Kiefer hergestellten und von der Zitronenwirkung schon sehr mitgenommenen Klassenfeinds. Irrgang: Was mach ich, Jenosse Untafeldwebel, wenn mir die Granate offe Flossen fällt? — Hamse schon gezogen? fragt Unterfeldwebel Glücklich. — Denke doch, Jenosse Unterfeldwebel! — Was regen Se sich dann uff? Müss’n doch nich mehr saubermach’n!

Taktikausbildung: Dazu geht es auf das Tiktak-Gelände. Denn Taktik ist so erfrischend wie ein Tictac. Und alles in der Nähe, nur wenige Kilometer durch den Winterwald. Robben bis zum Horizont, anschlagen und zurück, Laufen, Kriechen, Gleiten, Krauchen, Schmauchen, Bauchen, wiederum Robben, sich mit Holzgewehren in Scheingefechten verglobben usw. Panzerfahrübungen. Das, wofür ich wirklich geboren bin. Ich bin der Sohn eines gelernten Schlossers, ich bin der Sohn eines Unfallchirurgen, ich bin keine Brille, sage ich mir immer wieder. Ich bin ein Möbel, ein Lappen, und ist schon mal ein Lappen schlecht Panzer gefahren? Also: Da ist Gas, da die Bremse, Kupplung dort, zum Motoranlassen Ölpumpe drehen, Öl vorpumpen, dann Anlasserknopf drücken, Motorgas auf 500 U/min, zum Lenken hast du die beiden Lenkhebel, einen links, einen rechts, zum Sehen ein Schlitzluk. Wir üben auf einer Wehrmachtsschulungsstrecke, der Panzer wippt wie ein Schaukelstuhl, der Fahrlehrer oben im Kommandantenluk brüllt über die Bordfunkanlage, die mit der Panzerhaube verstöpselt ist: Hör uffen Motor, du Blindgänger, Gas, hörste nich, dasser untertourig läuft? Kammschaltung, Zwischengas beim Schalten. Brackwasser kommt durch die Luken. MG-Schlitz geschlossen, vorn auf der Kanone der» Elefantenpräser«, eine Gummihülse, zum Schutz. Iwan von rechts! brüllt der Ausbilder plötzlich. Hab’ ich mich verhört? Iwan? Kämpfen wir nicht Seite an Seite, wir Waffenbrüder des Warschauer Vertrags? Der Panzer kreiselt nach rechts. Rattatatatatt! kreischt der Ausbilder, weg isser! Nach dem Fahren Panzerputzen und — einölen. Jedes Metallteil wird blankgerieben, und ein Panzer besteht bekanntlich komplett aus Holz. Und natürlich schrubben die Möbel, während sich die Ausbilder um einen Ofen scharen und Kaffee trinken.

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