Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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«Er hält Diavorträge. Zuletzt im Kulturhaus Magdeburg.«

«Soso, im Kulturhaus Magdeburg. Braucht er ja nur die Elbe runterzufahren. Trau’ ich ihm zu. Kurt Rohde setzt sich in ein Kanu und schippert nach Magdeburg.«

Schubert und Josef Redlich lachten zuerst.

«Bist deiner Mutter wie aus’m Gesicht geschnitten«, sagte Barsano und dämpfte das Lachen durch eine Handbewegung.»Tapfere Luise. Hab’ viele Erinnerungen. «Er wandte sich an Paul Schade.»Weißt du noch, wie sie vor Nadeshda stand und ihr den Brief von Wladimir Iljitsch zeigte?«Schades ledriges Gesicht erhellte sich.»Und die Handgranate, die sie zurück in den Zug geschmissen hat, eine echte Partisanin!«Dabei musterte er Meno mit einem abschätzigen Blick.

«Gehen wir in den Kinosaal«, entschied Barsano,»halb acht Gemeinschaftsempfang der Aktuellen Kamera, ab acht dann die Referate.«

Meno und Schevola gingen als letzte. Das Foyer füllte sich danach mit den Mitarbeitern der Behörde. Eine Sekretärin unternahm den Versuch, drei etagenhohen, gelben Gummibäumen mit Wasser und Torf frisches Leben einzuhauchen. Aus den Büros hörte man wieder Stimmen, in den Telefonzellen unter dem Bild des Generalsekretärs der KPdSU schlich nacheinander Licht auf.

«Wahrscheinlich ›WTsch‹«, meinte Schevola. Schwarze Telefonhörer waren schräg auf die Scheiben der Zellentüren gemalt, darunter leuchtete gelb der ins Milchglas geschliffene Buchstabe F.»Kennen Sie den Mann mit dem Pferdeschwanz? Und können Sie mich mit ihm bekannt machen?«Schevola hatte sich nicht direkt an Meno gewandt, sondern an die Luft zwischen ihm und Philipp Londoner, der vor ihnen ging; sie hatte laut genug gesprochen, daß Philipp seinen Schritt verlangsamte, bis Schevola und er auf gleicher Höhe waren; sie versuchte Räuspern, das Meno unhöflicherweise mit einem» Wie geht’s Marisa? Hast du sie in Leipzig gelassen?«und harmloser Miene durchbohrte, worauf Philipp nuschelte, sie sei noch erschöpft von einer Reise nach Moskau, als Mitglied der chilenischen Delegation zur Ernennung Juri Wladimirowitschs. Der Kinosaal war ein schachtelförmiger, holzverkleideter Raum in der ersten Etage. Nachdem er seine Gäste mit ungeduldigen Bewegungen auf die Plätze gescheucht hatte, drückte Barsano auf einen Knopf; vor die Fenster schoben sich Verdunkelungen, Fernseher glitten aus den Wänden, gleich darauf war die Erkennungsmelodie der» Aktuellen Kamera «zu hören.»Unterkiefer «sprach. So nannte der Volksmund einen Nachrichtensprecher mit schütterem Haar und Kastenbrille, der stocksteif im Bildschirm saß, einer Mumie ähnlich mit einem Blatt Papier zwischen den Fingern, das er vollkommen fehlerfrei und die Silben gleich betonend ablas — es war noch nie vorgekommen, daß Unterkiefer sich versprochen hatte, die ganze Republik schien auf dieses unerhörte Ereignis zu warten —, nur die untere Hälfte des kantigen Gesichts bewegte sich, mahlte Nachricht um Nachricht hervor, im steten, ruhigen Tempo, mit dem ein Kabel von einer Kabeltrommel abgerollt wurde. … zielstrebige Verwirklichung . Vor Meno saßen Schevola und Philipp Londoner, links von Schevola hatte sich in letzter Minute Barsanos Stellvertreter Schubert in die Sitzreihe gezwängt. … umfassender Gedankenaustausch. … in schöpferischer Atmosphäre . Auf den Bildschirmen fuhren Mähdrescher in geordneter Formation über die weiten Getreidefelder der Uckermark. … eindrucksvolles Bekenntnis. … allseitige Stärkung . Barsano wies auf den Fernsehschirm, ein Jubelmeer von Händen, als der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik, Genosse … dem Vorsitzenden des Präsidiums des Großen Volkshurals der Mongolischen Volksrepublik, Genossen … die Hand schüttelte. … vorrangiges Anliegen. … unerschütterliches Fundament . Nun wurde die Flaschenabfüllanlage des VE Kelterei und Konserven-Kombinat gezeigt, geräuschgedämpftes Klirren, während Abfüllmeisterin Genossin … von den übererfüllten Planziffern bei Stachelbeer-Süßmost sprach. … millionenfache Zustimmung . Das nächste Bild zeigte rollende Panzer während eines NATO-Manövers, Paul Schade brüllte» Ihr imperialistischen Hunde!«… unzerstörbares Vertrauensverhältnis . Flugzeuge donnerten am Himmel, bedrohlich reckten sich Raketen. Schnitt: ein Major in» Felddienstuniform Sommer «der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee, mit aufgesetztem Stahlhelm und Fernglas vor den Augen, den Horizont absuchend: … eindrucksvolles Bekenntnis . Eschschloraque zog sein Taschentuch hervor und schneuzte sich trocken. Nun besuchten die Reporter der» Aktuellen Kamera «die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft» Vorwärts«, die den größten Kürbis der Republik geerntet hatte.»Kam schon in Außenseiter-Spitzenreiter!«krähte Paul Schade. … weltweite Anerkennung . … dynamisches Wachstum . Drei der vier Fernseher wurden plötzlich dunkel. Barsano drückte auf einen Knopf, es klopfte an der Tür, Herr Ritschel, im Kittel der Arbogastschen Institute, trat ein und fragte gleichmäßig betonend nach Barsanos Begehr. … tiefgreifende Veränderung , kam es aus dem noch laufenden Fernseher; Barsano fuchtelte zu den drei Apparaten und verlangte, Genosse Ritschel möge sie umgehend instand setzen.

Er ließ Stühle in sein Kabinett bringen, ein karg eingerichteter Raum am Ende eines mit grauem PVC belegten Flurs, der die Schritte schluckte; das Stimmengemurmel hinter den Türen mit den Behörden-Schildern, das Geräusch geöffneter und geschlossener Rollschränke, Schreibmaschinengeklapper schien in den Lichtpfützen zu verebben, die von Neonlampen mit vergilbten Schutzlamellen hinterlassen wurden. Während Paul Schade am Rednerpult sein Manuskript ordnete und auf Barsanos Nicken hin begann, sah Meno sich um: Holztäfelungen, einige Furnierschränke, ein flächiger Schreibtisch mit einem Wimpel in der rechten und einem handsignierten Lenin-Porträt, worauf Barsano sehr stolz war, in der linken Ecke, Fotografien seiner Frau — sie war Ärztin im Friedrich Wolf-Krankenhaus, eine der wenigen hohen Funktionärsgattinnen, die noch arbeiteten — und von seiner Tochter, über die, soweit Meno wußte, Barsano nicht sprach. Paul Schades Stimme höhte sich, hektische Röte stand in den Wangen des alten Arbeiterschriftstellers, und gleich würde geschehen, was auch auf dem Kongreß geschehen war: einer seiner gefürchteten, unflätig geifernden, von den Zuhörern mit geschlossenen Augen und versteinerten Mienen hingenommenen Tobsuchtsanfälle, der in Berlin grausig und grotesk geendet hatte: die Zahnprothese Paul Schades hatte sich gelöst und war, klappernd wie das Gebiß eines Gespensts, zwischen die Lippen gesprungen, was selbst dem Vorsitzenden des Verbands der Geistestätigen das Entsetzen ins Gesicht getrieben hatte. Schaudernd dachte Meno an den Lachreiz zurück, der ihn bei diesem Anblick, dem peinlich-eisigen Schweigen der Versammlung, in den Eingeweiden gestiegen war wie eine giftige, auf Hitzetiegeln rasch aufsiedende Flüssigkeit: wehe dem, der seine Beherrschung verloren hätte; um die Mundwinkel Judith Schevolas hatte es gezuckt wie jetzt, als Schade den linken Zeigefinger hob und auf» Schädlingen, Formalisten, abgehobener, volksfremder Schreiberei «herumdrosch, wobei er merkwürdigerweise nicht Meno, den Alten vom Berge oder Schevola ansah, wie in Berlin, sondern Eschschloraque, der in der ersten Reihe neben Barsano saß, ein Bein übers andere geschlagen hatte und seine Fingernägel mit desto gelangweilt-müderen Augenaufschlägen bedachte, je stärker Paul Schade in Rage geriet. Judith Schevola hatte wieder ihren Insektenforscherblick aufgesetzt, das kalte, steingraue Interesse an einem Mann, dem beim Schimpfen Orden und Auszeichnungen auf der Brust hüpften. Was dachte sie? Dachte sie darüber nach, daß Paul Schade im KZ gesessen, die Folterkeller der Gestapo kennengelernt hatte? Dachte sie an sein Buch, in dem er seine Kindheit in einem Berliner Arbeiterviertel beschrieb und mit dem er bekannt geworden war, bis ihn niemand mehr freiwillig las seit» Brülle, Rußland «und diversen Romanen, in denen Stalin als Vater und das deutsche Volk als wölfisches Geschlecht unverbesserlicher Faschisten — mit Ausnahme der in die Sowjetunion emigrierten oder im Untergrund arbeitenden Kommunisten — dargestellt waren? Josef Redlich, neben Schiffner in der zweiten Reihe, wand sich auf seinem Stuhl unruhig hin und her. Konnte er nur das Geschrei nicht vertragen oder dachte er an Paul Schades Lektor, den niemand beneidete … Kunst sei Waffe im Kampf der Klassen, schrie Schade, es genüge heute nicht mehr, still in seinem Kämmerlein zu sitzen und gepflegte Sätzchen zu drechseln, es sei wieder eine Zeit der Bedrohung durch den alten Feind, den Imperialismus und seine Helfershelfer, da müsse die Literatur in die Offensive gehen, Romane müßten sein wie MIG-Flugzeuge und Artikel wie MG-Salven, und er fordere, Agitatoren an die Schulen zu schicken, die mit den Kindern revolutionäre Poesie übten; er beobachte, daß sich im Literatur- und Musikunterricht wieder bourgeoises Gedankengut einschleiche, Formalismus, Defätismus, er habe neulich in einem Schullesebuch Verse von Eichendorff entdeckt, das sei die blanke Reaktion. Und andere Romantiker! Früher habe so etwas am nächsten Laternenmast gebaumelt. Eschschloraque nickte.

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