Ilija Trojanow - Der Weltensammler

Здесь есть возможность читать онлайн «Ilija Trojanow - Der Weltensammler» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Год выпуска: 2007, Издательство: DTV, Жанр: Современная проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Weltensammler: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Weltensammler»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Ein spannender Roman über den englischen Abenteurer Richard Burton (1821–1890). Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in fremde Religionen und reist zum Schrecken der Behörden anonym in den Kolonien herum. Trojanows farbiger Abenteuerroman über diesen Exzentriker zeigt, warum der Westen bis heute nichts von den Geheimnissen der anderen Welt begriffen hat.

Der Weltensammler — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Weltensammler», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Je mehr seine Vertrautheit wächst, je mehr er die Fremde enträtselt, desto leichter fällt es ihm, ihre Bedrohlichkeit zu entschärfen. Er gewöhnt sich an das schonungslos beharrliche Trommeln in der Ferne, dem der Jemadar jedes erdenkliche Grauen unterstellt, um seinen dreizehn Soldaten abstruse Scheinmanöver aufzuerlegen. Er gewöhnt sich an die Bedächtigkeit alter Männer, Dorfvorsteher mit Namen, die wie Versprecher klingen. In Kiranga Ranga regnet es zum ersten Mal, in Tumba Ihere sehen sie zum letzten Mal einen Mangobaum. In Segesera streiten sich zum ersten Mal die Belutschen; sie müssen auseinandergerissen werden, bevor ihre Dolche Tribut fordern; in den Wäldern nahe Dege la Mhora erblicken sie Meerkatzen, die sich so flink durch die Wipfel katapultieren, daß die Schüsse von Speke gegen Äste hallen, und mit jedem Echo verliert er an Respekt, weil er sein Gewehr gegen Meerkatzen richtet und weil er das Ziel verfehlt hat. In Madege Madogo stirbt der erste Esel, weitere Tiere verenden in den Tagen danach, ein erster Träger verschwindet, die Stimmung der Expedition sinkt wie das Barometer. Unerwartet früh müssen sie die Reittiere beladen, und bald müssen sogar die Anführer der Expedition zu Fuß gehen.

Obwohl Burton zu Fuß kaum langsamer ist als die Esel, verändert sich seine Wahrnehmung, sobald er absteigt. Seine Aufmerksamkeit wird von den eigenen Schritten gefangengenommen, der Aneinanderreihung von Hunderten und Tausenden von Schritten. Nach der frühmorgendlichen Frische, in der er seinen Blick auf alles richtet und sein Geist alles aufzunehmen scheint, konzentriert er sich allmählich, erhitzt und unwillig, auf seine Schritte, bis er alles ignoriert außer jene Kieselsteine, Dornen, Blätter, die unter seinen Stiefeln knirschen und rascheln, winzige Markierungen des Weges, die der Öde ein sich wandelndes Gesicht geben, marginale Veränderungen, auf die er achtet, um auf irgend etwas zu achten, auf die fauligen Früchte, die von den Ästen gefallen sind, die nicht ganz rund und nicht ganz gelb sind, zermatscht, verrottet, braunfleckige Früchte, von denen ein penetranter Geruch der Fermentierung ausgeht.

In den ersten Wochen mistet er im Leerlauf zwischen Kontrollen und Beobachtungen seinen Kopf aus, kehrt all jene Erinnerungen aus, die Spitzen hinterlassen haben, die gekrümmt in ihn hineingewachsen sind. Er weiß nicht, ob es Speke — der die Vorhut übernimmt, wenn er die Nachzügler begleitet — ähnlich ergeht; Themen wie diese sind von einer Intimität, die er nicht mit ihm teilt. Verwundungen von einst fühlen sich an wie jüngst erlitten: Er ist erneut so zornig wie damals, als er von dem Verrat seiner Vorgesetzten im Sindh erfuhr — die neuentfachte Wut treibt ihn über die nächste Hügelkette. Er trauert um Kundalini, so verbissen wie einst, er trauert bis zum nächsten Horizont, auf dem ein Baobab wächst, ein dickhäutiges Mahnmal. Erneut befürchtet er, als Frevler entlarvt zu werden, wie in der Wüste zwischen Medina und Mekka. Seine Schritte schleppen sich durch Zorn, durch Leid, durch Angst, und darin vergehen Stunden und Tage und Wochen. Alles, was in seinem Leben jemals untergegangen ist, treibt wieder an die Oberfläche, jede Erniedrigung, Enttäuschung, Verletzung. Er fühlt sich wie auf hoher See in einem steuerlosen Boot, er muß sich über Bord lehnen, um das Seewurfgut einzusammeln, jedes einzelne Stück, auch wenn es von Algen umschlungen oder vom Salz zerfressen ist, er hält es eine Duldigkeit lang in seinen Händen und untersucht es von allen Seiten, um festzustellen, daß die eine oder andere Seite nicht mehr wiederzuerkennen ist, und er legt es erst dann aus den Händen, wenn er es nicht mehr fühlen kann, weil es sich aufgelöst hat, in Gleichmut, nicht in Vergessenheit.

SIDI MUBARAK BOMBAY

Am Anfang wußte keiner von uns, was ihn erwartete, keiner von uns konnte ahnen, was wir erleben würden, und hätten wir es gewußt, keiner von uns hätte diesen Pfad der Narben und Entbehrungen auf sich genommen. Wir waren voller unbeschmutzter Erwartungen, am Anfang, als unsere Narben noch Wunden waren, als der Feind noch ein Bruder war und unsere Hoffnung reicher als unsere Erfahrung. Keiner von uns war auf das vorbereitet, was über uns hereinbrach, nicht einmal die Träger, die von den Menschen der Nyamwezi stammten, die schon einmal, mindestens einmal, durch dieses Land marschiert waren. Sie hatten das Gewicht von Karawanen getragen, die nach Gewinn strebten, aber diese Karawanen waren nicht von dem Ehrgeiz angetrieben, zu erreichen, was kein Mensch zuvor erreicht hatte. Die Träger hatten Befehle erduldet von Männern, die brutal, gierig und verschlagen, aber nicht verrückt waren. Keiner von uns hatte das Gewicht einer Karawane gebuckelt, die von Wazungu angeführt wurde, und die Wazungu, meine Brüder, sind seltsame Menschen, ich kann sie erkennen, ich kann sie auseinanderhalten, aber ich werde sie niemals verstehen können. Sie glauben, die höchste Bestimmung des Menschen sei es, dort hinzugelangen, wo seine Vorfahren nicht hingelangt sind. Wie sollen wir, die wir uns davor fürchten, dort zu gehen, wo keiner zuvor gegangen ist, so etwas verstehen? Wie sollen wir ihr Glück begreifen, wenn es ihnen gelingt, die Aufgabe, die sie sich selbst gestellt haben, zu erfüllen? Ihr hättet den Ausdruck auf ihren Gesichtern sehen sollen, sie waren so glücklich wie ein Vater, der sein neugeborenes Kind in den Armen hält, so glücklich wie ein frisch Verliebter, der seine Holde nahen sieht …

— Wie Baba Ishmails Gesicht, wenn er sein Boot voller Fische an Land zieht.

— Oder wie die Gesichter der Kinder, wenn der erste Regen fällt.

— Wie wäre es hiermit: Wie der Ausdruck auf dem Gesicht von Baba Sidi, wenn er seinen Freunden von seinen Triumphen erzählen kann.

— Ihr kennt also dieses Glück, das ist gut, ich brauche es euch nicht weiter zu beschreiben, so ein Ausdruck von Glück war auf ihren Gesichtern, wenn sie ein Ziel erreichten, das kein anderer Wazungu vor ihnen erreicht hatte. Doch jede Sache wirft ihren Schatten, und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sich ihre Gesichter verdüsterten, wenn sie erfuhren, sie seien nicht die ersten, ihnen sei jemand zuvorgekommen, die dunkelsten Wolken zogen sich über ihren Gesichtern zusammen, bei der geringsten Gefahr, ihnen könnte jemand zuvorkommen. Nie werde ich die Verblüffung von Bwana Speke und Bwana Grant vergessen, als sie am Rande des größten aller Seen einen anderen Mzungu trafen, der schon seit Jahren dort handelte, einen Kaufmann mit dem Namen Amabile de Bono, der zwar nicht aus ihrem Land stammte, aber von einer Insel, die von ihrer Königin erobert worden war. Ihr könnt euch nicht die Sorge auf dem Gesicht von Bwana Stanley vorstellen, in den langen Monaten, in denen er vermuten mußte, Bwana Cameron eile ihm mit einer anderen Karawane voraus, Bwana Cameron könnte der erste sein, der das Land von dem Ort des Sonnenaufgangs zum Ort des Sonnenuntergangs durchquert. Es war eine Anspannung in ihm, die ihn jeden Abend fluchen und nur das Schlechteste über einen Menschen sagen ließ, dessen Bekanntschaft er nie gemacht hatte. Ich versuchte Bwana Stanley zu beruhigen. Pflückt Bwana Cameron alles, sagte ich zu ihm, was entlang des Weges wächst? Wird er denn nichts für Sie übriglassen? Worauf er mir grob antwortete: Das verstehst du nicht. Ich habe mich geärgert über seine Antwort, damals, aber heute gebe ich es gerne zu: Ich verstehe die Wazungu nicht.

— Ich weiß genau, was du meinst, Baba Sidi, es gibt immer jemanden, der noch früher aufgestanden ist als du selber. Als ich ein junger Mann war, arbeitete mein Vater für einen Araber, der mit zwei anderen Arabern und vierzig Trägern zu dem großen See marschiert ist, von dem du sprichst, immerzu gen Westen, und als sie den See erreichten, haben sie ein Boot gebaut, und mit diesem Boot haben sie über den See gesetzt, und dann besuchten sie ein Land, das Muata Cazembe hieß, ich habe mir diesen Namen gemerkt, Muata Cazembe, denn er klang für mich wie ein Anfeuerungsruf, und dann erreichten diese Araber, nach sechs weiteren Monaten, das andere Ende des Landes, die andere Küste, und die Sonne ging vor ihnen unter, und sie trafen dort auf Wazungu, die einen Handelsposten aufgebaut hatten, andere Wazungu als jene, die sie aus Sansibar kannten, Menschen von den Portugiesen, und der Ort, den diese Menschen gegründet hatten, hieß Benguela.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Weltensammler»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Weltensammler» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Edgar Burroughs - TARZAN, DER UNBESIEGBARE
Edgar Burroughs
Iwan Sergejewitsch Turgenew - Der Mann mit der grauen Brille
Iwan Sergejewitsch Turgenew
M. TroJan - Der Schummler
M. TroJan
Ilja Steffelbauer - Der Krieg
Ilja Steffelbauer
Iwan Turgenew - Der Oberst
Iwan Turgenew
Iwan Turgenew - Der Fatalist
Iwan Turgenew
Iwan Turgenew - Der Raufbold
Iwan Turgenew
Iwan Turgenew - Der Faktor
Iwan Turgenew
Отзывы о книге «Der Weltensammler»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Weltensammler» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.