Jonathan Franzen - Weiter weg
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- Название:Weiter weg
- Автор:
- Издательство:Rowohlt Taschenbuch Verla
- Жанр:
- Год:2013
- ISBN:9783499259517
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 1
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Das soll nicht heißen, dass er seine letzten Monate und Wochen im lebhaften intellektuellen Dialog mit sich selbst verbrachte, à la Dienstanweisung oder Großinquisitor . Er war, gegen Ende, so krank, dass jeder neue aufkeimende Gedanke, den er hatte, egal zu welchem Thema, sich sogleich zur immerselben Überzeugung von der eigenen Wertlosigkeit verdrehte und ihm fortwährend Grauen und Schmerz verursachte. Und doch war einer seiner liebsten Tropen, besonders deutlich artikuliert in seiner Erzählung «In alter Vertrautheit» und in seiner Abhandlung über Georg Cantor, die unendliche Teilbarkeit eines einzelnen Augenblicks in der Zeit. Wie kontinuierlich er in seinem letzten Sommer auch litt, in den Fugen seiner identisch schmerzvollen Gedanken war immer noch jede Menge Raum, um die Idee des Selbstmords abzuwägen, durch deren Logik zu rasen und die praktischen Pläne zur Umsetzung (von denen er schließlich wenigstens vier machte) in Gang zu bringen. Wenn man beschließt, etwas sehr Schlechtes zu tun, gewinnen Absicht und Abwägung gleichzeitig und fertig ausgeformt sofort Gestalt; jeder Abhängige, der drauf und dran ist, rückfällig zu werden, kann ein Lied davon singen. Obwohl es schmerzhaft war, über den eigentlichen Selbstmord nachzudenken, wurde er — um auf noch eine Erzählung Davids anzuspielen — eine Art Geschenk an sich selbst.
Bewundernde öffentliche Darstellungen Davids, die seinen Selbstmord als Beweis dafür nehmen, dass (wie Don McLean über van Gogh gesungen hat) «this world was never meant for one as beautiful as you», setzen einen ganzheitlichen David voraus, einen wunderbaren und höchst begnadeten Menschen, der, nachdem er das Antidepressivum Nardil nach zwanzig Jahren abgesetzt hatte, in tiefe Depression versank und deshalb nicht er selbst war, als er Selbstmord beging. Ich lasse die Frage nach der Diagnose (möglicherweise war er nicht einfach depressiv) ebenso beiseite wie die Frage, wie ein so wunderbarer Mensch zu einer derart lebhaften, intimen Kenntnis der Gedanken fieser Männer gekommen ist. Doch in Anbetracht seiner Vorliebe für die Dienstanweisung und seiner Neigung, sich selbst und andere zu betrügen — eine Neigung, die seine Jahre der Erholung in Schach hielten, aber nie ganz ausmerzten — , kann ich mir eine doppeldeutigere und doppelbödigere Darstellung vorstellen, die dem Geist seines Werks näherkommt. Wie er mir selbst erzählte, hat er nie aufgehört, sich vor einer Rückkehr in die geschlossene Psychiatrie zu fürchten, in der er nach seinem ersten Selbstmordversuch gelandet war. Die Verlockung des Selbstmords, des letzten großen Treffers, mag in den Untergrund gehen, aber sie verschwindet nie ganz. Sicher, David hatte «gute» Gründe, Nardil abzusetzen — seine Furcht, dass die langfristigen Nebenwirkungen das gute Leben, das er sich aufgebaut hatte, verkürzen könnten; sein Verdacht, dass die psychischen Nebenwirkungen das Beste an seinem Leben (seine Arbeit und seine menschlichen Beziehungen) beeinträchtigen könnten — , und er hatte auch weniger «gute» Ego-Gründe: einen perfektionistischen Wunsch, weniger auf Medikamente angewiesen zu sein; eine narzisstische Aversion dagegen, sich selbst als dauerhaft psychisch krank zu begreifen. Was ich aber schwer glauben kann, ist, dass er nicht auch sehr schlechte Gründe hatte. Unter seiner wunderbaren moralischen Intelligenz und seiner liebenswerten menschlichen Schwäche flackerte das alte Bewusstsein des Süchtigen, das geheime Ich, das, nach Jahrzehnten der Unterdrückung durch Nardil, schließlich seine Chance sah, auszubrechen und seinen selbstmörderischen Willen zu kriegen.
Diese Dualität manifestierte sich in dem Jahr, nachdem er Nardil abgesetzt hatte. Er traf seltsame und scheinbar unsinnige Entscheidungen, was seine Behandlung betraf, stiftete unter seinen Seelenklempnern (die man nur dafür bedauern kann, einen so glänzend komplizierten Fall an sich gezogen zu haben) ziemlich viel Verwirrung und schuf sich am Ende ein geheimes Leben, das ganz dem Selbstmord gewidmet war. Im Verlauf dieses Jahres kämpfte der David, den ich gut kannte und maßlos liebte, tapfer gegen herzzerreißende Ausmaße von Angst und Schmerz, um sein Werk und seine Arbeit auf eine solidere Grundlage zu stellen, während der David, den ich weniger gut kannte, aber immer noch gut genug, um ihn nie gemocht und ihm immer misstraut zu haben, systematisch auf seine eigene Zerstörung sann und auf Rache an denen, die ihn liebten.
Dass er in einer Schreibblockade steckte, als er sich entschloss, Nardil abzusetzen — dass er gelangweilt war von seinen alten Tricks und unfähig, genug Interesse für seinen neuen Roman aufzubringen, um mit ihm voranzukommen — , ist nicht unwichtig. Er hatte das Schreiben geliebt, ganz besonders im Fall von Unendlicher Spaß , und hatte, in unseren vielen Diskussionen über die Aufgaben des Romans, seiner Überzeugung sehr explizit Ausdruck verliehen, dass Literatur eine Lösung, die beste Lösung, für das Problem der existenziellen Einsamkeit sei. Literatur war sein Weg weg von der Insel, und solange es für ihn funktionierte — so lange, wie er in der Lage gewesen war, seine Liebe und Leidenschaft in die Vorbereitung seiner einsamen Depeschen zu gießen, und solange diese Depeschen als dringende und frische und ehrliche Nachrichten das Festland erreichten — , hatte er ein gewisses Maß an Glück und Hoffnung für sich selbst erreicht. Als die Hoffnung, die er in die Literatur gesetzt hatte, starb, nach Jahren des Ringens um den neuen Roman, gab es keinen anderen Ausweg als den Tod. Wenn Langeweile der Nährboden ist, in dem die Samen der Sucht keimen, und wenn Phänomenologie und Teleologie der Suizidalität die gleichen sind wie die der Sucht, dann scheint die Behauptung berechtigt, dass David an Langeweile starb. In seiner frühen Erzählung «Hier und dort» gibt der Bruder eines nach Perfektion strebenden jungen Mannes namens Bruce diesem zu bedenken, «wie langweilig ein vollkommener Mensch wäre», und Bruce erzählt uns:
Ich beuge mich Leonards umfassendem und hart erarbeitetem Wissen über Langweiler, gebe aber zu bedenken, dass ein Langweiler unvollkommen wäre, per definitionem sei es daher ausgeschlossen, dass ein vollkommener Mensch langweilig sein könne.
Das ist ein guter Witz; und doch ist die Logik irgendwie strangulatorisch. Es ist die Logik von «Alles und mehr», um noch einen von Davids Titeln aufzunehmen, und alles und mehr wollte er für seine Literatur. Das hatte schon einmal funktioniert, in Unendlicher Spaß . Doch wenn man versucht, einem Etwas, das schon alles ist, noch mehr hinzuzufügen, riskiert man, mit nichts dazustehen: selbst langweilig zu werden.
Komischerweise wird Robinson Crusoe in achtundzwanzig Jahren auf der Insel der Verzweiflung niemals langweilig. Ja, er spricht von der Fron seiner frühen Mühen, später gibt er zu, es «herzlich müde» zu sein, die Insel nach Kannibalen abzusuchen, und er beschreibt sein erstes Jahr in der Gesellschaft von Freitag als «das schönste von allen, die ich auf der Insel verbrachte». Doch das moderne Verlangen nach Stimulation fehlt völlig. (Eines der frappierenden Details im Roman dürfte sein, dass Robinson mit «drei ansehnlichen Fässchen mit Rum und Weingeist» ein Vierteljahrhundert lang auskommt; ich hätte alle drei in einem Monat getrunken, schon um damit fertig zu sein.) Auch wenn er nie aufhört, vom Entkommen zu träumen, entdeckt er doch eine «Art heimlicher Lust» in seinem absoluten Besitzrecht an der Insel:
Ich betrachtete die Welt als etwas ganz Fernes, was mich nichts mehr anging und wovon ich nichts mehr erwartete oder wünschte. Mit einem Wort: Ich wollte weder jetzt noch in Zukunft mehr etwas mit ihr zu tun haben. So wird man später vielleicht aus der Ewigkeit auf sie zurückblicken.
Robinson kann seine Einsamkeit überleben, weil er Glück hat; er macht seinen Frieden mit den Umständen, weil er selbst gewöhnlich ist und seine Insel konkret. David, der außergewöhnlich und dessen Insel virtuell war, hatte zum Überleben schließlich nichts außer seinem eigenen interessanten Ich, und das Problem, aus sich selbst eine virtuelle Welt zu machen, ist dem Problem, sich in eine Cyberwelt zu stürzen, verwandt: Virtuelle Orte, in denen man Stimulation suchen kann, gibt es ohne Ende, aber eben diese Endlosigkeit, die permanente Stimulation ohne Befriedigung, wird zum Gefängnis. Alles und mehr zu sein ist auch der Ehrgeiz des Internets.
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