Jonathan Franzen - Weiter weg
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- Название:Weiter weg
- Автор:
- Издательство:Rowohlt Taschenbuch Verla
- Жанр:
- Год:2013
- ISBN:9783499259517
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 1
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Die Menschen, die David am wenigsten kannten, sprechen am ehesten in Begriffen der Heiligkeit von ihm. Was insofern besonders seltsam ist, als die gewöhnliche Liebe in seiner Literatur fast gar nicht vorkommt. Enge, liebevolle Beziehungen, die für die meisten von uns eine fundamentale Quelle von Sinn sind, haben im Wallace-Literaturuniversum keinen Platz. Was wir stattdessen vorgesetzt kriegen, sind Figuren, die ihre herzlosen Zwänge vor denen, die sie lieben, verbergen; Figuren, die Ränke schmieden, um liebevoll zu erscheinen oder sich selbst zu beweisen, dass das, was sich wie Liebe anfühlt, eigentlich bloß getarntes Eigeninteresse ist; oder, bestenfalls, Figuren, die eine abstrakte oder spirituelle Liebe für jemanden empfinden, der zutiefst abstoßend ist — die Kranialflüssigkeit tropfende Frau in Unendlicher Spaß , der Psychopath im letzten der Interviews mit fiesen Männern. Davids Literatur ist von Heuchlern und Manipulatoren und emotional Isolierten bevölkert, und doch nahmen die Menschen, die nur flüchtigen oder förmlichen Kontakt mit ihm hatten, seine ziemlich bemühte Hyperfreundlichkeit für bare Münze.
Das Seltsame aber ist, wie ernst genommen und getröstet, wie geliebt sich seine treuesten Leser fühlen, wenn sie Davids Literatur lesen. In dem Maß, in dem jeder oder jede von uns auf seiner oder ihrer existenziellen Insel gestrandet ist — und ich denke, es ist annähernd korrekt zu sagen, dass seine empfänglichsten Leser jene sind, die mit den sozial und seelisch isolierenden Folgen von Sucht oder Zwanghaftigkeit oder Depression vertraut sind — , greifen wir dankbar nach jeder neuen Depesche von dieser am weitesten entfernten Insel, die David war. Auf der Inhaltsebene gab er uns sein Schlechtestes: Mit einem Ausmaß an Selbstzerfleischung, das den Vergleich mit Kafka und Kierkegaard und Dostojewski verdient, legte er die Extreme seines eigenen Narzissmus, seiner Misogynie, seiner Zwanghaftigkeit, seines Selbstbetrugs, seines entmenschten Moralisierens und Theologisierens, seines Zweifels an der Möglichkeit der Liebe und seine Verstrickung in eine Fußnote-zur-Fußnote-Selbstbewusstheit bloß. Auf formaler und intentionaler Ebene jedoch wird genau dieser Katalog der Zweifel an seiner eigenen authentischen Güte vom Leser als ein Geschenk authentischer Güte angenommen: Wir spüren die Liebe in der Realität seiner Kunst und lieben ihn dafür.
David und ich pflegten eine Freundschaft des Vergleichs und des Gegensatzes und (auf eine brüderliche Art) der Rivalität. Ein paar Jahre, bevor er starb, signierte er seine beiden neuesten Bücher für mich. Auf dem Titelblatt des einen fand ich hinterher den nachgezeichneten Umriss seiner Hand; auf dem Titelblatt des anderen war der Umriss einer so gewaltigen Erektion, dass sie über die Seite hinausragte, versehen mit einem kleinen Pfeil und der Bemerkung «Maßstab 100 %». In Gegenwart eines Mädchens, mit dem er ausging, habe ich ihn einmal begeistert die Freundin von jemand anderem als sein «Paragon der Weiblichkeit» beschreiben hören. Davids Mädchen legte eine wunderbare Spätzündung hin und sagte: « Was? » Woraufhin David, dessen Wortschatz so groß war wie der keines anderen in der westlichen Hemisphäre, tief Luft holte, sie wieder ausstieß und sagte: «Ich stelle gerade fest, dass ich keine Ahnung habe, was das Wort Paragon eigentlich bedeutet.»
Er war liebenswert, wie ein Kind liebenswert ist, und er konnte Liebe mit kindlicher Reinheit erwidern. Wenn die Liebe dennoch aus seinem Werk verbannt ist, dann weil er nie recht das Gefühl hatte, sie zu verdienen. Er war lebenslang gefangen auf der Insel seiner selbst. Was aus der Ferne nach sanften Konturen aussah, waren tatsächlich steile Klippen. Manchmal war nur ein bisschen von ihm verrückt, manchmal beinahe alles, doch war er, als Erwachsener, nie ganz nicht verrückt. Was er von seinem Es gesehen hatte, als er mit Hilfe von Drogen und Alkohol aus seinem Inselgefängnis auszubrechen versucht hatte, nur um sich durch die Sucht noch mehr als Gefangener zu fühlen, scheint nie aufgehört zu haben, seinen Glauben an die eigene Liebenswürdigkeit zu zersetzen. Selbst nachdem er clean war, selbst Jahrzehnte nach seinem jugendlichen Selbstmordversuch, selbst nachdem er sich langsam und heldenhaft ein eigenes Leben aufgebaut hatte, fühlte er sich wertlos. Und dieses Gefühl verband sich, am Ende bis zur Ununterscheidbarkeit, mit dem Gedanken an Selbstmord, der der sichere Weg aus seiner Gefangenschaft war; sicherer als Sucht, sicherer als Literatur, sicherer, schließlich, als Liebe.
Wir, die wir uns nicht so pathologisch weit draußen im Spektrum der Selbstverstrickung befanden, wir Bewohner des sichtbaren Spektrums, die wir uns zwar vorstellen konnten, wie es sich anfühlt, über Violett hinauszugehen, aber selbst nicht darüber hinaus waren, konnten sehen, dass David unrecht hatte, nicht an seine Liebenswürdigkeit zu glauben, und konnten uns den Schmerz vorstellen, den das verursachte. Wie leicht und natürlich ist die Liebe, wenn man gesund ist! Und wie grauenvoll schwierig — was für eine philosophisch ernüchternde Vorrichtung aus Selbstsucht und Selbsttäuschung die Liebe doch zu sein scheint — , wenn man es nicht ist! Und doch, eine der Lehren von Davids Werk (und, für mich, von seiner Freundschaft) ist, dass der Unterschied zwischen gesund und nicht gesund in mehr als einer Hinsicht nicht kategorial, sondern graduell ist. Auch wenn David über meine viel milderen Abhängigkeiten lachte und mir gern erzählte, dass ich nicht einmal ermessen könne, wie gemäßigt ich sei, so kann ich von diesen Abhängigkeiten und der Heimlichtuerei und dem Solipsismus und der radikalen Isolation und der rohen tierischen Gier, die sie begleiten, doch auf das Extrem der seinen schließen. Ich kann mir die kranken mentalen Bahnen vorstellen, auf denen der Selbstmord zu dem einen, das Bewusstsein auslöschenden Stoff wird, den einem niemand nehmen kann. Der Wunsch, etwas außer anderen Menschen zu haben, der Wunsch nach einem Geheimnis, der Wunsch nach einer letzten verzweifelten narzisstischen Bestätigung der Vorrangstellung des Ichs, und dann der lüsterne Selbsthass im Vorgefühl des letzten großen Treffers und der finale Abbruch des Kontakts mit einer Welt, die einem den Spaß an der selbstbezogenen Freude verweigert: Bis dahin kann ich David folgen.
Es ist, zugegeben, schwerer, die infantile Wut und die dislozierten mörderischen Impulse nachzuvollziehen, die in gewissen Umständen seines Todes sichtbar werden. Doch sogar hier kann ich eine Wallace-Zerrspiegel-Logik erkennen, eine perverse Sehnsucht nach intellektueller Aufrichtigkeit und Konsequenz. Um den Tod, zu dem er sich selbst verurteilt hatte, auch zu verdienen, musste die Vollstreckung des Urteils jemanden tief verletzen. Um ein für alle Mal zu beweisen, dass er es wahrhaft nicht verdiente, geliebt zu werden, war es nötig, die, die ihn am meisten liebten, so abscheulich wie möglich zu hintergehen, indem er sich zu Hause umbrachte und sie damit zu unmittelbaren Zeugen seiner Tat machte. Und das Gleiche galt für den Selbstmord als Karriereschritt, der von jener Sorte bewunderungheischender Berechnung war, für die er sich verachtete und derer sich bewusst zu sein er (wenn er denn glaubte, damit durchzukommen) leugnen würde, um dann (wenn man ihn darauf festnagelte) lachend oder sich windend zuzugeben, dass er, yeah, okay, zu so etwas fähig sei. Ich stelle mir vor, dass die Seite von David, die für die Kurt-Cobain-Route plädierte, mit der verführerisch vernünftigen Stimme des Satans aus der Dienstanweisung für einen Unterteufel , einem von Davids Lieblingsbüchern, darlegte, dass der Tod durch eigene Hand zugleich seinen ekelhaften Hunger nach beruflichem Fortkommen stillen und darüber hinaus die Rechtmäßigkeit des Todesurteils bestätigen würde, da der Selbstmord eine Kapitulation vor der Seite seiner selbst bedeutete, die seine bedrängte gute Seite als böse begriff.
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