Paulo Coelho - Die Schriften von Accra

Здесь есть возможность читать онлайн «Paulo Coelho - Die Schriften von Accra» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: Историческая проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Die Schriften von Accra: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Die Schriften von Accra»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Er ist vor langer Zeit auf der Suche nach Abenteuern und Reichtum in die Welt hinausgegangen und zufällig in Jerusalem gelandet. In einer magischen Nacht, als ein feindliches Heer die Stadt bedroht und alles verloren scheint, antwortet der geheimnisvolle Fremde auf die großen Fragen der Menschen, die über die Jahrtausende immer wieder gestellt werden.
Aus dem Brasilianischen von  Maralde Meyer-Minnemann

Die Schriften von Accra — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Die Schriften von Accra», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Unser tägliches Wunder gib uns heute, Herr.

So wie verschiedene Wege zum Gipfel des Berges führen, gibt es auch viele Wege zum Ziel. Hilf uns, den einzigen Weg zu erkennen, der es verdient, gegangen zu werden: jenen, auf dem sich die Liebe offenbart.

Hilf uns, die Liebe, die in uns selber schlummert, zu wecken, bevor wir Liebe in anderen wachrufen. Nur so können wir Zuneigung, Begeisterung, Achtung erlangen.

Hilf uns, zwischen dem Kampf zu unterscheiden, der unser Kampf ist, und den Kämpfen, zu denen wir gegen unseren Willen getrieben werden oder die wir nicht vermeiden können, weil das Schicksal sie uns in den Weg gestellt hat.

Hilf uns, die Augen zu öffnen und zu erkennen, dass wir nie zwei identische Tage erleben. Jeder Tag bringt ein anderes Wunder, das dazu führt, dass wir atmen, träumen und in der Sonne gehen.

Hilf uns, die Ohren zu öffnen, damit wir die Worte hören, die unverhofft aus dem Mund unserer Mitmenschen kommen – auch wenn wir nicht um Rat gebeten haben und keiner weiß, was in diesem Augenblick in unserer Seele vor sich geht.

Und hilf uns, dass wir, wenn wir den Mund öffnen, nicht nur die Sprache der Menschen sprechen, sondern auch die Sprache der Engel und sagen: ›Wunder widersprechen nicht den Gesetzen der Natur. Wir denken das nur, weil wir in Wahrheit die Gesetze der Natur nicht kennen.‹

Und hilf uns, in dem Augenblick, in dem uns dies gelingt, den Kopf ehrfurchtsvoll zu senken und zu sagen: ›Ich war blind und kann jetzt sehen. Ich war stumm und kann jetzt sprechen. Ich war taub und kann jetzt hören. Denn Gott hat Wunder an mir getan, und alles, was ich verloren glaubte, ist zurückgekehrt.‹

Denn so wirken Wunder.

Sie zerreißen die Schleier und verändern alles, aber sie lassen nicht zu, dass wir sehen, was sich jenseits der Schleier befindet.

Sie lassen uns unversehrt aus dem Tal der Schatten und des Todes heraustreten, aber sie sagen uns nicht, welcher Weg uns zu den Bergen der Freude und des Lichts führt.

Wunder öffnen Türen, zu denen niemand einen Schlüssel hat.

Sie umgeben die Erde mit Planeten, damit diese sich im Universum nicht allein fühlt. Und sie verhindern, dass die Planeten der Sonne zu nahe kommen, damit sie nicht von ihr verschlungen werden.

Sie verwandeln Getreide durch Arbeit in Brot, die Trauben durch Geduld in Wein und den Tod in Leben durch die Auferstehung der Träume.

Daher gib uns heute unser tägliches Wunder, Herr.

Und vergib uns, wenn wir es nicht immer erkennen können.«

Und ein Mann, der die Schlachtengesänge

der Kreuzritter vor den Mauern hörte

und um sein Leben und das seiner Familie

fürchtete, bat:

»Sprich zu uns über Angst und die

Bangigkeit des Herzens.«

Und der Kopte antwortete:

»An einem bangen Herzen ist nichts Falsches. Der Mensch kann zwar Gottes Zeit nicht beeinflussen, dennoch möchte er, dass sich seine Wünsche möglichst schnell erfüllen.

Und er möchte, was ihm Angst einflößt, möglichst schnell beseitigen.

Von Kindheit an bis zu dem Augenblick, in dem er das Leben mit Gleichmut betrachtet. Denn solange wir an die Gegenwart gebunden sind, werden wir immer jemanden oder etwas bang erwarten.

Wie soll man einem verliebten Herzen sagen, es solle ruhig sein und still die Wunder der Schöpfung betrachten, frei von Anspannung, Ängsten und Fragen, auf die es keine Antwort gibt?

Angst gehört zur Liebe, und es sollte ihr daraus kein Vorwurf gemacht werden.

Wie soll man jemandem, der sein Leben und sein gesamtes Hab und Gut einem Traum verschrieben hat und immer noch auf dessen Erfüllung wartet, sagen, er solle keine Angst haben? Auch wenn der Bauer den Lauf der Jahreszeiten nicht beschleunigen kann, um die Früchte dessen, was er gepflanzt hat, zu ernten, so wartet er doch ungeduldig auf den Herbst und die Ernte.

Wie soll man einen Krieger bitten, vor einem Kampf nicht innerlich unruhig zu sein?

Er hat für diesen Augenblick bis zur Erschöpfung geübt und sein Bestes gegeben, er glaubt, vorbereitet zu sein, ist aber von Angst erfüllt, all seine Mühen könnten umsonst gewesen sein.

Die Bangigkeit des Herzens ist dem Menschen angeboren. Und da wir sie niemals werden beherrschen können, müssen wir lernen, mit ihr zu leben – so wie der Mensch gelernt hat, mit Unwettern zu leben.

Doch für jene, denen es nicht gelingt, ihre Ängste zu beherrschen, wird das Leben ein Alptraum sein.

Das, wofür sie stündlich dankbar sein sollten, wird zu einem Fluch. Sie möchten, dass die Zeit schneller vergeht, ohne zu begreifen, dass sie dann auch schneller dem Todesengel begegnen werden.

Und schlimmer noch: Um die Angst zu vertreiben, tun sie Dinge, die ihre Angst noch vergrößern.

Die Mutter, die auf die Heimkehr ihres Kindes wartet, beginnt, sich das Schlimmste auszumalen.

Der Liebende klagt: ›Meine Liebste gehört mir und ich gehöre ihr. Als sie gegangen ist, habe ich sie in den Straßen der Stadt gesucht und nicht gefunden.‹ Und an jeder Straßenecke, an der er vorbeikommt, und mit jedem Menschen, den er fragt und der ihm keine Auskunft über sie geben kann, verwandelt sich die Sorge um seine Liebste in Verzweiflung.

Dem arbeitenden Menschen, der sich, während er auf die Früchte seiner Mühen wartet, mit anderen Aufgaben beschäftigt, werden so noch mehr Augenblicke des Wartens beschert. Aus einem Augenblick bangen Wartens werden viele, und er wird nicht mehr imstande sein, in den Himmel zu sehen, zu den Sternen zu blicken oder seinen Kindern beim Spielen zuzuschauen.

Die Mutter, der Liebende und der arbeitende Mensch hören auf, ihr Leben zu leben. Sie rechnen nur mit dem Schlimmsten, hören auf Klatsch und Tratsch, klagen darüber, wie langsam die Zeit vergeht, und mäkeln an allem und allen herum. Außerdem ernähren sie sich schlecht, essen entweder zu viel oder bekommen nichts herunter. Und wenn sie nachts ihren Kopf aufs Kissen legen, finden sie keinen Schlaf.

Dann webt die Angst einen Schleier, durch den sie alles nur noch verzerrt sehen.

Und die Augen der Seele trüben sich, weil sie nie zur Ruhe kommen.

In diesem Augenblick nistet sich einer der schlimmsten Feinde des Menschen ein: die Besessenheit.

Die Besessenheit kommt und sagt:

›Dein Schicksal gehört von nun an mir. Ich werde dafür sorgen, dass du Dinge suchst, die es nicht gibt.

Auch deine Lebensfreude gehört jetzt mir. Denn dein Herz wird keinen Frieden mehr finden, weil ich daraus die Begeisterung vertreibe und ihren Platz einnehme.

Ich werde dafür sorgen, dass die Angst sich in der Welt ausbreitet, und du selbst wirst ständig voller Furcht sein, ohne zu wissen, warum.

Deine Arbeit, die einst eine Liebesgabe war, wird von mir in Besitz genommen. Die anderen werden sagen, dass du ein Vorbild bist, weil du dich bemühst, über deine Grenzen hinauszugehen, und du wirst sie anlächeln und dankbar für das Kompliment sein.

Doch dein Herz wird sagen, dass deine Arbeit jetzt mir gehört und dazu dienen wird, dich von allem und allen fernzuhalten – von deinen Freunden, deinem Kind, von dir selber.

Arbeite ruhig mehr, damit dir nur ja keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Arbeite mehr, als nottut, damit du ganz und gar aufhörst zu leben.

Deine Liebe, die einst die Offenbarung der göttlichen Kraft war, gehört ebenfalls mir, der Besessenheit. Und jeder Mensch, den du liebst, wird sich keinen Augenblick lang entfernen dürfen, ohne dass ich dir sage: ‘Vorsicht, er könnte gehen und nie wiederkehren.’

Dein Kind, das in die Welt hinausgeht und seinen eigenen Weg finden will, gehört jetzt ebenfalls mir. Ich werde dafür sorgen, dass du es mit übermäßiger Sorge erstickst, ihm jegliche Abenteuerlust und Risikofreude nimmst und es jedes Mal bestrafst, wenn es etwas tut, was dir missfällt, oder ihm Schuldgefühle machst, wenn es deine Erwartungen nicht erfüllt.‹

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Die Schriften von Accra»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Die Schriften von Accra» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Die Schriften von Accra»

Обсуждение, отзывы о книге «Die Schriften von Accra» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x