Andrea Drumbl - Narziss und Narzisse
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Ein Roman über das Leben und Sterben von Menschen, über Trauer und über das Glück, das manchmal allzu lange auf sich warten lässt.
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Und auch ihre Mutter.
Aber die war ja krank, weil ihr ja schließlich Judiths Schwesterchen im Schlaf einfach gestorben war. Ihr Vater jedoch – was hatte der schon damit zu tun, der wusste ja nicht, was das bedeutete, wenn einem das Schwesterchen einfach so von einer Minute auf die andere wegstirbt und man keine Spielgefährtin mehr hat zum Puppenspielen oder zum lustige Hüpfliedersingen, obwohl die kleine Schwester eigentlich noch viel zu klein war zum Puppenspielen und zum Hüpfliedersingen, aber trotzdem war sie da und schaute Judith zumindest aus ihren Babyaugen zu, wie diese mit den Puppen spielte und ihre Hüpflieder sang. Was wusste ihr Vater schon, was Judith das bedeutete! Feige war er, jawohl! Und ein feiger Mann ist ein Narr. Er war der Narr. Weil er als Narr der Dummkopf war.
Judith wollte nicht mehr länger den Kinderzeichentrickfilm über Tiere im Fernseher anschauen, sie wollte lieber rausgehen und mit den anderen Kindern draußen auf der Straße spielen. Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigte ihr, dass es schon viel zu spät dafür war und es immer noch vom Himmel regnete wie aus vollen Kübeln. Sie ging zum Fernseher und legte einen anderen Kinderfilm ein, der von einem kleinen Mädchen handelte, das nicht in die Schule gehen wollte und stattdessen viele Abenteuer erlebte. Das war spannend. Mit weit aufgerissenen Augen verfolgte Judith die Geschichte von dem abenteuerlustigen Schulmädchen auf dem Fernsehbildschirm. Dabei vergaß sie ganz, im Fernsehschaukelstuhl zu wippen.
Unwillkürlich musste sie daran denken, wie ihr Vater, kurz nachdem ihr Schwesterchen am Tag der Sommersonnenwende auf die Welt gekommen war, ihr die Geschichte von der klugen Scheherazade aus Tausendundeiner Nacht erzählt hatte, wie diese den persischen König Schahrayâr durch ihre Erzählungen von Sindbad, dem Seefahrer aus Bagdad, von Ali Baba und den vierzig Räubern mit ihren kostbaren Schätzen, vom Kalifen Harun al-Raschid mit seinem indischen Elefanten und von Aladin mit der Wunderlampe über tausend und eine Nacht hindurch überlistete und auf diese Weise überlebte.
Das hatte so unglaublich spannend geklungen, so etwas wollte auch Judith unbedingt einmal erleben, wollte einen Geist wie Dschinn von Aladins Lampe haben, der ihr immer half, wenn sie Hilfe brauchte, und wollte vierzig Räuber wie Ali Baba haben, die ihr ebenfalls halfen, wenn sie Hilfe brauchte, wollte dann unbedingt irgendwann einmal einen knallebunten Elefanten aus Indien haben und dabei wollte sie so schlau wie Scheherazade sein, die bestimmt genauso schönes Haar wie Clara hatte.
Und mit dem eisernen Ehrenwort eines Kindes gab sich Judith das Versprechen, genauso tapfer und mutig und klug zu sein wie Scheherazade aus Tausendundeiner Nacht und niemals so feige und dumm wie ihr Vater, dieser Narr, der sie im Stich gelassen hatte, als sie ihn am notwendigsten gebraucht hätte. Trotzdem hatte er ihr nach Nurits Geburt jeden Abend aus Tausendundeiner Nacht vorgelesen, wenn sie schon schlaftrunken im Bett gelegen war, dann blieb er zuerst immer vor dem großen Bücherregal auf der linken Seitenwand im Wohnzimmer stehen, richtig geheimnisvoll war das immer, wenn er dort stand und ihn Judith durch die Verbindungstür dabei beobachtete, wie er überlegte und dann nach einem Buch im Bücherregal fischte.
Tausendundeine Nacht, sagte ihr Vater dann immer sanft zu Judith hin, und sie klatschte entzückt in die Hände und freute sich sehr.
Warum konnte es das jetzt nicht mehr geben, fragte sie sich mit einem tief gefurchten Grübeln in der Stirn, das ihr das Aussehen einer reifen Frau verlieh, die alle Erfahrungen im Leben bereits gemacht zu haben schien und die sozusagen nichts mehr erschüttern konnte. Aber, und das unterschied Judith mit dieser weltgewandten erwachsenen Frau in ihrer kleinen Stirn, sie wusste leider keine Antwort darauf, und niemand konnte sie ihr geben, die Antwort auf diese Frage, die sie so unbedingt brauchte, um zu verstehen, was ihre Eltern zu solchen Entschlüssen gebracht hatte.
Im Fernsehen spielte das kleine Mädchen, das nicht in die Schule gehen wollte, gerade mit Hasen, und unwillkürlich verfolge Judith das Geschehen am Bildschirm, vergaß ihren Ärger, ihren großen Groll und klatschte begeistert in die Hände, als ein dressierter Hase Kunststücke machte.
Irgendwann, nahm sich Judith vor, wollte auch sie kleine Hasen haben und sie dressieren wie die Äffchen im Zoo, die zu gewissen Zeiten in ihrem Gehege für die Gäste ihre Aufführungen machten. Einmal war sie schon mit Clara dort gewesen und hatte noch Tage danach davon geschwärmt, und in der Nacht hatte sie davon geträumt, wie sie selbst mit einem Äffchen in einem kleinen Haus lebte, nur sie und das Äffchen und Clara lebten in diesem Haus in ihrem Traum. Es war bis jetzt Judiths allerschönster Traum gewesen. Tags darauf hatte sie Clara gefragt, ob es denn möglich sei, so ein kleines Äffchen zu bekommen, worauf diese prompt Nein gesagt hatte, weil ihr Mann, der Peter, das sicher nicht erlauben würde.
Das war bislang das erste Mal gewesen, dass ihr Clara einen Wunsch ausgeschlagen hatte. Aber vielleicht ließ sie sich ja zu Hasen überreden? Oder zu einem Elefanten? Zu so einem knallebunten Elefanten wie in Tausendundeine Nacht , ihrem Lieblingsmärchenbuch?
Das wäre schön, weil sie sich dann fast wie eine indische Prinzessin fühlen würde.
Aber Claras Mann, der Peter, würde wahrscheinlich auch das nicht erlauben, weil ihr Mann, der Peter, nämlich auch so ein gemeiner Rüpel war, streng und laut, wenn er sprach, und so riesengroß wie ein Hüne, dass Judith insgeheim sogar ein bisschen Angst vor ihm hatte. Der Peter arbeitete tagsüber in einer Bank und brauchte am Abend seine Ruhe, hatte Clara erklärt, weshalb Judith abends immer leise in ihrem Zimmer spielen musste. An den Wochenenden war der Peter aber lieb, da nahm er sich Zeit für die Damen, da waren sie alle drei sogar schon einmal Eis essen gewesen in so einem richtig schicken italienischen Eissalon in der Stadt, das war wahnsinnig aufregend gewesen, an diesem Wochenende. Aber unter der Woche war er ein Narr. So wie auch ihr Vater einer war.
IV.
Es war ein Mörder in ihrem Haus, der schnitt Herzen aus den Leibern der Menschen, die darin wohnten, und warf sie ihr zu Füßen. Gisela fürchtete sich sehr, fürchtete um ihr Leben, fürchtete um ihr Sterben, fürchtete sich panisch, und ihr war unheimlich bange ums Herz. Sie lief durch das ganze Haus und kam in ein Zimmer, in dem alles üppig und extravagant in Samt und in Seide gehalten war. Gelb, orange und rosenrot donnerten ihr die Farben aus jeder Ecke und aus allen Richtungen entgegen, als wollten sie ihr spotten. Da waren Spitzengardinen am Fenster und Leuchter an der Zimmerdecke, alles war mit Goldstaub bedeckt. Und mit Perlen, überall waren Perlen, perlmuttern schillernde Perlen, lose lagen sie herum oder hingen, zu einer Kette geknüpft, an den Wänden und über den Lichtern im ganzen Zimmer. Und der Mörder saß zwischen all dem Gold und Glitter in einem großen Sofawiegestuhl, neben ihm ein wunderschöner und mit bunten Perlen bestückter Leuchter, der sein Licht über den Boden fließen ließ wie ein Wassersturz. In dessen Licht erblühten auf blaugrauem Untergrund weiße Wasserblumen, und karminrote indische Elefanten waren zu sehen, die über diese Wasserblumen wie über Wolken in einen Himmel hineinliefen. Daneben wiegte sich der Mörder im großen Sofawiegestuhl, wiegte sich hin und wiegte sich her. Gisela ging auf ihn zu, denn sie kannte ihn, wusste aber nicht, wer er war, er zog sie einfach magisch an, und der Duft an ihm roch hier in diesem Raum besonders gut. Er roch nach Rosenwasser.
Im Hintergrund spielte verhaltene Walzermusik. Der Mörder stand auf und nahm sie in die Arme, um mit ihr, butterblumengleich, zu tanzen. In seinen Armen fühlte sich Gisela plötzlich wieder jung und schön und ohne Sorgen, wie er sie so durch das Zimmer führte, zwischen all dem Samt und all der Seide hindurchführte, wie er sie entführte. Da blickte sie auf und sah ihm ins Gesicht, sah ihm ins Gesicht hinein, mitten ins Gesicht hinein, mittenhinein, und sie erschrak fürchterlich, als sie erkannte, wer er war.
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