Ilse Tielsch - Die Ahnenpyramide

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Schon als Mädchen hat Anni ihren Vater zum Stammbaum der Familie gelöchert, viele Jahre später spürt sie selbst deren Wurzeln nach. Ihre Vorfahren werden dabei ebenso lebendig wie die versunkene Welt Böhmens und Mährens. Sie begegnet Bauern, Handwerkern, kaiserlichen Beamten und Ärzten, berichtet von guten Zeiten, von Veränderung und Fortschritt. Über vier Jahrhunderte lang kamen die Menschen mit all ihren Besonderheiten und Eigenarten meist friedlich miteinander aus, bis der Nationalsozialismus und die Schrecken des 2. Weltkrieges Anni und ihre Eltern gewaltsam von ihren Wurzeln trennen.
Ilse Tielsch ist die bedeutendste mährische Zeitzeugin einer ganzen Epoche und tritt mit ihrer Literatur für Völkerverständigung und Frieden ein.

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Diese Ansicht (Befürchtung) hat sich kurz nach der Übersiedlung in den Gemüse- und Obstkeller, also kurz nachdem die letzten Schüsse aus russischen und deutschen Geschützen über die Dächer und Gärten der Stadt hin, aber auch in diese hinein abgefeuert worden waren, nach dem Fallen der allerletzten aus Flugzeugen abgeworfenen Bomben, also kurz vor, aber auch kurz nach dem Einzug der russischen Soldaten in die Stadt, als richtig herausgestellt.

Zu jenem Zeitpunkt und noch längere Zeit nachher wurde der Vater in der Stadt dringend gebraucht. Wenn das Wort FLUCHT trotzdem gefallen ist, dann ist dies im Zusammenhang mit Annis Person geschehen. Obwohl für die Verwendung des Wortes FLUCHT in Verbindung mit Annis zwar nicht geplanter, schließlich aber im allerletzten möglichen Augenblick mit einem der allerletzten noch verkehrenden Züge doch erfolgter Abreise mehrere, durchaus akzeptable Gründe anzuführen wären, kreuze ich das für diesen Fall vorgesehene Kästchen auf dem für Bernhard bestimmten, mir von Bernhard jedoch zum eventuellen Ausfüllen weitergegebenen Fragebogen nicht an.

Anni ist nicht IN WILDER UNORDNUNG davongelaufen, sie hat keine Unordnung hinterlassen, als sie, einen Rucksack auf dem Rücken, einen Koffer in der einen, den Kasten mit der Ziehharmonika in der anderen Hand, das Haus, in dem sie mit ihren Eltern gewohnt hatte, Richtung Bahnhof verließ. Sie hat am Abend vor ihrer Abreise, beim Packen von Rucksack und Koffer, ihre Sachen genau durchgesehen, was sie mitnehmen wollte, in den Koffer und in den Rucksack gelegt (gestopft), was in Koffer und Rucksack nicht unterzubringen war, in Laden und Schränken sortiert, sie hat ORDNUNG gemacht. Es sind von ihr in diesen Laden und Schränken Dinge zurückgelassen worden, die sie eigentlich hätte mitnehmen müssen, auf die sie aber im Augenblick des Sortierens und Packens keinen sehr großen Wert gelegt hat, zum Beispiel ihre Schulzeugnisse. Statt dessen hat sie Dinge in den Koffer und in den Rucksack getan, die ruhig hätten zurückbleiben können, zum Beispiel ein kleiner Teddybär aus Plüsch, eine Blockflöte und eine Mundharmonika. Mit Ausnahme des großen schwarzen Flügels im Wohnzimmer hat Anni alle Musikinstrumente, auf denen sie spielen konnte, mitgenommen. Sie hat ihre Bücher in richtiger Reihenfolge in die Regale in ihrem Zimmer gestellt. Sie ist nicht davongelaufen, sie ist LANGSAM zum Bahnhof gegangen, vorher mit dem Fahrrad zu noch in der Stadt verbleibenden Verwandten und Freunden gefahren, um Abschied zu nehmen.

Sie hat, nachdem die Gefahr vorbei gewesen ist, sehr lange Zeit überhaupt nicht, später nur als Touristin zurückkehren dürfen.

Anni ist zwar freiwillig aus der Stadt, in der sie geboren worden ist und in der sie mit ihren Eltern gelebt hat, weggegangen, also eigentlich nicht VERTRIEBEN worden, hätte sie jedoch versucht, wieder zurückzukehren, um dort zu leben, hätte man sie vertrieben. Das kommt, sage ich, allerdings auf das gleiche heraus.

Ich wende mich ab von dem Wort FLUCHT, lese das nächste Wort, neben das ein zum eventuellen Ankreuzen gedachtes Kästchen gesetzt ist, konzentriere mich auf das Wort VERTREIBUNG, die verschiedensten Assoziationen stellen sich ein. Ich sehe einen gedeckten Tisch, Kaffeeschalen, Kuchenteller, Löffel und Gabeln, Zuckerdose und Milchkrüglein, Kaffeekanne, Kuchen. Dem Kuchen nähern sich schwarze Fliegen. Ich nehme eine Serviette vom Tisch, VERTREIBE die Fliegen aus der Nähe des Kuchens.

Ich sehe einen sommerlich blühenden Garten, sehe in den Blumenbeeten große schwarze Vögel scharren. Ich laufe auf die Blumenbeete zu, klatsche laut in die Hände, ich VERTREIBE die Vögel aus meinem Garten.

Filmszenen laufen vor mir ab, die ich einmal gesehen habe. Einbrecher steigen nachts durch irgendwelche Fenster in irgendwelche Häuser oder Wohnungen ein. Die Besitzer dieser Häuser oder Wohnungen sind immer auch im Besitz von Pistolen, sie richten die Mündungen dieser Pistolen auf die Einbrecher, die Einbrecher ergreifen in den meisten Fällen aus Angst vor den auf sie gerichteten Pistolen die Flucht, die Besitzer der Häuser oder Wohnungen haben die Einbrecher VERTRIEBEN. Ich wiederhole, was man vertreiben kann: Hühner aus einem Garten, Fliegen von einem Kuchen, Einbrecher aus einer Wohnung, Menschen aus einem Land.

Ich erinnere mich an ein Bild, das ich in einer illustrierten Zeitschrift gesehen habe. Auf einer vereisten Landstraße sind Menschen unterwegs, Frauen und alte Leute, sie ziehen Wägelchen hinter sich her, schieben mit Bündeln beladene Kinderwagen, sie haben die Füße mit Lumpen umwickelt, sie kämpfen schrittweise an gegen den eisigen Wind, der Wind zerrt an ihren Mänteln und Kleidern, ihre Gesichter sind gefroren, Rauhreif hängt an ihren Augenbrauen, zu beiden Seiten der Straße dehnt sich die schneeverwehte Ebene irgendeines Landes, Ostpreußen vielleicht, im Vordergrund, seitlich vom Straßenrand her, blickt aus einem großen Wolltuch, das man ihm um den Kopf gewickelt, kreuzweise über der Brust festgebunden hat, das Gesicht eines vielleicht fünfjährigen Mädchens in die Kamera, eine unbeschreibliche Verlassenheit liegt über dem Gesicht dieses Kindes, Worte reichen nicht aus, um den Ausdruck dieses kleinen Gesichtes zu beschreiben, ich würde das Bild gerne aus meinem Gedächtnis tilgen, es gelingt mir nicht.

Ich erinnere mich an andere Bilder, die ich gesehen habe, die im Lauf der Jahre, Jahrzehnte, von immer neuen, immer gleich furchtbaren Bildern überdeckt gewesen sind, Bilder aus illustrierten Zeitungen, Bilder aus Filmen, Bilder aus Fernsehreportagen, aus den Ländern, in denen sie gelebt hatten, durch Krieg und Terror verjagte Menschen, ich sehe das Bild einer ertrinkenden vietnamesischen Mutter vor mir, die, ein Kleinkind an sich gepreßt, eben in den Fluren irgendeines Flusses versinkt, grauenhaftes Entsetzen liegt über diesem Gesicht, ich frage mich, wie es der Fotograf fertiggebracht hat, das Gesicht dieser Frau zu fotografieren, Entfernung, Blende, Zeit an seinem Apparat einzustellen, ich frage mich, wieso er seinen Apparat nicht weggeworfen hat, hingestürzt ist, um die Frau mit ihrem Kind aus dem Wasser zu ziehen, zu retten, vor dem Ertrinken zu bewahren, wie man überhaupt solche Bilder aufnehmen kann, ohne daran zugrunde zu gehen.

Ich erinnere mich an Bildberichte der letzten Wochen und Monate, an aus ihren Heimatländern Vertriebene in zerfallenden Dschunken und Kähnen, die niemand haben will, die von Küste- zu Küste treiben, die man immer wieder auf das offene Meer hinausjagt, wo sie dem sicheren Tod preisgegeben sind. Ich will mich retten vor diesen Bildern, greife zum Lexikon, lese, Vertreibung sei eine EINSEITIGE STAATLICHE ZWANGSMASSNAHME ZUR DAUERNDEN AUSSIEDLUNG VON VOLKSTEILEN ODER VOLKSGRUPPEN, UM EINE GRÖSSERE ETHNISCHE, POLITISCHE ODER RELIGIÖSE EINHEITLICHKEIT IN EINEM NATIONAL GEMISCHTEN GEBIET ZU ERREICHEN, ODER EIN GEBIET VON SEINER BEVÖLKERUNG FÜR EINE NEUBESIEDLUNG ZU RÄUMEN.

Die Eingliederung der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Deutsche Bundesrepublik gelangten, aus ihren Heimatländern Vertriebenen sei, lese ich (es ist ein Lexikon aus dem Jahre 1957), STARK VORANGESCHRITTEN.

Ich soll mich zwischen den Wörtern FLUCHT, VERTREIBUNG und SONSTIGES entscheiden.

Ich soll aufschreiben, wann Bernhard und ich das Haus, in dem wir wohnen, bezogen haben.

Ich soll aufschreiben, welcher ABSTAMMUNG ich bin (SUDETENDEUTSCHER, DONAUSCHWABE, SIEBENBÜRGER SACHSE, SONSTIGES).

HABEN SIE IN DEN ANFANGSJAHREN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG EINMAL ERNSTHAFT AN EINE AUSWANDERUNG AUS ÖSTERREICH GEDACHT?

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