Ilse Tielsch - Die Ahnenpyramide

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Schon als Mädchen hat Anni ihren Vater zum Stammbaum der Familie gelöchert, viele Jahre später spürt sie selbst deren Wurzeln nach. Ihre Vorfahren werden dabei ebenso lebendig wie die versunkene Welt Böhmens und Mährens. Sie begegnet Bauern, Handwerkern, kaiserlichen Beamten und Ärzten, berichtet von guten Zeiten, von Veränderung und Fortschritt. Über vier Jahrhunderte lang kamen die Menschen mit all ihren Besonderheiten und Eigenarten meist friedlich miteinander aus, bis der Nationalsozialismus und die Schrecken des 2. Weltkrieges Anni und ihre Eltern gewaltsam von ihren Wurzeln trennen.
Ilse Tielsch ist die bedeutendste mährische Zeitzeugin einer ganzen Epoche und tritt mit ihrer Literatur für Völkerverständigung und Frieden ein.

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Wir besitzen eine Fotografie von Marie aus jener Zeit, große Augen in einem schmalen, immer noch schönen Gesicht, eine Schwesternhaube auf dem hochgekämmten Haar. IN TREUER LIEBE MIT EUCH VERBUNDEN WIRD SEIN UND BLEIBEN SR. MARIE.

Später trat sie in den Orden der Franziskanerinnen ein. Um für die Sünde zu büßen, die andere an ihr begangen hatten, soll sie die niedrigsten Arbeiten verrichtet haben. Beim Waschen der Steinfußböden in den Klostergängen im Winter zog sie sich ein Nierenleiden zu, an dem sie wenige Jahre später starb.

(Darüber nachdenken, von welchen Zufällen, Kleinigkeiten, unüberlegt getroffenen Entscheidungen ein Leben bestimmt wird, der Verlauf eines Lebens abhängt.

Wäre der Malergeselle damals nicht mit der jungen Marie alleingelassen worden, hätte Amalia, aber auch Hermann, der Feilenfabriksdirektor, hätten Maries Schwestern dem fremden Malergesellen nicht vertraut, wäre nur eines der anderen Familienmitglieder im Haus geblieben, hätte die Möglichkeit, dem Mädchen Marie GEWALT ANZUTUN, für den Malergesellen nicht bestanden, hätte Marie kein Kind geboren, hätte sie einen Mann ihrer Wahl heiraten können, wäre sie VIELLEICHT GLÜCKLICH GEWORDEN.

Hätten Amalia und Hermann anders entschieden, hätten sie den Sohn ihrer Tochter Marie nicht zu fremden Leuten gegeben, wäre er vielleicht ein gesunder, tüchtiger Mann geworden, hätte er vielleicht die Tuberkulose nicht bekommen, obwohl Tuberkulose damals sehr verbreitet gewesen ist. Vielleicht wäre er ein guter Schüler gewesen, vielleicht hätte man ihn zum Studium an die Bergakademie nach Leoben geschickt, vielleicht hätte er Überdurchschnittliches geleistet, vielleicht wäre er Feilenfabriksdirektor geworden.)

IN HOHENBERG KÖNNEN WIR JAUSNEN, sagte der Vater.

Wir fuhren nach Hohenberg hinüber, suchten den Gasthof DURST, fanden ihn unter anderem Namen, er hieß jetzt GASTHOF ZUM ROTEN HAHN.

Im Gasthof SINGER war ein SALETTL, sagte der Vater, IN DIESEM SALETTL WAR JEDE WOCHE JOUR FIXE, du kannst es im Tagebuch nachlesen.

Der Vater hätte gerne das Salettl gesehen, aber der Gasthof Singer war geschlossen. Die jetzige Besitzerin ist eine Wienerin, sagte der Wirt vom ROTEN HAHN, sie kommt erst gegen Weihnachten wieder. ZU WEIHNACHTEN KÖNNEN SIE DAS SALETTL SEHEN.

Vielleicht können wir von der Anhöhe hinter dem Gasthof Singer von rückwärts in den Garten und auf das Salettl hinunterschauen, sagte der Vater.

Hinter der Kirche führte ein sehr schmaler Weg auf die Anhöhe hinauf, aber er war steil und steinig. Der Vater versuchte einige Schritte, gab dann auf, wagte sich nicht weiter vor, aber auch nicht zurück. Ich bleibe hier stehen, sagte er, geh du allein weiter und sage mir dann, was du gesehen hast.

Ich wollte ihm nicht sagen, daß mir das Salettl, in dem die Urgroßmutter ihren Jour fixe gehalten hatte, eigentlich gleichgültig war, kletterte ein Stück weiter hinauf, blickte immer wieder zurück, fürchtete, der Vater könnte abrutschen, fallen, sich weh tun, am Ende den Fuß brechen, wagte es nicht, ohne das Salettl gesehen zu haben, umzukehren, sah schließlich wirklich von weitem einen geschnitzten hölzernen Giebel zwischen den Bäumen eines Gartens, aber nicht mehr, der Rest war von den Baumwipfeln verdeckt, mehr als der Giebel war nicht zu erkennen. Ich kehrte um, ging zum Vater zurück, der immer noch auf dem schmalen Weg stand und auf mich wartete.

Es hat keinen Sinn, sagte ich, man sieht nur den Giebel. Wir werden gegen Weihnachten einmal herfahren, wenn der Gasthof geöffnet ist.

Wer weiß, was zu Weihnachten ist, sagte der Vater.

5

Hinhören, wenn die Altgewordenen sich erinnern.

Wir hatten einen Alabasterschirm, sagt die Mutter, in den war eine Frauengestalt mit wehendem Gewand eingraviert. Den Schirm hat man vor eine Kerze gestellt, und dann hat er ein gedämpftes Licht verbreitet, es hat ausgesehen, als ob das Gewand der Frau sich bewegt hätte, wenn die Kerzenflamme geflackert hat.

Nein, sagt die Schwester der Mutter, es war keine Kerze, es war ein Petroleumlicht.

Wir, sagt der Vater, hatten auch so einen Schirm, aber er bestand aus vier zylindrisch aneinandergefügten Alabasterplatten, so daß das Licht von allen vier Seiten eingeschlossen war, er war auch nicht graviert, die Bilder waren erhaben.

Du hast recht, sagt die Mutter, nicht graviert, wenn man mit dem Finger darübergestrichen hat, hat man die Rundungen gespürt.

Ja, sagt der Vater, RELIEFS waren es.

Nachts hat immer ein Öllicht gebrannt, ein Nachtlicht, das war ein Glas mit Öl, in dem Öl ist ein Schwimmer mit einem Docht geschwommen, es war ein ganz schwaches, sanftes Licht.

Man konnte ja auch, wenn man einmal aufstehen mußte, nicht einfach den Lichtschalter andrehen, es gab ja auch noch keine Lichtschalter, es war nicht so einfach, Licht zu machen, deswegen hat das Nachtlicht gebrannt.

Ich erinnere mich genau, sagt die Mutter, einmal bin ich abends beim Tisch gesessen und die Petroleumlampe hat gebrannt, ich habe meine Schulaufgaben gemacht, da hat mir die Mutter über das Haar gestrichen und hat gesagt: Morgen haben wir schon elektrisches Licht.

Sich vorstellen, daß die Altgewordenen Kinder gewesen sind, die kleinen Köpfe über Schulhefte gebeugt, die Finger krampfhaft den Federstiel oder den Bleistift haltend, die ersten Buchstaben mit einem Kreidegriffel auf die schwarze Schiefertafel malend, bei Petroleumlicht, zwei mal zwei ist vier, fünf mal drei ist fünfzehn, man weiß nicht, was aus ihnen werden wird, aber wir, die später Geborenen, wissen, was ihnen widerfahren ist.

Noch hält die Postkutsche, schwarzgelb gestrichen, mittags gegen ein Uhr vor dem Herrenhaus in Furthof, noch bläst der Postfranzl seine Melodien auf dem Posthorn, sind auf den Straßen zweispännig, vierspännig, von Pferden gezogene Wagen unterwegs, aber schon sitzen irgendwo Herren mit schwarzen Halbzylindern oder mit weißleinenen Schirmkappen in hochrädrigen Benzinkutschen, noch nimmt das Postfräulein Helene täglich den Postsack vom Postillion in Empfang, aber bei Siemens und Halske bastelt man schon an der Herstellung eines Tasten-Schnelltelegraphen, noch staunen die Menschen mit verdrehten Hälsen dem riesigen lenkbaren Luftschiff des Grafen Zeppelin nach, aber die Brüder Wright unternehmen bereits, als Verrückte bestaunt und begafft, ihre waghalsigen, selbstmörderischen Flüge in ihren selbstgebastelten Motorflugapparaten. Noch schreiben die Kinder ihr zwei mal zwei ist vier beim Schein der Petroleumlampe aufs Papier, aber Marie und Pierre Curie ist die Entdeckung der Radioaktivität gelungen. Noch flackern Kerzen hinter Alabasterschirmen, verbreiten Öllämpchen in Kinderschlafzimmern sanftes Licht, aber ein neues Zeitalter der Technik und der Chemie hat bereits begonnen, wir, die viel später Geborenen, wissen noch nicht, was daraus werden wird.

Sich vorstellen, daß das Kind, das der Vater werden wird, in einem von Gaslicht erhellten Treppenhaus steht, an der Hand seiner Mutter Friederike, der jüngsten Tochter des Feilenfabriksdirektors, daß der Sarg mit dem toten Großvater an ihm vorbeigetragen wird. Alt geworden, wird sich der Vater an die bogenförmigen Gasflammen im Treppenhaus erinnern.

Das Kind am Fenster der Brünner Wohnung stehen, auf die Geleise der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn hinunterschauen sehen. DIE EIN- UND AUSFAHRENDEN ZÜGE MIT IHREN QUALMENDEN LOKOMOTIVEN ZOGEN MICH AUSSERORDENTLICH AN.

Das Kind, sonntäglich herausgeputzt, mit vor Aufregung roten Wangen im Brünner Stadttheater, neben der Mutter Friederike sitzend, EINE NACHMITTAGSVORSTELLUNG DER OPERETTE PRINZ METHUSALEM VON JOHANN STRAUSS WAR MEIN ERSTES THEATERERLEBNIS. Dieses Kind auf dem eisernen Aussichtsbalkon oberhalb der Mazochaschlucht stehen sehen, erschrocken und fasziniert in die grausige Tiefe blikkend, sich am eisernen Geländer festhaltend. IN DER SOGENANNTEN MÄHRISCHEN SCHWEIZ, UNWEIT VON BRÜNN, KLAFFT EIN ETWA 140 METER TIEFER ABGRUND MIT SCHROFFEN KALKSTEINWÄNDEN UND EINEM WASSERSPIEGEL AM GRUNDE, DER VON DEM FLUSS PUNKWA GESPEIST WIRD.

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