Ilse Tielsch - Die Ahnenpyramide

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Schon als Mädchen hat Anni ihren Vater zum Stammbaum der Familie gelöchert, viele Jahre später spürt sie selbst deren Wurzeln nach. Ihre Vorfahren werden dabei ebenso lebendig wie die versunkene Welt Böhmens und Mährens. Sie begegnet Bauern, Handwerkern, kaiserlichen Beamten und Ärzten, berichtet von guten Zeiten, von Veränderung und Fortschritt. Über vier Jahrhunderte lang kamen die Menschen mit all ihren Besonderheiten und Eigenarten meist friedlich miteinander aus, bis der Nationalsozialismus und die Schrecken des 2. Weltkrieges Anni und ihre Eltern gewaltsam von ihren Wurzeln trennen.
Ilse Tielsch ist die bedeutendste mährische Zeitzeugin einer ganzen Epoche und tritt mit ihrer Literatur für Völkerverständigung und Frieden ein.

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In meinem Besitz sind zum Beispiel ein mit rotem Samt überzogener Osterhase mit Butte, der einst der Tochter des Waldübergehers Karl gehörte, sowie ein Mörser aus Messing samt dazugehörigem Stössel und eine eiserne Kaffeemühle mit verborgener Kurbel, beides von Karls Tochter wiederum ihrer Tochter als Heiratsgut mitgegeben. Außerdem besitzen wir ein Kästchen, das Franz Joseph, der Kaiser, anläßlich einer Jagd im Lainzer Tiergarten der dort bei ihrem Onkel und dessen Frau lebenden, damals dreizehnjährigen Tochter des unglücklichen k. k. Waldübergehers geschenkt hat und auf dessen Deckel die k. k. Hofoper abgebildet ist.

Es sind aber auch durch Schenkung und Erbschaft wieder Fotografien in den Besitz des Vaters gekommen, der Vater hat sie sorgfältig in einem Album gesammelt, das Album hat er bei einem Trödler erstanden, der Rücken des Albums ist beschädigt, die Ecken sind abgestoßen, aber die Fotografien passen in die schon vergilbten, mit ovalen und rechteckigen Aussparungen versehenen Blätter hinein, als wären sie immer schon darin gewesen.

Aus den Bildern, die in dem Album versammelt sind, blicken mir einige von denen, die vor mir gelebt haben, entgegen. Bräunlich verfärbt, heben sich ihre Gesichter und Körper vom bräunlich verfärbten Hintergrund ab. Sie stehen vor gemalten Kulissen, an gemalte oder aus Holz und Pappe gefertigte Marmorkamine, Kommoden, Birkenzäune gelehnt, in dem Album sind sie versammelt, Anna, die Frau des Waldübergehers als Witwe, ihre Tochter, ihr Sohn Hermann, als Leobner Student, als Feilenfabriksdirektor, dessen Frau Amalia, Tochter Franz Xavers, des Erbpostmeisters, ihre Kinder und Enkelkinder, aus den Fotografien sehen sie mich an, mit aufgesteckten Zopfkronen, Lockenfrisuren, mit sorgfältig gescheiteltem Haar, gebürsteten Bärten, in Loden, Tuch, in gefältelten Taft, in Seide oder in gefärbtes, bedrucktes Leinen gekleidet, in festlichen Roben, im schlichten, rüschenbesetzten Hauskleid mit Flügelärmeln, den Hals von Spitzen umkraust, die Brust in enge Mieder gezwängt. In dem Album sind sie vereint, die einander nicht kannten, aber zur gleichen Zeit lebten, Josef, der Färber, in Mähren, Hermann, der Feilenfabriksdirektor, im niederösterreichischen Furthof, Anna, die Färbersfrau, mit den großen, verarbeiteten Händen und dem griesgrämigen Gesichtsausdruck, und Amalia, die Tochter des Erbpostmeisters, die Geselligkeit liebte, für Mondscheinpartien schwärmte, auf zugefrorenen Teichen Schlittschuh lief, die in Gasthäusern jodelte und ihrer schönen Stimme wegen nicht nur in Furthof, sondern auch in Hohenberg und überhaupt in der näheren Umgebung Furthofs als DAS LERCHERL bekannt und beliebt war. Anna, die Schwerblütige, die ihre schöne, vom städtischen Leben träumende Tochter zwang, einen Fleischhauer aus dem eigenen Dorf zu heiraten, Amalia, die das Kind ihrer Tochter Marie zu fremden Leuten brachte, wo es an Tuberkulose erkrankte und starb.

Ich, die viel später Geborene, weiß um ihre Sünden und um ihre Träume, ich weiß, wie sie lebten und wie sie gestorben sind.

Ich greife zur Lupe, setze die Brille auf, halte die Lupe vor mein rechtes Augenglas. Das Gesicht FRANZ XAVERS, des Gastwirts und Erbpostmeisters, der in steirischem Lodenrock und steirischer Weste, den steirischen Almstock in der linken, die Pfeife mit dem langen Rohr in der rechten, von Gichtknoten verformten Hand, auf einem künstlichen Felsen vor gemalter Almhütte und gemalten Tannenbäumen sitzt, hebt sich ab vom verblichenen Papier, die Barthaare, die buschigen Augenbrauen, die Falten auf den Wangen und am Hals werfen Schatten, die lebhaften, klugen Augen hinter den winzigen, metallgefaßten Brillengläsern sehen mich mit freundlicher Skepsis an. Ich sitze dem Vater eines meiner Urgroßväter gegenüber, der von einem steirischen Hufschmied abstammt, dessen Ahnen bis in eine weit zurückliegende Vergangenheit steirisch gewesen sind, dessen Heimat die Steiermark gewesen ist, der seine Zugehörigkeit zu diesem Land durch Kleidung und Haltung dokumentiert. Als die Fotografie, die ich von ihm besitze, gemacht wurde, war er schon ein alter Mann, war am Grab eines seiner Söhne gestanden, hatte die Frau verloren, das Unglück der Enkelin miterlebt. Ich sehe ihm in die Augen, ich betrachte das Gesicht dieses Mannes, der lange vor mir gelebt hat, ohne den ich nicht wäre, was ich bin, ich empfinde Zuneigung zu diesem Gesicht.

Ich wende die Seiten des Albums, das auf der Holzplatte meines Schreibtisches liegt, betrachte durch Lupe und Augenglas die Gesichter derer, die nach Franz Xaver gewesen sind. Dann nehme ich ein Blatt und zeichne rechteckige Kästchen, in die ich Namen schreibe, denke mir Landschaften um diese Kästchen, mährische Hügel, böhmische Wälder, denke mir die Gold- und Silberstadt Kremnitz in ein enges, von Bergen eingeschlossenes Tal, Kremnitz, Körmetz, den ungarischen Namen gibt es nicht mehr, denke mir ein gotisches Schloß, Kirchen, Bürgerhäuser, Kapellen, Kremnitz, wo man im Münzamt die Gold- und Silbergulden prägte, ich höre in den Pochwerken die Pochstempel pochen, ich höre das Klingeln der Münzen, die zu den anderen Münzen fallen.

WIR WOLLTEN ALLE NACH WIEN, sagt der Vater. Franziskus verließ Kremnitz, das schon seinem Vater und dessen Vater HEIMAT gewesen war, er ging mit Frau und Kindern nach Wien, ich ziehe zwei schräge, auseinanderlaufende Linien von dem Kästchen, in welchem sein Name steht, abwärts, schreibe die Namen seiner Söhne hinein, denke mir burgenländischen Laubwald um das Kästchen mit dem Namen des unglücklichen, von Schmugglern erschossenen k. k. Waldübergehers Karl, die sanften Hügel des Rosaliengebirges, zeichne zwei weitere, wiederum auseinanderlaufende Linien von seinem Namen weg abwärts, trage die Namen seiner Kinder ein. Die Tochter nahm ein Bruder des Waldübergehers zu sich, er war Förster im Lainzer Tiergarten bei Wien, im Lainzer Tiergarten fanden kaiserliche Jagden statt, es kam vor, daß die Jäger im Forsthaus einkehrten, von der Försterin bewirtet wurden. Die Tochter Karls aus dem burgenländischen Rosaliengebirge erlebte im Forsthaus ihres Onkels den wahrscheinlich größten Augenblick ihres Lebens, an den sie noch im Alter zurückdachte, den sie ihrer Tochter so eindringlich, so anschaulich zu schildern wußte, daß diese wiederum ihrer Tochter das Erscheinen des jungen Kaisers in der Tür, den Eintritt des Kaisers in das Forsthaus, seine Kleidung, seinen Gesichtsausdruck, ja den Klang seiner Stimme noch so genau zu beschreiben vermochte, als wäre dies alles ihr selbst und erst vor ganz kurzer Zeit widerfahren.

Der Kaiser also, Franz Joseph, siebenundzwanzigjährig, betrat das Forsthaus, der Förster verneigte sich tief, die Försterin brach beim Knicks beinahe in die Knie. Franz Joseph aber sah nur die dreizehnjährige Nichte des Paares an, ging lächelnd auf sie zu und überreichte ihr seinen Säbel. Die Tochter des Waldübergehers Karl, das Waisenkind, durfte den Säbel des jungen Kaisers in Verwahrung nehmen. Ich brauche keine Lupe und keine Fotografie, um mir dieses Ereignis in allen Farben und Dimensionen vorzustellen.

Hermann, den siebenjährigen Sohn des Waldübergehers, holte ein Verwandter, ein Bäckermeister, als Lehrling zu sich in das hunderttürmige, goldene Prag. Sie haben nichts voneinander gewußt, aber sie haben zur gleichen Zeit gelebt, sie sind zur gleichen Zeit, wenn auch an verschiedenen Orten, in verschiedenen Landschaften, Kinder gewesen.

Wie Josef, der Färberlehrling in Schildberg, so hatte auch Hermann als Bäckerlehrling in Prag kein leichtes Leben. Die Mehlsäcke konnte der Kleine zwar noch nicht schleppen, die Tröge, in denen der Teig geknetet wurde, aber die Körbe mit den Broten allein schon waren schwer, die Püffe und Schläge, die er vom Meister und seinen Gehilfen, wohl auch von der Meisterin einzustecken hatte, werden zahlreich gewesen sein.

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