Ilse Tielsch - Die Ahnenpyramide

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Schon als Mädchen hat Anni ihren Vater zum Stammbaum der Familie gelöchert, viele Jahre später spürt sie selbst deren Wurzeln nach. Ihre Vorfahren werden dabei ebenso lebendig wie die versunkene Welt Böhmens und Mährens. Sie begegnet Bauern, Handwerkern, kaiserlichen Beamten und Ärzten, berichtet von guten Zeiten, von Veränderung und Fortschritt. Über vier Jahrhunderte lang kamen die Menschen mit all ihren Besonderheiten und Eigenarten meist friedlich miteinander aus, bis der Nationalsozialismus und die Schrecken des 2. Weltkrieges Anni und ihre Eltern gewaltsam von ihren Wurzeln trennen.
Ilse Tielsch ist die bedeutendste mährische Zeitzeugin einer ganzen Epoche und tritt mit ihrer Literatur für Völkerverständigung und Frieden ein.

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Lange vor Tagesanbruch jagte die Meisterin oder eine ihrer Mägde das Kind aus dem Bett, wenn es in einem solchen überhaupt geschlafen hat, wenn es nicht irgendwo in einem Winkel auf einem Strohsack oder auf Lumpen lag. Im Morgengrauen, wenn in der Backstube das Nötige getan war, machte sich der Junge mit Körben voll Gebäck auf den Weg durch die Gassen der Hauptstadt Böhmens, er wird nicht viel gesehen haben vom Glanz dieser Stadt, er schleppte Brot vor die Türen der Bürgerhäuser, wurde gescholten, wenn er nicht pünktlich kam, wenn er unterwegs gerastet hatte, sich um Minuten verspätete. Schließlich zog er sich, schwächlich, wie er war, beim Heben eines großen Brotkorbes einen Leistenbruch zu, wurde zum unnützen Esser, den man zur Arbeit nicht mehr verwenden konnte, den man aber, da er zur Verwandtschaft gehörte, da man ihn aus Mildtätigkeit ins Haus genommen hatte, nicht einfach auf die Straße jagen, zur Mutter zurückschicken konnte, wurde noch mehr herumgestoßen, noch öfter geschlagen, war allen im Haus und in der Bäckerei Tätigen im Wege, ein krankes, unglückliches Kind.

Wir kennen den Namen des Mannes nicht, der sich schließlich seiner angenommen, ihn aus dem Haus des Bäckers weg in sein eigenes Haus geholt, zur Schule geschickt hat. Sein Name und seine Person sind im Dunkel geblieben. Dem Bäckerjungen Hermann aber ist in Prag eines jener Wunder widerfahren, die es selten, aber doch hin und wieder gibt. Er durfte die Schule abschließen, deren Besuch man ihm ermöglichte, er wurde nach sorgfältiger Prüfung seiner Talente nach Leoben zum Studium an die Bergakademie geschickt. Er war fleißig, gewissenhaft, legte erfolgreich die erforderlichen Prüfungen ab, brachte es nach vielerlei Umwegen und Zwischenstationen zum technischen Angestellten in einem Eisenwerk im steirischen Kindberg, später zum leitenden Direktor einer neu eröffneten Feilenfabrik in Furthof.

Franziskus aus Kremnitz zeugte Karl, den Waldübergeher, Karl zeugte Hermann, Hermann zeugte vier Kinder, Helene, Marie, Friederike und Franz.

ICH MÖCHTE NOCH EINMAL NACH FURTHOF FAHREN, EINMAL NOCH, sagte der Vater. Furthof ist die Heimat seiner Mutter gewesen. Wenn man so alt geworden ist wie er, hat man bei allem, was man unternimmt, das Gefühl, es sei das letztemal.

Der Sommer in diesem Jahr war feucht gewesen, Regen im Juli, Regen im August, überall Überschwemmungen, Katastrophen. Im September war endlich die Sonne gekommen, der Herbst war warm und hell, Ende Oktober hing das Laub noch in den Bäumen, die Rasenflächen in den Parkanlagen und zwischen den Häuserblöcken der Satellitenstädte waren grün, alles war vollgesogen mit Feuchtigkeit.

Das Wetter war immer noch schön, war, wie es häufig Ende September ist, weiße Wolken zogen über den in allen Blautönen schattierten Himmel.

Wir unternahmen die Fahrt an einem Wochentag, der Vater und ich, wir fuhren auch nicht über die Autobahn, sondern über die Bundesstraße. Der Wienerwald leuchtete in allen Gelb- und Brauntönen. In Sankt Pölten zweigten wir ab.

Wir wollen zuerst nach Kilb fahren, sagte der Vater. Die Häuserfassaden des winzigen Marktfleckens waren in Sonnenlicht getaucht.

Hier hat deine Großtante gelebt, sagte der Vater und zeigte mir das Haus, ein hübsches Bürgerhaus gleich neben der Kirche. Der Vater fotografierte die Kirche, er fotografierte das Haus, er ging mit kleinen, vorsichtigen Greisenschritten hin und her, von einer Straßenseite zur anderen, er schützte die empfindlich gewordenen Augen mit vorgehaltener Hand gegen das zu grelle Licht, ließ sich Zeit mit der Einstellung der Entfernung, der Belichtung, der Blende, überlegte die Schattenwirkung.

Das Kirchenportal, der Gasthof ZUM SEIDENSCHWAN, das Tor des Hauses, in dem die Schwester seiner Mutter mit einem Mann gelebt hatte, der ONKEL PEPI hieß.

Helene, eine lebenslustige junge Frau, sagte der Vater, hierher verschlagen, MAN MUSS SICH DAS VORSTELLEN. Furthof war auch nicht größer, aber dort waren die Geschwister, dort war die Familie, dort war immer etwas los, DAFÜR HAT SCHON DIE MUTTER GESORGT.

Der Onkel Pepi, EIN GUTMÜTIGER MENSCH, Postmeister und Stationsvorsteher zugleich, die Station der Mariazellerbahn. Die Züge gingen selten, sagt der Vater, zweimal im Tag, einmal hin, einmal zurück. Wenn der Zug kam, war der Onkel Pepi im Dienst, dann setzte er die rote Kappe auf und eilte zum Bahnhof. Seine Freizeit verbrachte er im Gasthof ZUM SEIDENSCHWAN.

Helene war viel allein, sie langweilte sich, der Gemeindearzt war jung und hatte ein Motorrad mit Beiwagen.

SIE HABEN ETWAS MITEINANDER GEHABT, sagt der Vater, DER GEMEINDEARZT UND DIE TANTE HELENE. Der Onkel Pepi hat sich, wie er es endlich erfahren hat, scheiden lassen, die Tante Helene ist nach Wien gegangen, als Beamtin der Post- und Telegraphendirektion, der Sohn ist beim Vater geblieben. Ich sah zu den Fenstern des hübschen Bürgerhauses hinüber, ich versuchte mir Helene vorzustellen, von der wir mehrere Fotografien besitzen, Helene als Kind, als Mädchen, als junge Frau, als Beamtin der Post- und Telegraphendirektion, ich dachte mir ihr schönes ovales Gesicht hinter die Scheiben eines der im ersten Stockwerk gelegenen Fenster, ich sah ihr zur Krone aufgestecktes dichtes Haar, über das sie gerne seidene Schleifen knotete, den schmalen Hals im Spitzenkragen, die dunklen Augenbrauen, den schön geschwungenen, hochmütig wirkenden Mund, ich stellte mir vor, wie sie auf den Gemeindearzt wartete, ich hörte das Motorrad knattern, ich hätte gerne eine Fotografie des Gemeindearztes gehabt, doch eine solche hat es niemals gegeben, jedenfalls keine, die im Besitz der Familie war.

Die Tante Helene ist schon als Mädchen in Furthof Postbeamtin gewesen, POSTFRÄULEIN, sagte der Vater. In Kilb hat sie ihren Beruf nicht ausgeübt. In Kilb war Langeweile, war der Gemeindearzt mit dem Motorrad. ICH MÖCHTE NOCH EINMAL MIT DER MARIAZELLERBAHN FAHREN, sagte der Vater, EINMAL NOCH.

Im Frühjahr, wenn du willst, können wir fahren, sagte ich.

Wir gingen über den Platz, um das Haus herum, in welchem Helene gelebt hatte, an das Haus schloß sich ein Garten an, der Vater erkannte den Garten wieder, den Bach, der am Garten vorbeifloß. Als Sechsjähriger war er mit seinen Eltern hier gewesen und hatte seine Tante Helene besucht.

DER REIS RUDI, sagte er plötzlich, HATTE EIN DREIRAD. Kindersehnsucht, nach beinahe achtzig Jahren wieder wach geworden, niemals ganz vergessen. Der fremde Junge damals hatte ein Dreirad, er hatte keines gehabt. Altgewordene kehren in die Kindheit zurück, der Kreis schließt sich, die Kindersehnsüchte kehren wieder. Der Reis Rudi mußte, wenn er noch lebte, fünfundachtzig Jahre alt sein, vielleicht mehr.

Wiederbegegnung mit Orten, an denen man als Kind gewesen ist, später vielleicht noch ein oder das andere Mal, aber die Jahre dazwischen sind untergegangen, vergessen.

In Marktl suchten wir nach dem Haus Nummer neunzehn, in dem Hermann, der Sohn des Waldübergehers, nach seiner Pensionierung gelebt hatte. Ob der Park damals schon so gewesen sei? Die alte Linde stand sicher schon, LINDEN WACHSEN NICHT SO SCHNELL.

Der Vater fotografierte das Haus und die Linde, im Gras neben dem Weg lag ein alter Mühlstein, das Laub der Linde leuchtete gelb im einfallenden Sonnenlicht, auch die Birken vor dem Haus leuchteten.

Mittags aßen wir in dem Gasthof, der früher anders geheißen hatte und der dem Haus Nummer neunzehn gegenüberlag.

HIER HABEN MEINE GROSSELTERN OFT ZU MITTAG GEGESSEN. Statt der Funderplatten an der Wand mußt du dir eine Holztäfelung denken, sagte der Vater, dort, wo die Theke ist, wird ein Ofen gestanden sein, man sieht noch das Abzugsloch in der Wand. Und der Fußboden war auch nicht lackiert, den hat man mit Seifenwasser weiß gerieben.

Wir saßen an einem Tisch, dessen Platte mit Kunststoff belegt war, von den Fußbodenbrettern war der Lack an vielen Stellen abgetreten, die abgeblätterten Stellen waren schwarz und schmutzig, auf dem Fensterbrett lagen tote Fliegen.

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