Ilse Tielsch - Die Ahnenpyramide

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Schon als Mädchen hat Anni ihren Vater zum Stammbaum der Familie gelöchert, viele Jahre später spürt sie selbst deren Wurzeln nach. Ihre Vorfahren werden dabei ebenso lebendig wie die versunkene Welt Böhmens und Mährens. Sie begegnet Bauern, Handwerkern, kaiserlichen Beamten und Ärzten, berichtet von guten Zeiten, von Veränderung und Fortschritt. Über vier Jahrhunderte lang kamen die Menschen mit all ihren Besonderheiten und Eigenarten meist friedlich miteinander aus, bis der Nationalsozialismus und die Schrecken des 2. Weltkrieges Anni und ihre Eltern gewaltsam von ihren Wurzeln trennen.
Ilse Tielsch ist die bedeutendste mährische Zeitzeugin einer ganzen Epoche und tritt mit ihrer Literatur für Völkerverständigung und Frieden ein.

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DU BAUERNSAU, sagte ein Kartenspieler am Nebentisch zu seinem Nachbarn, DU VERFLUCHTE BAUERNSAU. Er trug eine schwarze Samtjacke und eine auffallend gestreifte Krawatte. Die anderen lachten.

Der Wirt fragte nach unseren Wünschen, wir bestellten das Essen. Meine Großeltern, sagte der Vater, haben hier längere Zeit gewohnt, sie waren mit dem Fabrikanten N. befreundet. Sein Sohn müßte noch leben.

Der ist schon lange tot, sagte der Wirt.

Um 1893 herum muß es gewesen sein, sagte der Vater hartnäckig. Er sprach die Jahreszahl aus, als sei es vorgestern oder gestern gewesen. Der Wirt sah ihn halb belustigt, halb erstaunt an. Die Männer am Nebentisch waren plötzlich still und drehten sich neugierig nach uns um.

Das alles betrifft mich nicht, dachte ich, als wir weiterfuhren, und es geht mich doch an. Wenn der Vater gestorben ist, wird alles, was er gewußt hat, vergessen sein.

Das Haus in Furthof lag direkt an der Straße, neben der Feilenfabrik, es war groß, einstöckig, das in zwei Stufen abfallende Dach war mit grauen Schindeln gedeckt. Zur Eingangstür führten fünf Stufen hinauf, die Tür war von einem kleinen, eisernen Balkon überdacht, der Balkon wurde von eisernen Säulen getragen.

MAN NANNTE ES DAS HERRENHAUS, sagte der Vater, hier war auch die Poststation untergebracht, hier hat die Postkutsche gehalten, sie ist von Schrambach gekommen, um ein Uhr mittags, glaube ich, von weitem hat man den Postfranzl auf seinem Horn blasen gehört.

Er ging auf die andere Straßenseite hinüber, stellte sorgfältig Entfernung, Zeit, Blende ein, fotografierte das Haus von der Vorderseite, ging um das Haus herum, fotografierte es von der Rückseite, den an die Rückseite des Hauses anschließenden, früher wahrscheinlich gepflegten, jetzt verwilderten Garten.

Hier muß es einen Springbrunnen gegeben haben, sagte er, meine Mutter hat mir davon erzählt.

An lauen Sommerabenden sei die Familie oft im Garten beisammengesessen, der Mond habe geschienen, der Springbrunnen habe geplätschert, Hermann, der Großvater, habe einen KURZEN TSCHIBUK geraucht, den Tschibuk habe er mit schwerem türkischen Tabak gestopft. KINDER, IHR WISST NICHT, WIE SCHÖN IHR ES HIER HABT, habe er oft gesagt, auch das habe ihm, dem Vater, seine Mutter berichtet. SIE HAT IMMER EIN WENIG HEIMWEH NACH FURTHOF GEHABT.

Ich suchte den Garten nach den Resten eines Springbrunnens ab, aber ich fand nichts, was auf die Existenz eines Springbrunnens in früheren Zeiten hingewiesen hätte, ich fand nur ein kleines, abgezäuntes Viereck, in dem Karotten, Petersilie und einige Krautköpfe wuchsen. HIER HAT MEINE GROSSMUTTER WAHRSCHEINLICH IHR GEMÜSE GEZOGEN. Die Familie habe einfach gelebt, sagte der Vater, zum Abendessen habe es oft STERZ gegeben, Braten nur sonntags und an Feiertagen. Amalia habe Gänse und Hühner gehalten, sie außer mit dem üblichen Körnerfutter auch mit in Milch getauchten Semmeln gefüttert, um den Geschmack des Fleisches zu verbessern. (Das SCHOPPEN der Gänse sei in ihrer Heimat, der Steiermark, nicht Sitte gewesen und habe als Grausamkeit und Tierquälerei gegolten.)

Den Pferden habe man übrigens, wenn man von einem Ausflug rascher heimkommen wollte, ebenfalls Semmeln zu fressen gegeben, diese Semmeln aber habe man in Wein getaucht.

Dem Feilenfabriksdirektor seien Wagen und Pferde zur Verfügung gestanden, oft habe man Ausflüge unternommen, man sei in das Gasthaus ZUR BRUCK gefahren, nach Marktl, Sankt Egyd, Lilienfeld, man habe Bekannte besucht, aber auch größere Fahrten unternommen, etwa nach Neuberg, Freiland oder Mariazell. Das alles wisse er, sagte der Vater, aus Amalias Tagebuch.

Nach Amalias Tod sei dieses Tagebuch unter den Erben geteilt worden und er, der Vater, habe seinen Teil gewissenhaft abgeschrieben und an die anderen Erben verschickt, seinerseits die Abschrift der anderen Teile von ihnen erbeten, aber auf seine Bitte niemals Antwort erhalten. Außer mir, sagte er, hat sich wahrscheinlich niemand die Mühe des Abschreibens gemacht. WER WEISS, OB SIE ES ÜBERHAUPT GELESEN HABEN, WAHRSCHEINLICH HABEN SIE, WAS SIE BEKOMMEN HABEN, EINFACH WEGGEWORFEN ODER VERBRANNT.

Rückwärts an den Garten schlossen sich kleine Gebäude an, Schuppen und Stall, HIER WAREN DIE KUTSCHEN UND DIE PFERDE UNTERGEBRACHT, MEINE MUTTER LIEBTE PFERDE UND HIELT SICH BESONDERS GERNE IN DER KUTSCHERSTUBE AUF, im Hintergrund stiegen die Wiesen zu einem Hügel an, auf dem Hügel begann der Wald.

HIER GING MAN ÜBER DIE ANNENHÖHE ZUR BRENNALM HINAUF. Ausflüge zur Brennalm, Schlittenpartien, Feuerwehrfeste. Am Fronleichnamstag trugen die Mädchen Blütenkränze im aufgelösten, tags zuvor mit Zuckerwasser befeuchteten und eingedrehten Haar. FRÜHMORGENS BRACHTE DIE WERKSKAPELLE MEINEM GROSSVATER EIN STÄNDCHEN.

Laientheater bei Silvesterfeiern, LEBENDE BILDER, meine Mutter und ihre zwei Schwestern sollten einmal GLAUBE, LIEBE UND HOFFNUNG verkörpern, sagte der Vater, meine Mutter sollte dabei einige Verse sprechen, verlor aber aus Lampenfieber die Sprache und brachte nur die Worte: ICH BIN DIE LIEBE heraus.

Hermann, der Sohn des Waldübergehers aus dem Rosaliengebirge, reiste nach London und brachte von dort moderne Feilenhaumaschinen mit, er stellte die Fabrik auf Maschinenbetrieb um.

Der Vater fotografierte die Feilenfabrik, er fotografierte die Haupt- und Nebengebäude, die Aufschrift über dem Portal.

Er habe nie herausbekommen können, sagte er, warum sein Großvater so früh pensioniert worden sei. In Amalias Tagebuch sei von GROSSEM KUMMER die Rede, Näheres habe wahrscheinlich in den anderen, durch die Nachlässigkeit der Erben verlorengegangenen Teilen gestanden. Er habe sich bemüht, der Sache auf den Grund zu gehen, irgend etwas müsse damals geschehen sein, wovon seine Mutter ihm nie erzählt habe, worüber sie nicht habe sprechen wollen, er habe schon vor vielen Jahren damals noch lebende Bekannte seines Großvaters nach den Zusammenhängen gefragt, aber nie die erwartete Auskunft bekommen. JETZT IST ES ZU SPÄT, sagte er, JETZT SIND ALLE, DIE ES GEWUSST HABEN, SCHON LANGE TOT, JETZT WERDEN WIR NIE MEHR ERFAHREN, WAS DAMALS GESCHEHEN IST.

Ich stand auf der Straße, vor dem Haus, beobachtete den Vater, der mit kleinen, vorsichtigen Schritten hin und her ging, ließ die Zeit zurückspringen, ein ganzes Jahrhundert zurück, dachte an jene, die in diesem Haus gelebt hatten, sah Amalia, wie ich sie von den Bildern her kannte, jung, resolut, lebenslustig und selbstbewußt, Tochter des Gastwirts und Erbpostmeisters aus Mürzhofen, die in ihrem Tagebuch gewissenhaft registrierte, wann sie Wäsche eingeweicht, Kleider zugeschnitten, Jacken genäht, Gemüse geerntet, wann sie Gäste empfangen, Besuche gemacht hat, wann sie mit den Kindern zur Kirche ging, wann sie geweint hatte und wann sie glücklich war, sah vier Kinder, drei Mädchen und einen Jungen, in einem von Ziegenböcken gezogenen Wägelchen sitzen, hörte die Kinder lachen, ließ die Zeit wieder vorwärtslaufen, das Leben dieser Kinder an mir vorbeiziehen, dachte daran, wie jedes von ihnen sein eigenes, ganz persönliches Unglück gehabt hatte.

Ich dachte daran, daß man Helene den Sohn genommen hatte, daß sie von Onkel Pepi, DER EIN GUTMÜTIGER MENSCH GEWESEN IST, aus dem Haus gejagt worden war.

Ich dachte an die schöne, unglückliche Marie, die zweitälteste der Töchter, die von einem im Haus arbeitenden Zimmermaler vergewaltigt worden war, sie mußte das Kind zur Welt bringen, es war ein Sohn, man brachte ihn sofort nach der Geburt zu fremden Leuten, für Marie war das Leben zu Ende, man war glücklich, als sich schließlich ein Mann dazu bereit erklärte, sie trotzdem zur Frau zu nehmen. Der Mann war Witwer, er war so alt wie Hermann, der Feilenfabriksdirektor, er hatte Krebs und hoffte auf Heilung im warmen Klima von Abbazia, Marie durfte ihn dorthin begleiten, Abbazia brachte jedoch, wie sich denken läßt, keine Linderung seiner Leiden, er starb wenige Jahre nach der Heirat, und Marie war wieder allein. Sie versuchte, ihrem verpfuschten Leben einen Sinn zu geben, pflegte Schwerkranke und die Kinder anderer Leute, während ihr eigener Sohn, den sie nicht sehen durfte, selbst krank war und mit sechzehn Jahren an Tuberkulose starb.

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