Ilse Tielsch - Die Früchte der Tränen

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Anni lebt mit ihrem Mann Bernhard inmitten der Aufbruchsstimmung der 1950er-Jahre. Sie studiert und arbeitet nebenbei in einer Buchhandlung, abends feiern sie mit ihren Freunden in der kleinen Wohnung ausgelassene Feste. Sie alle haben den Krieg und die Flucht aus Mähren durchgestanden, aber sie leben in der Gegenwart, fest dazu entschlossen, das Leben zu genießen.
Ilse Tielsch zeigt den Neubeginn und den Wiederaufbau in den 1950er-Jahren inmitten der zeitgeschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen, mit denen die Menschen konfrontiert waren. Die aufkeimende Hoffnung in der Zeit des Wirtschaftswunders auf eine neue, bessere Welt wird 1956 jäh von der Niederschlagung des Ungarnaufstands durchbrochen. Und es kommen neue Verjagte, neue Flüchtlinge, wieder Menschen, die ihre Heimat verloren haben …

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Wenn Anni in späteren Jahren etwas verlor, was von einigem Wert gewesen war, sagte sie stets: REG DICH NICHT AUF, WIR HABEN MEHR VERLOREN. Anni hat nicht nur den Ausspruch von ihr übernommen, sie hat das Argument begriffen und es zu einem Teil ihrer Lebensphilosophie gemacht.

Man hatte die Zerstörung der Dinge erlebt, an die man sein Herz gehängt hatte, oder sie waren einem geraubt worden. Man war bereit dazu, aus diesem Verlust zu lernen, wie immer er vor sich gegangen war, oder man hatte jedenfalls vorgehabt, daraus zu lernen. Trotzdem fing man schließlich doch wieder damit an, zu sammeln, zusammenzutragen.

Wann hat Heinrich, einen in Tücher gewickelten Gegenstand in den Händen, die Wohnung betreten, die er, Jahre später, mit Valerie in einer nahe Wien gelegenen niederösterreichischen Kleinstadt bewohnte, ein glückliches Lächeln im Gesicht, den Gegenstand vorsichtig auf den Tisch gestellt, mit den Worten: HEUTE HABE ICH JEMANDEN MITGEBRACHT, die Tücher entfernt, sich über Valeries Entzücken gefreut, mit dem sie zur Kenntnis nahm, um WEN es sich handelte? Eine alte Uhr mit kunstvoll geschnittenem Perpendikel, auf Alabastersäulen ruhend, bunte Stroh- und Papierblümchen unter Glas, ähnlich jener, die er ZU HAUSE besessen hatte.

Wann hat Valerie, im Keller des Hauses, in dem sich diese Wohnung befand, sich mit einem Schrei auf das kleine Nähtischchen aus poliertem Nußholz gestürzt, das ein Wohnungsnachbar eben mit einer Holzhacke in handliche Teile zerlegen wollte, um es im Wohnzimmerofen verbrennen zu können? Der Mann fragte sie lachend, ob sie DAS GERÜMPEL denn haben wolle, er schenkte es ihr, sie trug es glücklich in die eigene Wohnung hinauf, in die kleine Platte aus Nußholz war ein Band aus helleren Hölzern eingelegt, von den winzigen Blättchen aus Perlmutt waren nicht mehr alle vorhanden, aber sie hatte das Tischchen sofort in ihr Herz geschlossen.

Was empfand die Malerin Elisabeth aus Gablonz, als sie eines Tages in Berlin die Wohnung jenes Schleichhändlers betrat, dessen Adresse ihr im Zusammenhang mit dem Schwarzmarkt für Heizmaterial genannt worden war und den sie dann, alles Geld, das sie daheim hatte finden können, in der Tasche, aufsuchte, um etwas Kohle zu kaufen? Sie sei, sagt Elisabeth, wie im Traum durch die Räume dieser behaglich beheizten Wohnung gegangen. Sie sei in ein Zimmer geführt worden, in dessen Mitte ein Flügel stand, so jedenfalls sei es ihr in Erinnerung geblieben, dieser Flügel bilde einen zentralen Punkt in ihrer Erinnerung. Auf dem Flügel, der mit einer seidenen Decke abgedeckt gewesen sei, sei eine silberne Schale gestanden, die Schale sei angefüllt mit Früchten gewesen, die sie nur noch vom Hörensagen gekannt habe, Orangen, Bananen, Äpfel, sie habe sich gefragt, ob das Wahrheit sei oder ob sie träume, diese Wärme, dieser Überfluß, all dies inmitten des furchtbaren Elends, inmitten der zerstörten, zertrümmerten Stadt Berlin.

WENN ICH SO ETWAS NOCH EINMAL IM LEBEN BESITZEN SOLLTE, habe sie beim Anblick des Flügels und der mit Früchten gefüllten Schale gedacht, dann werde ich immer an diesen Augenblick denken. Und sie habe auch daran denken, sich daran erinnern müssen, immer wieder, sagt sie, habe sie dieses Bild, das ihre Augen damals aufgenommen hatten, gesehen.

Was empfand Anni, als sie die prachtvoll möblierten Räume der Wohnung betrat, in der ihr Großonkel Hermann mit seiner zweiten Ehefrau Esther lebte? Neid? Sehnsucht nach, wenn auch bescheidenerem Wohlstand, der sie zu Hause umgeben hatte, in dem sie aufgewachsen war?

Durch Krieg und Kriegsfolgen Zerstörtes, Verlorengegangenes baldmöglichst in ähnlicher Form wieder erwerben zu können, hat sie sich das in jenen Augenblicken gewünscht?

Soweit die Erinnerung damals Gefühltes festgehalten hat, empfand sie nichts Derartiges. Sie nahm wahr, was sie mit den Augen erfaßte, die angenehmen Formen der alten Möbel, die, wie sie wußte, noch nicht lange im Besitz der Verwandten waren, die große Wohnung in der Rotenturmstraße war einer Bombennacht zum Opfer gefallen, nichts war erhalten geblieben. Die neue Wohnung war noch prächtiger eingerichtet worden, als es die alte gewesen war. Annis Augen erblickten die weich gepolsterten Sitzmöbel, die schönen Kommoden, die hübschen Gegenstände auf dem Biedermeiertischchen, sie nahmen wahr und registrierten, aber Anni fühlte kein Verlangen danach, ähnliches zu besitzen. Der Prunk, den sie nicht gewohnt war, dieser zur Schau gestellte, geschickt arrangierte Prunk, irritierte sie, machte sie verlegen, sie fühlte eine Art Scham angesichts dieses Überflusses, all dieser überflüssigen, in ihrer nutzlosen Schönheit entbehrlichen Dinge, ein Unbehagen erfaßte sie, das erst wieder wich, als sie das Haus schon verlassen hatte. Dieses Unbehagen taucht mit der Erinnerung an den Besuch in der Wohnung ihres Großonkels Hermann wieder auf.

Anni hatte einen Entschluß gefaßt, nichts davon ihren Eltern mitgeteilt, sie hatte sich heimlich zu diesem Besuch entschlossen, mit ihm einen Zweck verbunden. Sie wollte versuchen, was ihre Eltern unversucht ließen, wozu sich die Eltern nicht hatten entschließen können. Sie wollte die Frau ihres Großonkels um Hilfe bitten. Esther, das ahnte sie, verfügte über Mittel, diese Hilfe zu geben, sie würde, so hoffte Anni, dazu bereit sein, den Verwandten, die sie in glücklicheren Tagen so gerne besucht hatte, die sie umsorgt und bewirtet hatten, helfend zur Seite stehen.

Verlegen also, aber entschlossen, durchschritt Anni die schön möblierten Räume, betrat mit schon schäbig gewordenen Schuhen das glänzende Parkett und den weichen Teppich, wartete höflich, bis sie aufgefordert wurde, sich niederzusetzen, nahm dann auf einem mit Seide bezogenen Bänkchen Platz.

Was trinkst du, fragte die Tante, Tee oder Kaffee?

Anni entschloß sich für Tee, obwohl sie sicher war, daß sie Mühe haben würde, ihn zu trinken, sie hatte keinen Durst, obwohl ihr Hals trocken war, sie hatte auch keinen Appetit auf den Kuchen, den das Mädchen auf einer schön geformten Platte servierte. Sie würde, das fühlte sie, keinen Bissen davon hinunterbringen, obwohl sie mittags nicht viel gegessen hatte.

Die Tante bemerkte Annis Verlegenheit, aber sie ließ sich Zeit, goß den Tee in die Tassen, schob Anni die Zuckerdose zu, Anni nahm ein Stück Zucker, nahm auch von dem Kuchen, aß aber nicht.

Nun, sagte die Tante schließlich, warum bist du gekommen?

Jetzt mußte gesagt werden, was zu sagen war, nun hatte sich herauszustellen, was Hermanns Großnichte wollte, und es stellte sich heraus. Anni bat Esther um Geld.

Nicht für mich, versicherte sie, nein, für die Eltern, die nicht in der Lage waren, die Mittel zum Kauf einer Wohnung aufzubringen, nicht einmal den Betrag, der zur Anzahlung nötig war. Anni schilderte die Zustände, die der Tante bekannt sein mußten, sie beschrieb die Verhältnisse, unter denen die Eltern immer noch zu leben gezwungen waren, sie stieß mit rauhem Hals und trockener Zunge Sätze hervor, andere Sätze, als sie zu sagen vorgehabt hatte, sie redete eine ganze Weile und blickte dabei auf den Tee in ihrer Tasse, in dem der Zukker langsam zerging. Erst als es nichts mehr zu sagen gab, blickte sie auf.

Die Tante trug eine Brille mit goldenem Rand, hinter den Gläsern wirkten ihre Augen groß und kalt.

Um welchen Betrag handelt es sich, fragte Esther.

Anni nannte den Betrag.

Was kannst du für Sicherheiten bieten, fragte Esther.

Anni stockte. Daran hatte sie nicht gedacht.

Die Augen hinter der Brille veränderten sich, es schien, als ob Esther sich über die Verlegenheit der Nichte amüsiere. Bei diesem Betrag mußt du mir doch Sicherheiten bieten, sagte sie.

Wir würden das Geld zurückzahlen, sagte Anni trotzig. Das genügt nicht, erwiderte Esther. Du wirst zugeben, daß ich mich darauf nicht verlassen kann.

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