2011
Dort, wo die Sonne
Wolkenschiffe zählt,
wächst Du zugleich
mit Blüte in der Krone.
Wo ich auch war, Du
hast mir stets gefehlt,
Du Liebling, schönster
aller Pomerone!
Du zeigst gespalten
mir Dein Purpurherz,
Rubine leuchten Dir
aus Deiner Brust.
Gespalten bin auch ich
vom Heimatschmerz,
doch gleichsam fühl ich
pure Lebenslust.
Ich bin wie Du, will
meine Sinne spüren,
wenn heiße Winde
meine Locken streichen,
will meinen Liebsten bis
zum Morgenrot verführen
und ihm mit Dir, oh Anar,
meine Botschaft reichen.
2014
Das Frühlingskleid ist längst verschwunden,
es welkt der bunte Sommerkranz,
den Deine Liebste einst gewunden
und trug bei ihrem letzten Tanz.
Der Herbst lässt alle Blüten sterben,
malt Busch und Bäumen farbig Laub,
hebt spielerisch die Blätterscherben,
die haltlos wirbeln, müd und taub.
An Zäunen wiegen Spinnenweben
sich leis im Takt zum Windgesang,
und flüstern von vergangenem Leben,
als fröhliches Gelächter klang.
Du gehst allein auf stillen Wegen,
die Sehnsucht quält Dich allzu sehr,
aus Deinen Augen tropft der Regen,
ach, Deine Liebste ist nicht mehr.
Es treibt Dich fort zum Totengarten,
bald wird die Sonne untergehen,
nur einmal noch willst Du der Liebsten
in veilchenblaue Augen sehen.
So tief das Schweigen über Steinen,
erwärmt nicht durch den Sonnenstrahl.
Wird Dich denn nichts mehr mit ihr einen?
Ach, niemand lindert Deine Qual.
Doch plötzlich, als ob’s Dich liebkose,
wächst aus dem Grab ein Blümchen Dir
mit lila Wangen, Herbstzeitlose,
ein stiller Gruß von ihr … von ihr.
2015
Er sagt, er betet mit den Füßen,
um sich sein Leben zu versüßen,
und wandert durch die halbe Welt,
nachts ruht er unterm Sternenzelt.
Er lebt, so sagt er, in den Schuhen,
die er nur auszieht, um zu ruhen,
und geht die Sonne glanzvoll auf,
beginnt er heiter seinen Lauf.
Sind auch die Wege voller Steine,
ihn treibt im Leben nur das Eine,
selbst mit den Blasen an den Füßen,
wird er die Freiheit stets begrüßen.
So manches Land hat er durchquert,
allein, nicht immer unbeschwert,
wusch sich im Fluss, aß trocken Brot,
ging falschen Pfad im Abendrot.
Als nun das Sonnengold versinkt
und leis noch mal zum Abschied winkt,
spürt er, als er die Nacht durchwacht,
dass seine Freiheit einsam macht.
Am nächsten Tag schnürt er sein Glück
und macht sich auf den Weg zurück.
Die Liebe wartet still im Warmen,
empfängt ihn sanft mit offenen Armen.
für D., 2014
Wie lang schon ertrug ich die trotzigen Mauern,
in deren Schatten Dämonen lauern,
die sich durch jeden Mauerspalt zwängen
und das, was ich liebe, heftig bedrängen.
Sie raunen mir zu: Willst Du Dich entscheiden?
Egal, was Du anstrebst, Du wirst sicher leiden.
So kämpfe ich Tag und Nacht ohne Sinn,
weil ich doch mein größter Gegner bin.
Ermüdet von den alltäglichen Kriegen,
bleibt eines mir nur, mich selbst zu besiegen,
mein Herz zu öffnen, Vertrauen zu fassen
und all meine Ängste loszulassen.
Ein Kelch ist die Liebe, erlesen und rein,
macht Liebende trunken wie purpurner Wein.
Ein Lächeln verschönt Deinen warmen Mund,
besiegelt mit einem Kuss unseren Bund.
Ein Buch, unser Leben, in das wir schreiben,
in dem jede Seite ruft: Komm, Du musst bleiben!
Vertrau auf die Liebe, so süß und so leicht,
Gib Dich und Dein Herz!
Schau – die Mauer weicht …
2013
Berührt! Die Unschuld dahin,
im Zauber Deines Kusses
wächst wilder Mohn auf meinen
Lippen und die Süße frischer
Feigen auf meiner Zunge.
Mein Herz spricht ein
Gedicht in Deine Augen,
ich spüre die Leichtigkeit des
Seins und die neuerworbenen
Flügel tragen mich direkt ins
Paradies der Liebenden.
Sprich nicht! Küss mich!
Der Rausch des ersten Kusses
kehrt nie wieder …
2016
Ein dichter Käfig ist mein Körper,
der meine Seele fest umhegt,
pulsierend durch die blutigen Bäche
im Kern das Herz, das für Dich schlägt.
Könnt ich den Stäben mal entweichen,
flög ich direkt in Dich hinein,
baute mein Nest in Deinem Herzen,
um lebenslang bei Dir zu sein.
In der Nacht umfing mich mein Geliebter.
Ich bat die Hüterin der Träume,
mein Geheimnis zu wahren.
»Schau, meine Sterne verblassen«,
sprach sie zu mir. »Du hältst die Sonne
an Deinem Busen und forderst Dunkelheit … «
Liebe mich
bedingungslos, lass
unsere Liebe keine Bilanz
sein von Gewinn und Verlust,
in der ständig
aufgerechnet wird.
Liebe mich
mit dem Gedanken,
dass Liebe sehend macht
und nur Blinde die
Seifenblasen ihrer Illusionen
dem Vakuum opfern.
Liebe mich
mit ganzer Seele,
so wie die Füße Deinen
Körper tragen! Erkenne
in der Flammenschrift
Deines Herzens:
mich.
Komm Liebster, wir schenken uns Zeit!
Kostbare Zeit, in der unser Mut zur Liebe
die Ketten der Gewohnheit sprengt und in
der wir den Träumen Leben verleihen;
heimelige Zeit, in der wir unsere Gefühle in
der Geborgenheit unserer Herzen hüten
und einander Brücken bauen;
erfreuliche Zeit, in der die Rosen ihre Dornen
abstreifen und ihre Freude darüber mit
einem lächelnden Rot offenbaren;
zärtliche Zeit, die nur uns gehört – Dir und mir,
in der wir den Sturmvogel des Lebens mit
dem Lächeln der Liebe willkommen heißen.
In einem Satz:
Eine Zeit der Liebe, weil wir in UNS zu Hause sind.
Liebe ist ein Gewand,
das die Natur gewebt und
die Zärtlichkeit bestickt hat.
Seiner Kostbarkeit bewusst,
trage ich es mit Achtsamkeit.
Ich möchte nicht
die Schönste für Dich sein
und kein Juwel in
Samt gebettet
in der Schatulle
Deiner Erinnerung.
Ich möchte keine
Rose für Dich sein, die
lächelnd das Vertrauen
des arglosen
Schmetterlings
auf ihre Stacheln spießt.
Ich will Dich in
meinem Schoß, dem
Trommelschlag Deines
Herzens lauschen
und Deine flammende
Zunge, die sagt:
Liebe mich!
2003
Ein Regenbogen wölbt sich rund
mit seinen sieben Flammen,
Sie lodern zwischen dir und mir
und schweißen uns zusammen.
Zum Lichtband werden Regentränen,
gebrochen von den Sonnenstrahlen,
die sich nach bunter Färbung sehnen
und diese an den Himmel malen.
Das Leben ist ein Regenbogen,
es spiegelt sich in seinen Farben,
ist mal gebrochen und gebogen
und hinterlässt mitunter Narben.
Verebbt die Schönheit mit dem Leben,
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