Pulsschlag singt mein Blut Deinen
Namen und im Gemach der Liebenden
sehe ich die Schönheit mit
geschlossenen Augen tanzen.
Weicht die Trauer grauen Schatten,
macht die Geliebte den Blinden sehend.
Berauscht vom Wein der Liebe
tanze ich hinter den Schleiern
zum Rhythmus meines Herzschlags.
Wie gern opfere ich meinen Verstand
dem Wandelstern der Liebenden.
2016
Von den Töchtern der Wehmut
liebe ich die Stille, welche
die Beredsamste ist.
Im Schweigen meiner Lippen
warten Küsse, wie reife
Trauben gepflückt zu werden.
Meine Gedanken trage ich zum Feuer
der Hingabe, lasse Flammenzungen
meine Schmerzen lecken.
Von den Töchtern der Wehmut
suche ich die Stille am Quell
versunkener Träume.
Tausend Jahre lang sprachen wir von
der Liebe, doch von der Liebe selbst
hörte ich nichts – außer Schweigen.
Lauschend im Takt meines Herzens,
spüre, fühle, bewahre ich …
Von allen Menschen waren die
Liebenden die Stillsten.
2014
In die Pupille meines Auges
hat die Liebe mit zarter Hand
Dein Bild gezeichnet.
Deine Küsse wecken vergessene
Märchen in mir, lassen Rosen
auf meinen Lippen blühen.
Deine Hände weben mir ein Zelt
aus Geborgenheit, unter dem ich
behütet träume.
Mein Blut singt von Liebe. Hör doch!
Der Trommelschlag meines Herzens
hämmert Deinen Namen!
So wandern wir Hand in Hand durch
die geschenkten Jahre. Doch Du und ich,
wir füllen sie mit Leben – jeden Augenblick!
1990
Lausche
den Menschenherzen,
wie sie im Takt
zum Leben schlagen.
Du spürst,
jedes Herz, das
sich in Liebe
öffnet, trägt Licht
in unsere Welt …
In der Winternacht
ist die Blume erfroren.
Sie hatte auf den Frühling gehofft,
auf seine Wärme und Sonne,
die sie zum Leben brauchte.
In der Einsamkeit
bin ich erfroren.
Ich hatte auf Dich gehofft,
auf Deine Liebe und Wärme,
die ich zum Leben brauchte.
2010
Die Erinnerung an Dich füllte
mein Zimmer mit Licht
und dieses Licht war warm.
Doch vor dem Fenster
lauerte die Kälte.
Als ich das Fenster öffnete
entfloh die Erinnerung
wie ein Spatz in die Finsternis.
In der Stille schwebten Schneeflocken,
sich tanzend umarmend und
bedeckten meine Verlassenheit.
Die aufgehende Sonne leckte
mit ihrer Zunge den Schnee,
leckte gnadenlos, bis
meine Einsamkeit nackt
zum Vorschein kam.
2010
Meine Liebe war
ein wärmendes
Feuer – nur
für Dich bestimmt,
erloschen
am kalten Wind
Deines Gleichmuts.
Warten,
dort, wo Sonnen sich erheben,
wo Gedanken
entfliehen und im Morgenrot
verdunsten.
Warten
am Stundenglas bleierner Zeit,
Sterntaler zählend,
Erinnerungen belauschen im
Flüstern des Nachtwindes.
Warten
ist ein Becher herber Wein, den ich
leere, um berauscht
den Atem der Liebe zu trinken und
Dein Spiegel zu sein.
2010
Die Heilung
meiner alten Narben
liegt verborgen in
den Winkeln Deines Mundes.
Ich will keinen Kuss.
Sprich …
sprich doch!
Federleicht
schwebt die Liebe
durch die Tiefen meiner
Haut bis in die Kammer
meines Herzens,
füllt sie mit Licht,
lässt mich von
innen leuchten.
Und Freiheit,
meine Nachtigall,
singt darin ihre Lieder,
während Schweigen
meine Lippen verstummen
lässt mit dem Wissen,
auch ungesagte Worte,
finden den Weg zu Dir.
2016
Die Uhr tickt, es wird Mitternacht.
Bleib wach, mein Freund, es naht die Zeit,
entfalten wird in zarter Pracht
die Königin ihr Festtagskleid.
Sie wird den Panzer heute sprengen,
der sie mit Stacheln fest umgibt,
und aus der Dunkelheit, der engen,
für den erblühen, der sie liebt.
Die Worte fliehen, es herrscht Schweigen,
das Wissen um die Liebe ist;
in Anmut wird sie sich verneigen,
vor dem, der sie niemals vergisst.
Zartrosa umhüllt Blütenflaum
nur Liebende in dieser Nacht,
bald endet dieser kurze Traum,
sobald das Morgenrot erwacht.
Das Stundenglas lässt keine Wahl,
schon rieselt Sand, zählt die Sekunden,
welkt auch die Blüte und wird fahl,
nichts stirbt, was Liebe einst gebunden.
2018
ist der Vulkan des Herzens.
Nicht die Vielzahl ist bedeutend,
sondern das Feuer, das er im
Geliebten erweckt.
Ein welkes Blatt sinkt leis herab,
die Felder nackt, die Bäume licht.
Was gestern blühte, sinkt ins Grab,
der Herbst zeigt stürmisch sein Gesicht.
Dem Pochen Deines Herzens lauschend,
wie singend Du von Liebe sprichst …
Komm, lass uns 1000 Küsse tauschen,
bevor Du Deine Schwüre brichst.
So tränk’ ich Zweifel mit den Küssen
Ob alle Liebenden so sind?
Bin wie ein Blatt, vom Baum gerissen,
die Ängste schreib ich in den Wind.
Mein Liebster, lass mich Dir bekennen,
blieb auch manch Träne ungeweint,
nie werde ich das Band zertrennen,
das uns von Anbeginn vereint.
Dem Herbststurm schließe ich die Pforten,
den kalten Frost lass ich nicht zu,
vertraue Dir und Deinen Worten,
Geborgenheit heißt: ich und Du.
2016
Schlaftrunken
öffne ich meine Augen, träume
dem neuen Tag entgegen.
Spatzen tschilpen guten Morgen,
Bienen summen Honigmelodien.
Ein Sonnenstrahl schleicht sich
durch Gardinenmaschen
und kitzelt meine Nase.
Der laue Wind hat sich
hereingeschlichen, streicht zärtlich
über mein Gesicht, Vorhänge blähen
sich wie weiße Segel. Ich öffne alle
Türen – und mein Herz.
Ein bunter Falter
schwebt über dem Lächeln
der Narzissen. Flüsternd raschelt
junges Grün in Erwartung
ungeborener Knospen.
Eine Lerche jubiliert, die Wolken
schmiegen sich wattegleich
an den Himmel.
Da kommst Du. Deine Lippen
gleichen Schmetterlingsflügeln,
lassen die Blume meines
Herzens wachsen. »Willkommen
Frühling! – Immer wieder!«
2009
Habibi, heute Nacht
schmücke ich mein Lager mit
Blütenblättern, flechte Leidenschaft
ins Netz der Zärtlichkeit, lasse den
Garten meines Herzens erblühen.
Ich bin die Geliebte.
Schau, ich mache mich ganz klein,
kuschele mich in die Geborgenheit
Deiner Hände, um dort sinnestrunken
Deiner Stimme zu lauschen und mich an
Deinem Atem zu berauschen.
Habibi, in der Hitze
der Nacht besteige ich den Vulkan,
werde zur Fackel Deiner Liebe und
beiße flammende Tattoos in Deine Haut.
Während die Süße Deiner Küsse
auf meinen Lippen verglühen und
meine Zunge das Salz Deiner Haut
schmeckt, werde ich, gebettet in
Jasmin und dem weichen
Licht der Mondperle,
Deinen Honig empfangen.
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