Martin Fieber - Steh' endlich auf!

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Dieser lehrreiche Erfahrungsbericht beschreibt die Abgründe einer spirituellen Abhängigkeit bis ins kleinste Detail: von den anfänglichen euphorischen Gefühlen, über die Hölle der seelischen Schmerzen, bis zurück in die Freiheit des normalen Lebens. Er wird ergänzt von einem Leitfaden, welcher den Weg zu finden hilft durch den Jahrmarkt der heutigen Esoterik und den Dschungel der dazugehörigen Seminarangebote. Spannend, ehrlich und wahrhaftig geschrieben. Dieses Aufklärungswerk könnte Leben retten.

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Ihr Wissen überzeugte mich. Sie hatte auf alles eine Antwort. Das beeindruckte mich. Ich begann sie als Halbgöttin zu verehren. Stellte ich eine Frage, von denen ich Tausende hatte, wusste sie immer eine Antwort. Nie war sie überfragt. Nie im Zweifel. Immer schmückte sie eine Erklärung mit einer kleinen Geschichte aus. Ich hatte eine vollkommene Lehrerin.

Heute würde ich sagen: „Achtung. Böse Falle. Sei vorsichtig bei Ich-hab-auf-alles-eine-Antwort-Leuten.“ Aber damals war ich nun mal das kleine „Fieberchen“, das Bärbels Intelligenz und Auffassungsgabe immer wieder aufs neue beeindruckten. Sie stand mitten im Leben, ich am Rand. Bärbel, meine Halbgöttin in Weiß.

Gedanklicher Fanatismus

Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern wie wir sind. (Anais Nin)

Es kam dann die Zeit, dass ich meinen guten Job kündigte und immer wochenweise zu Bärbel fuhr, um mehr Zeit für meine geistige ‚Schulung‘ zu haben. Meine damalige Tätigkeit - ich arbeitete in einer Pharmafirma und war für die Zeitung der Außendienstmitarbeiter zuständig - gefiel mir auch nicht mehr. Der Termindruck ging mir sehr an die Nerven. Vor allem sank meine Motivation radikal, als ich erfuhr, aus welchen Gründen viele Ärzte die chemischen Pillen verschrieben. Ich war zur Ausbildung einige Wochen mit Außendienstmitarbeitern bei Ärzten in Deutschland unterwegs. Was ich da so mit ansehen musste, wie die Ärzte und die Pharmavertreter verhandelten, schockte mich. Niemals hätte ich gedacht, dass die meisten Ärzte ihren Patienten chemische Keulen verschreiben und zu Hause homöopathische Mittelchen nehmen. Ich konnte dies mit meinem eigenen Gewissen nicht mehr vereinbaren. Ich kündigte. Das war er. Der erste Moment in meinem Leben, in dem ich wirklichen Mut besaß und bewusst eine etwas schwierigere Entscheidung traf.

Schließlich zog ich von Darmstadt in Bärbels Nähe, nach Herford. Einen super bezahlten Job zu kündigen, umzuziehen und ins Nichts zu springen, war nicht einfach. Ich war arbeitslos und hatte auf einmal Zeit.

Mehr Zeit, um mich zu finden. Aber ich verlor mich immer mehr. Bärbel wurde immer strenger und kälter, was mir aber nicht auffiel, da ihre Veränderung übergangslos vonstatten ging. Immer mehr verlor ich den Bezug zur Realität. Sie erzählte mir weiter über das Wesen der Geistigen Welt, über Leben auf anderen Planeten. Wir philosophierten. Und philosophierten. Manchmal Tage und Nächte. Und ich wollte immer ‚spiritueller‘ werden. Immer besonderer. Immer mehr Wissen aufnehmen. Und bekam nicht mit, dass ich absolut abdriftete in dunkle Sphären, die mich fast bis zum Wahnsinn trieben. Ich fühlte mich auserwählt, an der Seite einer so ‚weisen‘ Frau zu lernen und teilweise mit ihr essen zu dürfen. Ich war stolz, als ihr Schüler zu gelten. Ich lernte, auf gewisse Symbole im täglichen Leben zu achten. Auf Kleinigkeiten, die geschahen, die Menschen sagten oder taten. So gesehen nichts Verwerfliches, aber bald schon wollte ich in jedem Hundegebell ein göttliches Zeichen sehen. Eine Krähe flog über das Haus. Was soll das nun schon wieder? Die Badezimmertür knackte. Was bedeutet dies? Ein Kind streckte mir die Zunge heraus. Und das? Ich könnte unzählige solcher Dinge schildern und Fragen aufzählen, die mir durch den Kopf gingen. Mein Denkapparat musste immer mehr arbeiten. Ich kam einfach in mir immer weniger zur Ruhe. Und geriet immer mehr in einen gedanklichen Fanatismus.

Es war bestimmt schwer für meine Eltern und für meine Freunde mitzubekommen, wie ich mich verändert hatte. Allen war klar, dass sich in meinem Leben etwas zum Unguten veränderte, nur mir nicht. Das Verhältnis zu meinen Eltern veränderte sich zum Glück nicht, sie waren, wie ich jetzt weiß, die Stütze, die Pfeiler, die mich die ganze Zeit hindurch im Irdischen trugen. Trotz Meinungsverschiedenheiten änderte es doch an unserer Liebe nichts. Nachdem ich schließlich auch umgezogen war, wurde leider auch der Kontakt zu einigen Freunden geringer oder hörte ganz auf. Nur einige wenige Freundschaften aus meinem bisherigen Leben hielten manche Zerreißprobe aus. Aber das Verständnis und die Toleranz waren zum Glück stärker als jeglicher Fanatismus oder Andersartigkeit.

Wie gesagt, ich hatte gekündigt, hatte in Herford eine Bruchbude, vielmehr ein Loch bezogen, und war in diesen Monaten ohne feste Arbeit. Das einzige selbstständige, das ich machte, war mir ein altes Fahrrad zu kaufen – damals hatte ich noch kein Auto – und radelte jeden Tag zu meiner großen Lehrerin.

Meine Höllenzeit

Der Teufel will, dass du dich vor ihm niederkniest; Gott möchte, dass du aufrecht stehst und ihm in die Augen schaust. (Verfasser unbekannnt)

Bärbel war inzwischen so in ihrem Hochmut gefangen, dass sie es schon lange nicht mehr nötig hatte, zu arbeiten und sich schließlich von mir aushalten ließ. Ich war ihr Schüler und hatte für meine Meisterin zu sorgen. Sie sah sich als eine hohe auserwählte Seele. Dies ging so weit, dass sie schon bald einen anderen Namen annahm. Einen sogenannten Missionsnamen, den man hier auf dieser Erde bräuchte, wenn man von einem anderen Planeten abstamme und hier eine „Ich-rette-die-Erde“-Aufgabe zu erledigen habe.

Leider nahm ich damals ebenfalls einen anderen Namen an und verfiel auch in diesen Auserwähltheitswahn. Mein Minderwertigkeitsgefühl, zu kurz zu kommen und übersehen zu werden, waren noch zu groß und dies ließ mich noch tiefer in diesen starken Bann geraten. Jetzt wusste ich, warum ich mich auf dieser Erde nicht so wohl fühle. Ich stamme schließlich von einem anderen Planeten. Ich war mein ganzes Leben anders. Ich fühlte mich anders. Aber jetzt hatte ich meine Erklärung.

Der Zeitpunkt, an dem wir neue Namen angenommen hatten, war der Zeitpunkt, an dem die ganze Situation entscheidend ins Negative abrutschte. Meinen schönen Vornamen legte ich ab. Martin, den Krieger, gab es nicht mehr. Meine eigentliche Persönlichkeit verschwand vollends. Ich konnte nicht mehr kämpfen. (Mein Pseudoname lautete übrigens ‚Cynar‘, was bekanntlich ein Artischockenschnaps ist. Genau zu dieser Zeit fand ich in einer Zeitschrift eine Werbung mit dem Titel: „Jetzt ist Zeit für Cynar.“ Das war wieder ein solches Zeichen und der Beweis für mich, dass ich jetzt auch diesen Namen tragen darf. Hätte ich doch von diesem ein oder zwei Gläser getrunken, vielleicht wäre ich dann aufgewacht.)

Bärbel ging dann im Laufe der nächsten neun Monate soweit, dass sie der Auffassung war, dass sie die Mutter von Jesus Christus war. Oder ist. Mutter Maria. „Das glaube ich nicht“, war mein letztes Aufbäumen, „warum nicht?“ meine seelische Resignation. Leider siegte letztere und mein Weg ging dann unaufhaltsam bergab. Dinge passierten, die mich in meinen selbstmörderischen Gedanken, ich sei ein armer Sünder, der weit von seinem Schicksalsweg abgekommen ist, bestärkten. Und nur Bärbel konnte mir helfen. Sie war der Meinung, mein Leid und teilweise das Leid der Welt zu tragen. Als Mutter Maria. Für mich armen kleinen Sünder. Ich war ein Gefangener in einem muffigen Kerker. Ich war das Insekt in einem Spinnennetz und die Spinne wollte mich verspeisen.

Meine Abhängigkeit spielte sich rein in den Gedanken ab. Der Martin von damals wollte zu allen Menschen immer Liebkind sein. Er wollte immer gemocht werden. Nie sollte ein Mensch schlecht von Martin reden oder denken. Leider verstand ich nicht, dass dies absolut unmöglich ist. Mein Motto war: ‚Mit Menschen muss ich unter allen Umständen gut auskommen. Im Zweifelsfall nehme ich mich zurück.’ Und dieser Mechanismus war in mich eingebrannt. Ich wollte Bärbel alles recht machen und nahm mich immer mehr zurück. Das ging soweit, dass ich mich geistig schlagen ließ und mich auch noch für sie freute, dass sie mir wehtun konnte. Spiritueller Sadomasochismus.

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