Tapeanlage bei Muskelschmerzen der vorderen Schienbeinmuskulatur
Tapeanlage bei Muskelschmerzen
Bei der Anlage eines aktivierenden Muskeltapes wird wie folgt vorgegangen (Schritte 1–4 ohne Abbildung):
1 Der betroffene Muskel wird getastet und somit die räumliche Lage festgestellt.
2 Um die Länge des Muskels/Tapes zu ermitteln, werden Anfang und Ende der betroffenen Struktur markiert.
3 Die Länge des Tapes wird bestimmt. Die Länge wird nun um ca. 10 % reduziert und das Tape von der Rolle geschnitten.
4 Das Tape wird in die gewünschte Form geschnitten und die Ecken werden abgerundet, um eine längere Klebedauer zu bewirken, da sich die Enden andernfalls leichter lösen.
5 Das Papier auf der Taperückseite wird ca. 3 cm vor dem Ende, im Bereich des Ankers, eingerissen. Unter leichtem Zug löst sich das Papier ab und kann umgeknickt werden.
6 Der Anker des Tapes wird ohne Zug aufgeklebt.
7 Der zu behandelnde Muskel wird gedehnt. Das Papier wird bis auf das Tapeende abgelöst, der Anker fixiert und der Tapezügel mit leichtem Zug im Muskelverlauf angelegt. Das Tapeende (2–3 cm) wird ohne Zug angelegt.
8 Das Tape wird angerieben und dadurch erwärmt. Dies ist wichtig, um eine optimale Haftung zu erlangen.
Tapeanlage bei Schmerzen der Bänder und Gelenke

Band- bzw. Gelenktape
Bänder und die Gelenkkapseln sind feste bindegewebige Verbindungen zwischen den Knochen. Sie befinden sich an jedem Gelenk unseres Körpers. Die Funktion von Bändern und Gelenkkapseln ist es, ein Gelenk zu stabilisieren und die Beweglichkeit zu begrenzen. Der Kapsel-Band-Apparat besitzt viele Rezeptoren zur Kontrolle der Bewegung und der Haltung.
Die Ursachen von Bandverletzungen sind in der Regel Zugbelastungen, die die Festigkeit des Bandes überschreiten, wie sie bei Unfällen oder im Sport vorkommen können.
Bei Verletzungen eines Bandes oder der Gelenkkapsel wird das Tape über die gesamte Länge der Bandstruktur von Knochen zu Knochen angewendet. Hierzu wird immer ein I-Tape verwendet. Die mittlere Hälfte des Tapes dient als Anker und wird direkt über dem betroffenen Band unter starkem Zug angelegt, die Tapeenden laufen ohne Zug aus. Dadurch zieht sich das I-Tape zur Mitte hin zusammen. Durch diese Kräfte erfährt das Band eine mechanische Unterstützung. Zusätzlich werden Rezeptoren stimuliert, die zu einer besseren Stabilisierung des verletzten Gelenks beitragen.
Tapeanlage bei Schmerzen der Seitenbänder des Knies
Tapeanlage bei Schmerzen der Bänder und Gelenke
Bei der Anlage eines Bänder- oder Gelenktapes wird wie folgt vorgegangen (Schritte 1–3 ohne Abbildung):
1 Das Gelenk sollte so eingestellt werden, dass das betroffene Band unter Spannung steht, es sollte aber nicht schmerzen.
2 Die Tapelänge wird bestimmt und entsprechend von der Rolle geschnitten.
3 Die Ecken werden abgerundet, um eine längere Klebedauer zu bewirken, da sich die Enden andernfalls leichter lösen.
4 Das Papier auf der Rückseite des Tapes wird mittig eingerissen. Unter leichtem Zug löst sich das Papier ab.
5 Der zentrale Anker wird mit starkem Zug und Zugrichtung von der Mitte aus nach beiden Seiten über die gesamte Länge des betroffenen Bandes angelegt.
6 Die beiden I-Tapeenden werden ohne Zug aufgeklebt.
7 Das Tape wird angerieben und dadurch erwärmt. Dies ist wichtig, um eine optimale Haftung zu erlangen.
Tapeanlage bei Schwellungen

Lymphtape
Durch das elastische Verhalten des Lymphtapes wird die Haut leicht in Falten gezogen, dadurch hebt sie sich ein wenig von der tiefer liegenden Schicht ab, ein sog. Liftingeffekt entsteht. Durch diesen »Abhebeeffekt« vergrößert sich der Raum zwischen der Haut und dem darunter gelegenen Gewebe, der lokale Druck wird reduziert, und die Schwellung kann besser über das Lymphsystem abgebaut werden.
Für die Lymphtapes werden meist blaue (beruhigend und kühlend) Tapes verwendet, sind auch Lymphknoten betroffen, so wird zur Aktivierung des Systems das rote Tape verwendet.
Tapeanlage bei einer Schwellung des Oberarms
Tapeanlage bei Schwellungen
Bei der Anlage eines Lymphtapes wird wie folgt vorgegangen (Schritte 1 und 2 ohne Abbildung):
1 Die betroffene, geschwollene Körperregion wird so eingestellt, dass die Region gedehnt, aber nicht schmerzhaft ist.
2 Das Tape wird vom Lymphknoten bis zum Ende der geschwollenen Region ausgemessen und von der Rolle geschnitten.
3 Das I-Tape wird in der Mitte längs eingeschnitten, sodass 2 Zügel entstehen. Ein Anker von 3–4 cm Länge sollte bestehen bleiben. Jeder Zügel wird nun noch einmal längs eingeschnitten, sodass insgesamt 4 Zügel entstehen. Die Ecken werden abgerundet.
4 Das Papier auf der Rückseite des Tapes wird ca. 3 cm vor dem Ende, im Bereich des Ankers eingerissen. Unter leichtem Zug löst sich das Papier ab und kann im Bereich der Zügel umgeknickt werden. Unter der Anlage wird das Papier dann komplett abgelöst.
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