Johannes Stockmayer - Ichsucht

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Ichsucht und christlicher Glaube – ist das nicht ein Widerspruch? Leider nein.
In der christlichen Gemeinde entfaltet das Ich manchmal seltsame Blüten.
Wie in der Gesellschaft geht es auch hier vielfach um Ichoptimierung und Selbstverwirklichung – nicht selten zulasten anderer.
Dabei fordert Jesus seine Nachfolger auf, von sich wegzusehen und eigene Ansprüche loszulassen.
Bedeutet das dann, sich aufzugeben und nicht mehr „Ich“ zu sagen? Führt dies nicht zu einer Gemeinschaft von Duckmäusern und Mitläufern? Wurde nicht mit der Aufforderung zur Unterordnung viel Missbrauch getrieben?
Heute wird deutlich, dass eine Gemeinschaft, die aus vielen großen Ichs besteht, nicht funktionieren kann. Und es stellt sich immer drängender die Frage, wie wir mit Menschen zurechtkommen, die nur sich selbst sehen und alles bestimmen wollen. Die narzisstischen Bedürfnisse wachsen – wie reagieren wir in unseren Gemeinden darauf?
Wie sieht eine gesunde und sozialverträgliche Ichentwicklung aus? Woran liegt es, dass sich ein Ich so unmäßig aufblähen muss? Wie gehen wir mit den riesengroßen Ichbedürfnissen um und wie findet das Ich zu seiner ganz normalen Größe zurück?
Gerade die Christen sind herausgefordert, sich diesen Fragen zu stellen.
Darauf gibt dieses Buch Antworten und Anstöße für eine notwendige Diskussion.

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Elias Canetti beschreibt 4 Eigenschaften einer Masse 28:

1.Die Masse will immer wachsen. Wo viele sind, kommen immer noch mehr dazu. Was viele denken, sagen, meinen, kann nicht falsch sein. Wenn ich dazugehöre, bin ich genauso richtig wie alle anderen auch.

2.Innerhalb der Masse herrscht Gleichheit. Wer dazugehört, wird nicht infrage gestellt. Alle sind eins. Es herrscht die Selbstgerechtigkeit der Gleichmacherei. Wir müssen uns nicht voneinander unterscheiden. Wir sind keine Ichs, sondern jeder ist ein Es, ein gleiches Teilchen.

3.Die Masse liebt Dichte. Jeder steht für den anderen. Das Gemeinschaftsgefühl ist grandios. Wir sind uns nahe, zwischen uns kommt nichts. Wir handeln gemeinsam wie ein Mann.

4.Die Masse braucht eine Richtung. Wir haben alle das gleiche Ziel. Wir gehen miteinander und wissen gemeinsam, was wir wollen, das macht uns unschlagbar.

Es ist es ein tolles Gefühl, Teil einer größeren Sache zu sein, mit dabei zu sein, wo etwas Großes geschieht – ohne dafür verantwortlich zu sein, Anteil zu haben an den großen Emotionen unserer Zeit – ohne sich selbst engagieren zu müssen, im Zuschauersessel zu sitzen und dabei zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird – ohne irgendein eigenes Zutun. Man fühlt sich wichtig – ohne jegliches Risiko. Das ist bequem, das ist das Beste: Das Gefühl, ein Ich zu sein, ohne es in der Begegnung mit dem Du entwickeln, entfalten und leben zu müssen. Man findet sich gemeinsam unbesiegbar. Jeder nimmt, aber keiner gibt. Wie kann das funktionieren?

Die Masse bestätigt sich aus sich selbst heraus. Sie sagt sich: „Wir sind viele” – und das ist der Beweis, dass wir richtig sind. Der deutschamerikanische Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe Erich Fromm (1900 – 1980) nennt dieses Phänomen „Gruppennarzissmus”: „Der Gruppennarzissmus hat wichtige Funktionen. Vor allem fördert er die Solidarität und den inneren Zusammenhalt der Gruppe und erleichtert ihre Manipulation, da er an narzisstische Vorurteile appelliert. Zweitens ist er außerordentlich wichtig als ein Element, das den Mitgliedern der Gruppe Befriedigung verschafft, vor allem jenen unter ihnen, die an sich wenig Grund hätten, sich stolz und schätzenswert zu finden. Wenn man das armseligste, ärmste und am wenigsten respektierte Mitglied einer Gruppe ist, wird man für seinen elenden Zustand durch das Gefühl entschädigt: ‚Ich bin ein Teil der wundervollsten Gruppe der Welt. Ich, der ich in Wirklichkeit ein armseliger Wurm bin, werde zum Riesen dadurch, dass ich zu dieser Gruppe gehöre. ‘ Folglich entspricht der Grad des Gruppennarzissmus dem Mangel an wirklicher Befriedigung im Leben.” 29

Der Turmbau zu Babel und die christliche Gemeinde

Die Bibel warnt eindrücklich vor diesem gemeinsamen, grandiosen Ich, das die eigenständige Existenz und Verantwortlichkeit des Menschen aufhebt. Gott will die Mündigkeit des Menschen. Am Du Gottes soll der Mensch sein Ich entwickeln, auf eigenen Füßen stehen und seinen Weg in Verantwortung Gott gegenüber gehen. Gleich in einem der ersten Kapitel der Bibel ist als grundlegende Urerzählung von jenem gefährlichen Vorgang die Rede, bei dem der Mensch auf sein Ich verzichtet und ein gemeinsames, großes Wir an die Stelle Gottes treten soll: die Geschichte vom Turmbau zu Babel (1. Mose 11, 1-9).

Am Anfang war alles gut: Die Menschen hatten alle einerlei Zunge und Sprache. Man verstand sich. Es gab keine Kommunikationsprobleme. Aber das führte bald dazu, dass man sich zu gut verstand. Und schnell fand man heraus, dass man vor allem gemeinsam stark war: Wenn man nur miteinander festlegte, was man wollte, dies dann mit Nachdruck verfolgte und sich dabei noch hohe Ziele setzte, dann war man unüberwindbar. Wenn man das Miteinander nur weit genug optimierte, könnte man es sogar schaffen, stärker als Gott zu sein. Deshalb war nun neben der gemeinsamen Sprache, dem gemeinsamen Willen und dem Zusammenschluss zu einer starken, unverbrüchlichen Gemeinschaft ein gemeinsames Ziel nötig, ein Projekt, das alles bündelte und fokussierte: Sie wollten einen Turm bauen, der mit seiner Spitze bis in den Himmel reichte, um sich einen unauslöschlichen, machtvollen Namen zu machen. Wenn sie das geschafft hätten, könnten sie damit beweisen, was der gemeinsame Wille vermag. Dann wäre es offensichtlich, wie unschlagbar sie wären, welch große Dinge des Menschen Geist bewirken könnte. Dann wären sie vielleicht sogar stärker als Gott? Auf jeden Fall hätten sie einen sichtbaren Beweis erbracht, was Menschen erreichen, wenn sie sich einig sind. Und für jeden Einzelnen, der an diesem Projekt beteiligt war und zu dieser Gemeinschaft gehörte, wäre das die Bestätigung zu der leistungsfähigsten, stärksten und besten Gruppe zu gehören. Der Gruppennarzissmus lässt grüßen!

Aber Gott widersetzte sich diesem Bemühen um eine gemeinsame, starke Grandiosität. Gott musste das tun. Was wäre gewesen, wenn die Menschen tatsächlichen ihren Turm gebaut hätten – und nun? Was hätten sie in ihm getan, mit welchem Inhalt hätten sie diesen grandiosen Traum gefüllt? Dann wäre doch klar geworden, wie hohl ihr Bemühen um Größe war: „Viel drum rum und nichts darin.” Es war die Gnade Gottes, dass er dem riesigen gemeinsamen Ich der Masse gleicher Menschen entgegentrat. Und seine Maßnahme war so einfach wie wirkungsvoll: Er kämpfte nicht gegen diese geballte Übermacht selbstgefälliger Überzeugung, sondern setzte an der Schwachstelle an: Gott störte die Gleichheit aller. Er verwies sie auf ihre Unterschiedlichkeit. Er entlarvte die Parole „Wir sind eins” als Unwahrheit. Er trat als großes Du den Menschen entgegen und verlangte, dass sie zum Ich wurden – jeder Einzelne für sich. Und von diesem Augenblick an war klar, dass sie nichts waren. Jeder sah nur sich selbst und wollte den Erfolg für sich. Der nackte Egoismus trat zutage, der Individualismus zeigte sich. Sie wollten zwar alle das Gleiche, aber jeder nur für sich. Das konnte gar nicht funktionieren. Und noch ehe der Turm vollendet war, zerstritten sich die Menschen in ihrer eigenen selbstgezogenen Bedürftigkeit. Jeder schrie: „Ich!”, und verlangte, dass sein Mangel gestillt würde. Weil sie nichts mehr gemeinsam waren, war auch der Einzelne nichts mehr, war jeder wieder nur ein kleines, unbedeutendes Teilchen. Sie spürten, dass sie sich erst einmal auf den Weg machten mussten, sich selbst zu werden, ich zu sagen. Und sie ahnten, dass das eine härtere Arbeit sein würde, als gemeinsam ein riesiges Hochhaus zu bauen, denn sie mussten an sich selbst arbeiten, sich ihrer Bedürftigkeit stellen und die echte Beziehung zueinander und zu Gott wagen.

Die Erzählung vom Turmbau zu Babel ist aktuell. Sie betrifft auch die christlichen Gemeinden. Sie ist vor allem dort aktuell, wo Gemeinde als Ersatz für das eigene Ich verstanden wird. Wo gedacht wird, man könnte für sich glauben lassen. Man wäre schon richtig dadurch, dass man zu dieser tollen Gemeinde gehöre. Wo man sich im christlichen Betrieb eingerichtet hat und davon profitiert, dabei zu sein. Die gemeinsamen Ziele, die man sich kühn gibt, dass Wachstum und der Standard, den man erreichen will, signalisieren, dass alles gut läuft. Man betont die Einheit und Einmütigkeit und fühlt sich stark, weil man sich als Teil einer Gemeinschaft versteht. Man ist ein Gleicher unter Gleichen und das bestätigt die eigene Existenz. Alles ist gut, alles kann so bleiben, wie es ist. Wir kommen gemeinsam in den Himmel, weil wir bereits heute ein Stück Himmel auf Erden leben.

Das Problem ist nur: Würde Gott in diese Gemeinde treten und würde die Wahrheit sichtbar werden, könnte es rasch zu Ende sein mit der Gleichmacherei. Dann würde man erkennen müssen, dass jeder ganz persönlich vor Gott steht und von Gott herausgefordert wird, Antwort zu geben.

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