Johannes Stockmayer - Ichsucht

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Ichsucht und christlicher Glaube – ist das nicht ein Widerspruch? Leider nein.
In der christlichen Gemeinde entfaltet das Ich manchmal seltsame Blüten.
Wie in der Gesellschaft geht es auch hier vielfach um Ichoptimierung und Selbstverwirklichung – nicht selten zulasten anderer.
Dabei fordert Jesus seine Nachfolger auf, von sich wegzusehen und eigene Ansprüche loszulassen.
Bedeutet das dann, sich aufzugeben und nicht mehr „Ich“ zu sagen? Führt dies nicht zu einer Gemeinschaft von Duckmäusern und Mitläufern? Wurde nicht mit der Aufforderung zur Unterordnung viel Missbrauch getrieben?
Heute wird deutlich, dass eine Gemeinschaft, die aus vielen großen Ichs besteht, nicht funktionieren kann. Und es stellt sich immer drängender die Frage, wie wir mit Menschen zurechtkommen, die nur sich selbst sehen und alles bestimmen wollen. Die narzisstischen Bedürfnisse wachsen – wie reagieren wir in unseren Gemeinden darauf?
Wie sieht eine gesunde und sozialverträgliche Ichentwicklung aus? Woran liegt es, dass sich ein Ich so unmäßig aufblähen muss? Wie gehen wir mit den riesengroßen Ichbedürfnissen um und wie findet das Ich zu seiner ganz normalen Größe zurück?
Gerade die Christen sind herausgefordert, sich diesen Fragen zu stellen.
Darauf gibt dieses Buch Antworten und Anstöße für eine notwendige Diskussion.

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2013zeichnet der Journalist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher in seinem Buch „Ego” eine deprimierend pessimistische Analyse 17: Der Markt beherrsche alles, könne aber von niemandem kontrolliert werden, das Misstrauen nähme zu , das Individuum würde ausgelöscht und zu einem Teil einer großen Maschine gemacht, das den Eindruck habe, weit unter seinen Verhältnissen zu leben. „Es wächst ein neues soziales Monster heran, das aus Egoismus, Misstrauen und Angst zusammengesetzt ist und gar nicht anders kann, als im anderen immer das Schlechteste zu vermuten. Und nichts, was man sagt, bedeutet noch, was es heißt”. Schirrmacher ist der Ansicht, dass es Zeit ist, an einen Ausweg zu denken. Er fordert dazu auf, einfach nicht mitzuspielen. Am besten wäre es, einfach der zu sein, der man ist. Aber es bleibt offen, was das bedeutet. Kurz nach der Veröffentlichung seines Buches ist Frank Schirrmacher nur 57-jährig gestorben.

Wie ist es nun heute und morgen?

Die Ichlinge scheinen nicht auszusterben. Lediglich die Formen des Egoismus verändern sich. Das Problem scheint uns erhalten zu bleiben – und sich vielleicht weiter zuzuspitzen? –, obwohl es auch Entwicklungen hin zum Ende der Egogesellschaft gibt. Gibt es vielleicht sogar beides gleichzeitig: ein Ende der Egokultur und eine Zunahme der Bemühungen um selbstbezogene Verwirklichung des eigenen Ichs? Zu welchen Lasten ginge dann diese Entwicklung?

Ein Ende der Gesellschaft der Ichlinge hätte tatsächlich seinen Preis:

Der Journalist Thomas Ramge (geb. 1971) plädiert für eine neue Kultur der Großzügigkeit: „Die Kultur der Großzügigkeit schließt alle ein. Die Alten und die Jungen, die Reichen und die Armen, die gebildeten und die weniger Gewitzten. Wer nehmen muss, weil ihn die Umstände dazu zwingen, kann trotzdem schenken, nämlich Dank und Respekt.” 18Wenn alle geben, werden alle gewinnen. Dann ist das Ende der Egogesellschaft erreicht.

Der Psychoanalytiker, Psychiater und Sozialphilosoph Horst-Eberhard Richter sieht das Ende der Egomanie 19dann anbrechen, wenn 1. die narzisstischen Ichmenschen sich wieder mehr als Wirmenschen fühlen. Wenn sie Nähe suchen, Gefühle austauschen wollen, Liebe fühlen und insbesondere auch geben. Wenn ihr Bestreben sei, miteinander gut auszukommen. Etwas Neues beginne, wenn 2. die unbekümmerte Unverbindlichkeit weicht, Verantwortungsbereitschaft wächst und man sich in langfristigen Bindungen bewähren will, Ordnung schafft und verlässlich ist. Und 3. sei es für einen Einstellungswandel erforderlich, die Fähigkeit zu entwickeln, die eigene relative Ohnmacht anzunehmen, ein neues bisher unterdrücktes Schwächebewusstsein zu erlernen, sich zu seinen Schwächen zu stellen und sie anzunehmen: „Vor dem Anderen ist das Ich unendlich verantwortlich” (Emmanuel Lévinas).

Um zuletzt noch einmal Horst Opaschowski zu Wort kommen zu lassen: „Die Zukunft gehört dem starken Ich und dem wiederentdeckten Wir.” 20Der Zukunftsforscher nimmt wahr, dass die Bevölkerung immer weniger Verständnis für das Ausleben von Egoismen zeigt. Er postuliert das Ende der Alphatiere: „Ichlinge scheitern. Wirlinge kommen weiter. Der neue Star ist das Team als eingespielte Mannschaft mit Wir-Gefühl.” Er sieht als Wesensmerkmal der neuen Wirgesellschaft: „Die Balance von Ich-Stärke und Wir-Gefühl kann zum neuen Paradigma für eine lebenswerte Gesellschaft werden. Die spannungsreiche Beziehung zwischen persönlichem Wohlbefinden und sozialer Verantwortung bleibt bestehen. Das Eigeninteresse kommt nicht zu kurz und Gemeinsinn bürgert sich ein. Das ‚Ich im Wir’ verbindet und hält die Gesellschaft der Zukunft zusammen.”

Möge es so sein! Nicht nur für unsere Generation, sondern mehr noch für die kommende. Diese hat das Wirgefühl noch in verstärktem Maß nötig. 2012erschien ein Buch des Kinderpsychologen Stephan Valentin mit dem Titel „Ichlinge”. Es beschäftigt sich vor allem mit den Kindern – den Ichlingen von morgen? Er stellt fest: Immer weniger Kinder sind Teamplayer. Woher sollen sie das auch sein? Die Frage ist, was Eltern ihren Kindern vermitteln, die selbst vor allem mit sich und ihrem Fortkommen beschäftigt sind. Das Credo von Valentin ist: Ichlinge werden als solche nicht geboren, sie sind das Produkt äußerer Faktoren. Doch durch das Trainieren der sozialen Kompetenz und durch Prävention im Bereich der Teamfähigkeit kann Ichlingen und generell Kindern und Jugendlichen das innere Gefühl des „Wir” vermittelt und ihnen ein neues Motto für die Zukunft geschenkt werden: „Zusammen leben und agieren statt einsamer (Miss)Erfolg.” 21

Ist die Zeit der Ichlinge tatsächlich zu Ende?

Wahrscheinlich wird es so sein, dass sich jeder sein eigenes Bild unserer Gesellschaft machen muss, um zu bewerten, wie er die Lage sehen möchte: egoistisch oder sozial? Vielleicht verändert sich der Blick auch je nach der momentanen Situation und je nachdem, wohin man schaut? Aber es ist Bestandteil unserer komplexen und unterschiedlichen Gesellschaft, dass sich jeder um seine eigene Sichtweise bemüht und sich immer wieder entscheidet, wie sein Lebensentwurf aussieht. Und genau das ist ja bereits das Kennzeichen für eine Gesellschaft aus Individualisten, die es dem Einzelnen nicht mehr abnimmt, wie er leben möchte, sondern ihm alles selbst überlässt – bei einer unübersehbar großen Palette von Möglichkeiten. Die Frage ist also nicht, ob wir in einer Gesellschaft der Ichlinge leben, sondern wie wir – jeder von uns – leben, unser Ich gestalten, formen und einsetzen – zum Wohl eines umfassenden Wirs, aber ohne uns selbst dabei aufzugeben und kleinzumachen: mutig, selbstbewusst und sozial bis zum Anschlag, mit einem starken Ich, aber auch weit darüber hinaus schauend – bis hinein in eine neue, kommende Zeit. Wird es tatsächlich die Zeit neuer Formen von Gemeinschaft sein und eine Zeit, in der Religion die größte Rolle spielt – weil Gott das Ich des Menschen aufbaut, schützt und ermöglicht? Wird es eine neue Gesellschaft geben, die nicht mehr aus einem Haufen total vereinzelter Menschen besteht, „deren eigentliches Wesen in ihrem Inneren verschlossen ist und die daher allenfalls äußerlich und von der Oberfläche her miteinander kommunizieren”? 22Und wenn sich beim Übergang zur Ichgesellschaft der soziale Horizont verengt (wie Horst-Eberhard Richter sagt 23), dann möge sich nun beim Übergang in eine offene Wirgesellschaft der Horizont weit über die menschliche Perspektive hinaus ausweiten, vielleicht bis hinein in Gottes Reich. Vielleicht wird der Mensch erst dann frei von seinem eingefleischten Egoismus, wenn ihm klar wird, dass Gottes Möglichkeiten offenstehen und seine Wiederkunft bevorsteht, wenn etwas ganz Neues, Unerwartetes geschieht.

Die folgende Geschichte macht das deutlich.

Der Kampf ums Ich

In der großen Stadt kochten die Emotionen hoch. Seit Wochen ging es darum, wer am meisten Einfluss bekommen sollte. Die Situation war angespannt, teilweise kam es zu massiven Ausschreitungen, die nur mit starkem Polizeieinsatz begrenzt werden konnten. Es gab kein anderes Gesprächsthema mehr als die Frage, wer am wichtigsten war. Anlass für die Zuspitzung war der zunächst harmlose Wettbewerb gewesen, den eine Werbeagentur ausgeschrieben hatte. Es sollten sich unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft bewerben, sich darstellen und letztlich der Frage stellen: Wer hat den größten Einfluss? Eine Abstimmung sollte die Entscheidung bringen.

Es hatten sich 12 Bereiche der Gesellschaft zur Wahl gestellt: Vertreter aller Einzelhandelsgeschäfte hatten sich zusammengeschlossen zu einem Verein für unbeschränkten Konsum. Ihre Vertreter waren der Meinung, dass die Menschen nur dann glücklich sind, wenn ihnen alles zur Verfügung steht, was sie sich nur wünschen.

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