Johannes Stockmayer - Ichsucht

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Ichsucht und christlicher Glaube – ist das nicht ein Widerspruch? Leider nein.
In der christlichen Gemeinde entfaltet das Ich manchmal seltsame Blüten.
Wie in der Gesellschaft geht es auch hier vielfach um Ichoptimierung und Selbstverwirklichung – nicht selten zulasten anderer.
Dabei fordert Jesus seine Nachfolger auf, von sich wegzusehen und eigene Ansprüche loszulassen.
Bedeutet das dann, sich aufzugeben und nicht mehr „Ich“ zu sagen? Führt dies nicht zu einer Gemeinschaft von Duckmäusern und Mitläufern? Wurde nicht mit der Aufforderung zur Unterordnung viel Missbrauch getrieben?
Heute wird deutlich, dass eine Gemeinschaft, die aus vielen großen Ichs besteht, nicht funktionieren kann. Und es stellt sich immer drängender die Frage, wie wir mit Menschen zurechtkommen, die nur sich selbst sehen und alles bestimmen wollen. Die narzisstischen Bedürfnisse wachsen – wie reagieren wir in unseren Gemeinden darauf?
Wie sieht eine gesunde und sozialverträgliche Ichentwicklung aus? Woran liegt es, dass sich ein Ich so unmäßig aufblähen muss? Wie gehen wir mit den riesengroßen Ichbedürfnissen um und wie findet das Ich zu seiner ganz normalen Größe zurück?
Gerade die Christen sind herausgefordert, sich diesen Fragen zu stellen.
Darauf gibt dieses Buch Antworten und Anstöße für eine notwendige Diskussion.

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Gibt es eine Trendwende?

1999lässt im Gegensatz zu diesen Entwicklungen der Gießen-Test (eine Erhebung mit recht umfangreichen Befragungen, die in regelmäßigen Abständen – 1968, 1975, 1989, 1994, 1999 – mit ausgewählten Testpersonen durchgeführt wurden) einen erstaunlichen Einstellungs- und Wertewandel erkennen. Die Auswertungen zeigen jetzt u. a. folgende Resultate: „Die Deutschen suchen wieder mehr persönliche und soziale Nähe; sie wünschen sich langfristige Beziehungen und zeigen eine gewachsene ‚Liebesbereitschaft’; sie sind zur gleichen Zeit selbstbewusster (finden sich selbst anziehender als in früheren Befragungen) und verantwortungsbereiter. Auch die sogenannten Sekundärtugenden (Ordnung, Fleiß, Sparsamkeit usw.) werden stärker als zuvor akzeptiert und unterstützt: besonders die Westdeutschen halten Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit für wichtiger als zuvor.” 8Das Resümee: Die Menschen in Deutschland sind zugleich „solider und sozialer geworden”.

Die Frage stellt sich: Werden hier nur Wünsche geäußert, anstatt konkretes Verhalten zu beschreiben? Kann es sein, dass die Menschen solider und sozialer sein wollen , es aber gar nicht können ? Wird hier tatsächlich ein Wertewandel dokumentiert? Oder kommt nicht vielmehr gerade die Reaktion auf die Vereinzelung und Überforderung der Menschen zum Ausdruck? Dann wäre es kein anderes Verhalten, sondern nur eine weitere Steigerung des bisherigen: das Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit, soziale Nähe und die Individualisierungsbedürfnisse, die hier ihren Niederschlag finden?

In den Jahren nach 1999 wird die Welt von Krisen geschüttelt: Der Wechsel ins neue Jahrtausend verunsichert viele Menschen, der 11. September 2001 erschüttert sie, dann brechen weltweit Krisenherde auf (Balkan, Naher Osten, Kaukasus u. a.). Zuletzt verursacht die Weltwirtschaftskrise 2008 eine deutliche Zäsur und signalisiert bald vielen, dass das geschützte, friedliche und schöne Leben zu Ende ist. Das Vertrauen in Politik und Wirtschaft ist erschüttert. Versprechen, die gemacht werden, erweisen sich als leere Versprechungen („blühende Landschaften”). Die Wünsche, dass alles besser wird, die Welt friedlicher, die Zukunft sozialer, der Arbeitsmarkt gerechter, die Rente sicher, gehen nicht in Erfüllung. Im Gegenteil. Die Erleichterung durch die Technik (Digitalisierung) führt zur erhöhten Komplexität der Vorgänge, alles wird schneller und verwirrender. Die Kommunikation wird mühsamer, Verständigungsprozesse benötigen viel Zeit und führen oft nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Ein Veränderungsprozess löst den anderen ab, sodass bald niemand mehr richtig Bescheid weiß. Die Globalisierung, die unbegrenzte Möglichkeiten verhieß, führt zu Einschränkungen und unerwarteten Nebenwirkungen. Das Schlagwort von der „Risikogesellschaft”, das Ulrich Beck in den 1980er-Jahren prägte, bewahrheitet sich schärfer als gedacht.

Der Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski bezeichnet 2004die Vertrauensbildung als die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts und tritt dafür ein, dass die Menschen in diesen unsicheren Zeiten Selbstvertrauen entwickeln müssten 9.

Trotzdem ruft er wenige Jahre später ( 2010) das Ende der Ichlinge aus: „Hedonisten, hemmungslose Ichlinge passen nicht ins Bild von Krisenzeiten, auch und gerade im zwischenmenschlichen Bereich werden Prinzipien wie Verlässlichkeit und Beständigkeit wieder Bedeutung zugeschrieben. Dem entspricht die Überwindung der verengten narzisstischen Nabelschau zugunsten des wiedergefundenen Blicks auf das Wir und auf Wertorientierung. In den letzten Jahren ist eine grundlegende Änderung in den Lebenseinstellungen der Deutschen feststellbar. Die Menschen rücken wieder enger zusammen und vertrauen einander mehr.” 10Ein zu optimistisches Bild? Die Untersuchungen ergeben offensichtlich als allgemeinen Trend die Renaissance der Familie, neues Interesse an qualitativen Beziehungen und Freundschaften, Kommunikation statt Isolation und eine Kultur des Helfens.

Bestätigung bekommt diese Beobachtung 2011von dem Zukunftsforscher Matthias Horx. Er widerspricht der Aussage, dass die Menschen heute mit der immer komplizierter werdenden Welt als Individuen völlig überfordert sind, und stellt dagegen: „In Wahrheit ermöglicht uns erst eine ‚komplizierte Welt’ den Prozess der Selbstfindung. Denn eine einfache, unkomplizierte, nicht widersprüchliche Welt würde uns noch nicht einmal auf den Gedanken kommen lassen, dass wir anders werden könnten! Das Missverständnis – und die Überforderung – entsteht immer da, wo ein elitärer Individualismusbegriff entsteht. Das Ziel von Individualität kann nicht das alte, heroische Ich-Ideal sein, worunter man ehedem einen ‚konsistenten Charakter’ verstand, ausgestattet mit ‚stählernem Willen’ und dem Anspruch, allzeit vollständig über Entscheidungsgewalt zu verfügen.” 11Horx bezeichnet Egoismus und Narzissmus als missglückte Individualisierungen und ist der Ansicht, dass das Ich ein Wir braucht, um sich zu finden. Umgekehrt benötigt ein echtes Wir ein starkes Ich. Für den Zukunftsforscher ist die Individualisierung nur die Bedingung und Grundlage für den wichtigsten Megatrend, den er ausmacht: Connectivity – die große Verbundenheit. Das heißt: Der Individualismus ist nur eine Zwischenphase, um zu ganz neuen Formen des Miteinanders zu kommen.

Ist das wirklich so? Besteht tatsächlich Grund zum Optimismus, dass die Zeiten des Egoismus beendet sind und eine neue Ära des „Wir” angebrochen ist?

Breit angelegte Untersuchungen zeigen, dass der Narzissmus zunimmt: Eine Studie der San Diego Universität in USA ergab, dass im Zeitraum von 1982 – 2006 zwei Drittel der Studenten narzisstischer sind als früher. 12

Der Soziologe Gerhard Schulze identifizierte 2003ein Dilemma: Das Ich sei immer mehr genötigt, sich selbst zu definieren, um zu wissen, was man will und wie man es am besten erreicht, aber gleichzeitig sei niemand da, der einem sagt, was man tun soll. Er stellt fest: „Man kann sich nur noch nach sich selbst richten.” Und er fährt fort: „Doch die Ungewissheit ist groß. Wer bin ich, und was will ich aus meinem Leben machen? Diese Frage hat im Lauf der letzten Jahrzehnte immer mehr Menschen ergriffen; in vielen Industrienationen ist sie nicht mehr bloß ein Luxusproblem privilegierter Minderheiten, sondern ein Lebensthema der meisten … Zu keiner Zeit hat sich das Ich so viel mit sich selbst beschäftigt wie in der Moderne.” 13

Der Journalist Peter Hahne fordert 2004leidenschaftlich: „Weg mit der Wohlfühl- und Kuschelkultur, in der nur das getan wird, was Spaß macht und Lust bringt. Wo nur der das Sagen hat, der gerade ‚in’, modern und zeit(geist)gemäß ist oder sich in den Talkshows am besten verkaufen kann. Hin zu einer Gesellschaft, die sich auf ihre Werte besinnt, die noch rechtzeitig innehält und den Ausverkauf der letzten Tabus und den Verfall der Normen als Verlust ihrer Identität erkennt.” 14

Der Psychologe Stephan Grünewald diagnostiziert 2006eine grundsätzliche Lebensangst vor allem bei Jüngeren. Sie würde dazu führen, dass Menschen sich in symbiotische Beziehungen flüchten, wo sie dieser Angst enthoben sind: „Eine zentrale Lebensangst wird bei jungen Menschen spürbar. Die Angst, aus bergenden Bindungen herauszufallen. Die Angst, irgendwann und irgendwo auf sich allein gestellt zu sein.” 15Das befördere nach seiner Meinung eine unterschwellige Absicherungsmanie.

2007beschreibt der Kultur- und Sozialwissenschaftler Hans-Willi Weis die Reise in die Abgründe des eigenen Ichs als das unbekannte Land, das es zu entdecken gälte. Die Selbstverwirklichung sei das letzte Abenteuer auf der Suche nach dem schönen Leben, sei die Religion unserer Zeit: „Auf geistig aufgeschlossene und seelisch empfindsame Menschen unserer Zeit übt der spirituelle Erlebnis-, Esoterik-, Selbsterfahrungs- und alternative Therapiesektor eine starke Anziehung und Faszination aus.” Die Energien sammeln sich zu einem „Weg nach innen” und dadurch wird das „nichtalltägliche” und „erweiterte” Bewusstsein zu einem Schauplatz des Fortschreitens der menschlich-kulturellen Entwicklung. 16Kennzeichnet das die weitere Zuspitzung einer Entwicklung: Wenn schon Ich, dann richtig – nur noch Ich?

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