Johannes Stockmayer - Ichsucht

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Ichsucht und christlicher Glaube – ist das nicht ein Widerspruch? Leider nein.
In der christlichen Gemeinde entfaltet das Ich manchmal seltsame Blüten.
Wie in der Gesellschaft geht es auch hier vielfach um Ichoptimierung und Selbstverwirklichung – nicht selten zulasten anderer.
Dabei fordert Jesus seine Nachfolger auf, von sich wegzusehen und eigene Ansprüche loszulassen.
Bedeutet das dann, sich aufzugeben und nicht mehr „Ich“ zu sagen? Führt dies nicht zu einer Gemeinschaft von Duckmäusern und Mitläufern? Wurde nicht mit der Aufforderung zur Unterordnung viel Missbrauch getrieben?
Heute wird deutlich, dass eine Gemeinschaft, die aus vielen großen Ichs besteht, nicht funktionieren kann. Und es stellt sich immer drängender die Frage, wie wir mit Menschen zurechtkommen, die nur sich selbst sehen und alles bestimmen wollen. Die narzisstischen Bedürfnisse wachsen – wie reagieren wir in unseren Gemeinden darauf?
Wie sieht eine gesunde und sozialverträgliche Ichentwicklung aus? Woran liegt es, dass sich ein Ich so unmäßig aufblähen muss? Wie gehen wir mit den riesengroßen Ichbedürfnissen um und wie findet das Ich zu seiner ganz normalen Größe zurück?
Gerade die Christen sind herausgefordert, sich diesen Fragen zu stellen.
Darauf gibt dieses Buch Antworten und Anstöße für eine notwendige Diskussion.

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Die Freiheit eines Christenmenschen

Die Gemeinde ist der Ort der Freiheit. Diese Freiheit findet allerdings nur der, der auch bereit ist, auf sie zu verzichten. Das schafft jedoch nur das starke Ich, das Ich, das gestorben ist und durch Gott erneuert wurde. Freiheit und Hingabe: In diesen beiden gegensätzlichen Polen bewegt sich die christliche Gemeinde. Sie gehören unbedingt zusammen. Luther sagt es in seiner Denkschrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen” 1520 so: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.” Es geht eben um beides: die Freiheit und Unabhängigkeit des Ichs auf der einen und das Dienen und die Unterordnung auf der anderen Seite. Beides gehört unauflöslich zusammen. Diese Spannung des christlichen Lebens gilt es auszuhalten, ohne das Gleichgewicht zwischen diesen Gegensätzen zu verlieren. Der Ichsüchtige ist bereits auf der einen Seite vom Pferd gefallen. Für ihn gilt nur der erste Satz. Aber dadurch wird sein Christenleben einseitig und falsch. Denn der Ichsüchtig denkt einlinig, schwarz oder weiß, es liegt ihm nicht, die gegensätzlichen Pole zu verbinden, er lebt ein Entweder-oder. Deshalb muss er sich auf eine Seite schlagen. Und er wählt die Freiheit. Er kann aber mit der Freiheit nichts anfangen, sie bedroht ihn nur. Er kann sie höchsten für sich ausnützen, indem er sie mit seiner Leere füllt, er setzt sie nicht ein, sondern macht sie sich zu eigen. Deshalb entzieht er auch den anderen ihre Freiheit. Er macht sich nicht untertan und wird nicht Knecht, sondern er macht sich andere untertan und ist selbst der Herr. Dadurch jedoch verliert er seine Freiheit.

Der Ichsüchtig spürt, dass irgendetwas nicht stimmt, er fühlt sich eingeschränkt, etwas passt nicht zum Ganzen. Aber er kommt nicht darauf, was es ist. Er sieht nicht, dass er einseitig ist, weil er nicht wahrnehmen kann, was ihm fehlt. Denn was er nicht sieht, das gibt es für ihn nicht. Er spürt die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen dem, was die Gemeinde für ihn sein könnte, und dem, was er aus ihr macht. Er ahnt, dass Gemeinde eigentlich mehr sein müsste als der Ort seiner Selbstverwirklichung. Aber er kommt nicht darauf, was es sein könnte. Er fühlt sich als Fremdköper. Das erhöht die Unruhe in ihm, die innere Leere zeigt sich in der Gemeinde deutlicher als anderswo. Er hat nicht das, was die anderen haben, er kommt sich vor wie ein Außenseiter. Es ist so, als würde er vor einer Fensterscheibe stehen und hineinschauen. Dort drin ist das, was er sich wünscht. Aber er erreicht es nicht. Es steht etwas zwischen ihm und den anderen. Er ist Zuschauer, andere agieren, leben, lachen, singen, beten, weinen, sind berührt – er nicht. Er hat keinen Zugang und, was noch schlimmer ist, keinen Zugriff. Seine innere Einsamkeit und Leere steigert sich ins Unerträgliche. Umso mehr verstärkt er nun seine Bemühungen, das schlechte Gefühl in sich zu bekämpfen. Er steht vor der Fensterscheibe und wedelt mit den Armen, damit die Leute zu ihm herauskommen. Er macht auf sich aufmerksam und macht sich wichtig. Er will ihnen sagen, dass dort die Musik spielt, wo er sich befindet. Wo er ist, ist es gut. Er will nicht einer von ihnen werden, denn das geht nicht, er ist ja anders und will anders sein. Er will vielmehr als jemand gesehen werden, der mehr ist, der alle überragt, der einzigartig ist. Er will Bewunderung. Und er unternimmt nun alles, um grenzenlose Zuwendung zu erhalten. Er stellt sich als der Größte vor und zeigt sich von einer grandiosen Seite. Dass das alles so nicht wahr ist, erkennt er nicht, will er nicht erkennen. Denn er schafft sich ja seine eigene Wirklichkeit. Für ihn gibt es nur das, was er für wirklich hält. Durch die Bewunderung der anderen kann er bestimmen. Weil er groß ist, sind die anderen klein, weil er mächtig ist, brauchen sie ihn. Weil er der Mächtigste ist, kann er kontrollieren. Nun hat er wieder die Dinge in seiner Hand und ist Herr der Lage. So fühlt er sich dazugehörig, akzeptiert. Er ist auf der sicheren Seite, das schlechte Gefühl verschwindet. Durch die Bewunderung fühlt er sich selbst wieder. Nun ist die Welt in Ordnung. Für ihn jedenfalls. Aber die Gemeinde gerät in Unordnung, sie steht in der Gefahr, zu einem Ort zu werden, wo es nur noch um ihn, den ichsüchtigen Menschen geht.

Im folgenden Kapitel zeige ich anhand einiger Beispiele, wie das konkret aussieht. Die Beispiele sind echt, aber nicht authentisch. Ich habe verschiedene reale Situationen zusammengesetzt. Es gibt also keine Übereinstimmung, aus der man Rückschlüsse auf Personen und Gemeinden ziehen könnte.

33Zitiert nach: Helmut Obst, August Hermann Francke und sein Werk, Halle 2013, Seite 16

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