Rachel Amphlett - BRENNENDE SCHATTEN

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In Katar explodiert eine Erdgasanlage, im Mittelmeer kentert ein Kreuzfahrtschiff, Großbritannien wird vom härtesten Winter seit Beginn der Klimaaufzeichnungen heimgesucht … und irgendjemand hat ein U-Boot entwendet.Stehen diese Zwischenfälle womöglich in einem Zusammenhang?Dan Taylor glaubt nicht an Zufälle. Vielmehr ist er davon überzeugt, es mit Terroristen zu tun zu haben, die bereits ihren nächsten Coup planen. Die Spur führt ihn und sein Team einmal um den Globus, vom Mittleren Osten über das Mittelmeer bis nach London. Es gilt, die Energiereserven Englands zu schützen, um jeden Preis – vor einem Widersacher, der sich als weitaus gefährlicher und tödlicher entpuppt, als man hätte ahnen können …"Sorgen Sie dafür, genügend Zeit mitzubringen … denn Sie werden das Buch nicht so schnell aus der Hand legen können!" – San Francisco Book Review

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»Raus hier.«

Die Wachleute sprangen sofort auf und verließen schnell den Raum, der Letzte schloss sorgfältig die Tür hinter sich.

Dan schüttelte ungläubig den Kopf, als Browning eine Show daraus machte, im Büro herumzuspazieren, um scheinbar seine Gedanken zu sammeln, während die Monitore der Videoüberwachung weiter vor sich hin flimmerten.

Schließlich hörte Browning mit dem Herumlaufen auf, ging neben einem Schreibtisch in die Hocke und griff dort nach einer schwarzen Segeltuchtasche. Er öffnete den Reißverschluss und nahm einen Ohrhörer und ein Funkmikrofon heraus, dann drehte er sich zu Dan um und stieß ihm die Ausrüstung praktisch entgegen. »Bevor Sie auf irgendwelche dummen Gedanken kommen … Sie sind hier nur als Beobachter und das war’s dann auch schon. Ich habe hier das Sagen. Sie gehen morgen Abend nicht mal aufs Klo, ohne mich vorher zu fragen, ist das klar?«

»Klar«, antwortete Dan, als er den Hörer in seinem Ohr befestigte und vorsichtig auf das Mikrofon klopfte, um die Lautstärke zu testen. »Sonst noch was, oder kann ich jetzt gehen?«

Browning schnaubte. »Passen Sie gut auf, ich behalte Sie im Blick.« Er zeigte mit zwei Fingern auf seine Augen und anschließend auf Dan, der sich umdrehte, um den Raum zu verlassen.

»Ich möchte ja schließlich nicht riskieren, dass Sie von der Arbeit morgen Nacht Albträume bekommen«, sagte Browning und grinste höhnisch. »Obwohl London wohl etwas kultivierter als der Nahe Osten ist.«

Schnell drehte sich Dan wieder zu dem anderen Mann um und mit zwei großen Schritten war sein Gesicht direkt vor dem des Sicherheitschefs, während seine blauen Augen gefährlich blitzten. »Zumindest war ich dort, du Arschloch.«

Browning schob Dan von sich weg. »Verpiss dich. Vielleicht bist du hier, weil du gerade der aktuelle Favorit bist, aber halte dich bloß aus meiner Operation raus.«

Dan funkelte ihn wütend an und stürmte dann aus dem Büro, wobei er die Tür mit Kraft hinter sich zuschlug.

Einer der Wachmänner, die vor dem Rauswurf die Bildschirme kontrolliert hatten, lehnte im Flur an der gegenüberliegenden Wand und grinste Dan an.

»Ein ziemlicher Vollidiot, was?«

»Das ist sogar noch milde ausgedrückt«, antwortete Dan und ging zurück in die Lobby.

Er ignorierte die Hotelmitarbeiter, die um ihn herum durch die Räume eilten und fing mit der Erkundung des Gebäudes auf den unteren Ebenen an.

Er öffnete eine Tür, die mit einem Notausgangschild markiert war, ging schnell die Stufen hinunter, stieß eine andere Tür auf und befand sich nun in der Tiefgarage des Hotels.

Das Parkhaus erstreckte sich unter dem Hotel über zwei Ebenen. Dan schätzte, dass es bei voller Belegung mehr als einhundert Autos aufnehmen könnte. Als er jedoch quer über die leeren Parkbuchten ging, stellte er fest, dass Brownings Team alle Fahrzeuge aus der Tiefgarage entfernt hatte, um das Risiko potenzieller Bombenbedrohungen auszuschalten.

Dan lief auf die Eingangs- und Ausgangsschranken zu, wo er auf zwei Sicherheitskräfte stieß, die beide halb automatische Gewehre an ihre Brust drückten. Einer von ihnen beobachtete den Parkplatz, der andere überwachte die kleine Straße hinter dem Hotel. Er nickte ihnen grüßend zu, während er seinen Ausweis aufblitzen ließ und auf die Straße hinaustrat.

Mit zurückgelegtem Kopf überprüfte er die Gebäude gegenüber dem Hotel, während er in der Umgebung seine Runde machte. Dann griff er in die Tasche, zog ein kleines Notizbuch und einen Stift heraus und begann zu schreiben.

Hinter dem Hotel entdeckte er eine enge Gasse. Er blickte nach oben, sah den Lauf eines Gewehrs über dem Geländer hinausragen und hob grüßend die Hand. Die Geste wurde erwidert und er ging weiter die Gasse hinunter, wobei er seinen Kopf ständig hin und her drehte.

Nachdem er die Begehung des Außengeländes abgeschlossen hatte, verbrachte Dan die nächsten zwei Stunden damit, die Hotelküche, die Konferenzräume und sechs Etagen mit luxuriösen Zimmern zu überprüfen. Er stellte schnell fest, dass keines der Zimmer belegt war … womit eine weitere mögliche Bedrohung ausgeschlossen werden sollte.

Zufrieden mit dem Ergebnis seines Kontrollgangs kehrte er in das Erdgeschoss zurück und klopfte an die Tür des Videoüberwachungsraumes. Browning war nirgendwo zu sehen, und der Sicherheitsmann, der ihm die Tür öffnete, bot Dan an, sich auf einen der Ersatzstühle zu setzen, die an der Rückwand standen.

»Wie sind Sie vorangekommen?«, fragte der Wachmann.

»Nicht schlecht«, antwortete Dan. »Stört es Sie, wenn ich Ihnen ein paar Fragen stelle, um mich auf morgen Abend vorzubereiten?«

»Nein, legen Sie ruhig los.«

»Haben Sie die Gebäudepläne für das Hotel und das angrenzende Gebäude?«

Der Sicherheitsbeamte stand auf, griff hinter die Überwachungsmonitore und zog eine große Papierrolle hervor. Er rollte sie auseinander und reichte die Pläne an Dan weiter, der sie vor sich auf den Boden legte und sich davor niederkniete. Er glättete die Kanten mit seinen Handflächen und strich dann mit den Händen über den Plan.

»Wie viele Sicherheitskräfte haben Sie nebenan?«, fragte er.

»Zwei an der Tür und zwei auf dem Dach«, antwortete der Wachmann. »Es ist ein privates Wohngebäude mit acht Wohnungen. Die Bewohner wurden dafür entschädigt, dass sie die nächsten achtundvierzig Stunden woanders parken müssen.«

»Gut. Ich würde dort gern auch noch zwei weitere Männer im Erdgeschoss sehen. Halten Sie die Garagentore geschlossen und lassen Sie die Männer regelmäßig zwischen der Garage und dem Keller patrouillieren.« Er klopfte auf den Plan. »Wir wollen doch nicht, dass irgendjemand von dort aus, ein Loch in die Tiefgarage bläst.«

Der Sicherheitsbeamte nickte. »Kein Problem.«

Dan runzelte die Stirn und zog den Gebäudeplan des Hotels noch näher zu sich. »Wie tief ist dieser Abwasserkanal?«

Der Wachmann kniete sich neben ihm nieder. »Nach Auskunft des Hotelmanagers wird der Kanal nicht mehr benutzt, er ist zwischen der Zufahrt zum Parkhaus und fünfzig Meter hinter dem Hotel an dieser Stelle blockiert worden.« Er stach mit dem Finger auf die Seite. »Bei der Renovierung des Hotels vor fünf Jahren haben Bauarbeiter den Kanal mit Steinen und Erde aufgefüllt.«

»Gibt es eine Gästeliste?«, fragte Dan, dann beugte er sich nach vorn und rollte den Plan wieder zusammen.

»Einen Augenblick bitte.« Der Wachmann drehte sich zu einem Tisch um, der komplett mit Papieren bedeckt war, und überreichte ihm kurz darauf ein Blatt.

»Danke. Was ist mit den Mitarbeitern?«

»Die Liste muss hier auch irgendwo sein.« Der Sicherheitsbeamte nahm Dan die Pläne ab, warf sie auf den Tisch und wühlte dann darauf herum, bis er das Gesuchte gefunden hatte. »Da ist sie ja.«

»Kann ich dieses Exemplar vielleicht behalten?«

»Natürlich.«

»Irgendwelche Veränderungen in letzter Minute?«

»Nein, wenn jemand zwischen jetzt und der Gala krank wird, hat der Hotelmanager eine eindeutige Anweisung, niemanden zu ersetzen.«

»Gut.« Dan faltete die Seiten zusammen und steckte sie in die Tasche, dann warf er einen Blick auf seine Notizen. »Ihr braucht außerdem mehr als nur einen Mann auf dem Dach«, erklärte er. »Die Notausgänge auf der Rückseite des Gebäudes sind für uns klasse, wenn die Kacke am Dampfen ist, können aber genauso gut für einen Angriff genutzt werden, nachdem sich jemand auf das Dach abgeseilt hat.«

Der Sicherheitsbeamte blickte über die Schulter zu seinem Kollegen und dann wieder zu Dan. »Das könnte leider ein Problem werden«, meinte er, »denn wir haben jetzt schon unsere maximale Kapazität erreicht. Ich weiß nicht, ob das Unternehmen uns noch mehr Personal zur Verfügung stellen kann.«

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