Julian Schwarze - Klangvolle Stille
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Ein Ausgestoßener gehörte dem niedrigsten Stand an, wurde weniger geachtet als Knechte und Diener. Es wurde allgemein auch stillschweigend geduldet, wenn man einen von meiner Herkunft quälte, misshandelte oder gar tötete.
Die Mädchen und Frauen schlugen sich meist mit Prostitution durch. So kann man annehmen, dass die jüngsten der Huren, die kaum mehr als elf Winter zählten, Ausgestoßene waren. Eine solche Dirne wurde nicht selten gebrandmarkt oder verstümmelt, und verspürte ein Freier den Drang, dem jungen Weib Gewalt anzutun, so musste er nicht fürchten, für diese Tat von den Stadtwachen zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Als Mann erwartete einen ein etwas besseres Schicksal. Blieb man in der Stadt, so war man vor feindlichen Soldaten geschützt und hatte zu essen und einen Schlafplatz, aber da sie nur harte körperliche Arbeit angeboten bekamen, starben viele Männer schon in jungen Jahren.
Die meisten Ausgestoßenen mieden jedoch die Städte und lebten am Land, in den Wäldern oder arbeiteten auf kleinen Höfen. Auch ich war einer von denen, die nie in einer Stadt gelebt hatten.
Ein junges Mädchen hatte mich einst als Säugling, keinen Tag war ich alt gewesen, gefunden. Sie hatte in der Nacht zuvor – so erzählte sie mir später – ein totes Kind geboren und war in den Wald gegangen, um es zu begraben. Als sie mich fand, habe sie sofort gewusst, dass ich ein Geschenk der Gottheiten sei.
Sie gab mir die Brust und kümmerte sich liebevoll um mich. Ich habe kaum Erinnerungen an jene Tage, doch die Nächte waren kalt und manchmal – so schien mir – war ich allein gewesen.
Das Mädchen musste mich immer wieder verlassen, um in der Stadt zu arbeiten. Ich vermutete, dass auch sie eine Ausgestoßene war – obwohl ich nie eine Brandmarkung an ihr erblickt habe. Während ich durch den Wald streifte und mich auf das Sammeln von Beeren und genießbaren Blättern verstand, folgte sie ihrem vorherbestimmten Schicksal, der Prostitution. Wenn sie genügend Geld zusammengespart hatte, kam sie zu mir in den Wald zurück. Auf geheimnisvolle Weise schien sie immer zu wissen, wo ich war, und wenn ich mich in Gefahr befand, tauchte sie stets aus dem Nichts auf, um mir beizustehen.
Im Laufe der Zeit wurden ihre Besuche seltener und ich begann mich an das Leben als Einsiedler zu gewöhnen. Ich war inzwischen flink genug, um erfolgreich zu jagen, und ich versuchte mein Wissen über Pflanzen beständig zu erweitern. Oft lag ich unter Schmerzen und Krämpfen halb vergiftet und dem Tod nahe gegen einen Baum gelehnt oder saugte an den Wurzeln seltener Kräuter, die Erbrechen verursachten und mich wieder entgifteten.
Ich erinnere mich noch gut an jenen Morgen, als die Umrisse einer Gestalt im Nebel langsam deutlicher wurden und sie, die Frau, die mir alles bedeutete, mir eine Mutter war, auf mich zuschritt. Sie führte zwei Pferde an ihren Zügeln mit sich und verkündete, dass wir uns auf eine lange Reise begeben würden. Sie führte uns vom Norden des Westlichen Reichs durch die Wälder bis an die östlichen Grenzen, dort wählten wir einen Weg nach Süden und durchritten viele Städte. Sie wollte mir die Menschen zeigen. Anfangs waren sie mir so fremd und mich ekelte vor den lüsternen Männern, die meiner Ziehmutter grob an die Brüste griffen. Nicht selten schritt ich ein und es kam oft zu Kämpfen, in denen ich immer unterlag. Wie viele Knochen waren mir in jener Zeit gebrochen worden und wie viele Schmerzen musste ich erdulden, doch von Mal zu Mal wurde ich stärker und geschickter. Bald war ich ein ausgezeichneter Kämpfer, und von einem Freier, der sich an meiner Ziehmutter vergreifen wollte, erbeutete ich ein Messer, das ich einzusetzen lernte.
Je weiter unsere Reise nach Osten und Süden führte, desto öfter trafen wir auf Menschen, die uns freundlich behandelten. In der ersten Zeit waren wir kaum voneinander zu trennen gewesen, doch als wir ein kleines Dorf inmitten des Westlichen Reichs erreichten – es war nahe einem großen See –, wollte sie mich nicht in ihrer Nähe haben, während sie ihren Körper an fremde Männer verkaufte. Es kam auch vor, dass sie vergewaltigt wurde, und aus diesem Grund drängte ich immer darauf, in einem Zimmer nebenan zu sein, um notfalls einschreiten zu können, doch sie winkte ab und trug mir stattdessen auf, Geld als Tagelöhner zu verdienen.
So kam es, dass ich mir verschiedene handwerkliche Fertigkeiten aneignete: einfache Tischlerarbeiten, Brot backen, Stoffe weben oder Stahl schmieden. Da ich mich als geschickt erwies und den Zimmermeistern sogar beim Zeichnen der Pläne hilfreich war, brachte man mir sogar das Lesen bei.
Meine Ziehmutter sagte immer, wir würden diese Reise machen, damit ich die Menschen kennenlerne und sehe, wie unterschiedlich sie sind, obwohl sie alle einem Volk entsprangen. Auch war sie sichtlich erfreut darüber, dass ich als Tagelöhner so vieles erlernte. In Wahrheit, so schien mir, hatte sie die Reise jedoch aus einem anderen Grund angetreten. Sie traf sich zunehmend mit Männern – teils von hohem Stand –, und wenn ich für mehrere Wochen an einem Hof oder in einer Werkstatt Arbeit gefunden hatte, ritt sie fort, manchmal in jene Wälder, die von den schrecklichsten aller Kreaturen beherrscht wurden: Arasien, dem Volk des Krieges, das den Menschen und Elfen verhasst war. Ich wollte nicht, dass sie sich dieser Gefahr aussetzte, doch sie versicherte mir, dass es keinen Grund zur Sorge gäbe, denn die Arasien – so brutal und grausam sie auch sein konnten – würden jedem Lebewesen mit Achtung gegenübertreten. Aber es war eine Achtung, die zweifellos mit Hass verbunden war, weshalb es töricht war, sich darauf zu verlassen, dass sie – wie mir meine Ziehmutter versicherte – nicht angriffen, wenn man sich an die Regeln der Höflichkeit hielt und den Arasien waffenlos gegenübertrat.
Tatsächlich kehrte sie jedes Mal unversehrt aus den Wäldern zurück. Manchmal wirkte sie niedergeschlagen und enttäuscht, doch es kam auch vor, dass sie voller Stolz und Glückseligkeit war, gerade so, als hätte man ihr eben eine Frohbotschaft verkündet.
Die gemeinsame Reise dauerte zwei Jahre, und als wir wieder zu den Wäldern im Norden des Westlichen Reichs gelangten, trennten sich unsere Wege. Zum Abschied überreichte sie mir ein längliches Bündel, das sie all die Zeit über bei sich getragen hatte. Sie schärfte mir ein, es verborgen zu tragen und fortan die Städte zu meiden. Verwundert öffnete ich das Bündel und erblickte ein prächtiges Schwert, das in einer vergoldeten Scheide steckte. Fassungslos bestaunte ich die Klinge, die aus feinsten Metallen geschmiedet war. Obwohl ich sie mehrmals danach fragte, sagte sie mir nicht, woher sie das Schwert hatte. Sie verriet mir nur, dass es nie fern von mir sein würde. Ich begriff nicht, was damit gemeint sein konnte, bis ich eines Tages – ich hatte das Schwert, während ich auf der Jagd war, in meinem Lager zurückgelassen – das Gewicht der Waffe an meinem Gürtel spürte. Und mit einem Mal wurde mir klar, dass dieses Schwert voller Magie war, die nun wie Blut durch meinen ganzen Körper strömte.
Bevor sie am Tag des Abschieds auf ihr Pferd stieg, um, wie sie sagte, in ihre Heimatstadt zurückzukehren, gab sie mir einen Kuss auf den Mund. Es war das erste Mal, dass sie ihre Zuneigung auf diese Weise zeigte, und ich konnte die Liebe spüren, die sie für mich empfand.
Als sie zwischen den Bäumen verschwand, wurde mir klar, dass dies vielleicht unsere letzte Begegnung gewesen war. Sie kam danach kein einziges Mal mehr in den Wald, und als ich Nachforschungen anstellte, erfuhr ich, dass sie in der Stadt Hesana, unweit des Waldes lebte. Dort verdiente sie ihr Geld als Dirne, doch im Unterschied zu vielen anderen Frauen, die dieses Schicksal teilten, schaffte sie es, unversehrt zu überleben. Kein Mann wagte es, ihr ein Leid zuzufügen, denn man sagte ihr magische Kräfte nach und alsbald wurde sie das Hexenweib genannt.
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