Hubert Ettl - Abenteuer des Glaubens

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Hubert Ettl nimmt die Leserinnen und Leser in 24 Texten mit auf die Suche nach einer undogmatischen christlichen Spiritualität, in deren Mittelpunkt die individuelle Erfahrung jedes Einzelnen stehen soll. Der Autor geht dabei Fragen nach wie «Könnte der Glaube an einen göttlichen Geist helfen, die Menschheit aus der ökologischen Krise zu führen?» oder «Wie kann in der heutigen Zeit von Gott gesprochen werden?»
Glauben heute ist für den Autor ein Abenteuer in einer Zeit, die vom wissenschaftlich-technischen Blick und Zugriff auf die Welt geprägt ist: ein Abenteuer der menschlichen Freiheit und des menschlichen Geistes, das mehr vom Staunen und Ahnen angesichts des großen Geheimnisses lebt als von den Lehrsätzen der Kirchen.

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Die Augen schließen, die Ohren, auch den Mund. Das Wort Mystik, das aus dem Griechischen kommt, bedeutet dies: schließen, sich abschließen. Und zum Schweigen gebracht werden sollen auch unsere Gedanken, das Gebabbel in unserem Hirn. Hirnschweigen ist vielleicht das Schwierigste von allem. Für mich persönlich auf jeden Fall. Die Gedanken loslassen, sie schweigen lassen, das ist schon eine höhere Stufe des Stillwerdens.

Ich weiß nicht mehr genau, warum: Meine Freundin und ich – wir lebten in Aschaffenburg – begannen 1975 oder 1976 in der Volkshochschule einen Yoga-Kurs. Das war recht exotisch damals, vor allem in der linken Lehrerszene, in der wir uns bewegten. Zum einen war es sicher Neugier. Welche Erfahrungen erwarteten uns? Neugier auf einen Bereich jenseits meiner sehr theoretischen Studien und auch jenseits unseres politischen Engagements. Gewiss auch unter einem psychotherapeutischen Aspekt fing ich die Übungen an: Wenn man allerhand Wunden mit sich trägt, kommt irgendwann der Punkt, die Erkenntnis: Du musst dich um Selbsterkenntnis und Heilung bemühen.

Diese erste Yoga-Phase dauerte nicht lange. Wir zogen in den Bayerischen Wald zurück, renovierten ein altes Bauernhaus, ich fing als Lehrer an zu arbeiten, unser erstes Kind wurde geboren. 1990 lernte ich einige Meditationsübungen und praktiziere diese – mit Unterbrechungen – bis heute. Eine ganz persönliche Übung hat sich in den letzten zehn Jahren entwickelt: Beginnend mit drei, vier leichten Yogaübungen setze ich mich nieder zum Meditieren, und meistens mündet es in ein stilles, meditatives Gebet. Ich bin kein Meister weder in Yoga noch im Meditieren, aber wenn ich zwei, drei Tage morgens nicht dazu komme, geht mir etwas ab.

Nein, ich bin kein großer Meister. Aber manchmal leuchtet etwas auf, zuweilen bedächtig langsam, ein anderes Mal urplötzlich: eine Einsicht, eine Erkenntnis, ein Angewehtsein, ein Berührtsein. „Der Gott, / der in der Stille wohnt, / tritt bei dir ein: / All Ein.“ Wolf Peter Schnetz hat es in diese poetischen Worte gefasst. Das All-Eine ist im Taoismus die unbenennbare Kraft, das Tao, der Weg, der große Sinn. Schnetz nennt dieses All-Eine Gott, aber es ist nicht ein personaler Gott. Das Tao, der Weg sei „unergründbar“, „aufgehoben ist er im Schweigen.“ 2

Man muss sich nicht vornehmen, der große Mystiker, die große Mystikerin zu werden. Es wäre wohl eher der falsche Weg, sich unter Druck zu setzen, etwas erzwingen zu wollen. Bescheiden und bedachtsam, geduldig und offen abwarten, das kann man von den alten Meistern sowohl des Ostens wie auch des Westens lernen, von den östlichen Religionen des Taoismus, Hinduismus und Buddhismus wie auch von den christlichen Traditionen. Die Schule der Stille und Achtsamkeit ist keine des Egotrips.

Schon im Alten Testament lesen wir, dass Menschen in die Wüste gegangen sind, um Gott zu erfahren. Auch Jesus hat sich immer wieder zurückgezogen. Zuletzt auf dem Ölberg vor seiner Gefangennahme und der Kreuzigung: allein mit sich in Zwiesprache mit seinem Gott, dem Vater. Stille und Schweigen, das stille Gebet – das Christentum hat darin eine lange Tradition, vor allem in den Klöstern. Hier lebten große Mystiker und Mystikerinnen wie Meister Eckhart und Johannes von Kreuz, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen, Menschen, die die Geschichte des Christentums prägten, die versuchten, das Christentum immer wieder zu erneuern.

Mystiker sind keine Dogmatiker oder Fundamentalisten. Das gilt auch im Islam: Die Anhänger des Sufismus, wie eine der alten mystisch-spirituellen Bewegungen dort heißt, eignen sich nicht für den menschenverachtenden politischen Islamismus. Menschen, die auf die Stille und das Schweigen setzen, sind oft Erneuerer, die die Machtzentren der Religionen und die dogmatischen Verkrustungen herausfordern. Persönliche Erfahrungen und Einsichten waren und sind bei den Glaubenswächtern nicht sehr willkommen. Den einen oder anderen wirft man auch heute noch hinaus wie z.B. den Benediktinerpater Willigis Jäger. Als Franz von Assisi Anfang des 13. Jahrhunderts seinem verschwenderischen Leben abschwor und aus der Stille, in die er sich zurückgezogen hatte, eine christliche Armutsbewegung begründete, da jubilierten sie im Vatikan gewiss nicht und in den luxuriösen italienischen Bischofspalästen schrien sie nicht Hurra.

Ein Fehler ist – und bei Gesprächen und Diskussionen höre ich das immer wieder heraus – Mystiker als weltfremde Menschen, als weltabgewandte Frömmler zu betrachten. Vielleicht wäre es heute besser, statt von Mystik von Spiritualität zu sprechen, von Spiritualität, der es auf persönliche Erfahrung ankommt, erwachsen aus Einkehr, Stille, Schweigen und Innehalten.

Dag Hammarskjöld, der schwedische Diplomat und Politiker, war 1953 zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt worden. Unermüdlich setzte er sich für den Abbau der politischen Spannungen und für den Frieden ein – in Zeiten des Kalten Kriegs zwischen Ost und West, der blutigen Konflikte in Afrika und des Koreakriegs. Als er im September 1961 aus dem Kongo nach Sambia flog, stürzte die Maschine ab und Dag Hammarskjöld starb wie alle Begleiter und Besatzungsmitglieder. Es konnte nie geklärt werden, was die Ursachen des Absturzes waren. Posthum erhielt Dag Hammarskjöld den Friedensnobelpreis.

Die Verwunderung war groß, als man in seiner New Yorker Wohnung Tagebuchnotizen und Texte fand, die zeigten, welch intensive, in sich gekehrte Spiritualität er praktiziert hatte. „Die Erklärung, wie ein Mensch ein Leben aktiven gesellschaftlichen Dienens in vollkommener Übereinstimmung mit sich selbst als Mitglied der Gemeinschaft des Geistes leben soll, habe ich in den Schriften der großen mittelalterlichen Mystiker gefunden“. Der Politiker schreibt dies 1954 in „Zeichen am Weg“, Aufzeichnungen, die von 1925 bis zu den Tagen vor seinem Tod reichen. 3In einem anderen Eintrag spricht er von der längsten Reise als derjenigen, die nach innen führe. An Pfingsten 1961, also ein paar Monate vor seinem Tod, notiert er in „Zeichen am Weg“: „Ich weiß nicht, wer – oder was – die Frage stellte. Ich weiß nicht, wann sie gestellt wurde. Ich weiß nicht, ob ich antwortete. Aber einmal antwortete ich ja zu jemandem oder zu etwas. – Von dieser Stunde her rührt die Gewissheit, dass das Dasein sinnvoll ist“.

In der Stille kann etwas eintreten, das in einem fernen Licht wohnt, wie Wolf Peter Schnetz dichtet. Die Stille kann zu einem sprechen. Diese Art der spirituellen Suche sollte man nicht als modischen Zeitgeist abtun. Und es wird auch nicht mehr getan in den christlichen Kirchen und Einrichtungen.

Der Religiosität, die auf persönlichen Erfahrungen gründet, damit auf der Freiheit und Verantwortung des Einzelnen, dieser Spiritualität wird die Zukunft gehören, innerhalb und außerhalb der Kirchen. Vom katholischen Theologen Karl Rahner (1904–1984), einem der deutschen Berater beim II. Vatikanischen Konzil, stammt der bekannte Satz: „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein.“ 4

Im Stillwerden verbindet sich das In-sich-hinein-Horchen, die Selbsterkenntnis, die Heilung von eigenen Wunden und das Erfahren des Jenseitigen, des All-Einen, des Göttlichen, des Geheimnisses Gottes. Die evangelische Theologin, Frauen-, Umwelt-, Friedensaktivistin und Dichterin Dorothee Sölle (1929–2003) fasst dies so zusammen: „Der individuelle Wunsch, selber ein Ganzes zu sein, verbindet sich mit dem Wunsch, das Ganze zu erfahren, seiner ansichtig zu werden“. 5Die Hoffnung nistet darin, im Stillwerden das eigene Zerstückelte, Verwundete zu erkennen und zu heilen und im Schweigen den unergründbaren, vollkommenen Einen zu erfahren.

Die Auseinandersetzung suchen

Genügt hätte mir das alles nicht – still werden, staunen, persönliche, spirituelle Erfahrungen machen. Für mich war da etwas, das mir mindestens genauso wichtig war und ist, nämlich die geistige Auseinandersetzung mit Gott und der Welt. Kann es sein, dass neben der materiellen Wirklichkeit eine geistige Wirklichkeit existiert, eine geistige Welt, die wir Gott nennen? Und von welchem jenseitigen Geist reden die Religionen? Von welcher Gottesvorstellung lesen wir in der Bibel? Wie reden die heutigen christlichen Theologen von Gott? Fragen über Fragen.

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