Jürgen Goldstein - Hans Blumenberg

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Das Werk Hans Blumenbergs steht wie ein Monolith in der philosophischen Landschaft. Während er immer mehr als einer der wichtigsten deutsch­sprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts entdeckt wird, erscheinen seine Bücher als ungemein faszinierend und schwer zu lesen, äußerst anregend
und zumeist umständlich sowie überaus stilbewusst und oftmals sehr um­ fangreich. Jürgen Goldstein, der selbst bei Blumenberg studierte, zeichnet ein philosophisches Portrait dieses Autors, indem er dessen geistige Physiogno­mie hervortreten lässt: Meisterhaft und anschaulich folgt er als ausgewiesener Kenner den Gedankenlinien des reichhaltigen Werkes, von den frühesten akademischen Schriften über die klassischen Bücher bis zu den essayistischen Miniaturen der späten Jahre und den bereits aus dem Nachlass gehobenen Schriften. Dabei wird nicht nur beleuchtet, was Blumenberg dachte, sondern auch, wie er es tat. So eröffnet seine Denkbiografie nicht nur Eingeweihten des Werks neue Perspektiven, sondern dient auch als Handreichung für jene, die bei einem seiner Bücher ins Stocken geraten sind. Auf diese Weise wird dem Gelehrten, der zeit seines Lebens den Zugriff auf seine Person scheute, Genüge getan: denn Blumenberg wollte nicht durchschaut, er wollte gelesen werden.

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Spätestens hier ist eine Zwischenbemerkung fällig: Der Titel der Habilitationsschrift verführt in zweifacher Hinsicht zu Missverständnissen. Der Haupttitel Die ontologische Distanz vermag irreführende, vom späteren Werk Blumenbergs genährte Assoziationen zu wecken. Da kaum jemand sich die Bücher Blumenbergs in ihrer chronologischen Reihung aneignen wird, kommen die Doktorarbeit und die Habilitationsschrift, wenn überhaupt, erst spät in den Blick und drohen aufgrund des bis dahin gewonnenen Vorverständnisses fehlinterpretiert zu werden. Der mit der späteren Philosophie Blumenbergs Vertraute wird bei dem Stichwort ›Distanz‹ an den ›Absolutismus der Wirklichkeit‹ denken, auch an den absoluten Willkürgott, demgegenüber jede Form von Distanzgewinnung eine begrüßenswerte Rettung ins Humane darstellt. Die Stiftung von Distanz ist eines der zentralen Überlebensmittel des Menschen. In der Habilitationsschrift aber ist der Akzent etwas anders gesetzt. Eine frühere Fassung aus dem Jahr 1949 trug den Titel Das Distanzproblem des Philosophierens und markierte so schon das Fragwürdige des ins Auge genommenen Phänomens. 111In der Habilitationsschrift bezeichnet ›Distanz‹ eine dem abendländischen Denken innewohnende und in der Moderne nochmals gesteigerte problematische Vergegenständlichung von Wirklichkeit, zunehmend zum Zweck der wissenschaftlichen Erforschung und Beherrschung. Eben dieses Projekt der angestrebten Erkenntnisgewissheit sieht Blumenberg als gescheitert an. Gegen die überkommenen Formen einer ontologischen Distanz gelte es daher, ein ursprüngliches Denken zu verteidigen, das den Einbruch des Geschichtlichen als erfahrenes Geschick nicht ausblendet und auf Distanz hält.

Auch der Untertitel weckt falsche Erwartungen: Eine Untersuchung über die Krisis der Phänomenologie Husserls . Wie schon bei der Doktorarbeit sucht Blumenberg nach einem Referenzautor, um doch weit über ihn hinauszugehen. Die akademischen Rahmenbedingungen in Kiel hatten eine Einbeziehung der Philosophie Husserls durchaus als naheliegend erscheinen lassen, war doch sein dortiger Doktorvater Ludwig Landgrebe in Freiburg von 1923 bis 1930 Privatassistent Husserls gewesen, auch wenn er nach eigener Selbstauskunft kein orthodoxer Husserlianer und von Heidegger beeindruckt war. 112Wer aber nun eine hermetische Studie zur Phänomenologie Husserls erwartet, wird – je nach Nähe oder Ferne zum Protophänomenologen – enttäuscht oder erleichtert sein zu sehen, dass weder einzelne Paragraphen noch einer der vier Teile zur Gänze der Phänomenologie Husserls gewidmet sind und die Auseinandersetzung mit ihr schon rein quantitativ kaum ein Viertel der Arbeit ausmacht. Blumenberg wendet sich ihr zu, da er »die Krisis der Neuzeit am Paradigma der Phänomenologie Husserls begründeter zur Sprache bringen zu können« 113meint.

Auch hier gilt es, sich vom Späteren das Frühe nicht überblenden zu lassen. Bei aller Kritik hat Blumenberg Husserl zeitlebens eine Wertschätzung entgegengebracht, die er Heidegger zunehmend verweigerte. So hebt er schon in der Habilitationsschrift die »große Lebensleistung« 114Husserls hervor. Wer nun aber meint, in Husserl einen mentalen Ausgangspunkt für die philosophische Selbstbestimmung des jungen Blumenberg zu finden, wird eines Besseren belehrt. Seine Habilitationsschrift überschreitet mit ihrem Problemhorizont die konkreten Erfahrungen der geschichtlichen Situation und behandelt, grundsätzlicher ansetzend, die Krise der neuzeitlichen Wissenschaft und ihres Gewissheitsanspruchs anhand der Phänomenologie Husserls im Angesicht der sich aufdrängenden Reflexionen der Geschichtlichkeit der Geschichte der Philosophie. Er fragt danach, was eine Epoche ausmacht, er diagnostiziert und kritisiert die Vermeidungsstrategien vermeintlicher Ungeschichtlichkeit, verweist auf die Endlichkeit des Denkens und fragt nach der Wissenschaftlichkeit der Philosophie. Der von ihm eingeschlagene Reflexionsweg zielt, anders als es Jaspers gefordert hatte, auf keine konkrete und praktische Philosophie. Blumenberg geht ins Grundsätzliche und nimmt die widerfahrenen Erlebnisse eines Bruchs vermeintlich ungeschichtlicher Selbstverständlichkeiten zum Anlass, die »Krisis der Neuzeit« überhaupt zu bestimmen, eine Krise epochalen Ausmaßes, da »das fraglos Selbstverständliche, auf dem eine ganze Epoche aufruhte, sich nicht mehr von selbst versteht«. 115Diese Krisis ist für Blumenberg in ihrem Kern eine Krisis der Philosophie.

Die Höhenlage dieser Überlegungen ist von einem Werk Husserls vorgegeben worden, das Blumenberg in der Belgrader Ausgabe von 1936 herangezogen hat: Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie . Darin unternahm Husserl nicht weniger als eine Bestimmung des auf ein festes Ziel zulaufenden Geschichtsverlaufs des abendländischen Denkens als Theorie, der in der Moderne entgleist und durch die Phänomenologie wieder in die Spur gesetzt werden sollte. So befremdlich es heute in einer Zeit klingen mag, die Wissenschaft kaum noch anders kennt denn als ausdifferenziertes Spezialistentum, bei dem der eine kaum noch versteht, was der andere tut: Es ging Husserl um nichts Geringeres als den Untergang, um die Verfehlung der inneren Intention der europäischen Wissenschaftskultur, der es Einhalt zu gebieten gelte. Blumenbergs Diagnose der Krisis der Neuzeit ist von vergleichbarer Fallhöhe und Grundsätzlichkeit der Fragestellung, aber er unterzieht den geschichtsphilosophisch aufgeladenen Eigenanspruch der späten Phänomenologie Husserls einer scharfen Kritik. »Husserl hielt seine Phänomenologie für die einzige Rettung aus der Krise der Wissenschaften und der Philosophie, Blumenberg untersucht die Phänomenologie als das deutlichste Symptom dieser Krise«, 116bring Kurt Flasch es auf den Punkt. Diese epochale Krisendiagnostik mag Patina angesetzt haben, ist aber doch mehr als lediglich ein Dokument intellektueller Befindlichkeiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

All dies geschieht unter dem erläuterungsbedürftigen Stichwort der ›ontologischen Distanz‹. Für Blumenbergs Vorgehensweise von Beginn an kennzeichnend, verweigert er sich jeder anfänglichen Definition. Es gelte vielmehr, diesem Begriff nicht vorschnell definitorisch seine Plastizität zu nehmen. Er begnügt sich mit wenigen Hinweisen, zunächst mit der Abgrenzung, ontologische Distanz sei keine bloße »methodische ›Einstellung‹«, 117die man einnehmen und zu jeder Zeit auch wieder aufgeben könne, wie etwa ein Christ – darf man ergänzen – situativ den methodischen Atheismus der Naturwissenschaft teilen mag. Die ontologische Distanz ist aber auch keine zeitlose Bestimmung eines Grundverhältnisses des Menschen zum Sein, sie ist vielmehr »eine geschichtliche Möglichkeit«. 118Dies ist sie aber nicht im Sinne eines episodischen Auftretens in der Geschichte. Vielmehr gelte, »daß das Moment der ontologischen Distanz nicht in der Geschichte der Philosophie nur ›vorkommt‹, etwa im Zusammenhang eines bestimmten Systems, sondern daß es die ›Geschichte‹ der Philosophie gerade in ihrer Geschichtlichkeit ausmacht und selbst ist «. 119Kennzeichnend auch für seine späteren Annäherungsversuche an Begriffliches, bietet Blumenberg anstelle einer eingehenderen Definition eine geschichtliche Vergewisserung, indem er »Durchblicke zur historischen Morphologie der ontologischen Distanz« 120von der Antike bis in die jüngste Vergangenheit bietet.

Im mythischen Denken, beginnt Blumenberg seinen historischen Durchblick, bewegt sich der Mensch in einer Welt, die von Mächten regiert wird, derer er nicht Herr ist. Götter vermögen in die innersten Beweggründe menschlichen Handelns einzugreifen. Launen des Schicksals bestimmen des Menschen unsicheren Lebensweg. Jahrzehnte später, in Arbeit am Mythos , wird Blumenberg auch den Mythos als Bändigung eines Absolutismus der Wirklichkeit und somit vorrangig als Leistung und nicht nur als Herausforderung begreifen. Hier aber ist es erst die errungene Zuschauerposition des Theoretikers, die jene mythische Welt auf Distanz setzt und eine Selbstbehauptung gegen die ominösen Mächte erringt: »Die griechische Geistesgeschichte ist die Bewährung des menschlichen Selbstandes gegen das im Mythos waltende Seinsverständnis«, 121wie Blumenberg am Vorgang des Sehens illustriert: Bei Homer gebe es kein unbeteiligtes Sehen, stets sei der Sehende betroffen und ergriffen, die Welt dränge sich als Angeschaute geradezu auf. ›Theorie‹ dagegen kultiviert jene Distanz, die das Gesehene zu einem Gegen-Stand macht und so die ›Besessenheit‹ durch das in den Blick Genommene unterbindet. Zur Entmächtigung des Mythos gehört die Betrachtung der Welt als ›Kosmos‹, also als eine geordnete und schöne Wirklichkeit, deren Strukturen von uns – etwa mithilfe der Geometrie – gedacht werden können. Diese Vergegenständlichung der Welt macht den Menschen zum unbeteiligten Betrachter. » Selbstand und Gegenstand sind die strengen Korrelate innerhalb dieses Seinsverständnisses; die Auffassungsmöglichkeit des Seienden als Gegenstand ermöglicht den Selbstand – und umgekehrt.« 122

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