Tobias Endler - Game Over

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Europa, insbesondere Deutschland, braucht die USA in fast allen Bereichen – politisch, militärisch, wirtschaftlich, technisch. Umgekehrt sieht das ganz anders aus. Die alte Achse «Europa-USA» erodiert. Je nach Ausgang der diesjährigen US-Wahlen wird sich dieser Vorgang noch beschleunigen. Gerade deshalb ist ein realistischer Blick über den Atlantik für uns überfällig.Das US-amerikanische Interesse an Europa erlischt. Und das nicht erst seit Trump. Selbst wenn die Trump-Regierung abgewählt werden sollte, ändert sich an der zunehmend distanzierten Haltung der USA zu Europa nichts.Wir tun daher gut daran, den derzeitigen Zustand Amerikas als Warnung zu verstehen, einfach so weiterzumachen wie bisher. Deutschland und einige weitere Länder Europas haben alle Voraussetzungen, die eigene Zukunft klüger und effektiver zu gestalten als bisher. Es wird allerdings ihre eigene Zukunft sein müssen.

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Game Over für den Westen

Wir leben im Zeitalter von Smartphones, Tablets und Google Maps (nebenbei: allesamt zuerst in den USA entwickelt). Gegen das Internet wirkt der gute alte Schulatlas fast anachronistisch. Es lohnt sich dennoch, eines dieser Relikte aus grauer Vorzeit, die in amerikanischen Buchhandlungen noch immer ausliegen, zur Hand zu nehmen. Schlagen Sie bei Ihrem nächsten Besuch einer beliebigen Barnes & Noble Filiale einmal die Weltkarte im Atlas auf – und die Erde bekommt ein anderes Gesicht. Wir sind es gewohnt, Europa mittig auf der Doppelseite vorzufinden, links der Mitte den amerikanischen Doppelkontinent und ganz außen den Pazifik, rechterhand Russland und Asien. In amerikanischen Atlanten hingegen ist Amerika mittig gelegen, rechts davon der Atlantik, links der Pazifik. Das ist zunächst nur normal. Wir nehmen die Welt aus der Warte wahr, in der wir uns befinden. Diese Einordnung hat jedoch nicht nur symbolische Implikationen dafür, wo sich die Amerikaner auf dem Globus verorten. Und wichtiger: wie sie sich verorten. Nämlich als Mittelachse zwischen West und Ost. Nur aus diesem Verständnis heraus konnten die Amerikaner unter Obama einen »Achsendreh« (pivot) hin nach Asien unternehmen. Dahinter steht die Selbstverortung der USA als global agierende Supermacht. Man steht zwar in westlicher Tradition, weist aber keine Tradition der Ausrichtung »hin auf den Westen« auf, wie sie Deutschland in Form der Adenauerschen Westbindung kennt.

Für unser Verständnis des »Westens« bzw. davon, was hiervon übrig ist, müssen wir uns diesen grundlegenden Unterschied der Perspektive bewusstmachen. Er sorgt dafür, dass sich Amerikaner sehr viel leichter mit der Aussage tun, dass es »den Westen« nicht mehr gibt. Ein solcher Satz bedroht nicht zwangsläufig die eigene Existenz. Zu dieser nüchternen Erkenntnis müssen auch wir kommen. Zwei Dimensionen sind hierbei entscheidend.

Erstens gibt es den Westen nicht mehr, weil seine Taktgeber-Nation Amerika in ihrem Wesenskern ausgehöhlt ist. Schon länger hat man sich im Land der Freien von der Idee verabschiedet, als demokratischer Leuchtturm der restlichen Welt den Weg zu weisen. Vorbild zu sein, ist anstrengend. Und kostspielig. Amerikas Tauglichkeit auf diesem Feld wurde zudem aus gutem Grund von anderen zunehmend angezweifelt. Dennoch war die mächtige Nation noch lange Zeit eine demokratische Bastion. Eine erfolgreich gelebte Alternative zu den autoritären Systemen, wie wir sie in Russland und China, in Saudi-Arabien und auch Indien und Indonesien vorfinden. Im Unterschied zu den beiden letztgenannten ist die US-Demokratie nicht nur auf dem Papier noch immer eine echte Demokratie. In letzter Zeit jedoch ist sie schwer unter Beschuss geraten, und zwar von innen. Polarisiert, paralysiert, traumatisiert, befindet sich das Land auf der Suche nach sich selbst. Und kehrt dem Westen und der Welt den Rücken zu.

Der innenpolitische Zustand einer Nation ist der Kompass für ihr außenpolitisches Handeln. Deshalb beleuchtet Game Over zunächst am Beispiel »Amerika heute« die drei zentralen Stellschrauben westlicher Gesellschaften: Die Rolle der traditionellen Massenmedien, der Einfluss der Sozialen Medien und damit der großen IT- und Digitalkonzerne sowie das Versagen der etablierten politischen Institutionen. Werden diese Stellschrauben überdreht, kann eine Demokratie ins Autoritäre abrutschen. Amerika steht am Scheideweg. Auf dieser Informationsgrundlage trifft das Land schwerwiegende Weichenstelllungen im Innen- wie Außenpolitischen. Wir sollten daher den derzeitigen Zustand Amerikas als Warnung verstehen, die uns davon abhält, denselben Pfad einzuschlagen. Dabei gilt: Deutschland und die deutschsprachigen Länder im Herzen Europas haben alle Voraussetzungen, die eigene Zukunft klüger und effektiver zu gestalten. Die Betonung liegt hierbei auf der eigenen Zukunft.

Zweitens gibt es den Westen auch in anderer Hinsicht nicht mehr: Amerika braucht den Westen nicht. Damit wird aus einer Region der Erde, einer Verteidigungsallianz, einem Nationenbündnis, einer gefühlten Wertegemeinschaft wieder – eine bloße Windrichtung. Amerika sortiert sich neu, legt sich ein neues globales Portfolio zu. Risiken werden neu bewertet, kostspielige Investitionen abgestoßen. In Teilen geschieht dies durchaus aus Enttäuschung über das als zu gering empfundene Engagement der Europäer über die letzten drei Jahrzehnte. Washington vermisst schon lange eine transatlantische Initiative aus Berlin (bei Paris hängen die Erwartungen traditionell niedriger, Brüssel ist vielen US-Politikern ein Rätsel). Letztlich aber erfolgt die Durchmischung des Portfolios unabhängig von den Belangen und auch Vorstellungen der Europäer. Damit kommt der Westen als koordiniert denkende und handelnde (Sinn-)Einheit und solidarische Allianz an ein Ende. Der entscheidende Unterschied hierbei: Amerika kann auch ohne den Westen. Europa braucht den Westen, soll heißen: das Bündnis mit Amerika, nach wie vor. Doch können wir nicht mehr darauf zählen. Damit ist das Konzept des Westens passé, denn ein Pol des Kraftfeldes »Westen« fällt aus. Doch ohne beide Pole gibt es kein Feld, lässt sich kein Raum und damit Konzept des »Westens« mehr aufspannen. Alleine kann Europa schwerlich »den Westen« für sich reklamieren. Schon aus geografischen Gründen wäre dies schwierig. Und vollends unmöglich im Hinblick auf den Geltungs- und Machtanspruch, der mit dem Konzept »Westen« bisher global einherging, nicht nur in Abgrenzung zum »Osten«. Damit ist Game Over.

Ein neues Spiel

Game Over für den Westen: Das bedeutet nicht, dass mit diesem Spiel alle Spiele auf immer vorbei sind. Stattdessen kann ein neues Spiel beginnen. Neues Spiel, neues Glück (siehe hierzu auch das gleichnamige Kapitel ab Seite 239), und damit neue Möglichkeiten. Allerdings heißt neu nicht willkürlich. Es bedarf von Beginn an einer durchdachten Strategie. So ist es beispielsweise keine gute Idee, nun einen »neuen« Westen in Konkurrenz zum bisherigen aufzubauen. Schon in Sachen Himmelsrichtung ergäbe das wenig Sinn, schließlich gibt es nur den einen Westen. Auch besteht die große und lange gemeinsame Geschichte des »alten« Westens fort. Die Errungenschaften der transatlantischen Allianz über die Jahrzehnte haben zweifelsohne ihre Berechtigung. Der Einfluss auf die Gegenwart ist unübersehbar und hat zurecht einen bis heute gewaltigen Stellenwert. Von Plato bis zur NATO – um David Gress’ bekanntestes Werk zu zitieren – erstreckt sich das Fundament unserer gemeinsamen Verständigung über uns selbst und die Welt im Ganzen. Schon früh wurde auf allen Kanälen in beide Richtungen gefunkt. Kulturell-diplomatisch, geschichtlich, auch und gerade rechtsgeschichtlich und politisch-demokratisch zeigt sich das gemeinsame aufklärerische Erbe. Statt also ein neues Kraftfeld aufzusetzen, das in Aufbau und Beschaffenheit in Konkurrenz zum bisherigen steht oder dieses doppelt, geht es darum, die Welt neu zu denken. Um dann Europa und innerhalb Europas Deutschland neu zu verorten. Nicht in bloßer Abgrenzung zum Bisherigen, sondern als sinnvolle, tragfähige und zeitgemäße Weiterführung in unserer Zeit.

Dazu werden wir unsere Denkgewohnheiten ändern müssen. Leichter ist es womöglich, mit den Sehgewohnheiten zu beginnen, wobei auch diese Umstellung nicht zu unterschätzen ist. Zur Veranschaulichung ein Beispiel von einer nicht allzu lange zurückliegenden USA-Reise, freilich ohne weltgeschichtliche Bedeutung. Auf der Rückfahrt zum Flughafen Washington D.C. blieb mein Mietauto mitten im ländlichen Virginia liegen. Ich hatte Pech, denn ich war unbemerkt über einen rostigen Nagel gefahren, der Reifen nun platt. Doch ich hatte auch Glück, denn der Weg in das Provinzstädtchen Front Royal war nicht weit, und so machte ich mich im Abendlicht zu Fuß auf den Weg, um bei der dortigen Werkstatt anzuklopfen. Plötzlich fiel mir auf, dass ich einen Begleiter hatte: Am Straßenrand neben mir schnürte ein junger Fuchs entlang – das erkannte ich auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen erschien mir der kleine Kerl etwas merkwürdig, aber was sollte es denn sonst sein? Tatsächlich lag ich gründlich daneben. Wie mir der Mechaniker später sagte, handelte es sich um ein Opossum. Ich hatte dieses Tier noch nie im Leben gesehen. Unsere Sehgewohnheiten aber sind hartnäckig, wir sehen, was wir kennen oder zu kennen meinen.

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