Tobias Endler - Game Over

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Europa, insbesondere Deutschland, braucht die USA in fast allen Bereichen – politisch, militärisch, wirtschaftlich, technisch. Umgekehrt sieht das ganz anders aus. Die alte Achse «Europa-USA» erodiert. Je nach Ausgang der diesjährigen US-Wahlen wird sich dieser Vorgang noch beschleunigen. Gerade deshalb ist ein realistischer Blick über den Atlantik für uns überfällig.Das US-amerikanische Interesse an Europa erlischt. Und das nicht erst seit Trump. Selbst wenn die Trump-Regierung abgewählt werden sollte, ändert sich an der zunehmend distanzierten Haltung der USA zu Europa nichts.Wir tun daher gut daran, den derzeitigen Zustand Amerikas als Warnung zu verstehen, einfach so weiterzumachen wie bisher. Deutschland und einige weitere Länder Europas haben alle Voraussetzungen, die eigene Zukunft klüger und effektiver zu gestalten als bisher. Es wird allerdings ihre eigene Zukunft sein müssen.

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Es ist das Jahr 2008, und ich bin mit John Bolton zum Interview im Loews Regency Hotel auf der New Yorker Park Avenue verabredet. Bolton legt keinerlei Wert auf Beliebtheit und gilt in den politischen Zirkeln New Yorks und Washingtons nicht gerade als Charmeur. Demokratische wie republikanische Weggefährten haben ihm über die Jahre wiederholt vorgeworfen, skrupellos und herrschsüchtig zu sein. Niemand würde ihm jedoch Allüren unterstellen. Der Sohn eines Feuerwehrmanns aus Baltimore hatte vorgeschlagen, sich zum Gespräch in der Lobby zu treffen. Pünktlich auf die Minute kommt Bolton die Treppe herunter. Ein Schild zeigt an, dass der Lift außer Betrieb ist. Bolton, Markenzeichen schon damals der buschige Schnauzbart, den Trump später als »nicht staatsmännisch genug« abqualifizieren wird, durchquert energischen Schrittes die Lobby und tritt an die Rezeption. Das Gespräch mit dem Portier besteht aus einer einzigen kurzen Ansage. Das sei das erste und letzte Mal, dass der Aufzug nicht funktioniere, sonst übernachte er nie wieder hier, und auch niemand sonst aus seinem Umfeld. So erzählt es mir Bolton, wache Augen, die mich über den dünnen Rand der Brille hinweg fixieren, als wir uns wenig später gegenübersitzen. Sein Zimmer sei in einer der oberen Etagen. Boltons Verhältnis zu Stockwerken ist speziell; berüchtigt seine Aussage über die Vereinten Nationen, wo er für kurze Zeit Botschafter der Regierung Bush Jr. war: Trüge man vom UN-Verwaltungsgebäude zehn Stockwerke ab, es würde nicht den geringsten Unterschied machen.

Unsere Unterhaltung im Mai 2008 nutzt Bolton, um die UNO mit einem Buttermesser zu vergleichen. Gegen ein solches sei nichts einzuwenden. Die USA aber stünden für das Steakmesser. Beide Zitate zusammengenommen umreißen Boltons Sicht auf internationale Institutionen: der eigenen Stärke bewusst, nutzenorientiert, pragmatisch bis zur Schmerzgrenze. Ein halbes Jahr später wird Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA gewählt. Bolton begibt sich für das nächste Jahrzehnt, wie viele seiner konservativen Kollegen auch, ins Abklingbecken der Washingtoner Denkfabriken. Im März 2018 ernennt ihn Donald Trump zu seinem wichtigsten Berater in sicherheitspolitischen Fragen. Den Schnauzer trägt er nach wie vor.

Der Höhenflug hält nicht allzu lange an. Bolton verliert seinen Posten als Nationaler Sicherheitsberater im September 2019. Dennoch darf seine Herangehensweise an das Thema ›internationale Kooperation unter Staaten‹ bis heute als symptomatisch für die Regierung Trump gelten. Dies gilt auch für die Regierung Obama, die ihrem Ansatz allerdings einen diplomatischeren Anstrich zu verleihen pflegte. Und es behält seine Gültigkeit über das Jahr 2020 hinaus, unabhängig davon, ob Trump eine zweite Amtszeit erringt oder nicht. Bolton fasst es so zusammen: Die Amerikaner sind ein sehr praktisch veranlagtes Volk. Alles wird auf seine Nützlichkeit hin abgeklopft. Gibt es ein Problem, versucht man zunächst, es zu reparieren. Lässt sich das Problem nicht beheben, heißt es schon sehr bald: In Ordnung, was gibt es sonst noch? Ab hier geht es nur noch um funktionsfähige Alternativen. Boltons späterer Boss, Präsident Trump, ist der Inbegriff dieses humorlosen Pragmatismus. Sein Weltverständnis besteht darin, fortlaufend eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung über eben diese Welt aufzumachen.

Gerade deshalb ist ein illusionsloser Blick über den Atlantik für uns elementar. Illusionslos heißt realistisch, nicht unbedingt desillusioniert. Anklageschriften, gegenüber der amerikanischen Nation oder gar einzelnen Spitzenpolitikern, helfen uns dagegen nicht weiter. Schon deshalb, weil deren Amtszeiten begrenzt sind. Zumindest gilt dies für jene, die wir primär registrieren und deren Entscheidungen uns primär betreffen, das Weiße Haus und den Kongress. Amerika hat ohne unser Zutun Donald Trump gewählt. Zuvor Barack Obama, der zunächst große Teile Zentraleuropas verzauberte, bevor sich recht rasch eine gewisse Entzauberung einstellte. Auch deshalb helfen uns Skandalporträts, die sich an Trump abreiben, ebenso wenig weiter. Er ist nur Symptom, nicht Ursache der gegenwärtigen Lage. Ein Nutznießer, der laut US-Verfassung maximal noch einmal vier Jahre walten kann. Das mag vielen in Deutschland, der Schweiz oder Österreich schon zu lange erscheinen. Bekanntlich ist das aber längst nicht der Standpunkt aller Amerikaner. Trump hat zur Jahresmitte 2020 knapp 84 Millionen Follower auf Twitter, über 20 Millionen mehr als er 2016 Stimmen einheimsen konnte. Die Stimmenzahl vom letzten Mal würde zur Wiederwahl reichen. Kurz: Das Skandalporträt lenkt ab und verstellt den Blick auf die außenpolitischen Realitäten, die uns erfassen, und die innenpolitischen Konstellationen, die ihnen zugrunde liegen.

Die ewige Mär vom Untergang

Ebenso wenig nützen uns Untergangsszenarien für die USA. Dieses Genre hat im Verlauf der letzten Jahre aufgrund des Provokateurs im Weißen Haus sehr an Popularität gewonnen. Nachvollziehbar bei einem Amtsinhaber, der zu Hause politische Gegner und ganze Volksgruppen in ihrer Ehre herabsetzt. Der auf internationalem Parkett reihenweise Verbündete vor den Kopf stößt. Der für die Verrohung des politischen Diskurses steht. Und die Unberechenbarkeit zum Prinzip gemacht hat. Doch sollten wir den Niveauverfall in Trumps Umfeld nicht mit dem Verfall Amerikas gleichsetzen – und die Hoffnung auf Biden nicht mit der wundersamen Genesung eines ganzen Landes. Erinnern wir uns: Schon während Obamas und zuvor Bush Juniors Regentschaft wurde den Vereinigten Staaten von hiesigen Beobachtern in regelmäßigen Abständen das Totenglöckchen geläutet. Allein, der Patient lebt immer noch. Die diagnostizierenden Ärzte sind ratlos, denn nach ihrer Einschätzung hätte schon längst einer von beiden Fällen eintreten müssen: Entweder zerfällt das Land von innen, weil Gesellschaft und System unwiederbringlich morsch und marode sind. Oder das »Imperium Amerika« hat sich verhoben und bricht unter dem Druck von außen ebenso unwiederbringlich zusammen. Manche erkennen auch beides zugleich und sind sich sicher: Hiervon kann sich Amerika nicht mehr erholen. Dieses Mal nicht.

Die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache. Schon deswegen lassen uns apokalyptische Porträts der Lage Amerika nicht besser verstehen. Davon abgesehen haben wir wenn überhaupt nur sehr geringen Einfluss auf die Entwicklungen auf der anderen Seite des Atlantiks. Der amerikanischen Eiche ist das Eichhörnchen in ihren Zweigen relativ gleichgültig. Um nur ein Beispiel zu nennen: Im Jahr 2018 beliefen sich die Militärausgaben der Vereinigten Staaten auf rund 650 Milliarden Dollar, mehr als ein Drittel der weltweiten Schätzsumme. Deutschland verbucht knapp 50 Milliarden Dollar. Inzwischen ist der Abstand noch größer geworden.

Unterm Strich sind wir schlecht beraten, uns den Niedergang der USA herbeizureden. Denn an wem wollten wir uns zumindest so lange orientieren, bis wir auf eigenen Füßen stehen können? Und wir die derzeit anstehenden Probleme innerhalb des europäischen Verbunds gelöst haben? Die Aufnahme Albaniens ins EU-Kollektiv etwa sollte für einen Länderverband von der Größe und dem Selbstverständnis der EU eigentlich eine Aufgabe handhabbarer Größenordnung sein. Einen solchen Prozess zur Zufriedenheit aller Beteiligten abzuschließen darf als Voraussetzung dafür gelten, mit der europäischen Stimme künftig auch weltweit mehr Gehör zu finden als bisher. Gegenwärtig sieht es aber so aus, dass dieser Prozess (ganz zu schweigen von den Nachwehen des Brexits) in nicht zu unterschätzendem Maße Energien nach innen binden wird. Diese Kraft fehlt Europa so lange nach außen. Schon allein deshalb wäre der Niedergang der USA auch unser Schaden. Zumal die transatlantischen Schockwellen unweigerlich an der europäischen Küste anbranden würden.

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